Die 10 größten IPOs der Geschichte und ihre Rekorde

SpaceX bricht mit 75 Milliarden alle Rekorde
Den Spitzenplatz erobert seit Juni 2026 SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk. Am 11. Juni 2026 legte die Firma ihren Ausgabepreis fest, einen Tag später startete der Handel an der Technologiebörse Nasdaq unter dem Kürzel SPCX. Verkauft wurden rund 555,6 Millionen Aktien zu je 135 Dollar. Das brachte 75 Milliarden Dollar ein, umgerechnet etwa 65 Milliarden Euro, wie NPR und Al Jazeera berichten. Damit ist es mit Abstand der größte Börsengang aller Zeiten. Der bisherige Rekord von Saudi Aramco lag bei 29,4 Milliarden Dollar samt Mehrzuteilung. Die Aktie eröffnete bei 150 Dollar, rund 11 Prozent über dem Ausgabepreis, und schloss am ersten Tag bei 159 Dollar. Der Börsenwert sprang auf knapp 2 Billionen Dollar. Gründer Elon Musk wurde dadurch zum ersten Billionär der Welt. Antreiber des Geschäfts ist vor allem der Satelliten-Internetdienst Starlink.

Saudi Aramco hielt den Rekord über sechs Jahre
Den zweiten Platz belegt jetzt der saudische Ölkonzern Saudi Aramco. Am 11. Dezember 2019 ging das Unternehmen an der heimischen Börse Tadawul an den Start. Eingesammelt wurden 25,6 Milliarden Dollar, das sind rund 22 Milliarden Euro. Mit der sogenannten Mehrzuteilung, einer Reserve an Extra-Aktien für hohe Nachfrage, kletterte die Summe sogar auf 29,4 Milliarden Dollar. Den Großteil der Papiere kauften saudische Anleger und Staatsfonds aus der Golfregion, kaum internationale Investoren. Heute ist Aramco rund 1,65 Billionen Dollar wert. Damit bleibt es der wertvollste börsennotierte Energiekonzern der Welt. Der Börsengang war Teil des Plans Vision 2030, mit dem Saudi-Arabien seine Wirtschaft unabhängiger vom Öl machen will.
Alibaba bringt Chinas Tech-Boom nach New York
Nummer drei der Liste ist der chinesische Online-Händler Alibaba. Am 19. September 2014 wagte die Firma den Sprung an die New Yorker Börse NYSE. Mit 21,7 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 18,7 Milliarden Euro, war das damals der größte Börsengang aller Zeiten. Die Aktie startete bei 68 Dollar, eröffnete aber schon bei 92,70 Dollar. Am ersten Handelstag legte sie 38 Prozent zu. Gründer Jack Ma wurde über Nacht zum reichsten Menschen Chinas. Seither hat das Papier viele Höhen und Tiefen erlebt, vor allem wegen schärferer Regeln aus Peking. Aktuell bringt Alibaba rund 235 Milliarden Dollar auf die Waage. Für viele gilt der Börsengang bis heute als Maßstab für chinesische Tech-Werte im Westen.
SoftBanks Telekom-Sparte sammelt 21 Milliarden in Tokio
Platz vier geht nach Japan. Am 19. Dezember 2018 brachte der Mischkonzern SoftBank Group seine Mobilfunk-Tochter an die Börse in Tokio. Der Erlös lag bei 21,3 Milliarden Dollar, also gut 18 Milliarden Euro. Damit war es der größte Börsengang in der Geschichte Japans. Das Mutterhaus wollte mit dem Geld vor allem seine riesigen Technologie-Wetten finanzieren. Bekannt wurde dafür der Vision Fund, ein gigantischer Investmentfonds für Start-ups. Die abgespaltene Tochter betreibt das klassische Mobilfunkgeschäft im Inland. Heute liegt ihr Börsenwert bei etwa 80 Milliarden Dollar. Anleger bekamen hier weniger ein Wachstumsversprechen als eine stabile Dividendenaktie.
NTT DoCoMo prägt die Mobilfunk-Euphorie der 90er
Schon 1998 gelang Japan ein weiterer Mega-Börsengang. Am 22. Oktober ging der Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo in Tokio an den Markt. Mit 18,4 Milliarden Dollar, rund 15,8 Milliarden Euro, war das der größte IPO der gesamten 90er Jahre. Damals galt Japan als fortschrittlichster Mobilfunkmarkt der Welt. Der Börsengang markierte den Höhepunkt der hohen Bewertungen japanischer Telekom-Firmen. Inzwischen wurde DoCoMo wieder in den Mutterkonzern NTT eingegliedert. Dieser ist heute etwa 145 Milliarden Dollar wert. Für eine ganze Anlegergeneration war dieser IPO das erste große Telekom-Investment.
Visa wagt den Sprung mitten in der Finanzkrise
Der Zahlungsdienstleister Visa schaffte es 2008 auf Rang sechs. Am 18. März ging das Unternehmen an der NYSE an den Start und sammelte 17,9 Milliarden Dollar ein. Das entspricht rund 15,4 Milliarden Euro. Bemerkenswert war der Zeitpunkt. Nur sechs Monate später brach die Bank Lehman Brothers zusammen und legte den Markt für Neuemissionen praktisch lahm. Visa dagegen lief glänzend. Schon am ersten Tag stieg die Aktie um etwa 30 Prozent. Wer damals dabei blieb, gehört zu den großen Gewinnern. Heute ist Visa über 600 Milliarden Dollar wert. Unter allen Top-Börsengängen zählt das Papier zu den stärksten Langläufern.
AIA macht Hongkong zum Schauplatz eines Mega-Börsengangs
Auf Platz sieben steht der asiatische Versicherer AIA Group. Am 29. Oktober 2010 ging er an der Börse in Hongkong an den Start. Der Erlös betrug 17,8 Milliarden Dollar, umgerechnet gut 15 Milliarden Euro. AIA wurde aus dem US-Versicherer AIG herausgelöst. Dieser musste sich nach der Finanzkrise neu aufstellen und Geld auftreiben. Der Börsengang machte Hongkong zum führenden Handelsplatz für asiatische Versicherungswerte. Heute liegt der Börsenwert von AIA bei rund 80 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Lebensversicherungen in Asien gilt seither als verlässlicher Wachstumsmarkt.
Italiens Strom-Riese ENEL läutet eine Privatisierungswelle ein
Den achten Platz hält der italienische Energieversorger ENEL. Am 1. November 1999 ging das Unternehmen an der Mailänder Börse an den Start. Mit 16,6 Milliarden Dollar, etwa 14,3 Milliarden Euro, war das Europas größter Börsengang der 90er Jahre. Zugleich handelte es sich um die bis dahin größte Privatisierung der italienischen Geschichte. Der Staat behielt die Mehrheit, gab aber rund ein Drittel der Anteile an private und institutionelle Anleger ab. So konnten erstmals viele Kleinanleger in den Konzern investieren. Heute ist ENEL etwa 80 Milliarden Dollar wert. Der Börsengang gilt als Vorbild für spätere Staatsverkäufe in Europa.
Facebook startet holprig und wird zur Erfolgsgeschichte
Kaum ein IPO war so umstritten wie der von Facebook. Am 18. Mai 2012 ging das soziale Netzwerk an der Technologiebörse Nasdaq an den Start. Eingesammelt wurden 16 Milliarden Dollar, also knapp 13,8 Milliarden Euro. Der Auftakt geriet zum Desaster. Das Handelssystem der Nasdaq versagte am ersten Tag, und die Aktie rutschte über ein Jahr unter den Ausgabepreis von 38 Dollar. Wer durchhielt, wurde belohnt. Heute firmiert die Firma als Meta Platforms und ist rund 1,4 Billionen Dollar wert. Aus dem Pannen-IPO wurde einer der erfolgreichsten Börsengänge der Geschichte. Für Anleger steckt darin eine Lehrstunde über Geduld.
General Motors kehrt nach der Pleite zurück
Den zehnten und letzten Platz der Top Ten belegt ein besonderer Fall. Der Autobauer General Motors ging am 18. November 2010 zurück an die NYSE. Das brachte 15,8 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 13,6 Milliarden Euro. Kurz zuvor hatte der Konzern eine Insolvenz hinter sich. Der US-Staat hatte GM mit Milliarden gerettet und hielt danach gut 60 Prozent der Anteile. Der Börsengang erlaubte es der Regierung, ihren Anteil nach und nach zu verkaufen. Erst Ende 2013 war der Ausstieg komplett. Heute liegt der Börsenwert bei etwa 50 Milliarden Dollar. Der Fall zeigt, dass selbst ein Staatsrettungsfall ein Börsen-Comeback schaffen kann.
Für Anleger steckt in dieser Liste eine wichtige Lektion. Größe allein sagt wenig über die spätere Rendite. Visa und Facebook wurden zu Dauerläufern, andere Werte enttäuschten oder schwankten stark. Mit SpaceX hat zudem ein neuer Typ Unternehmen die Spitze erobert, finanziert über Jahre durch private Geldgeber statt über die Börse. Der nächste Schub könnte aus der KI-Branche kommen. Laut NPR haben OpenAI und Anthropic bereits Unterlagen für eigene Börsengänge bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Sollten sie ähnlich groß ausfallen wie SpaceX, sortiert sich diese Rangliste bald erneut.
