Ihre erste Order

Eine Order ist Ihr Auftrag an den Broker, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen. Für Ihre erste Order brauchen Sie nur vier Angaben: welches Wertpapier, am sichersten über die ISIN, wie viele Stück, an welchem Handelsplatz und zu welchen Bedingungen, also etwa „sofort zum Marktpreis" oder „nur bis zu einem Höchstpreis". Genau diese Bedingungen unterscheiden die Orderarten.
Die Begriffe klingen technischer, als sie sind: Ist Ihr Depot eröffnet und das Verrechnungskonto gedeckt, sind Sie in wenigen Minuten startklar. Wer lieber automatisch investiert, kennt mit dem Sparplan bereits die bequeme Alternative zur Einzelorder.
Auf den Punkt
Eine Market-Order garantiert Ihnen die Ausführung, aber nicht den Preis. Eine Limit-Order garantiert Ihnen den Preis, aber nicht die Ausführung.
1. Was passiert, wenn Sie eine Order aufgeben?
Ihre Order durchläuft eine kurze Kette: Sie füllen im Depot die Ordermaske aus, Ihr Broker leitet den Auftrag an den gewählten Handelsplatz weiter, und dort wird er ausgeführt, sobald sich ein passender Handelspartner findet. Bei liquiden Aktien dauert das oft nur Sekunden.
Nach der Ausführung erhalten Sie eine Abrechnung mit Kurs, Stückzahl und Gebühren; die Papiere werden ins Depot eingebucht, der Betrag vom Verrechnungskonto abgezogen, beim Verkauf entsprechend umgekehrt.
2. Was ist eine Market-Order?
Eine Market-Order heißt übersetzt: „Kaufen oder verkaufen Sie sofort, zum nächsten verfügbaren Kurs." Beim Kauf spricht man auch von „billigst", beim Verkauf von „bestens".
Ihr Vorteil ist die sichere und schnelle Ausführung. Ihr Nachteil: Sie wissen vorher nicht exakt, zu welchem Kurs sie ausgeführt wird. Bei viel gehandelten Werten ist die Abweichung meist minimal. Bei kleinen Werten oder ruhigem Handel kann sie spürbar ausfallen.
3. Was ist eine Limit-Order?
Mit einer Limit-Order legen Sie eine Preisgrenze fest: beim Kauf den Höchstpreis, den Sie zahlen wollen, beim Verkauf den Mindestpreis, den Sie erhalten möchten. Ausgeführt wird nur zu Ihrem Limit oder besser, niemals schlechter.
Der Preis ist damit garantiert, die Ausführung nicht: Erreicht der Kurs Ihr Limit nie, kommt kein Geschäft zustande. Dafür legen Sie eine Gültigkeit fest, etwa tagesgültig oder mehrere Wochen. Für Einsteiger ist ein Limit nahe am aktuellen Kurs ein einfacher Weg, unangenehme Preisüberraschungen auszuschließen.
4. Welche weiteren Orderarten sollten Sie kennen?
Häufig begegnet Ihnen noch die Stop-Order. Eine Stop-Loss-Order etwa löst automatisch einen Verkauf aus, sobald der Kurs eine von Ihnen gesetzte Schwelle unterschreitet. Wichtig: Ausgelöst wird dann eine Market-Order. Der tatsächliche Verkaufskurs kann unter Ihrer Schwelle liegen, wenn der Kurs schnell fällt.
Für den Anfang genügt es, diese Varianten einordnen zu können, mit Market- und Limit-Order decken Sie praktisch alle Situationen ab.
5. Wie geben Sie Ihre erste Order Schritt für Schritt auf?
Suchen Sie das Wertpapier zuerst über die ISIN, seine eindeutige Kennnummer, so vermeiden Sie Verwechslungen. Wählen Sie dann den Handelsplatz und achten Sie auf dessen Handelszeiten: Auf Xetra läuft der Handel werktags in der Regel von 9:00 bis 17:30 Uhr, und in dieser Zeit sind die Spreads meist am engsten.
Legen Sie dann Stückzahl und Orderart fest und prüfen Sie die Kostenübersicht, die Ihr Broker vor der Bestätigung anzeigen muss. Nach dem Absenden sehen Sie die Order unter „Offene Orders"; nach der Ausführung kontrollieren Sie kurz Abrechnung und Depotbestand.
6. Welche Fehler sollten Sie bei der ersten Order vermeiden?
Drei Stolperfallen tauchen bei Einsteigern immer wieder auf. Erstens das falsche Wertpapier: Viele Unternehmen haben mehrere ähnliche Titel im Umlauf: die ISIN schafft Eindeutigkeit. Zweitens Market-Orders zu ungünstigen Zeiten: Abends oder am Wochenende sind die Spreads oft weit.
Drittens Tippfehler bei Stückzahl oder Limit: ein Zahlendreher macht aus 10 Stück schnell 100, lesen Sie die Zusammenfassung vor dem Bestätigen deshalb komplett durch. Und lassen Sie sich Zeit: Eine Order, die Sie heute nicht aufgeben, kostet nichts.
Beispiel aus der Praxis
Angenommen, eine Aktie notiert bei 50,40 € (fiktives Beispiel). Sie geben eine Kauforder über 10 Stück mit Limit 50,00 € auf, tagesgültig. Fällt der Kurs auf 50,00 € oder darunter, wird die Order ausgeführt: Sie zahlen höchstens 500,00 € plus 1,50 € Ordergebühr (Annahme), also maximal 501,50 €. Bleibt der Kurs darüber, verfällt die Order am Abend einfach, ohne Kosten. Das ist der Vorteil des Limits: Sie bestimmen den Preis, der Markt nur die Ausführung.
Häufiger Irrtum
„Eine Market-Order wird genau zu dem Kurs ausgeführt, der mir gerade angezeigt wird." Der angezeigte Kurs ist nur der zuletzt gehandelte Preis. Ihre Order wird zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Bei liquiden Aktien liegen beide meist dicht beieinander; bei kleinen Werten oder außerhalb der Börsenzeiten kann die Abweichung deutlich sein. Wenn Ihnen der Preis wichtig ist, nutzen Sie ein Limit.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓Eine Order ist Ihr Auftrag an den Broker, ein Wertpapier zu festgelegten Bedingungen zu kaufen oder zu verkaufen.
- ✓Eine Market-Order garantiert die Ausführung, aber nicht den Preis. Eine Limit-Order garantiert den Preis, aber nicht die Ausführung.
- ✓Die ISIN identifiziert ein Wertpapier weltweit eindeutig und schützt Sie vor Verwechslungen.
- ✓Während der Börsenzeiten sind die Spreads meist enger. Orders außerhalb werden oft zu schlechteren Kursen ausgeführt.
- ✓Nicht ausgeführte Limit-Orders verfallen je nach Gültigkeit einfach, ohne dass Kosten entstehen.
Testen Sie Ihr Wissen
1. Was unterscheidet Market- und Limit-Order?
2. Wozu dient die ISIN?
3. Was passiert mit einer tagesgültigen Limit-Order, wenn das Limit nicht erreicht wird?
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen ISIN und WKN?
Beide identifizieren ein Wertpapier eindeutig. Die ISIN ist die internationale, zwölfstellige Kennnummer, die WKN die ältere sechsstellige deutsche Variante. In deutschen Depots funktionieren meist beide.
Kann ich eine Order wieder stornieren?
Ja, solange sie noch nicht ausgeführt wurde. Offene Orders lassen sich im Depot meist mit einem Klick löschen oder ändern; eine bereits ausgeführte Order ist dagegen verbindlich.
Wann ist die beste Zeit, eine Order aufzugeben?
Während der Handelszeiten der Referenzbörse, für deutsche Aktien also etwa zu den Xetra-Zeiten von 9:00 bis 17:30 Uhr, wenn der Handel am aktivsten ist und die Spreads am engsten sind.
Was bedeutet „tagesgültig" bei einer Order?
Die Order gilt nur bis zum Ende des aktuellen Handelstages. Wird sie bis dahin nicht ausgeführt, verfällt sie automatisch. Alternativ gibt es längere Gültigkeiten, etwa bis auf Widerruf.
Ganz einfach erklärt
Eine Order ist wie ein Zettel, den Sie einem Einkäufer mitgeben. Bei einer Market-Order steht darauf: „Kauf mir 10 Stück, egal, was es gerade kostet, Hauptsache sofort." Bei einer Limit-Order steht darauf: „Kauf nur, wenn eines höchstens 50 € kostet, sonst lass es." Der Einkäufer hält sich exakt an Ihren Zettel.
Lektion 5 von 5
Thema abgeschlossen
