Patria Investments IPO: Lateinamerikas Private-Equity-Riese geht an die Börse

Patria Investments (PAX) wird an der Nasdaq gelistet. Das Unternehmen ist Lateinamerikas führender Private-Equity-Manager mit 12,7 Mrd. USD verwaltetem Vermögen (AUM) und Blackstone als Partner.

Overview

Patria Investments geht an die Nasdaq, und der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der lateinamerikanische Private-Equity-Spezialist hat in den Jahren vor dem IPO bewiesen, dass sein Modell funktioniert: AUM-Wachstum von 2,4 auf 14,7 Milliarden US-Dollar in zehn Jahren, starke IRR-Zahlen trotz Währungsturbulenzen und ein Geschäftsmodell, das im ersten Jahr der COVID-Pandemie sogar ein Nettoeinkommens-Plus von fast 10 Prozent erzielte.

Das Unternehmen wurde 1988 in Sao Paulo gegründet und hat sich seitdem zur Nummer eins unter den lateinamerikanischen Private-Markets-Managern nach eingeworbenen Kapitalmitteln entwickelt. Das Ranking von Preqin aus dem Jahr 2020 bestätigt: Patria ist der führende Fondsmanager nach total eingeworbenen Mitteln für Private-Equity-Fonds außerhalb Nordamerikas, Europas und Asiens in den letzten zehn Jahren.

Der Börsengang unter dem Ticker PAX soll vier Ziele erfüllen: Kapitalmittel für zukünftige GP-Commitments sichern, börsennotierten Aktien als Akquisitionswährung nutzen, Mitarbeiterbeteiligung ausbauen und das Wachstum durch Zukaufe beschleunigen. Patria will die Konsolidierung des lateinamerikanischen Private-Markets-Sektors aktiv anführen.

Management zum Zeitpunkt des IPOs

Patria wird von einem erfahrenen Fuhrungsteam geleitet, das im Schnitt 20 Jahre Investmenterfahrung mitbringt. Die meisten Partner arbeiten seit uber 15 Jahren zusammen, was in der Private-Equity-Industrie ungewöhnlich lang ist. Zum Zeitpunkt des IPOs hatte das Senior-Team 46 Mitglieder, davon 20 die seit mehr als zehn Jahren gemeinsam investieren.

Bemerkenswert ist die Partnerschaft mit The Blackstone Group, die seit 2010 eine nicht-kontrollierende Beteiligung an Patria hält. Blackstone ist uber Blackstone PAT Holdings IV, L.L.C. investiert und bietet Patria damit eine globale Vernetzung, die für einen latein-amerikanischen Asset Manager selten ist.

Die Dual-Class-Aktienstruktur sieht vor, dass Patria Holdings Limited die Class-B-Aktien hält, die zehnfache Stimmrechte gegenüber den Class-A-Aktien aus dem IPO tragen. Das Fuhrungsteam und die bestehenden Partner behalten damit die operative Kontrolle uber das Unternehmen. Rund 3,5 Prozent der aktiven Fondskapitalmittel stammten zum Zeitpunkt des Filings von den Partnern und dem Patria-Team selbst, was eine starke Interessensausrichtung mit den Investoren signalisiert.

Branche

Der globale Private-Markets-Sektor wächst mit Nachdruck. Laut Preqin hatte die Branche 2019 ein Allzeit-Hoch von 7,3 Billionen US-Dollar AUM erreicht (ohne Hedgefonds), fast eine Verdopplung gegenüber 2014. Das Wachstum lauft mit rund 13 Prozent CAGR uber funf Jahre deutlich schneller als der breite Kapitalmarkt.

Für Lateinamerika ist das Potenzial besonders groß. Private Markets in Brasilien machen nur 2,4 Prozent des BIP aus, gegenüber 8,3 Prozent global und bis zu 30 Prozent in Ländern wie Kanada oder dem Vereinigten Königreich. Der Aufholbedarf ist riesig. Hinzu kommen drei regionale Treiber: historisch niedrige Zinsen in Brasilien, Bankdisintermediation durch neue unabhängige Broker und ein stark gestiegenes Finanzmarktbewusstsein in der brasilianischen Bevölkerung.

Patrias Wettbewerber sind vorwiegend globale Private-Equity-Giganten wie KKR, Apollo oder Carlyle, die sich aber auf andere Märkte fokussieren. Im lateinamerikanischen Markt hat Patria eine starke Heimvorteil-Position. Die Hauptrisiken sind die makroökonomische Volatilität in Brasilien, währungsbedingte Schwankungen im US-Dollar-denominierten AUM sowie politische Unsicherheiten in der Region.

Produkte

Patria betreibt ein breites Spektrum an Private-Markets-Produkten, aufgebaut um zwei Kernstrategien:

  • Private Equity (Flaggschiff): Sechste Vintage zum IPO-Zeitpunkt, 7,2 Milliarden US-Dollar AUM, 40 Investitionen und uber 200 Transaktionen seit Auflegung. Cash-weighted Net IRR seit Gründung: 13,7 Prozent in USD.
  • Infrastruktur (Flaggschiff): Vierte Vintage, 4,6 Milliarden US-Dollar AUM. Auflegung 2006, rund eine Milliarde USD Co-Investment-Möglichkeiten seitdem.
  • Constructivist Equity Fund (CEF): Seit 2014, wendet den Private-Equity-Ansatz auf gelistete brasilianische Unternehmen an. Rund 200 Millionen USD AUM, netto kumulierte annualisierte Rendite von 34,3 Prozent in Reais.
  • Brasilien-spezifische Produkte: Immobilien- und Kreditfonds für den lokalen Markt.
  • Co-Investment-Fonds: Fokus auf erfolgreiche Unternehmen aus den Flaggschiff-Fonds, mit mehr Liquidität für Investoren.

Kunden sind institutionelle Investoren aus aller Welt, darunter sechs der zehn größten Staatsfonds und zehn der zwanzig größten Pensionsfonds weltweit. Mehr als 60 Prozent der rund 300 Limited Partners investieren seit uber zehn Jahren in Patria-Fonds.

Outlook

Patria hat klare strategische Ziele: AUM weiter schneller wachsen als der Markt, Produktpalette ausbauen, Zugang zu neuen Investorengruppen wie Family Offices und vermögende Privatpersonen in Lateinamerika erschließen und das Wachstum durch Akquisitionen von anderen Asset Managern beschleunigen.

Die Kennzahlen zum Zeitpunkt des Filings sprechen für die Resilienz: Uber 80 Prozent der erwarteten Management-Fees für die nächsten drei Jahre waren bereits kontrahiert. Rund 74 Prozent des gebundenen Kapitals hatte noch uber funf Jahre Laufzeit. Das Geschäftsmodell generiert positives Working Capital, weil Management-Fees zu Beginn jedes Halbjahres eingezogen werden.

Das Hauptrisiko ist die Abhängigkeit von der Entwicklung der lateinamerikanischen Volkswirtschaften, insbesondere Brasiliens. Eine Abwertung des brasilianischen Real gegen den US-Dollar schlägt sich direkt im USD-denominierten AUM nieder, wie 2020 mit einem Realminus von 29 Prozent deutlich wurde. Langfristig hält das Fuhrungsteam die regionalen Fundamentaldaten aber für überzeugend.

Details zum IPO

Patria plant die Erstnotiz an der Nasdaq unter dem Ticker-Symbol PAX. Das genaue Emissionsvolumen und der Preis pro Aktie waren im Prospekt noch nicht festgelegt; das angestrebte Maximalvolumen lag bei 100 Millionen US-Dollar. Als Global Coordinators wurden J.P. Morgan, BofA Securities und Credit Suisse mandatiert.

Die Dual-Class-Aktienstruktur (zwei Aktienklassen mit unterschiedlichen Stimmrechten) sieht vor, dass die Class-B-Aktien zehn Stimmen pro Aktie tragen, während die im IPO angebotenen Class-A-Aktien eine Stimme pro Aktie erhalten. Patria Holdings behält damit die Stimmrechtsmehrheit. Blackstone veräußert im Rahmen des IPOs einen Teil seiner Anteile als verkaufender Aktionär (Selling Shareholder).

Bewertungskriterien

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Führender Private-Markets-Manager in Lateinamerika mit 32 Jahren Geschichte und uber 17 Milliarden USD verwalteter Investitionen seit Gründung

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Hochgradig vorhersehbare Ertragsbasis: uber 80 Prozent der Management-Fees für drei Jahre bereits kontrahiert

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Partnerschaft mit Blackstone als strategischem Ankerinvestor seit 2010

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Konkretes Wachstumspotenzial durch niedrige Private-Markets-Penetration in Lateinamerika (2,4% des BIP vs. 8,3% global)

Starke Abhängigkeit vom brasilianischen Real: Währungsabwertungen schlagen direkt auf USD-AUM durch

Makrookonomische und politische Risiken in Brasilien und Lateinamerika erhöht Ertragsvolatilität

Dual-Class-Struktur limitiert Einfluss öffentlicher Aktionäre auf Unternehmensentscheidungen

Als Cayman-Islands-Gesellschaft gelten eingeschränkte Aktionäresrechte gegenüber US-amerikanischen Gesellschaftsrechtsstandards