Ein Produktionsbericht zündet das Kursfeuerwerk
Die Aktie von Trekor Metals (NYSE: TGB) hat am Dienstag um 13,53 Prozent auf 7,97 Dollar zugelegt. Auslöser war der Produktionsbericht für das zweite Quartal, den der kanadische Kupferförderer am Morgen vorgelegt hatte. Beide Minen des Konzerns lieferten zusammen 36 Millionen Pfund Kupfer, zudem bestätigte das Management die Jahresprognose für 2026. Das Handelsvolumen lag mit 5,9 Millionen Aktien über dem Durchschnitt. Am Montag hatte das Papier noch bei 7,02 Dollar geschlossen, das Hoch der letzten zwölf Monate von 9,25 Dollar rückt damit wieder in Sichtweite.
Hinter dem Namen Trekor verbirgt sich ein alter Bekannter. Bis vor wenigen Wochen firmierte das Unternehmen aus Vancouver als Taseko Mines, die Aktionäre segneten die Umbenennung auf der Hauptversammlung Ende Juni ab. Das Papier notiert neben New York auch in Toronto (TSX: TKO) und London (LSE: TKO). Mit dem Kurssprung vom Dienstag summiert sich das Jahresplus auf rund 36 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Wert mehr als verdoppelt.
Gibraltar fördert die Hälfte mehr als im Vorjahr
Das Rückgrat des Konzerns bleibt die Gibraltar-Mine in British Columbia, eine der größten Kupferminen Nordamerikas. Dort förderte Trekor im zweiten Quartal 30,3 Millionen Pfund Kupfer, nach nur 20 Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum. Auch beim Nebenprodukt Molybdän, einem Metall für Speziallegierungen, sprang die Ausbeute von 180.000 auf 559.000 Pfund. Verkauft wurden aus Gibraltar sogar 32,2 Millionen Pfund Kupfer, weil zusätzlich Lagerbestände abgebaut wurden.
Der Vorjahresvergleich fällt allerdings auch deshalb so eindrucksvoll aus, weil die Mine damals mit schwächeren Erzgehalten und Wartungsarbeiten kämpfte. Umso wichtiger ist die Botschaft des Berichts, dass Gibraltar inzwischen wieder konstant auf hohem Niveau arbeitet. Konzernchef Stuart McDonald hatte schon nach dem ersten Quartal betont, beide Standorte hätten stark abgeliefert, und der Trend setzt sich offenkundig fort. Für einen Produzenten dieser Größe zählt Verlässlichkeit an der Börse oft mehr als jeder Rekordwert.
Florence Copper entwickelt sich zum zweiten Standbein
Noch spannender liest sich der Teil zum jüngeren Projekt. Florence Copper in Arizona hat Anfang 2026 die kommerzielle Produktion aufgenommen, im Februar wurde die erste Kupferkathode geerntet. Im zweiten Quartal verkaufte das Projekt bereits 5,3 Millionen Pfund Kupfer. Dem Start ging ein jahrelanger Genehmigungsmarathon voraus, umso größer war die Erleichterung der Anleger, dass der Betrieb nun ohne Kinderkrankheiten läuft. Die Qualität der Kupferkathoden erfüllte laut Unternehmen sämtliche Kundenvorgaben, auch die Logistik läuft bislang reibungslos.
Florence arbeitet mit einem ungewöhnlichen Verfahren. Statt das Erz im Tagebau abzubaggern, pumpt Trekor eine schwache Säurelösung durch die kupferhaltige Gesteinsschicht im Untergrund und holt das gelöste Metall an die Oberfläche. Dieses In-situ-Verfahren kommt mit einem Bruchteil der Kosten und des Flächenverbrauchs klassischer Minen aus. Bis 2027 soll Florence auf volle Kapazität hochgefahren werden und dann zu den günstigsten Kupferquellen der USA gehören. Dass die Produktion ausgerechnet in Arizona sitzt, ist ein zusätzlicher Trumpf, denn die amerikanischen Einfuhrzölle auf Kupfer machen heimische Förderung für US-Abnehmer spürbar attraktiver.
Kupfer bleibt der Rohstoff der Stunde
Der Zeitpunkt für den Produktionsschub könnte kaum besser liegen. Kupfer steckt in Stromnetzen, Elektroautos und zunehmend in den Rechenzentren des KI-Booms, während neue Großminen weltweit rar sind. Diese Schere zwischen wachsender Nachfrage und trägem Angebot hat den gesamten Sektor beflügelt, wovon auch Wettbewerber wie Freeport-McMoRan oder Hudbay Minerals profitieren. Der Aufbau einer neuen Großmine dauert vom Fund bis zur ersten Tonne oft mehr als ein Jahrzehnt, weshalb bestehende Produzenten mit Ausbaupotenzial an der Börse besonders gefragt sind.
Bei Trekor schlägt sich das längst in den Zahlen nieder. Im ersten Quartal 2026 erlöste der Konzern 237,1 Millionen Dollar, nach 139,2 Millionen im Vorjahreszeitraum, ein Rekordwert. Für das Gesamtjahr 2025 standen 672,9 Millionen Dollar Umsatz in den Büchern, allerdings auch ein Verlust von rund 30 Millionen Dollar, der vor allem den hohen Anlaufkosten für Florence geschuldet war. Genau deshalb wirkt das ausgewiesene Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 200 derzeit abschreckender, als es ist. Der Markt bewertet hier den Gewinnsprung, der mit dem Florence-Hochlauf kommen soll, nicht die Übergangsphase.
Die Aktie nähert sich den Kurszielen der Analysten
Die Fachwelt steht mehrheitlich hinter dem Wert. Sieben Analysten stufen die Aktie laut Stockanalysis im Schnitt mit Strong Buy ein, das mittlere Kursziel liegt bei 8,63 Dollar. Cantor Fitzgerald hob sein Ziel zuletzt auf 9 Dollar an, Canaccord ruft für die Toronto-Notierung 14 kanadische Dollar auf. Auch die Umbenennung passt in dieses Bild, denn mit dem neuen Namen will sich der Konzern vom Image des ewigen Ein-Minen-Betreibers lösen und als wachsender Kupferproduzent mit mehreren Standbeinen auftreten. Nach dem Sprung vom Dienstag ist ein Teil dieses Potenzials allerdings bereits abgearbeitet.
Aus unserer Sicht bietet Trekor eine der saubereren Wachstumsgeschichten im Kupfersektor, mit einer etablierten Mine als Basis und einem Niedrigkosten-Projekt als Hebel. Die Risiken bleiben trotzdem handfest. Der Aktienkurs hängt am Kupferpreis, dessen Schwankungen jede operative Verbesserung überlagern können. Fällt das Metall in eine Schwächephase, hilft auch der beste Produktionsbericht wenig, das haben Rohstoffaktien in der Vergangenheit immer wieder gezeigt. Der Florence-Hochlauf muss die versprochenen Mengen und Kosten erst über mehrere Quartale beweisen. Und mit einer Marktkapitalisierung von knapp 3 Milliarden Dollar reagiert das Papier deutlich heftiger auf Stimmungswechsel als die großen Diversifizierer der Branche. Wer einsteigt, kauft einen Hebel auf den Kupferzyklus, in beide Richtungen.
Anfang August folgen die harten Finanzzahlen
Der Produktionsbericht war nur der Appetithappen, die vollständigen Quartalszahlen mit Umsatz, Kosten und Gewinn dürften Anfang August folgen. Dann zeigt sich, was die 36 Millionen Pfund Kupfer unterm Strich einbringen und wie sich die Förderkosten je Pfund entwickeln. Nach dem Rekordumsatz des Auftaktquartals liegt die Messlatte hoch. Besonders die Marge von Florence steht im Fokus, denn sie entscheidet über das Tempo beim Schuldenabbau.
Daneben treibt Trekor die Projektpipeline voran. Für das Kupferprojekt Yellowhead in British Columbia läuft die Umweltprüfung, erst Anfang Juli veröffentlichte der Konzern eine Studie zu dessen wirtschaftlicher Bedeutung. Kommt das Vorhaben durch die Genehmigung, hätte Trekor nach Florence bereits den nächsten großen Wachstumstreiber in der Hinterhand, dazu warten mit Aley und New Prosperity weitere Projekte im Portfolio auf ihre Chance. Spätestens dann dürfte der neue Name an der Börse endgültig Programm sein.

