Finanz-Filme

Die besten Filme über Börse, Wall Street und die Finanzwelt. Von packenden Thrillern über die Finanzkrise 2008 bis hin zu zeitlosen Klassikern über Gier und Macht an der Wall Street: Diese Filme haben uns gefesselt, schockiert und zum Nachdenken gebracht. Ob Oscar-prämierte Dokumentationen oder Hollywood-Blockbuster, hier finden Sie Filme die komplexe Finanzthemen verständlich und gleichzeitig unglaublich spannend erzählen.

Thriller2000

Patrick Bateman führt tagsüber das Leben eines erfolgreichen Investmentbankers im New York der späten 80er Jahre. Maßgeschneiderte Anzüge, exklusive Restaurants, Visitenkarten aus bestem Büttenpapier. Nachts wird er zum eiskalten Killer. Mary Harron verfilmt Bret Easton Ellis kontroversen und lange als unverfilmbar geltenden Roman als messerscharfe Satire auf die Gier, den leeren Narzissmus und die moralische Verwahrlosung einer ganzen Gesellschaftsschicht die Reichtum und Status über alles andere stellt. Christian Bale liefert eine der ikonischsten und körperlich intensivsten Performances seiner gesamten Karriere. Was den Film so faszinierend macht ist die Ambivalenz: Ist Bateman ein echter Mörder oder ist alles nur Ausdruck einer kranken Fantasie? Ein Film der gleichzeitig verstört, fasziniert, schwarzen Humor bietet und tief unter die Oberfläche der Finanzwelt blickt. Pflichtprogramm für jeden der versteht dass hinter der Fassade aus Erfolg und Status manchmal eine erschreckende Leere steckt.

Es ist kurz nach Mitternacht in einer namenlosen aber unverkennbar an Lehman Brothers angelehnten Investmentbank als ein junger Risikoanalyst eine Entdeckung macht die alles verändert. Die Positionen der Bank könnten das gesamte Eigenkapital mehrfach vernichten. Was folgt sind 24 Stunden die die Welt der Finanzen für immer verändern werden. J.C. Chandor inszeniert diesen Kammerspiel-Thriller mit einer Intensität und moralischen Schärfe die ihresgleichen sucht. Kevin Spacey, Jeremy Irons, Stanley Tucci und Zachary Quinto liefern ein Ensemble-Meisterwerk. Margin Call ist kein Film über Zahlen sondern über Menschen unter extremem Druck, über Feigheit und Mitschuld, über die Frage wer am Ende die Rechnung zahlt wenn die Gier zu groß wird. Der realistischste und beunruhigendste Einblick in die Welt der großen Banken den das Kino je produziert hat.

Elizabeth Holmes war das Gesicht einer Generation. Jüngste weibliche Milliardärin der Welt, Stanford-Abbrecherin, Visionärin die mit ihrem Unternehmen Theranos die gesamte Medizinbranche revolutionieren wollte. Ein einziger Bluttropfen sollte hunderte Krankheiten diagnostizieren können. Investoren, Medien, Politiker und Patienten glaubten ihr. Das Problem: Die Technologie existierte nie. Alex Gibneys Dokumentation erzählt den vollständigen Aufstieg und spektakulären Fall einer der größten Betrügerinnen der Unternehmensgeschichte mit einer Detailtreue und Konsequenz die einen nicht loslässt. Ein erschreckendes Lehrstück darüber wie blinder Glaube an eine Gründerpersönlichkeit, fehlende Due Diligence und die Macht des Narrativs selbst erfahrene Investoren und kluge Menschen vollständig in die Irre führen können. Nach diesem Film schaut man jedes Startup-Pitch-Deck mit anderen Augen.

Enron war einmal das siebtgrößte Unternehmen der Vereinigten Staaten, gefeiert von der Presse, bewundert von der Branche, geliebt von seinen eigenen Mitarbeitern die ihren gesamten Ruhestand in Unternehmensaktien investiert hatten. Dann kam der Zusammenbruch und mit ihm einer der größten Bilanzskandale der Wirtschaftsgeschichte. Alex Gibneys Dokumentation rekonstruiert schonungslos und mit beängstigender Präzision wie eine Kultur der Gier, der Arroganz und des systematischen Betrugs ein ganzes Unternehmen von innen heraus zerstören konnte ohne dass irgendjemand rechtzeitig die Notbremse zog. Was dabei am meisten erschreckt ist nicht der Betrug selbst sondern die kollektive Selbstüberschätzung: Fast alle Beteiligten glaubten wirklich dass sie die klügsten Menschen im Raum waren. Ein zeitloser und bis heute erschütternd relevanter Film über die dunkelsten Seiten des ungezügelten Kapitalismus.

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist Zeit die einzige Währung die zählt. Menschen hören mit 25 auf zu altern aber bekommen nur noch ein Jahr auf ihrer biologischen Uhr gutgeschrieben. Wer arm ist stirbt jung. Wer reich ist lebt ewig. Justin Timberlake spielt einen Mann aus den Armenvierteln der gegen dieses System kämpft nachdem ihm ein reicher Fremder seine gesamte Zeit vermacht hat. Andrew Niccols Film ist in seiner Handlung manchmal dünn und die Dialoge gelegentlich hölzern aber die zentrale Metapher ist von einer Treffsicherheit die sitzt: Zeit ist das einzige Kapital das wirklich gleich verteilt sein sollte und es ist das erste das in einer ungleichen Gesellschaft ungleich verteilt wird. Ein unterhaltsamer und gedanklich anregender Sci-Fi-Film der nebenbei eine der ehrlichsten und zugänglichsten Kritiken an Vermögensungleichheit bietet die das Mainstreamkino je formuliert hat.

Dokumentation2010

Charles Ferguson gewann für diesen Film den Oscar für den besten Dokumentarfilm und er verdient ihn vollständig. Inside Job ist die akribischste, wütendste und gleichzeitig zugänglichste Erklärung der Finanzkrise 2008 die jemals auf Leinwand gebracht wurde. Ferguson interviewt Ökonomen, Politiker, Banker, Lobbyisten und Insider und fügt dabei ein vernichtendes Bild zusammen von einem System das sich selbst dereguliert hatte, sich selbst bereicherte und am Ende die globale Wirtschaft und Millionen von Menschen in den Ruin trieb während die Verantwortlichen mit Boni in Milliardenhöhe davonkamen. Besonders erschreckend ist der Teil über die akademische Welt: Hochrangige Ökonomen die gleichzeitig als Berater für eben die Institutionen arbeiteten die sie regulieren sollten. Ein Film der nach dem Schauen echte Wut hinterlässt. Die richtige Art von Wut.

Ben Affleck spielt einen jungen Mann der in eine illegale Broker-Bude gerät wo aggressive Verkäufer mit harten Verkaufsmethoden wertlose Penny Stocks an ahnungslose Kleinanleger verkaufen und dabei schnell sehr viel Geld machen. Boiler Room ist ein Film der mit erschreckender und detaillierter Authentizität zeigt wie Gier, Gruppendruck, die Glorifizierung von Reichtum und das unstillbare Versprechen des schnellen Aufstiegs junge und intelligente Menschen in moralische Abgründe treiben können. Die Eingangsszenen in denen die jungen Broker Szenen aus Wall Street nachspielen und Gordon Gekko zitieren sind gleichzeitig lustig und tieftraurig. Ein Film der zeigt dass die größten Finanzverbrechen oft nicht in den Vorstandsetagen sondern in schäbigen Büros mit motivierten jungen Menschen beginnen die einfach nur reich werden wollen.

Christian Wolff ist auf den ersten Blick ein unauffälliger Buchhalter in einer Kleinstadt in Indiana. In Wirklichkeit ist er ein hochbegabter Mathematiker mit Autismus-Spektrum-Störung der für die gefährlichsten kriminellen Organisationen der Welt Bilanzen bereinigt und Geldströme verschleiert und sich dabei als einer der tödlichsten Kämpfer entpuppt die das Genre je hervorgebracht hat. Ben Affleck spielt diese unwahrscheinliche Figur mit einer zurückhaltenden Intensität die den Film trägt. The Accountant ist kein Finanzfilm im klassischen Sinne und nimmt sich selbst nicht allzu ernst, aber er ist ein überraschend cleverer und unterhaltsamer Actionthriller der zeigt dass die gefährlichsten und wertvollsten Menschen manchmal die sind die besser mit Zahlen umgehen können als alle anderen. Popcorn-Kino mit echtem Hirn dahinter.

Eine Handvoll Außenseiter und Querdenker erkennt vor allen anderen dass der amerikanische Immobilienmarkt auf einer gigantischen und unhaltbaren Blase sitzt und beschließt dagegen zu wetten. Was folgt ist die Geschichte der Finanzkrise 2008 erzählt aus der Perspektive derjenigen die sie kommen sahen und trotzdem kaum glauben konnten was sie sahen. Adam McKay verfilmt Michael Lewis gleichnamiges Bestseller-Sachbuch mit einer filmischen Energie und kreativen Verspieltheit die sonst niemand für trockene Finanzthemen aufbringen würde. Margot Robbie erklärt Subprime-Hypotheken aus einer Badewanne. Selena Gomez erklärt synthetische CDOs am Roulettetisch. Ryan Gosling, Christian Bale und Brad Pitt sind in Bestform. The Big Short ist mit Abstand der beste, zugänglichste und ehrlichste Finanzfilm der jemals gedreht wurde und ein Pflichtfilm für jeden der verstehen will wie 2008 wirklich passieren konnte.

Historische Fiktion2016

Ray Kroc war 52 Jahre alt, gescheitert und am Ende seiner Kräfte als er in San Bernardino ein kleines Burger-Restaurant der Brüder McDonald entdeckte das etwas vollständig anderes machte als alle anderen. Er erkannte sofort was die Brüder selbst nicht sahen: Das hier war kein Restaurant sondern ein System. Und Systeme lassen sich replizieren. Michael Keaton spielt Kroc mit einer Energie, einem Hunger und einer moralischen Ambivalenz die gleichzeitig faszinieren und abstoßen. The Founder ist eine meisterhafte und zutiefst ehrliche Studie über die dunkelsten und hellsten Seiten des unternehmerischen Geistes: Wo endet Vision und beginnt Rücksichtslosigkeit? Wie viel darf man opfern und wem gegenüber kann man es verantworten? Und warum gehört das wirklich Wertvolle am Ende selten denen die es erschaffen haben?

Historische Fiktion2010

Der Herbst 2003. Ein genial begabter aber sozial unbeholfener Informatik-Student in Harvard hackt aus einer Mischung aus Rache und Ehrgeiz in einer Nacht das Netzwerk seiner Universität und legt damit ohne es zu wissen den Grundstein für das größte soziale Netzwerk der Geschichte. David Finchers Film ist eines der formal perfektesten und dramatisch dichtesten Werke des amerikanischen Kinos der letzten zwei Jahrzehnte. Aaron Sorkins Drehbuch ist ein Meisterwerk der Exposition und des Dialogs. Jesse Eisenberg spielt Mark Zuckerberg als zutiefst widersprüchliche Figur: brilliant, verletzt, kalt, hungrig. The Social Network ist kein Film über Facebook sondern über die menschlichen Urantriebe hinter dem größten Unternehmen seiner Generation: Verrat, Neid, Freundschaft, Ehrgeiz und die ewige Frage wem eine Idee wirklich gehört.

September 2008. Die amerikanische Regierung steht vor einer Entscheidung die keine guten Optionen hat. Lehman Brothers ist gefallen. AIG, Merrill Lynch, Morgan Stanley, Goldman Sachs, Citigroup: alle am Rand des Abgrunds. Was passiert wenn Institutionen die zu groß sind um zu scheitern tatsächlich zu scheitern drohen? Diese HBO-Produktion basierend auf Andrew Ross Sorkins gleichnamigem Sachbuch zeigt die dramatischen und oft chaotischen Verhandlungen der entscheidenden Wochen mit einer dokumentarischen Detailtreue die beeindruckt. William Hurt als Finanzminister Hank Paulson, James Woods als Lehman-CEO Dick Fuld: ein exzellentes Ensemble das zeigt wie Entscheidungen die Millionen von Menschen betreffen unter extremem Zeitdruck in Konferenzräumen fallen die man nie von außen sieht.

Gordon Gekko kommt nach acht Jahren Gefängnis in eine Finanzwelt die sich verändert hat und doch die gleiche geblieben ist. Oliver Stone kehrt in diesem Sequel zu seinem ikonischen Original zurück und verbindet die persönliche Geschichte zwischen Gekko und seinem künftigen Schwiegersohn mit dem Vorabend der Finanzkrise 2008. Der Film erreicht nicht die Ikonenhaftigkeit des Originals und kämpft gelegentlich mit einem zu konstruierten Plot aber er ist ein ehrlicher und nachdenklicher Kommentar auf eine Finanzwelt die aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt hat. Michael Douglas spielt Gekko mit einer gereiften Melancholie die dem Film seinen besten Moment gibt. Und die Antwort auf die zentrale Frage des Films ob sich wirklich etwas verändert hat lautet leider: Nicht wirklich.

Jordan Belfort ist 22 Jahre alt als er an seinem ersten Tag an der Wall Street lernt dass Geld das einzige ist das zählt. Was folgt ist einer der exzessivsten, dreistesten und gleichzeitig unterhaltsamsten Aufstiege und Abstürze der amerikanischen Finanzgeschichte. Martin Scorsese verfilmt Belforts Memoiren als dreistündigen rauschhaften Bewusstseinsstrom aus Gier, Drogen, Luxus und der absoluten Überzeugung dass die Regeln für alle anderen gelten. Leonardo DiCaprio ist in einer der besten Rollen seines Lebens. Jonah Hill als sein psychotischer Partner ist großartig. Der Film glorifiziert nichts aber er verurteilt auch nicht didaktisch. Er lässt den Zuschauer selbst entscheiden wie er sich zu diesem Spektakel verhält. Und ja: Die Motivationsrede im Büro ist wirklich so gut wie alle sagen.

Historische Fiktion2023

Mike Lazaridis ist ein Nerd aus Waterloo Ontario der mit seinem besten Freund in einem Schuppen Elektronikspielzeug baut als er eine Idee hat die die Welt verändern wird: ein Gerät das Telefon und E-Mail vereint. Jim Balsillie ist ein aggressiver Verkäufer der bereit ist alles zu tun um dieses Gerät auf den Markt zu bringen. Zusammen bauen sie in einem Jahrzehnt das dominante Smartphone der Welt und werden dabei zum Inbegriff moderner Unternehmenskommunikation. Dann kommt Apple. Matt Johnson inszeniert BlackBerry als bittere Komödie und tragisches Businessepos zugleich und zeigt mit schonungsloser Ehrlichkeit was passiert wenn Gründer an ihrem eigenen Erfolg scheitern, wenn Ego wichtiger wird als Innovation und wenn ein Unternehmen aufhört den Markt zu verstehen der es groß gemacht hat. Einer der wichtigsten und gleichzeitig am meisten unterschätzten Businessfilme der letzten Jahre.

Drama2023

Das Jahr 1957 ist für Enzo Ferrari das härteste seines Lebens. Sein Unternehmen steht kurz vor dem finanziellen Ruin. Seine Ehe mit Laura zerbricht unter dem Gewicht jahrelanger Geheimnisse. Und auf den Rennstrecken Europas sterben seine Fahrer für eine Obsession die er selbst nie ganz erklären kann. Michael Mann zeichnet in diesem Film kein heroisches Porträt eines Visionärs sondern das schonungslose Bild eines Mannes der alles und jeden seinem einen Ziel unterordnet: schneller zu sein als alle anderen. Adam Driver spielt Enzo Ferrari mit einer eiskalten und zugleich verletzlichen Intensität die den Film trägt. Penélope Cruz als Laura Ferrari ist in jeder Szene eine Naturgewalt. Ferrari ist kein Autofilm und kein klassisches Biopic sondern eine tiefgründige Studie über die Kosten unternehmerischer Obsession, über Schuld und Verantwortung und über die Frage ob Größe und Menschlichkeit wirklich gleichzeitig möglich sind.

Als Patrizia Reggiani den unscheinbaren Maurizio Gucci kennenlernt ahnt sie sofort was er nicht weiß: dass er der Schlüssel zu einem der begehrtesten Namen der Modewelt ist. Was als Liebesgeschichte beginnt entwickelt sich über Jahre zu einem opulenten und bisweilen absurden Epos über Gier, Macht, Familienzerfall und den vollständigen moralischen Verfall einer Frau die irgendwann beschließt dass Mord die einfachste Lösung für ihre Probleme ist. Ridley Scott verfilmt diesen unglaublichen aber vollständig wahren Fall mit einer Lust an Überzeichnung und Dekadenz die gleichzeitig unterhält und befremdet. Lady Gaga liefert eine furchtlose und vollkommen versunkene Performance. Al Pacino, Jeremy Irons und Jared Leto komplettieren ein Ensemble das den Film trotz seiner Überlänge am Laufen hält. House of Gucci zeigt was passiert wenn Marken zu Dynastien werden und Dynastien zu Schlachtfeldern.

Historische Fiktion2022

Die Geschichte von Ferruccio Lamborghini beginnt nicht in einer Designschmiede sondern auf einem Feld in der Po-Ebene. Als Sohn einfacher Bauern baut Lamborghini nach dem Zweiten Weltkrieg aus Militärschrott Traktoren und wird damit wohlhabend genug um sich einen Ferrari leisten zu können. Als er Enzo Ferrari persönlich auf einen Defekt an seinem Wagen hinweist wird er abgekanzelt: Ein Traktorenbauer solle sich nicht in Sportwagen einmischen. Was folgt ist einer der folgenreichsten unternehmerischen Racheakte der Geschichte. Lamborghini gründet seine eigene Sportwagenmarke und schafft damit nicht nur einen ernsthaften Konkurrenten sondern eine Ikone. Der Film ist kein Meisterwerk der Kinogeschichte aber er erzählt diese Geschichte mit einer Energie und einem Respekt für die menschliche Hartnäckigkeit die mitreißt. Eine Erinnerung daran dass die stärksten Unternehmen manchmal aus den persönlichsten Motivationen entstehen.

Thriller2021

Ross Ulbricht ist ein libertärer Idealist der wirklich daran glaubt dass ein freier Markt ohne staatliche Einmischung die Welt besser machen kann. Was er 2011 im Darknet aufbaut ist in seiner Intention ein politisches Experiment: ein Marktplatz auf dem Menschen ohne Zwischenhändler und ohne staatliche Kontrolle handeln können. Was Silk Road in der Realität wird ist ein Milliarden-Imperium für illegale Waren jeder Art. Nick Robinson spielt Ulbricht als zutiefst widersprüchliche Figur: intelligent, idealistisch und zunehmend von seiner eigenen Macht korrumpiert. Jason Clarke als FBI-Agent der ihn jagt komplettiert ein überzeugendes Katz-und-Maus-Spiel. Silk Road ist ein faszinierender Film über die Grenzen zwischen Überzeugung und Kriminalität, über die Pervertierung einer Idee durch ihre eigene Ausführung und über die Frage was passiert wenn jemand ernsthaft glaubt über den Regeln zu stehen.

Historische Fiktion2020

Nikola Tesla erfindet das Wechselstromsystem das bis heute die Grundlage der weltweiten Stromversorgung bildet. Er entwickelt Technologien die seiner Zeit um Jahrzehnte voraus sind. Er träumt von drahtloser Energieübertragung für die gesamte Menschheit. Und er stirbt nahezu mittellos und vergessen in einem New Yorker Hotelzimmer. Michael Almereyda inszeniert Teslas Geschichte als bewusst unkonventionelles und experimentelles Biopic das sich über seine eigene Form lustig macht und trotzdem zu berühren versteht. Ethan Hawke spielt Tesla als einsamen Visionär der im erbarmungslosen Kampf gegen Thomas Edisons Interessen und die Gleichgültigkeit mächtiger Geldgeber wie JP Morgan scheitert. Tesla ist kein perfekter Film aber er stellt eine Frage die wirklich wichtig ist: Warum erhalten die Menschen die die Welt am meisten voranbringen so selten die Anerkennung und den Wohlstand den sie verdienen?

KomödieDrama2016

Miami Beach, 2005. Efraim Diveroli und David Packouz sind Mitte Zwanzig, haben keine besonderen Qualifikationen und entdecken zufällig eine wenig bekannte Möglichkeit: Die amerikanische Regierung vergibt Rüstungsaufträge öffentlich über eine Website und die kleinen Aufträge interessieren die großen Konzerne nicht. Was als gelegentliches Nebenverdienst beginnt eskaliert zu einem Geschäft im Wert von hunderten Millionen Dollar das beide tief in Korruption, Lügen und internationale Waffengeschäfte treibt. Jonah Hill spielt Diveroli als grotesken und gleichzeitig faszinierenden Anti-Helden der vollständig von der eigenen Unverwundbarkeit überzeugt ist. Miles Teller als der moralisch zerrissene Packouz ist das Gewissen des Films. War Dogs ist unterhaltsam, erschreckend real und ein brillantes Beispiel dafür dass die absurdesten und riskantesten Geschäftsmodelle manchmal tatsächlich jahrelang funktionieren bis sie es plötzlich nicht mehr tun.

Historische Fiktion2004

Howard Hughes erbt mit 18 Jahren ein Vermögen und nutzt es um alles zu tun was er will: Filme produzieren, Flugzeuge bauen, Weltrekorde fliegen und die Grenzen dessen was ein Mensch erreichen kann immer weiter verschieben. Martin Scorsese zeichnet in diesem epischen und visuell überwältigenden Biopic das Portrait eines der faszinierendsten und tragischsten Männer der amerikanischen Geschichte. Leonardo DiCaprio spielt Hughes mit einer schmerzhaften Intensität die zwischen Bewunderung, Empathie und blankem Entsetzen pendelt. Denn parallel zum spektakulären Aufstieg zeigt Scorsese wie die Zwangsstörungen und Phobien die Hughes sein ganzes Leben begleiteten ihn zunehmend von der Welt abschneiden. The Aviator ist ein Film über Genialität und Größenwahn, über Macht und Einsamkeit und über die erschreckend dünne Linie die beide voneinander trennt.

Historische Fiktion2013

Steve Jobs bricht das Studium ab, geht nach Indien, schläft auf dem Boden von Freunden und entwickelt in der Garage seiner Eltern zusammen mit Steve Wozniak einen Computer der die Welt verändern wird. Ashton Kutcher spielt Jobs vom barfüßigen Aussteiger bis zum kompromisslosen und oft brutalen CEO der Apple aus dem Nichts zu einer der einflussreichsten Marken der Geschichte machte. Der Film ist keine perfekte Biografie und erreicht nicht die dramatische Dichte von Danny Boyles späterem Steve Jobs mit Michael Fassbender, aber er ist eine zugängliche und ehrliche Auseinandersetzung mit einem der komplexesten und widersprüchlichsten Unternehmer des 20. Jahrhunderts. Ein Mann der gleichzeitig der größte Produktvisionär seiner Generation und einer der schwierigsten und oft grausamsten Menschen in seinem Umfeld war.

Drama2011

Billy Beane ist General Manager der Oakland Athletics, einem der ärmsten Teams der Major League Baseball, und steht nach dem Verlust seiner besten Spieler vor einem scheinbar unlösbaren Problem: Wie gewinnt man gegen Teams die dreimal so viel Geld ausgeben können? Seine Antwort ist radikal und wird die gesamte Sportbranche für immer verändern: Er ignoriert jahrzehntelange Konventionen, vertraut nicht mehr auf das Bauchgefühl erfahrener Scouts und setzt stattdessen vollständig auf statistische Analyse und Daten. Brad Pitt spielt Beane mit einer melancholischen Überzeugungskraft die den Film weit über ein Sportdrama hinaushebt. Moneyball ist eine der überzeugendsten Geschichten über datengetriebenes Denken die je verfilmt wurde, über den Mut radikal anders zu entscheiden als die gesamte Branche und über die Einsamkeit desjenigen der recht hat bevor alle anderen es verstehen.

Historische Fiktion2023

Nike steht 1984 kurz davor seine gesamte Basketball-Abteilung aufzulösen. Die Marke verliert Geld, hat keinen Einfluss im Sport und wird von Adidas und Converse dominiert. Dann sieht Sonny Vaccaro, ein hartnäckiger Scout mit einem Gespür für Talent, einen 21-jährigen Rookie aus North Carolina der noch nicht ein einziges NBA-Spiel gespielt hat und ist absolut sicher: Das ist der Spieler auf den man alles setzen muss. Was folgt ist die Geschichte von Air Jordan, dem profitabelsten Sponsoring-Deal der Sportgeschichte, der Nike für immer veränderte und gleichzeitig das Modell für Athleten-Marken neu erfand. Ben Affleck und Matt Damon erzählen diese Geschichte mit echtem Herzblut, viel Humor und einer Authentizität die begeistert. Air ist ein Film über Überzeugung gegen institutionellen Widerstand, über den Mut auf Menschen zu setzen bevor die Welt sie kennt und über das seltene Gefühl am Ende wirklich recht gehabt zu haben.

Historische Fiktion2023

1988. Henk Rogers ist ein niederländischer Spielehändler der in Japan Nintendo-Spiele verkauft und auf einer Messe ein einfaches russisches Puzzlespiel entdeckt das ihn nicht mehr loslässt. Er ist überzeugt: Das ist das wichtigste Spiel das je erschaffen wurde. Was folgt ist eine der unwahrscheinlichsten und unterhaltsamsten Geschäftsreisen der Technologiegeschichte. Rogers reist mitten im Kalten Krieg in die Sowjetunion um die globalen Lizenzrechte zu sichern, gerät dabei zwischen konkurrierende westliche Medienkonzerne, KGB-Agenten, sowjetische Bürokraten und einen Spieleentwickler der sein Spiel nie richtig verlassen darf. Taron Egerton spielt Rogers mit einer unerschöpflichen Energie und einem Optimismus der gegen alle Realität besteht. Tetris ist einer der überraschendsten und unterhaltsamsten Businessfilme der letzten Jahre und ein Beweis dafür dass die verrücktesten und unwahrscheinlichsten Geschichten im echten Leben passieren.

Wie wählen wir unsere Filmempfehlungen aus?

Jeden Film auf dieser Liste haben wir selbst gesehen und das oft mehr als einmal. Unsere Auswahl basiert auf einer Kombination aus persönlicher Begeisterung, fachlicher Relevanz und dem Anspruch dass ein wirklich guter Finanzfilm mehr leisten muss als nur zu unterhalten. Er soll echtes Wissen vermitteln, Zusammenhänge sichtbar machen die sonst verborgen bleiben, zum Nachdenken zwingen oder zumindest ein ehrliches Gefühl dafür geben wie die Welt der Märkte, des Geldes, der Macht und der menschlichen Gier wirklich funktioniert.

Die Auswahl reicht bewusst weit: von Oscar-prämierten Dokumentationen über die Ursachen der Finanzkrise 2008 über Hollywood-Blockbuster an der Wall Street bis hin zu unterschätzten Indie-Produktionen die kaum jemand kennt aber jeder kennen sollte. Von packenden Thrillern über bittere Satiren bis hin zu nüchternen Biopics über die faszinierendsten und widersprüchlichsten Unternehmer unserer Zeit. Was alle Filme auf dieser Liste gemeinsam haben: Sie haben uns auf ihre eigene Art geprägt, unsere Sicht auf Wirtschaft, Unternehmen, Investitionen und Geld verändert und uns Dinge gezeigt die kein Sachbuch so direkt vermitteln kann.

Wir empfehlen nur was wir wirklich gut fanden. Kein Film auf dieser Liste ist hier weil er bekannt ist sondern weil er uns etwas gegeben hat das bleibt.

Kennen Sie einen Film den wir aufnehmen sollten?

Unsere Liste wächst kontinuierlich und wir sind immer auf der Suche nach Perlen die wir noch nicht kennen. Wenn Sie einen Finanzfilm, ein Biopic oder eine Dokumentation kennen die hier unbedingt dabei sein sollte schreiben Sie uns gerne. Wir schauen uns jeden Vorschlag an und die besten Empfehlungen aus unserer Community nehmen wir in die Auswahl auf.

Datenquellen & Bildnachweise

Filmplakate, Seriencover und Metadaten (Regisseur, Besetzung, Jahr) werden über die Open Movie Database (OMDb API) bereitgestellt. Die OMDb ist eine offene Filmdatenbank mit Informationen zu über 280.000 Filmen und Serien. Alle Bildrechte liegen bei den jeweiligen Rechteinhabern und Filmstudios.

Die auf dieser Seite dargestellten Bewertungen und Empfehlungen spiegeln die persönliche Meinung der DieSpekulanten Redaktion wider und stellen keine Kaufempfehlung dar.