Deine erste Order

Marc Lewald2. Juli 2026

Eine Order ist dein Auftrag an den Broker, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen. Für deine erste Order brauchst du nur vier Angaben: welches Wertpapier, am sichersten über die ISIN, wie viele Stück, an welchem Handelsplatz und zu welchen Bedingungen, also etwa „sofort zum Marktpreis" oder „nur bis zu einem Höchstpreis". Genau diese Bedingungen unterscheiden die Orderarten.

Die Begriffe klingen technischer, als sie sind: Ist dein Depot eröffnet und das Verrechnungskonto gedeckt, bist du in wenigen Minuten startklar. Wer lieber automatisch investiert, kennt mit dem Sparplan bereits die bequeme Alternative zur Einzelorder.

Auf den Punkt

Eine Market-Order garantiert dir die Ausführung, aber nicht den Preis. Eine Limit-Order garantiert dir den Preis, aber nicht die Ausführung.

1. Was passiert, wenn du eine Order aufgibst?

Deine Order durchläuft eine kurze Kette: Du füllst im Depot die Ordermaske aus, dein Broker leitet den Auftrag an den gewählten Handelsplatz weiter, und dort wird er ausgeführt, sobald sich ein passender Handelspartner findet. Bei liquiden Aktien dauert das oft nur Sekunden.

Nach der Ausführung erhältst du eine Abrechnung mit Kurs, Stückzahl und Gebühren; die Papiere werden ins Depot eingebucht, der Betrag vom Verrechnungskonto abgezogen, beim Verkauf entsprechend umgekehrt.

2. Was ist eine Market-Order?

Eine Market-Order heißt übersetzt: „Kaufe oder verkaufe sofort, zum nächsten verfügbaren Kurs." Beim Kauf spricht man auch von „billigst", beim Verkauf von „bestens".

Ihr Vorteil ist die sichere und schnelle Ausführung. Ihr Nachteil: Du weißt vorher nicht exakt, zu welchem Kurs sie ausgeführt wird. Bei viel gehandelten Werten ist die Abweichung meist minimal. Bei kleinen Werten oder ruhigem Handel kann sie spürbar ausfallen.

3. Was ist eine Limit-Order?

Mit einer Limit-Order legst du eine Preisgrenze fest: beim Kauf den Höchstpreis, den du zahlen willst, beim Verkauf den Mindestpreis, den du erhalten möchtest. Ausgeführt wird nur zu deinem Limit oder besser, niemals schlechter.

Der Preis ist damit garantiert, die Ausführung nicht: Erreicht der Kurs dein Limit nie, kommt kein Geschäft zustande. Dafür legst du eine Gültigkeit fest, etwa tagesgültig oder mehrere Wochen. Für Einsteiger ist ein Limit nahe am aktuellen Kurs ein einfacher Weg, unangenehme Preisüberraschungen auszuschließen.

4. Welche weiteren Orderarten solltest du kennen?

Häufig begegnet dir noch die Stop-Order. Eine Stop-Loss-Order etwa löst automatisch einen Verkauf aus, sobald der Kurs eine von dir gesetzte Schwelle unterschreitet. Wichtig: Ausgelöst wird dann eine Market-Order. Der tatsächliche Verkaufskurs kann unter deiner Schwelle liegen, wenn der Kurs schnell fällt.

Für den Anfang genügt es, diese Varianten einordnen zu können, mit Market- und Limit-Order deckst du praktisch alle Situationen ab.

5. Wie gibst du deine erste Order Schritt für Schritt auf?

Suche das Wertpapier zuerst über die ISIN, seine eindeutige Kennnummer, so vermeidest du Verwechslungen. Wähle dann den Handelsplatz und achte auf dessen Handelszeiten: Auf Xetra läuft der Handel werktags in der Regel von 9:00 bis 17:30 Uhr, und in dieser Zeit sind die Spreads meist am engsten.

Lege dann Stückzahl und Orderart fest und prüfe die Kostenübersicht, die dein Broker vor der Bestätigung anzeigen muss. Nach dem Absenden siehst du die Order unter „Offene Orders"; nach der Ausführung kontrollierst du kurz Abrechnung und Depotbestand.

6. Welche Fehler solltest du bei der ersten Order vermeiden?

Drei Stolperfallen tauchen bei Einsteigern immer wieder auf. Erstens das falsche Wertpapier: Viele Unternehmen haben mehrere ähnliche Titel im Umlauf: die ISIN schafft Eindeutigkeit. Zweitens Market-Orders zu ungünstigen Zeiten: Abends oder am Wochenende sind die Spreads oft weit.

Drittens Tippfehler bei Stückzahl oder Limit: ein Zahlendreher macht aus 10 Stück schnell 100, lies die Zusammenfassung vor dem Bestätigen deshalb komplett durch. Und lass dir Zeit: Eine Order, die du heute nicht aufgibst, kostet nichts.

Beispiel aus der Praxis

Angenommen, eine Aktie notiert bei 50,40 € (fiktives Beispiel). Du gibst eine Kauforder über 10 Stück mit Limit 50,00 € auf, tagesgültig. Fällt der Kurs auf 50,00 € oder darunter, wird die Order ausgeführt: du zahlst höchstens 500,00 € plus 1,50 € Ordergebühr (Annahme), also maximal 501,50 €. Bleibt der Kurs darüber, verfällt die Order am Abend einfach, ohne Kosten. Das ist der Vorteil des Limits: Du bestimmst den Preis, der Markt nur die Ausführung.

Häufiger Irrtum

„Eine Market-Order wird genau zu dem Kurs ausgeführt, der mir gerade angezeigt wird." Der angezeigte Kurs ist nur der zuletzt gehandelte Preis. Deine Order wird zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Bei liquiden Aktien liegen beide meist dicht beieinander; bei kleinen Werten oder außerhalb der Börsenzeiten kann die Abweichung deutlich sein. Wenn dir der Preis wichtig ist, nutze ein Limit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Order ist dein Auftrag an den Broker, ein Wertpapier zu festgelegten Bedingungen zu kaufen oder zu verkaufen.
  • Eine Market-Order garantiert die Ausführung, aber nicht den Preis. Eine Limit-Order garantiert den Preis, aber nicht die Ausführung.
  • Die ISIN identifiziert ein Wertpapier weltweit eindeutig und schützt dich vor Verwechslungen.
  • Während der Börsenzeiten sind die Spreads meist enger. Orders außerhalb werden oft zu schlechteren Kursen ausgeführt.
  • Nicht ausgeführte Limit-Orders verfallen je nach Gültigkeit einfach, ohne dass Kosten entstehen.

Teste dein Wissen

1. Was unterscheidet Market- und Limit-Order?

2. Wozu dient die ISIN?

3. Was passiert mit einer tagesgültigen Limit-Order, wenn das Limit nicht erreicht wird?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ISIN und WKN?

Beide identifizieren ein Wertpapier eindeutig. Die ISIN ist die internationale, zwölfstellige Kennnummer, die WKN die ältere sechsstellige deutsche Variante. In deutschen Depots funktionieren meist beide.

Kann ich eine Order wieder stornieren?

Ja, solange sie noch nicht ausgeführt wurde. Offene Orders lassen sich im Depot meist mit einem Klick löschen oder ändern; eine bereits ausgeführte Order ist dagegen verbindlich.

Wann ist die beste Zeit, eine Order aufzugeben?

Während der Handelszeiten der Referenzbörse, für deutsche Aktien also etwa zu den Xetra-Zeiten von 9:00 bis 17:30 Uhr, wenn der Handel am aktivsten ist und die Spreads am engsten sind.

Was bedeutet „tagesgültig" bei einer Order?

Die Order gilt nur bis zum Ende des aktuellen Handelstages. Wird sie bis dahin nicht ausgeführt, verfällt sie automatisch. Alternativ gibt es längere Gültigkeiten, etwa bis auf Widerruf.

Ganz einfach erklärt

Eine Order ist wie ein Zettel, den du einem Einkäufer mitgibst. Bei einer Market-Order steht darauf: „Kauf mir 10 Stück, egal, was es gerade kostet, Hauptsache sofort." Bei einer Limit-Order steht darauf: „Kauf nur, wenn eines höchstens 50 € kostet, sonst lass es." Der Einkäufer hält sich exakt an deinen Zettel.

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