E-Auto-Prämie startet im Mai mit bis zu 6.000 Euro

E-Auto-Förderung beginnt im Mai 2026 | DieSpekulanten

Drei Milliarden Euro für die Verkehrswende

Die Bundesregierung hat drei Milliarden Euro bereitgestellt, um die staatliche E-Auto-Förderung wiederzubeleben. Im Mai 2026 soll das Förderportal beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, öffnen. Bis zu 6.000 Euro können Privatpersonen pro Neufahrzeug bekommen, gestaffelt nach Einkommen und Familienstand.

Wer schon im Januar oder April ein neues Elektroauto zugelassen hat, kommt nicht zu spät. Die Förderung greift rückwirkend für alle Erstzulassungen ab dem 1. Januar 2026. Das Datum der Bestellung spielt keine Rolle, entscheidend ist das Datum der Zulassung. Das Volumen reicht laut Berechnungen des Bundesumweltministeriums für rund 800.000 Fahrzeuge bis 2029.

Wer mit dem Gedanken spielt, sein erstes Elektroauto zu kaufen, sollte die Eckdaten und die Tücken des neuen Programms genau kennen. Denn die Förderung ist sozial gestaffelt, sie hat versteckte Bedingungen, und der Topf könnte schneller leer sein als geplant.

So viel landet wirklich auf dem Konto

Die Förderung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Die Basis liegt bei 3.000 Euro für reine Elektroautos und 1.500 Euro für Plug-in-Hybride mit höchstens 60 Gramm CO2 pro Kilometer Ausstoß oder mindestens 80 Kilometern elektrischer Reichweite. Plug-in-Hybride sind also Autos, die sowohl einen Verbrennungsmotor als auch einen Elektroantrieb haben und an der Steckdose geladen werden können.

Darauf kommen Aufschläge je nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Wer unter 60.000 Euro Jahreseinkommen liegt, bekommt 1.000 Euro extra. Liegt das Einkommen unter 45.000 Euro, gibt es weitere 1.000 Euro obendrauf. Familien erhalten zusätzlich 500 Euro pro Kind, gedeckelt bei zwei Kindern, also maximal 1.000 Euro.

Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen, nicht das Brutto. Das zu versteuernde Einkommen steht im Steuerbescheid und liegt typischerweise einige tausend Euro unter dem Brutto, weil Werbungskosten, Versicherungsbeiträge und Freibeträge bereits abgezogen sind. Berechnet wird der Durchschnitt aus den beiden aktuellsten Steuerbescheiden, die maximal drei Jahre alt sein dürfen.

Ein konkretes Beispiel macht es greifbar. Eine alleinstehende Person mit einem Bruttoeinkommen von 55.000 Euro hat ein zu versteuerndes Einkommen von rund 41.000 Euro. Sie bekommt damit für ein E-Auto die volle Förderung von 5.000 Euro, also 3.000 Euro Basis plus 2.000 Euro Einkommens-Bonus. Eine Familie mit zwei Kindern und einem Haushaltseinkommen unter 45.000 Euro käme auf das Maximum von 6.000 Euro. Ein Single mit 70.000 Euro Bruttoeinkommen, also etwa 53.000 Euro zu versteuerndem Einkommen, bekommt nur 4.000 Euro.

Wer mehr als 80.000 Euro im Haushalt versteuert, geht leer aus. Die Grenze verschiebt sich pro Kind um 5.000 Euro nach oben, gedeckelt bei zwei Kindern. Eine Familie mit zwei Kindern darf also bis zu 90.000 Euro Haushaltseinkommen versteuern und ist trotzdem antragsberechtigt. Diese harte Grenze grenzt vor allem Doppelverdiener-Paare ohne Kinder aus.

Welche Autos in Frage kommen

Förderfähig ist jeder Neuwagen der EU-Klasse M1, das umfasst praktisch alle Personenkraftwagen bis 3,5 Tonnen sowie Wohnmobile in dieser Gewichtsklasse. Wichtig ist die Erstzulassung in Deutschland nach dem 1. Januar 2026. Reimporte oder gebrauchte E-Autos fallen aus der Förderung heraus.

Anders als bei der alten Umweltprämie gibt es keine Listenpreis-Obergrenze. Auch ein Tesla Model Y mit 47.000 Euro Listenpreis oder ein VW ID.7 für 60.000 Euro qualifizieren sich. Damit dürfte vor allem die obere Mittelklasse profitieren, die in den Vorjahren wegen der 65.000-Euro-Grenze oft durchs Raster fiel. Der gerade gestartete BMW iX3 aus der Neuen Klasse fällt ebenfalls ins Förderschema.

Bei Plug-in-Hybriden gelten Bedingungen. Das Auto muss entweder weniger als 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen oder mindestens 80 Kilometer rein elektrisch fahren können. Die genaue Modellliste veröffentlicht das BAFA voraussichtlich zum Start des Antragsportals. Für Range-Extender, also E-Autos mit kleinem Notstromaggregat zur Reichweitenverlängerung, gilt die gleiche Regel. Brennstoffzellenautos werden nach Ministeriumsangaben noch geprüft.

Wer einen Förderantrag stellt, muss das Fahrzeug mindestens 36 Monate auf seinen Namen halten. Frühe Wiederverkäufe führen zur Rückforderung der Prämie. Auch Leasing-Verträge sind förderfähig, sofern die Mindestlaufzeit eingehalten wird. Die Prämie bekommt in diesem Fall der Leasingnehmer, nicht die Leasinggesellschaft.

So funktioniert der Antrag

Der Antrag läuft komplett digital. Das BAFA-Portal soll im Mai 2026 freigeschaltet werden, allerdings spricht das Ministerium inzwischen von "im Laufe des Mai" statt vom 1. Mai. Eine Verzögerung bis Mitte oder Ende des Monats gilt als wahrscheinlich.

Wer einen Antrag stellen will, identifiziert sich über die BundID, also den digitalen Bundes-Account. Dafür braucht man entweder einen aktivierten Online-Personalausweis mit eID-Funktion oder ein ELSTER-Zertifikat. Wer das noch nicht eingerichtet hat, sollte das jetzt nachholen, denn die Aktivierung der eID beim Bürgeramt kann zwei bis drei Wochen dauern.

An Dokumenten brauchen Antragsteller den Kauf- oder Leasingvertrag, die Zulassungsbescheinigung Teil I (also den Fahrzeugschein), die zwei aktuellsten Einkommensteuerbescheide und bei Familien einen Kindergeldnachweis der Familienkasse. Bei Plug-in-Hybriden muss zusätzlich die EU-Konformitätsbescheinigung des Fahrzeugs hochgeladen werden, die der Händler beim Kauf mitliefert.

Das Verfahren ist einstufig. Man stellt den Antrag erst nach der Zulassung des Fahrzeugs. Eine Vorab-Reservierung wie früher entfällt. Das spart Bürokratie, bedeutet aber auch, dass das Fahrzeug erst auf eigene Kosten gekauft werden muss. Die Prämie wird nicht direkt vom Verkaufspreis abgezogen, sondern fließt nach Genehmigung auf das Konto. Bis zur Auszahlung können laut bisherigen BAFA-Verfahren mehrere Wochen vergehen.

Eine wichtige Frist sollten Käufer im Kalender markieren. Spätestens ein Jahr nach der Zulassung muss der Antrag gestellt sein. Wer also schon im Januar 2026 zugelassen hat, hat bis Januar 2027 Zeit. Wer aber den Antrag am ersten Tag stellen will, sollte alle Dokumente jetzt vorbereiten.

Hersteller-Rabatte schon jetzt einsacken

Auf den Start der Prämie reagieren die Hersteller bereits seit Monaten. Volkswagen gewährt auf den ID.3, ID.4 und ID.5 noch bis Ende März 2026 einen Nachlass von 4.000 Euro. Beim ID.7 sind es sogar 5.000 Euro. Toyota wirbt mit der "Deutschland-Prämie" für den bZ4X, dort sind Reduzierungen von bis zu 12.300 Euro drin. Dacia gibt für den Spring Electric 1.000 Euro Direktrabatt.

Diese Aktionen lassen sich grundsätzlich mit der staatlichen Prämie kombinieren. Die staatliche Förderung knüpft an die Zulassung an, der Herstellerrabatt an den Kaufpreis. Beide Töpfe sind voneinander unabhängig. Wer also einen ID.4 mit 4.000 Euro Werksrabatt kauft und dann 5.000 Euro Staatsprämie bekommt, spart insgesamt 9.000 Euro. Bei einem Listenpreis von rund 40.000 Euro entspricht das einem effektiven Rabatt von 22,5 Prozent.

An den Verkaufszahlen lässt sich der Effekt schon ablesen. Im März 2026 wurden 70.663 reine Elektroautos in Deutschland neu zugelassen, ein Plus von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil von BEV stieg auf 24 Prozent, jeder vierte Neuwagen war damit rein elektrisch. Tesla sprang mit 6.841 Model-Y-Zulassungen zurück an die Spitze der Bestseller-Liste, davon gingen 86 Prozent an Privatkunden. Beim VW ID.4 dagegen waren es nur 12 Prozent Privatanteil. Dieser Unterschied zeigt, dass Tesla seine Privatkunden mit aggressiver Preispolitik direkt bedient, während VW eher auf Flotten- und Leasinggeschäft setzt.

Auch die Aktienmärkte preisen die neue Förderung ein. Volkswagen hält mit den Marken VW, Skoda, Audi und Cupra rund 43 Prozent Marktanteil bei E-Autos in Deutschland. Der gerade gestartete BMW iX3 aus der Neuen Klasse hat nach Konzernangaben über 50.000 Reservierungen und schaffte es im März bereits auf Platz 12 der Bestseller-Statistik. Mercedes positioniert sich mit dem CLA EQ neu, das Modell sprang im März auf Platz 8. Indirekte Profiteure sind Ladeinfrastruktur-Anbieter wie EnBW, Compleo oder Wallbox-Hersteller, deren Geschäft direkt von steigenden BEV-Zulassungen abhängt.

Was die Lektion von 2023 lehrt

Trotz des Optimismus lohnt ein Blick zurück. Im Dezember 2023 endete die alte Umweltprämie schlagartig. Der damalige Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck verkündete das vorzeitige Ende, weil das Bundesverfassungsgericht den Klima- und Transformationsfonds gestoppt hatte. Die Folge im Jahr 2024 war drastisch. Die E-Auto-Verkäufe brachen massiv ein, einige Hersteller mussten ihre Produktionspläne radikal kürzen. Das Vertrauen junger Käufer in staatliche Förderzusagen hat seitdem deutlich gelitten.

Auch die neue Prämie kennt ein Limit. Sind die drei Milliarden Euro aufgebraucht, ist Schluss. Bei voller Ausschöpfung mit der Maximalförderung von 6.000 Euro reicht der Topf rein rechnerisch nur für 500.000 Fahrzeuge. Realistischer ist eine durchschnittliche Förderung von rund 4.500 Euro, was die genannten 800.000 Fahrzeuge ergibt. Allein im März 2026 wurden in Deutschland aber schon mehr als 70.000 E-Autos zugelassen. Wenn dieses Tempo anhält, könnte der Topf schon Mitte 2027 leer sein.

Hinzu kommt ein politisches Risiko. Zum 1. Juli 2027 prüft die Bundesregierung die Plug-in-Hybrid-Förderung neu. Der reale CO2-Ausstoß dieser Fahrzeuge liegt nach Studien deutlich höher als in den offiziellen Werten, weil viele Fahrer den Verbrenner statt den Elektromotor nutzen. Eine Streichung der PHEV-Förderung ab 2027 ist denkbar. Wer also einen Plug-in-Hybrid kaufen will, sollte den Zeitplan eher beschleunigen als verzögern.

Für Käufer heißt das in der Praxis vor allem eines. Wer ein neues E-Auto plant, sollte den Zulassungstermin nicht auf 2027 oder später verschieben. Die volle Förderung gibt es nur, solange der Topf reicht. Wer dagegen keine Eile hat und auf das nächste Modelljahr wartet, muss das Risiko einkalkulieren, dass die Förderung dann teilweise oder ganz gestrichen ist. Die Erfahrung vom Dezember 2023 zeigt, dass solche Programme schneller enden können als geplant. Im besten Fall wird die neue Prämie zur Brücke in den elektrischen Massenmarkt, im schlechtesten zum nächsten Lehrstück über die Tücken staatlicher Subventionen.