Wo Anleger den SpaceX-Börsengang zeichnen können

Zwei Raketenstufen mit ausgefahrenen Landebeinen und brennenden Triebwerken bei der Landung auf einer Landefläche unter blauem Himmel, im Bezug zum SpaceX-Börsengang

Wo Anleger den SpaceX-Börsengang zeichnen können

Der Börsengang von SpaceX rückt näher und das Interesse deutscher Privatanleger ist enorm. Am 12. Juni 2026 startet der Handel an der Technologiebörse Nasdaq unter dem Kürzel SPCX. Der feste Ausgabepreis liegt bei 135 US-Dollar je Aktie, umgerechnet rund 125 Euro. Bei einer Bewertung von etwa 1,77 Billionen Dollar wäre das der größte Börsengang der Geschichte.

Anders als sonst dürfen Privatanleger diesmal mitmachen. SpaceX reserviert rund 30 Prozent der Aktien für diese Gruppe, üblich sind nur 5 bis 10 Prozent. Im Prospekt sind bis zu 55,6 Millionen Klasse-A-Aktien für Privatanleger in sieben europäischen Ländern vorgesehen. Doch nicht jeder Broker bietet den Zugang zum Ausgabepreis. Wir zeigen, wo Zeichnen wirklich geht und wo nur der Kauf ab Handelsstart bleibt.

Zeichnen und Kaufen sind zwei verschiedene Dinge

Beim Zeichnen bestellst du Aktien vor dem ersten Handelstag zum festen Ausgabepreis von 135 Dollar. Ob du sie bekommst, entscheidet sich erst bei der Zuteilung am 11. Juni. Ist die Nachfrage höher als das Angebot, erhältst du womöglich nur einen Teil oder gehst leer aus. Der Börsengang ist bereits doppelt überzeichnet, die Chance auf die volle Wunschmenge ist also gering.

Der Kauf ab Handelsstart funktioniert anders. Ab dem 12. Juni handelst du SPCX wie jede andere US-Aktie über deinen Broker, zum dann gültigen Marktpreis. Dieser Preis kann deutlich über oder unter den 135 Dollar liegen. Der frei handelbare Anteil, der sogenannte Streubesitz, liegt anfangs bei nur rund drei bis fünf Prozent. Das kann in den ersten Tagen für heftige Kursausschläge sorgen.

Wer am ersten Tag keine Aktie ergattert, hat also weiterhin Zugang. Eile ist nicht nötig. Wichtig ist vor allem, vorab zu prüfen, ob der eigene Broker die Aktie überhaupt listet und welchen Weg er anbietet.

Trade Republic öffnet erstmals die Zeichnung

Der Berliner Neobroker Trade Republic ist als Vertriebspartner für Privatanleger beim SpaceX-Börsengang bestätigt. Das ist eine Premiere. Bisher gab Trade Republic seinen Kunden keinen direkten Zugang zu Börsengängen, sondern erst nach dem Handelsstart. Beim SpaceX-IPO kannst du über die App also tatsächlich zum Ausgabepreis zeichnen, sofern die Aufsichtsbehörden zustimmen. Ein Depot lässt sich bei Trade Republic kostenlos eröffnen.

Neben Trade Republic hat auch der Broker DEGIRO die Teilnahme als Vermittler für Privatanleger bestätigt. Ebenso bieten klassische Häuser wie Comdirect und ING ihren Kunden Zugang zur Zeichnung. Wer dort bereits ein Depot führt, sollte die Kundenmitteilungen seines Anbieters prüfen, denn die Fristen für die Zeichnung sind knapp bemessen.

Eine Sache solltest du einkalkulieren. Auch bei bestätigten Vertriebspartnern ist die Zuteilung nicht garantiert. Die hohe Nachfrage führt dazu, dass selbst zeichnungsberechtigte Anleger am Ende deutlich weniger Stücke erhalten als bestellt.

Diese Anbieter eignen sich für den Kauf ab Handelsstart

Nicht jeder Neobroker bietet die Zeichnung zum Ausgabepreis. Bei vielen Anbietern kaufst du SPCX erst ab dem 12. Juni über die Börse. Das ist kein Nachteil, solange dein Broker die Aktie listet und faire Ordergebühren verlangt. Für US-Werte wie SPCX kommt es vor allem auf den Zugang zum Handelsplatz und die Kosten je Order an.

Scalable Capital gehört zu den großen deutschen Neobrokern und handelt US-Aktien provisionsarm. Ein Depot gibt es bei Scalable Capital kostenlos. Auch finanzen.net Zero bietet den Aktienkauf ab null Euro je Order an, ein Konto lässt sich bei finanzen.net Zero eröffnen. Wer Wert auf besonders günstige Konditionen über Tradegate legt, findet mit tradegate.direct eine weitere kostenlose Option.

Welcher Anbieter zu dir passt, hängt von deinem Anlageverhalten ab. Wer regelmäßig handelt, achtet auf Ordergebühren und Spreads. Wer nur SPCX kaufen will, prüft vor allem die Verfügbarkeit. Einen vollständigen Überblick über Gebühren, Sparpläne und Handelsplätze findest du in unserem Neo-Broker Vergleich.

Tokenisierte Aktien sind kein echter Anteil

Manche Krypto-Plattformen werben damit, SpaceX schon vor dem Handelsstart anzubieten. Die Krypto-Börse Kraken etwa ermöglicht die Teilnahme über ihr Programm IPO Access. Dabei kaufst du allerdings keine echte Aktie, sondern eine tokenisierte Variante mit dem Kürzel SPCXx. Jeder Token ist nach Angaben des Anbieters durch eine echte Aktie hinterlegt.

Diese Konstruktion bringt eigene Risiken mit sich. Du hältst keinen direkten Anteil an SpaceX, sondern ein Finanzprodukt eines Drittanbieters. Bei Problemen der Plattform hängt dein Anspruch von deren Bonität und rechtlicher Struktur ab. Für Einsteiger ist der klassische Weg über einen regulierten Broker meist transparenter und einfacher nachvollziehbar.

Wer den Hype um tokenisierte Aktien mitnimmt, sollte das Kleingedruckte genau lesen. Die steuerliche Behandlung und die Handelszeiten unterscheiden sich teils deutlich von einer normalen Aktie im Depot.

Vor der Zeichnung lohnt der nüchterne Blick

Eine hohe Nachfrage macht eine Aktie nicht automatisch günstig. SpaceX wird mit dem Hundertfachen seines Jahresumsatzes bewertet und schrieb 2025 einen Nettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar. Die Ratingagentur Morningstar hält die Firma für deutlich überbewertet und sieht den fairen Wert bei rund 780 Milliarden Dollar. Wer zeichnet, sollte diese Zahlen genauso ernst nehmen wie die Schlagzeilen.

Am 11. Juni legt SpaceX den finalen Preis fest und teilt die Aktien zu. Am 12. Juni beginnt der Handel. Bis dahin lohnt es sich, das eigene Depot vorzubereiten und die Konditionen des Brokers zu prüfen. Wer keine Zuteilung erhält, kann die Aktie weiterhin ab dem ersten Handelstag kaufen. Geduld ist hier oft der bessere Ratgeber als Hektik.

Einige Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Eröffnest du über sie ein Depot, erhalten wir eine Provision, dir entstehen dadurch keine Mehrkosten.