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Depot & Broker

Depot eröffnen, den richtigen Broker finden, Sparplan und Kosten verstehen.

5 Lektionen · ca. 41 Min. Lesezeit · Stand: 04. September 2026

Lektion 1 · Anfänger · ca. 7 Min. Lesezeit

Was ist ein Depot?

Ein Depot ist Ihr Konto für Wertpapiere. Wie es funktioniert, warum Ihr Vermögen dort geschützt ist und wie Sie eins eröffnen, einfach erklärt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Depot ist ein Konto für Wertpapiere: Dort werden Aktien, ETFs und Anleihen verwahrt und verwaltet.
  • Zu jedem Depot gehört ein Verrechnungskonto, über das Käufe, Verkäufe und Dividenden abgewickelt werden.
  • Wertpapiere im Depot sind Ihr Eigentum und fallen bei einer Insolvenz des Anbieters nicht in die Insolvenzmasse.
  • Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt.
  • Ein Depot lässt sich meist in wenigen Minuten online eröffnen, nötig sind Volljährigkeit und eine Identitätsprüfung.

Ein Depot ist ein spezielles Konto, in dem Ihre Wertpapiere, also Aktien, ETFs oder Anleihen, verwahrt und verwaltet werden. Es funktioniert ähnlich wie ein Girokonto, nur dass darauf kein Geld liegt, sondern Ihre Anteile an Unternehmen und Fonds. Ohne Depot können Sie an der Börse nichts kaufen oder verkaufen: Es ist die technische Grundvoraussetzung für jedes Investment.

Der vollständige Name lautet Wertpapierdepot. Geführt wird es von einer Bank oder einem Broker, der Ihre Kauf- und Verkaufsaufträge entgegennimmt und an die Börse weiterleitet. Wie dieser Handel grundsätzlich abläuft, kennen Sie bereits aus Was ist die Börse?. In dieser Lektion schauen wir uns an, wo Ihre Wertpapiere danach eigentlich liegen und wie sicher sie dort sind.

Auf den Punkt

Ein Depot ist für Ihre Wertpapiere das, was ein Girokonto für Ihr Geld ist: der zentrale Ort, an dem sie verwahrt, verwaltet und gehandelt werden.

Wie funktioniert ein Depot?

Ein Depot besteht in der Praxis immer aus zwei Teilen: dem eigentlichen Depot für die Wertpapiere und einem Verrechnungskonto für das Geld. Kaufen Sie eine Aktie, wird der Kaufpreis samt Gebühren vom Verrechnungskonto abgebucht und die Aktie in Ihr Depot eingebucht. Verkaufen Sie, läuft es umgekehrt: Die Aktie verlässt das Depot, der Erlös landet auf dem Verrechnungskonto.

Auch alles andere läuft über dieses Zusammenspiel. Dividenden, also Gewinnausschüttungen von Unternehmen, werden Ihnen auf dem Verrechnungskonto gutgeschrieben, und von dort überweisen Sie Geld zurück auf Ihr Girokonto oder investieren es erneut.

Physische Aktienurkunden gibt es dabei längst nicht mehr. Ihre Bestände existieren als elektronische Einträge, die zentral verwahrt werden. Sie sehen sie in Ihrer Depotübersicht mit Stückzahl, Kaufkurs und aktuellem Wert.

Worin unterscheidet sich ein Depot von einem Girokonto?

Der wichtigste Unterschied: Auf dem Girokonto liegt ein fester Betrag in Euro, im Depot liegen Stücke: etwa 10 Aktien eines Unternehmens oder 25,3 Anteile eines ETFs. Einen klassischen „Kontostand" hat ein Depot deshalb nicht.

Stattdessen hat es einen Depotwert: die Summe aller Positionen, bewertet mit den aktuellen Börsenkursen. Dieser Wert schwankt laufend, weil sich die Kurse ständig ändern, ganz ohne Ihr Zutun. Erst wenn Sie verkaufen, wird aus einem Buchgewinn oder Buchverlust ein realisierter Betrag auf Ihrem Verrechnungskonto.

Auch der Zweck ist ein anderer: Das Girokonto ist für den Zahlungsverkehr da: Gehalt, Miete, Einkäufe. Das Depot ist der Ort für Ihren langfristigen Vermögensaufbau. In der Praxis bilden Girokonto, Verrechnungskonto und Depot eine Kette: Vom Girokonto fließt Geld auf das Verrechnungskonto, von dort in Wertpapiere, und bei Bedarf denselben Weg zurück.

Wie sicher ist ein Depot?

Bei der Sicherheit müssen Sie zwei Ebenen auseinanderhalten: die Verwahrung und das Kursrisiko. Bei der Verwahrung sind Sie stark geschützt. Wertpapiere im Depot sind rechtlich Ihr Eigentum, die Bank verwahrt sie nur für Sie. Geht Ihr Broker oder Ihre Bank insolvent, fallen Ihre Aktien und ETFs nicht in die Insolvenzmasse: Sie haben einen Herausgabeanspruch und können die Bestände auf ein anderes Depot übertragen lassen.

Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist getrennt davon geschützt, über die gesetzliche Einlagensicherung, die pro Kunde und Bank bis zu 100.000 € absichert. Beaufsichtigt werden die Anbieter in Deutschland von der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Wogegen Sie kein Depot schützt, ist das Kursrisiko: Fallen die Kurse Ihrer Wertpapiere, sinkt Ihr Depotwert. Dieses Risiko gehört zum Investieren dazu und bleibt immer bei Ihnen, egal, wie seriös Ihr Anbieter ist.

Wo können Sie ein Depot eröffnen?

Depots bieten drei Gruppen von Anbietern an: klassische Filialbanken mit persönlicher Betreuung, Direktbanken, die ihr Banking komplett online abwickeln, und Neobroker, die sich auf eine schlanke App und sehr niedrige Gebühren konzentrieren. Die Unterschiede bei Kosten, Angebot und Bedienung sind erheblich.

Für welche Art von Anbieter Sie sich entscheiden, hängt von Ihrem Anlageverhalten ab. Wie Sie systematisch vergleichen und worauf es dabei wirklich ankommt, erfahren Sie in der nächsten Lektion Den richtigen Broker finden.

Übrigens sind Sie nicht auf ein einziges Depot festgelegt: Mehrere Depots bei verschiedenen Anbietern sind erlaubt, und ein späterer Wechsel ist per Depotübertrag jederzeit möglich.

Was kostet ein Depot?

Die Depotführung selbst ist bei vielen Anbietern heute kostenlos, teils an Bedingungen wie eine Mindestaktivität geknüpft. Kosten entstehen vor allem beim Handeln: durch Ordergebühren pro Kauf oder Verkauf, durch den Spread, die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs, und durch laufende Produktkosten, etwa bei ETFs und Fonds.

Diese Posten wirken einzeln klein, summieren sich über die Jahre aber spürbar. Welche Kostenarten es genau gibt und wie Sie sie dauerhaft niedrig halten, schauen wir uns ausführlich in Kosten und Gebühren verstehen an.

Wie eröffnen Sie ein Depot Schritt für Schritt?

Die Eröffnung läuft heute fast überall digital ab und dauert meist nur wenige Minuten. Sie füllen online einen Antrag mit Ihren persönlichen Daten aus und beantworten einige gesetzlich vorgeschriebene Fragen zu Ihren Kenntnissen und Erfahrungen mit Wertpapieren. Diese Angaben dienen Ihrem Schutz. Anhand ihrer wird geprüft, welche Produktklassen für Sie freigeschaltet werden.

Anschließend bestätigen Sie Ihre Identität, in der Regel per Video-Ident mit Ausweis oder über das Post-Ident-Verfahren. Nach der Freischaltung überweisen Sie Geld auf Ihr Verrechnungskonto, und können loslegen. Voraussetzung ist Volljährigkeit; für Kinder gibt es spezielle Junior-Depots, die Eltern treuhänderisch führen.

Für den Start haben Sie dann zwei Wege: regelmäßig und automatisiert investieren, indem Sie einen Sparplan einrichten, oder gezielt selbst kaufen mit Ihrer ersten Order. Beides lernen Sie in den kommenden Lektionen dieses Kurses.

Beispiel aus der Praxis

Angenommen, Sie überweisen 500 € von Ihrem Girokonto auf das Verrechnungskonto Ihres neuen Depots. Dann kaufen Sie 5 Aktien zu je 98 €, macht 490 € plus 1,50 € Ordergebühr (fiktive Annahme). Vom Verrechnungskonto werden 491,50 € abgebucht, im Depot liegen jetzt 5 Aktien, und 8,50 € bleiben als Guthaben stehen. Steigt der Kurs später auf 110 €, zeigt Ihr Depot einen Wert von 550 € an: ein Buchgewinn von 60 €. Realisiert ist dieser Gewinn aber erst, wenn Sie tatsächlich verkaufen und der Erlös auf dem Verrechnungskonto landet.

Häufiger Irrtum

„Wenn meine Bank oder mein Broker pleitegeht, ist mein Depot weg." Das stimmt nicht. Ihre Wertpapiere sind kein Eigentum der Bank, sondern gehören rechtlich Ihnen, die Bank verwahrt sie nur. Bei einer Insolvenz fallen sie deshalb nicht in die Insolvenzmasse: Sie können ihre Herausgabe verlangen und sie auf ein anderes Depot übertragen lassen. Nur das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist ein Fall für die gesetzliche Einlagensicherung, die bis 100.000 € pro Kunde und Bank greift. Was kein Schutzmechanismus abdeckt, sind Kursverluste: das Marktrisiko tragen Sie als Anleger immer selbst.

Häufige Fragen

Was ist ein Depot einfach erklärt?

Ein Depot ist ein Konto für Wertpapiere. Statt Geld liegen darin Ihre Aktien, ETFs oder Anleihen, die eine Bank oder ein Broker für Sie verwahrt und über die Sie Ihre Kauf- und Verkaufsaufträge abwickeln.

Was ist der Unterschied zwischen Depot und Verrechnungskonto?

Im Depot liegen die Wertpapiere selbst, auf dem Verrechnungskonto das Geld dafür. Käufe werden vom Verrechnungskonto bezahlt, Verkaufserlöse und Dividenden dort gutgeschrieben, beide Konten arbeiten immer im Tandem.

Ist ein Depot kostenlos?

Die Depotführung ist bei vielen Anbietern kostenlos, teilweise an Bedingungen geknüpft. Kosten entstehen aber beim Handeln, etwa durch Ordergebühren und den Spread, sowie durch laufende Produktkosten bei Fonds und ETFs.

Kann ich mehrere Depots gleichzeitig haben?

Ja, die Anzahl ist nicht begrenzt. Manche Anleger trennen zum Beispiel den langfristigen ETF-Sparplan und einzelne Aktienkäufe auf zwei Depots. Mehr Depots bedeuten allerdings auch mehr Verwaltungsaufwand, etwa beim Aufteilen des Freistellungsauftrags.

Was ist der Unterschied zwischen Depot und Broker?

Das Depot ist das Konto, in dem Ihre Wertpapiere liegen; der Broker ist das Unternehmen, das dieses Konto führt und Ihre Aufträge an die Börse weiterleitet. Umgangssprachlich werden beide Begriffe aber oft synonym verwendet.

Ab welchem Alter kann man ein Depot eröffnen?

Ein eigenes Depot setzt Volljährigkeit voraus. Für Minderjährige gibt es Junior-Depots, die auf den Namen des Kindes laufen und von den Eltern verwaltet werden. Das Vermögen darin gehört dann rechtlich dem Kind.

Für Dumme

Stellen Sie sich Ihr Depot wie ein eigenes Fach in einem streng bewachten Lagerhaus vor. Jedes Mal, wenn Sie ein Stückchen von einer Firma kaufen, legt der Lagerverwalter es in Ihr Fach. Das Fach gehört Ihnen, selbst wenn das Lagerhaus mal schließen müsste, bekommen Sie Ihre Sachen zurück. Und bezahlt wird an einer kleinen Kasse direkt daneben.

Lektion 2 · Anfänger · ca. 9 Min. Lesezeit

Den richtigen Broker finden

Neobroker, Direktbank oder Filialbank? Welche Broker-Typen es gibt, worauf Sie beim Vergleich achten sollten und wie Sie seriöse Anbieter erkennen.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland gibt es drei Broker-Typen: Filialbanken, Direktbanken und Neobroker, mit deutlich unterschiedlichen Kosten und Leistungen.
  • Vergleichen Sie Anbieter anhand von Kosten, Wertpapier- und Sparplan-Angebot, Handelsplätzen, Bedienung und Service.
  • Seriöse Anbieter erkennen Sie an der Regulierung durch die BaFin oder eine andere EU-Aufsichtsbehörde.
  • Der günstigste Broker ist nicht automatisch der beste. Entscheidend sind die Gesamtkosten für Ihr Anlageverhalten.
  • Ein Wechsel ist per Depotübertrag jederzeit möglich und innerhalb Deutschlands in der Regel kostenlos.

Den richtigen Broker finden Sie, indem Sie Anbieter systematisch nach wenigen Kriterien vergleichen: Kosten pro Order und fürs Depot, Auswahl an Wertpapieren und Sparplänen, verfügbare Handelsplätze, Bedienbarkeit und Regulierung. Den einen besten Broker für alle gibt es nicht. Welcher Anbieter der richtige ist, hängt allein davon ab, wie Sie selbst investieren wollen.

Was ein Wertpapierdepot ist, haben Sie in Was ist ein Depot? gelernt, jetzt geht es um die Frage, bei wem Sie es eröffnen. Die gute Nachricht vorweg: Diese Entscheidung ist nicht endgültig, ein Wechsel ist später jederzeit möglich.

Auf den Punkt

Es gibt nicht den einen besten Broker. Es gibt nur den Anbieter, dessen Kosten, Angebot und Bedienung am besten zu Ihrem persönlichen Anlageverhalten passen.

Welche Arten von Brokern gibt es?

In Deutschland lassen sich die Anbieter grob in drei Gruppen einteilen. Filialbanken bieten Depots mit persönlicher Ansprache vor Ort. Dafür sind Order- und Depotgebühren dort meist am höchsten. Direktbanken wickeln alles online ab, verbinden das Depot oft mit Girokonto und Tagesgeld und liegen preislich im Mittelfeld.

Neobroker sind die jüngste Gruppe: fokussiert auf eine schlanke App, mit sehr niedrigen Gebühren: oft nur wenige Cent bis etwa ein Euro pro Order. Dafür ist das Angebot teils reduziert, etwa bei der Zahl der Handelsplätze oder beim persönlichen Service. Alle drei Modelle haben ihre Berechtigung; entscheidend ist, was Sie davon wirklich brauchen.

Worauf sollten Sie beim Vergleich achten?

Vergleichen Sie Anbieter am besten entlang von vier Fragen. Erstens die Kosten: Was kostet eine Order, was die Depotführung, was eine Sparplan-Ausführung? Zweitens das Angebot: Gibt es die Aktien, ETFs und Sparpläne, die Sie langfristig besparen wollen, und an welchen Handelsplätzen?

Drittens die Bedienung: Kommen Sie mit App oder Website intuitiv zurecht, und ist die Ordermaske verständlich aufgebaut? Viertens der Service: Erreichbarkeit bei Problemen sowie übersichtliche Steuerbescheinigungen und Abrechnungen. Den Kostenpunkt schauen wir uns in Kosten und Gebühren verstehen noch im Detail an.

Wie erkennen Sie einen seriösen Anbieter?

Seriöse Broker mit Sitz in Deutschland stehen unter Aufsicht der BaFin, Anbieter aus dem EU-Ausland unter der einer vergleichbaren europäischen Behörde. Diese Angabe finden Sie im Impressum. Im Zweifel lässt sie sich in der Unternehmensdatenbank der BaFin nachschlagen.

Zwei Schutzmechanismen kennen Sie bereits: Wertpapiere bleiben auch bei einer Pleite des Brokers Ihr Eigentum, und Guthaben auf dem Verrechnungskonto sichert die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € ab. Vorsicht ist dagegen bei unregulierten Plattformen geboten, die mit hohen Gewinnversprechen werben. Dort ist oft nicht das Depot das Risiko, sondern der Anbieter selbst.

Neobroker oder klassische Bank, was passt zu Ihnen?

Stellen Sie sich dafür drei Fragen. Wie oft werden Sie handeln? Wer vor allem einen ETF-Sparplan laufen lässt, braucht keine große Auswahl an Handelsplätzen. Wer gezielt einzelne Aktien kauft, profitiert von mehr Flexibilität. Wie wichtig ist Ihnen Betreuung? Persönliche Ansprechpartner gibt es fast nur bei Filialbanken, und Sie bezahlen sie über höhere Gebühren mit.

Und wie viel wollen Sie selbst erledigen? Je günstiger ein Anbieter, desto mehr Selbstbedienung. Für viele Einsteiger ist die Kombination aus niedrigen Kosten und einfacher Bedienung ein sinnvoller Startpunkt. Welcher Anbieter das konkret ist, zeigt Ihnen unser Broker-Vergleich. Transparenz: Der Broker-Vergleich enthält gekennzeichnete Affiliate-Links (Werbung).

Können Sie den Broker später wechseln?

Ja, und zwar unkompliziert: Per Depotübertrag lassen Sie Ihre Wertpapiere vom alten zum neuen Anbieter übertragen. Innerhalb Deutschlands darf dieser Übertrag für Privatanleger in der Regel nichts kosten; je nach Anbieter dauert er einige Tage bis wenige Wochen.

Alternativ eröffnen Sie einfach ein zweites Depot und nutzen beide parallel. Die Wahl Ihres ersten Brokers ist also keine Entscheidung fürs Leben. Sie muss nur gut genug sein, um jetzt sinnvoll zu starten.

Beispiel aus der Praxis

Ein fiktives Rechenbeispiel (angenommene Konditionen): Broker A verlangt 1 € pro Order und keine Depotgebühr. Broker B verlangt 4,90 € plus 0,25 % vom Ordervolumen sowie 15 € Depotgebühr pro Jahr. Sie kaufen 12-mal im Jahr für je 500 €. Bei A zahlen Sie 12 €, bei B dagegen 12 × 6,15 € + 15 € = 88,80 €, ein Unterschied von 76,80 € pro Jahr, der bei A investiert bleiben kann. Rechnen Sie solche Beispiele mit Ihrem eigenen Verhalten durch: Wer nur einen Sparplan bespart, zahlt oft bei beiden fast nichts.

Häufiger Irrtum

„Der günstigste Broker ist automatisch die beste Wahl." So einfach ist es nicht. Niedrige Ordergebühren können an anderer Stelle Einschränkungen bedeuten: etwa weitere Spreads außerhalb der Börsenzeiten, weniger Handelsplätze oder ein kleineres Sparplan-Angebot. Entscheidend sind die Gesamtkosten für Ihr konkretes Verhalten, und ob Sie dort alles handeln können, was Sie brauchen. Vergleichen Sie deshalb das Gesamtpaket, nie nur eine einzelne Gebühr.

Häufige Fragen

Welcher Broker ist der beste für Anfänger?

Den einen besten Broker gibt es nicht. Die Anbieter unterscheiden sich bei Kosten, Angebot und Bedienung, und Ihr Anlageverhalten entscheidet, was davon zählt. Vergleichen Sie zwei bis drei regulierte Anbieter anhand der Kriterien dieses Artikels.

Ist mein Geld bei einem Neobroker sicher?

Bei regulierten Neobrokern gelten dieselben Schutzmechanismen wie bei Banken: Wertpapiere bleiben Ihr Eigentum, Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bis 100.000 € gesetzlich abgesichert. Das Kursrisiko Ihrer Anlagen tragen Sie allerdings überall selbst.

Kann ich mehrere Broker gleichzeitig nutzen?

Ja, das ist erlaubt und kommt häufig vor: etwa ein Depot für den ETF-Sparplan und eines für Einzelkäufe. Bedenken Sie nur den zusätzlichen Verwaltungsaufwand, etwa beim Aufteilen des Freistellungsauftrags.

Was kostet ein Wechsel des Brokers?

Innerhalb Deutschlands ist der Depotübertrag für Privatanleger in der Regel kostenlos. Bei Überträgen aus dem Ausland oder in Sonderfällen können Gebühren anfallen. Ein Blick ins Preisverzeichnis schafft Klarheit.

Für Dumme

Ein Broker ist wie die Tür, durch die Sie zum großen Marktplatz gehen. Manche Türen kosten jedes Mal ein bisschen Eintritt, andere fast nichts, dafür ist der Gang dahinter vielleicht schmaler. Suchen Sie sich die Tür aus, die zu den Wegen passt, die Sie wirklich gehen wollen.

Lektion 3 · Anfänger · ca. 8 Min. Lesezeit

Kosten und Gebühren verstehen

Ordergebühren, Spread, TER: Welche Kosten beim Investieren anfallen, wie stark sie Ihre Rendite schmälern und wie Sie sie dauerhaft niedrig halten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Investieren fallen vier große Kostenarten an: Depotgebühren, Ordergebühren, Spread und laufende Produktkosten wie die TER.
  • Der Spread ist eine versteckte Kostenart: Er steckt direkt im Kurs und ist außerhalb der Börsenzeiten oft besonders hoch.
  • Die TER gibt die jährlichen laufenden Kosten eines ETFs oder Fonds an und wird direkt aus dem Fondsvermögen entnommen.
  • Schon gut ein Prozentpunkt Kostenunterschied pro Jahr kann über 20 Jahre mehrere Tausend Euro ausmachen.
  • Kosten sind der einzige Renditefaktor, den Sie als Anleger sicher beeinflussen können.

Beim Investieren fallen im Wesentlichen vier Arten von Kosten an: Depotgebühren für die Kontoführung, Ordergebühren pro Kauf oder Verkauf, der Spread als Differenz zwischen An- und Verkaufskurs sowie laufende Produktkosten wie die TER bei ETFs und Fonds. Einzeln wirken diese Beträge klein. Über die Jahre entscheiden sie aber spürbar mit, wie viel von Ihrer Rendite übrig bleibt.

Kosten sind dabei der einzige Renditefaktor, den Sie sicher kontrollieren können: Ob die Börse steigt, liegt nicht in Ihrer Hand. Was Sie für Depot und Handel bezahlen, schon. Deshalb lohnt sich diese Lektion, bevor in Ihrem Depot die ersten Käufe anstehen.

Auf den Punkt

Gebühren sind sicher, Renditen nicht. Jeder Euro an Kosten, den Sie sparen, bleibt Ihnen mit Sicherheit erhalten.

Welche Kostenarten gibt es beim Investieren?

Die Kosten lassen sich in zwei Gruppen sortieren. Einmalige Kosten entstehen bei jeder Transaktion: Ordergebühren, Handelsplatzentgelte und der Spread. Laufende Kosten fallen dagegen an, solange Sie investiert sind: die Depotführung, falls sie etwas kostet, und die Produktkosten von Fonds und ETFs.

Dazu können Sonderposten kommen, etwa Ausgabeaufschläge mancher aktiver Fonds. Den entscheidenden Unterschied machen für Privatanleger aber die vier großen Blöcke: Depotgebühren, Ordergebühren, Spread und TER.

Was sind Depot- und Ordergebühren?

Die Depotführung ist bei vielen Direktbanken und Neobrokern kostenlos, teils an Bedingungen wie eine Mindestaktivität oder einen laufenden Sparplan geknüpft. Filialbanken verlangen dafür häufiger feste Jahresgebühren.

Ordergebühren zahlen Sie bei jedem Kauf und Verkauf. Üblich sind drei Modelle: eine feste Pauschale pro Order, ein Prozentsatz vom Ordervolumen oder eine Kombination aus beidem, oft mit Mindest- und Höchstbetrag. Sparplan-Ausführungen sind vielerorts günstiger oder sogar kostenlos. Welche Modelle zu welchem Anbietertyp gehören, wissen Sie aus Den richtigen Broker finden.

Was ist der Spread, und warum sehen Sie ihn kaum?

Für jedes Wertpapier gibt es zwei Kurse: den Geldkurs, zu dem Sie verkaufen können, und den etwas höheren Briefkurs, zu dem Sie kaufen. Die Differenz heißt Spread, eine echte Kostenart, die auf keiner Abrechnung auftaucht: Sie zahlen sie unsichtbar über einen etwas schlechteren Kurs.

Wie groß der Spread ist, hängt von der Handelsaktivität ab. Bei großen, viel gehandelten Aktien während der Börsenzeiten ist er meist winzig. Bei kleinen Werten oder außerhalb der Handelszeiten kann er sich deutlich ausweiten. Wer regelmäßig zu ungünstigen Zeiten handelt, zahlt stetig drauf.

Was bedeutet die TER bei ETFs und Fonds?

Die TER (Total Expense Ratio) gibt die laufenden Kosten eines Fonds oder ETFs pro Jahr an, ausgedrückt in Prozent des angelegten Vermögens. Sie wird nicht abgebucht, sondern direkt aus dem Fondsvermögen entnommen. Sie bemerken sie nur daran, dass die Wertentwicklung entsprechend geringer ausfällt.

Zur Einordnung: Breit gestreute ETFs liegen häufig zwischen etwa 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr, aktiv gemanagte Fonds nicht selten über 1,5 Prozent. Weil die TER Jahr für Jahr anfällt, wiegt sie langfristig schwerer als jede einmalige Ordergebühr.

Wie halten Sie Ihre Kosten dauerhaft niedrig?

Vier Prinzipien helfen. Erstens: Vergleichen Sie vor der Depoteröffnung im Broker-Vergleich (enthält gekennzeichnete Affiliate-Links/Werbung) die Gesamtkosten für Ihr Verhalten, nicht einzelne Gebühren. Zweitens: Handeln Sie möglichst während der Börsenzeiten, wenn die Spreads eng sind. Drittens: Achten Sie bei Fonds und ETFs auf die laufenden Kosten.

Und viertens: Handeln Sie nicht häufiger als nötig. Jede Order kostet Geld. Die alte Börsenweisheit „Hin und her macht Taschen leer" hat einen wahren Kern. Wie stark Kostenunterschiede über die Jahre wirken, zeigt das folgende Rechenbeispiel.

Beispiel aus der Praxis

Ein Rechenbeispiel mit Annahmen (keine Prognose): Sie legen einmalig 10.000 € an, die sich vor Kosten mit 5 % pro Jahr entwickeln. Variante A kostet insgesamt 0,2 % pro Jahr, Variante B 1,5 %. Nach 20 Jahren stehen bei A rund 25.500 €, bei B nur etwa 19.900 €. Der Unterschied von rund 5.600 € entsteht allein durch die Kosten, bei identischer Marktentwicklung. Und je länger der Zeitraum, desto größer die Lücke, weil auch eingesparte Gebühren mitverzinst werden.

Häufiger Irrtum

„Null Euro Ordergebühr bedeutet, dass mich der Handel nichts kostet." Das stimmt nicht. Auch bei Gratis-Ordern verdient der Anbieter mit, vor allem über den Spread, also die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs. Diese Kosten stehen auf keiner Abrechnung, Sie zahlen sie aber trotzdem: in Form eines etwas schlechteren Ausführungskurses. Vergleichen Sie deshalb nie nur die ausgewiesene Gebühr, sondern achten Sie auch darauf, zu welchen Kursen und Zeiten Sie tatsächlich handeln.

Häufige Fragen

Was ist der Spread einfach erklärt?

Der Spread ist der Unterschied zwischen dem Preis, zu dem Sie ein Wertpapier kaufen können, und dem Preis, zu dem Sie es verkaufen könnten. Je enger diese Spanne, desto günstiger handeln Sie. Während der Börsenzeiten ist sie meist am kleinsten.

Was ist eine typische TER bei einem ETF?

Breit gestreute Aktien-ETFs liegen häufig zwischen etwa 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr. Die genaue TER finden Sie im Basisinformationsblatt des Anbieters.

Sind kostenlose Depots wirklich kostenlos?

Die Depotführung kann tatsächlich gratis sein. Kosten entstehen aber trotzdem beim Handeln, etwa über den Spread, sowie laufend über die Produktkosten von Fonds und ETFs. Entscheidend sind immer die Gesamtkosten, nicht ein einzelner Nullposten.

Welche Steuern fallen beim Investieren an?

Auf Kursgewinne, Dividenden und Zinsen fällt in Deutschland die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an, plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Jahr bleiben Erträge steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt. Deutsche Broker führen die Steuer automatisch ab.

Für Dumme

Stellen Sie sich Ihr Investment wie einen Eimer vor, in den jedes Jahr etwas Wasser dazukommt. Gebühren sind winzige Löcher im Eimer. Ein einzelnes Loch fällt kaum auf, aber wer viele Jahre lang Wasser sammelt, verliert durch kleine Löcher am Ende ganze Gießkannen voll. Deshalb lohnt es sich, die Löcher so klein wie möglich zu halten.

Lektion 4 · Anfänger · ca. 8 Min. Lesezeit

Sparplan einrichten

Ein Sparplan investiert automatisch für Sie, Monat für Monat. Wie Sie ihn in wenigen Minuten einrichten, was er kostet und wie flexibel Sie bleiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Sparplan kauft automatisch in festen Abständen ein Wertpapier, wie ein Dauerauftrag für Ihr Depot.
  • Je nach Anbieter starten Sparpläne schon mit sehr kleinen Beträgen, oft ab 25 € oder sogar ab 1 € pro Ausführung.
  • Durch Bruchstücke können Sie auch teure Wertpapiere mit kleinen Raten besparen.
  • Der Durchschnittskosteneffekt glättet Ihre Einstiegskurse, ist aber keine Garantie gegen Verluste.
  • Ein Sparplan bleibt jederzeit flexibel: Rate, Intervall und Wertpapier lassen sich ändern, pausieren oder beenden.

Einen Sparplan richten Sie direkt in Ihrem Depot ein: Sie wählen ein Wertpapier, zum Beispiel einen ETF, legen einen Betrag und ein Intervall fest, und Ihr Broker kauft dann automatisch zum festgelegten Termin. Einmal eingerichtet, investiert der Sparplan Monat für Monat für Sie, ohne dass Sie selbst aktiv werden müssen. Die Einrichtung dauert meist nur wenige Minuten.

Genau diese Automatik macht Sparpläne bei Einsteigern so beliebt. Voraussetzung ist ein Depot, und ein Blick auf die Konditionen, denn beim Sparplan-Angebot unterscheiden sich die Anbieter deutlich.

Auf den Punkt

Ein Sparplan ist ein Dauerauftrag fürs Investieren: Er kauft automatisch in festen Abständen für einen festen Betrag ein Wertpapier, ganz ohne Ihr Zutun.

Was ist ein Sparplan, und wie funktioniert er?

Ein Sparplan ist im Kern ein Dauerauftrag, der statt einer Überweisung einen Wertpapierkauf auslöst. Zum gewählten Ausführungstermin, etwa am Monatsanfang, bucht Ihr Broker die Sparrate ab und kauft dafür das festgelegte Wertpapier, ganz gleich, wo der Kurs gerade steht.

Dabei bekommen Sie auch Bruchstücke: Kostet ein ETF-Anteil 80 € und Ihre Rate beträgt 50 €, landen 0,625 Anteile in Ihrem Depot. So können Sie selbst teure Wertpapiere mit kleinen Beträgen besparen, anders als bei der klassischen Einzelorder, bei der Sie meist ganze Stücke kaufen.

Warum ist ein Sparplan gerade für Einsteiger sinnvoll?

Der größte Vorteil ist psychologischer Natur: Der Sparplan investiert diszipliniert weiter, auch in Monaten, in denen Sie schlechte Nachrichten zögern ließen. Das schützt vor dem häufigsten Anfängerfehler: dem ewigen Warten auf den perfekten Zeitpunkt.

Dazu kommt die niedrige Einstiegshürde: Je nach Anbieter starten Sparpläne schon mit sehr kleinen Beträgen, oft ab 25 € oder sogar ab 1 € pro Ausführung. Sie brauchen also kein Startkapital, um mit dem Vermögensaufbau zu beginnen: nur Regelmäßigkeit.

Was ist der Durchschnittskosteneffekt?

Weil Ihre Rate immer gleich hoch ist, kaufen Sie automatisch antizyklisch: Bei niedrigen Kursen bekommen Sie mehr Anteile für Ihr Geld, bei hohen Kursen weniger. Über die Zeit ergibt sich so ein geglätteter durchschnittlicher Einstiegskurs: das nennt man Durchschnittskosteneffekt oder Cost-Average-Effekt.

Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Der Effekt glättet Ihren Einstieg, mehr nicht. Er garantiert weder Gewinne noch eine bessere Rendite als eine Einmalanlage. Sein echter Wert: Er nimmt Ihnen Timing-Entscheidungen und damit Timing-Fehler ab.

Wie richten Sie Ihren Sparplan Schritt für Schritt ein?

Zuerst suchen Sie das Wertpapier, am sichersten über die ISIN, die eindeutige Kennnummer, um Verwechslungen auszuschließen. Dann öffnen Sie die Sparplan-Funktion und legen Rate und Intervall fest, meist monatlich.

Anschließend wählen Sie den Ausführungstag, praktisch ist ein Termin kurz nach dem Gehaltseingang, und die Finanzierung: entweder über Guthaben auf dem Verrechnungskonto oder per Lastschrift vom Girokonto. Nach der Bestätigung läuft alles automatisch; kontrollieren Sie nur die erste Ausführung in Ihrer Abrechnung.

Was kostet ein Sparplan, und wie flexibel bleiben Sie?

Viele Anbieter führen Sparpläne kostenlos aus, andere berechnen eine kleine Pauschale oder einen Prozentsatz der Rate. Unabhängig davon laufen die Produktkosten des Wertpapiers weiter, etwa die TER eines ETFs, beides kennen Sie aus Kosten und Gebühren verstehen.

Bei der Flexibilität punktet der Sparplan: Rate, Intervall und Wertpapier lassen sich jederzeit ändern, der Plan pausieren oder beenden, ohne Frist und ohne Strafgebühren. Anders als bei manchen Versicherungsprodukten binden Sie sich an nichts.

Beispiel aus der Praxis

Angenommen, Sie besparen einen ETF mit 100 € im Monat (fiktive Kurse): Im ersten Monat kostet ein Anteil 25 €. Sie erhalten 4 Anteile. Im zweiten Monat fällt der Kurs auf 20 €. Sie erhalten 5 Anteile. Im dritten Monat steht er wieder bei 25 €, erneut 4 Anteile. Nach drei Monaten haben Sie 300 € investiert und halten 13 Anteile; Ihr durchschnittlicher Kaufpreis liegt bei rund 23,08 €. Automatisch haben Sie bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger gekauft: genau das ist der Durchschnittskosteneffekt.

Häufiger Irrtum

„Mit einem Sparplan mache ich dank Durchschnittskosteneffekt automatisch Gewinn." Das ist ein Missverständnis. Der Effekt glättet nur Ihre Einstiegskurse. Er schützt weder vor Verlusten, noch garantiert er eine bessere Rendite als eine Einmalanlage. Fällt der Markt über Jahre, ist auch ein Sparplan-Depot im Minus. Seine eigentliche Stärke: Er hält Sie diszipliniert investiert, unabhängig von Stimmung und Schlagzeilen.

Häufige Fragen

Ab welchem Betrag kann ich einen Sparplan starten?

Das hängt vom Anbieter ab: Viele Sparpläne lassen sich schon ab 25 € pro Ausführung besparen, manche sogar ab 1 €. Wichtiger als die Höhe der Rate ist am Anfang die Regelmäßigkeit.

Kann ich meinen Sparplan pausieren oder ändern?

Ja, jederzeit. Rate, Intervall und Wertpapier lassen sich meist mit wenigen Klicks anpassen, Pause und Beendigung sind ohne Frist möglich. Bereits gekaufte Anteile bleiben unberührt im Depot.

Was passiert mit meinem Sparplan bei fallenden Kursen?

Er kauft einfach weiter, und erhält für dieselbe Rate automatisch mehr Anteile. Ihr Depotwert kann trotzdem zwischenzeitlich im Minus stehen; solche Schwankungen gehören beim Investieren in Wertpapiere dazu.

Sparplan oder Einmalanlage, was ist besser?

Rein rechnerisch war es in der Vergangenheit oft im Vorteil, einen vorhandenen Betrag direkt zu investieren, weil das Geld länger im Markt ist. Eine Garantie ist das aber nicht. Wer aus dem laufenden Einkommen investiert, für den ist der Sparplan ohnehin der natürliche Weg; beides lässt sich auch kombinieren.

Für Dumme

Ein Sparplan ist wie ein Dauerauftrag an ein Sparschwein, das nicht nur Münzen sammelt, sondern jeden Monat automatisch kleine Firmenanteile davon kauft. Sie müssen an nichts denken, das Schwein kauft einfach immer weiter, egal ob die Anteile gerade billig oder teuer sind. Sind sie billig, passen mehr in den Bauch; sind sie teuer, eben etwas weniger.

Lektion 5 · Anfänger · ca. 9 Min. Lesezeit

Ihre erste Order

Market, Limit, Stop: Was hinter den Orderarten steckt und wie Sie Ihre erste Order Schritt für Schritt sicher aufgeben, ohne typische Anfängerfehler.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Order ist Ihr Auftrag an den Broker, ein Wertpapier zu festgelegten Bedingungen zu kaufen oder zu verkaufen.
  • Eine Market-Order garantiert die Ausführung, aber nicht den Preis. Eine Limit-Order garantiert den Preis, aber nicht die Ausführung.
  • Die ISIN identifiziert ein Wertpapier weltweit eindeutig und schützt Sie vor Verwechslungen.
  • Während der Börsenzeiten sind die Spreads meist enger. Orders außerhalb werden oft zu schlechteren Kursen ausgeführt.
  • Nicht ausgeführte Limit-Orders verfallen je nach Gültigkeit einfach, ohne dass Kosten entstehen.

Eine Order ist Ihr Auftrag an den Broker, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen. Für Ihre erste Order brauchen Sie nur vier Angaben: welches Wertpapier, am sichersten über die ISIN, wie viele Stück, an welchem Handelsplatz und zu welchen Bedingungen, also etwa „sofort zum Marktpreis" oder „nur bis zu einem Höchstpreis". Genau diese Bedingungen unterscheiden die Orderarten.

Die Begriffe klingen technischer, als sie sind: Ist Ihr Depot eröffnet und das Verrechnungskonto gedeckt, sind Sie in wenigen Minuten startklar. Wer lieber automatisch investiert, kennt mit dem Sparplan bereits die bequeme Alternative zur Einzelorder.

Auf den Punkt

Eine Market-Order garantiert Ihnen die Ausführung, aber nicht den Preis. Eine Limit-Order garantiert Ihnen den Preis, aber nicht die Ausführung.

Was passiert, wenn Sie eine Order aufgeben?

Ihre Order durchläuft eine kurze Kette: Sie füllen im Depot die Ordermaske aus, Ihr Broker leitet den Auftrag an den gewählten Handelsplatz weiter, und dort wird er ausgeführt, sobald sich ein passender Handelspartner findet. Bei liquiden Aktien dauert das oft nur Sekunden.

Nach der Ausführung erhalten Sie eine Abrechnung mit Kurs, Stückzahl und Gebühren; die Papiere werden ins Depot eingebucht, der Betrag vom Verrechnungskonto abgezogen, beim Verkauf entsprechend umgekehrt.

Was ist eine Market-Order?

Eine Market-Order heißt übersetzt: „Kaufen oder verkaufen Sie sofort, zum nächsten verfügbaren Kurs." Beim Kauf spricht man auch von „billigst", beim Verkauf von „bestens".

Ihr Vorteil ist die sichere und schnelle Ausführung. Ihr Nachteil: Sie wissen vorher nicht exakt, zu welchem Kurs sie ausgeführt wird. Bei viel gehandelten Werten ist die Abweichung meist minimal. Bei kleinen Werten oder ruhigem Handel kann sie spürbar ausfallen.

Was ist eine Limit-Order?

Mit einer Limit-Order legen Sie eine Preisgrenze fest: beim Kauf den Höchstpreis, den Sie zahlen wollen, beim Verkauf den Mindestpreis, den Sie erhalten möchten. Ausgeführt wird nur zu Ihrem Limit oder besser, niemals schlechter.

Der Preis ist damit garantiert, die Ausführung nicht: Erreicht der Kurs Ihr Limit nie, kommt kein Geschäft zustande. Dafür legen Sie eine Gültigkeit fest, etwa tagesgültig oder mehrere Wochen. Für Einsteiger ist ein Limit nahe am aktuellen Kurs ein einfacher Weg, unangenehme Preisüberraschungen auszuschließen.

Welche weiteren Orderarten sollten Sie kennen?

Häufig begegnet Ihnen noch die Stop-Order. Eine Stop-Loss-Order etwa löst automatisch einen Verkauf aus, sobald der Kurs eine von Ihnen gesetzte Schwelle unterschreitet. Wichtig: Ausgelöst wird dann eine Market-Order. Der tatsächliche Verkaufskurs kann unter Ihrer Schwelle liegen, wenn der Kurs schnell fällt.

Für den Anfang genügt es, diese Varianten einordnen zu können, mit Market- und Limit-Order decken Sie praktisch alle Situationen ab.

Wie geben Sie Ihre erste Order Schritt für Schritt auf?

Suchen Sie das Wertpapier zuerst über die ISIN, seine eindeutige Kennnummer, so vermeiden Sie Verwechslungen. Wählen Sie dann den Handelsplatz und achten Sie auf dessen Handelszeiten: Auf Xetra läuft der Handel werktags in der Regel von 9:00 bis 17:30 Uhr, und in dieser Zeit sind die Spreads meist am engsten.

Legen Sie dann Stückzahl und Orderart fest und prüfen Sie die Kostenübersicht, die Ihr Broker vor der Bestätigung anzeigen muss. Nach dem Absenden sehen Sie die Order unter „Offene Orders"; nach der Ausführung kontrollieren Sie kurz Abrechnung und Depotbestand.

Welche Fehler sollten Sie bei der ersten Order vermeiden?

Drei Stolperfallen tauchen bei Einsteigern immer wieder auf. Erstens das falsche Wertpapier: Viele Unternehmen haben mehrere ähnliche Titel im Umlauf: die ISIN schafft Eindeutigkeit. Zweitens Market-Orders zu ungünstigen Zeiten: Abends oder am Wochenende sind die Spreads oft weit.

Drittens Tippfehler bei Stückzahl oder Limit: ein Zahlendreher macht aus 10 Stück schnell 100, lesen Sie die Zusammenfassung vor dem Bestätigen deshalb komplett durch. Und lassen Sie sich Zeit: Eine Order, die Sie heute nicht aufgeben, kostet nichts.

Beispiel aus der Praxis

Angenommen, eine Aktie notiert bei 50,40 € (fiktives Beispiel). Sie geben eine Kauforder über 10 Stück mit Limit 50,00 € auf, tagesgültig. Fällt der Kurs auf 50,00 € oder darunter, wird die Order ausgeführt: Sie zahlen höchstens 500,00 € plus 1,50 € Ordergebühr (Annahme), also maximal 501,50 €. Bleibt der Kurs darüber, verfällt die Order am Abend einfach, ohne Kosten. Das ist der Vorteil des Limits: Sie bestimmen den Preis, der Markt nur die Ausführung.

Häufiger Irrtum

„Eine Market-Order wird genau zu dem Kurs ausgeführt, der mir gerade angezeigt wird." Der angezeigte Kurs ist nur der zuletzt gehandelte Preis. Ihre Order wird zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Bei liquiden Aktien liegen beide meist dicht beieinander; bei kleinen Werten oder außerhalb der Börsenzeiten kann die Abweichung deutlich sein. Wenn Ihnen der Preis wichtig ist, nutzen Sie ein Limit.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ISIN und WKN?

Beide identifizieren ein Wertpapier eindeutig. Die ISIN ist die internationale, zwölfstellige Kennnummer, die WKN die ältere sechsstellige deutsche Variante. In deutschen Depots funktionieren meist beide.

Kann ich eine Order wieder stornieren?

Ja, solange sie noch nicht ausgeführt wurde. Offene Orders lassen sich im Depot meist mit einem Klick löschen oder ändern; eine bereits ausgeführte Order ist dagegen verbindlich.

Wann ist die beste Zeit, eine Order aufzugeben?

Während der Handelszeiten der Referenzbörse, für deutsche Aktien also etwa zu den Xetra-Zeiten von 9:00 bis 17:30 Uhr, wenn der Handel am aktivsten ist und die Spreads am engsten sind.

Was bedeutet „tagesgültig" bei einer Order?

Die Order gilt nur bis zum Ende des aktuellen Handelstages. Wird sie bis dahin nicht ausgeführt, verfällt sie automatisch. Alternativ gibt es längere Gültigkeiten, etwa bis auf Widerruf.

Für Dumme

Eine Order ist wie ein Zettel, den Sie einem Einkäufer mitgeben. Bei einer Market-Order steht darauf: „Kauf mir 10 Stück, egal, was es gerade kostet, Hauptsache sofort." Bei einer Limit-Order steht darauf: „Kauf nur, wenn eines höchstens 50 € kostet, sonst lass es." Der Einkäufer hält sich exakt an Ihren Zettel.