Black Rock Coffee Bar IPO: Drive-Thru-Kette aus Oregon will an die Nasdaq

Moderner Café-Tresen mit Siebträgermaschine und Menütafeln als Bezug zum geplanten Nasdaq-Börsengang der US-Kaffeekette Black Rock Coffee Bar

Overview

Black Rock Coffee Bar hat seine S-1-Unterlagen bei der SEC eingereicht und plant die Erstnotiz an der Nasdaq Global Market unter dem Ticker-Symbol BRCB. Was 2008 als 160 Quadratfuß kleiner Drive-Thru-Stand in Beaverton, Oregon, begann, ist heute eine der am schnellsten wachsenden Getränkeketten der USA: 158 Filialen in sieben Bundesstaaten, vom pazifischen Nordwesten bis nach Texas.

Gegründet wurde das Unternehmen von den Cousins Daniel Brand und Jeff Hernandez. Im Jahr 2018 stießen Jake Spellmeyer und Bryan Pereboom als Mitgründer dazu und halfen, die Kette über die Heimatregion hinaus zu skalieren. Heute betreibt Black Rock alle Stores in Eigenregie und ist damit nach eigenen Angaben der größte vollständig firmeneigene Kaffee-Filialist der USA. Den Börsengang nutzt das Unternehmen unter anderem dazu, bestehende Vorzugsanteile abzulösen und die Kreditlinie vollständig zurückzuzahlen.

Management zum Zeitpunkt des IPOs

CEO ist seit einigen Jahren Mark Davis, der über mehr als 32 Jahre Erfahrung in der Foodservice-Branche verfügt und zuletzt als Vice President Operations bei Panera in deren Wachstumsphase tätig war. Die Gründer Daniel Brand, Jeff Hernandez, Jake Spellmeyer und Bryan Pereboom bleiben dem Unternehmen erhalten und behalten über eine spezielle Aktienklasse die Kontrolle (mehr dazu unter "Details zum IPO").

CFO Rodd Booth bringt 16 Jahre Erfahrung mit, zuletzt als Senior Manager bei Aldrich Advisors. COO Clay Geyer ist seit 13 Jahren in der Kaffeebranche aktiv. Chief Marketing Officer Jessica Wegener-Beyer kommt aus dem digitalen Marketing bei True Food Kitchen, Chief Development Officer Robert Kaufmann hat elf Jahre Erfahrung im Entwicklungsgeschäft. Mit aktuell mehr als 2.400 Mitarbeitern setzt Black Rock auf eine interne Karriereleiter vom Barista bis zum Director of Operations, der bis zu 55 Stores verantwortet.

Branche

Der US-Markt für Einzelhandelskaffee ist groß und wächst stabil. Laut Marktforscher Technomic erreichte der US-Retail-Kaffeemarkt 2024 ein Volumen von 56 Milliarden Dollar bei einer jährlichen Wachstumsrate von 7 Prozent seit 2019. Parallel ist Black Rock im Quick-Service-Restaurant-Segment unterwegs, das mit 396 Milliarden Dollar deutlich größer ist und mit 6 Prozent jährlich wächst. Laut Spring 2025 National Coffee Data Trends Report trinken 66 Prozent der Amerikaner täglich Kaffee.

Black Rock konkurriert mit etablierten Drive-Thru-Kaffeeketten und großen Quick-Service-Marken. Das Unternehmen positioniert sich gezielt jünger und premium-orientierter als der typische Kaffeegigant: hauseigene Röstung, hauseigener Energy-Drink, modernes App-Erlebnis. Der hauseigene Energy-Drink Fuel bringt das Unternehmen zusätzlich in Konkurrenz zu klassischen Energy-Drink-Marken im Convenience-Bereich.

Produkte

Das Geschäftsmodell von Black Rock dreht sich um vier Produktbereiche und ein flexibles Storeformat:

  • Premium Coffee: Kaffeebohnen werden in zwei eigenen Röstereien in Kleinchargen geröstet, wöchentlich an die Stores geliefert und innerhalb von 14 Tagen verbraucht. Im Sortiment sind Klassiker wie Americano und Latte sowie Spezialitäten wie Nitro Cold Brew und Caramel Blondie.
  • Fuel Energy: Die hauseigene Energy-Drink-Linie ist mittlerweile ein zweites Standbein. Im ersten Halbjahr 2025 machte die Fuel-Kategorie 23,8 Prozent des Filialumsatzes aus. Mit "Frozen Fuel" wurde zuletzt eine eisgekühlte Variante eingeführt.
  • All-Day Breakfast: Burritos, Sandwiches, Banana Bread und Donut Holes. Egg Bites sollen bald folgen.
  • Stores: Alle 158 Filialen verfügen über einen Drive-Thru, 118 davon zusätzlich über einen Sitzbereich (intern "Lobby" genannt). Die Dual-Lane-Drive-Thru-Stores schaffen jährliche Umsätze von über 3 Millionen Dollar pro Standort.
  • Digital: Mobile App mit über 780.000 Downloads, 1,8 Millionen Loyalty-Mitglieder, die 64 Prozent aller Transaktionen ausmachen. Im zweiten Quartal 2025 lief 15 Prozent des Umsatzes über digitale Kanäle.

Outlook

Black Rock hat seine Filialzahl seit 2020 mit rund 20 Prozent pro Jahr ausgebaut und plant, dieses Tempo fortzusetzen. Im ersten Halbjahr 2025 erreichte das Unternehmen einen durchschnittlichen Filialumsatz (Average Unit Volume, AUV) von 1,2 Millionen Dollar bei einer Store-Level-Marge von 29 Prozent. Für neue Standorte rechnet das Management nach 18 Monaten mit einem AUV von 1,1 Millionen Dollar, einer Store-Level-Marge von 22 Prozent und einer Cash-on-Cash-Rendite von 40 Prozent bei rund 600.000 Dollar Investitionskosten pro Filiale, das sind starke Werte im Restaurantgeschäft.

Wachstumstreiber bleiben drei Hebel: erstens neue Filialen in bestehenden und neuen Märkten, zweitens steigende Umsätze pro Store über Loyalty und Digital, drittens die wachsende Fuel-Energy-Linie, die jüngere Zielgruppen anspricht. Vom IPO-Erlös will Black Rock einen Teil zur Rückzahlung der Kreditlinie und zum Ablösen von Vorzugsanteilen nutzen, der Rest fließt in allgemeine Unternehmenszwecke. Risiken bestehen in der hohen geografischen Konzentration auf wenige US-Bundesstaaten, der Abhängigkeit von Kaffeebohnen-Preisen und der Tatsache, dass das Unternehmen das Wachstumstempo bisher mit erheblichen Investitionen finanziert hat.

Details zum IPO

Black Rock Coffee Bar plant die Erstnotiz an der Nasdaq Global Market unter dem Ticker-Symbol BRCB. Emissionspreis und Volumen wurden im S-1 noch nicht festgelegt. Als Konsortialführer wurden J.P. Morgan, Jefferies, Morgan Stanley und Baird mandatiert, ergänzt durch Stifel, William Blair und Raymond James.

Die Aktienstruktur ist ungewöhnlich: Black Rock geht in einer sogenannten Up-C-Struktur an die Börse, einem Holding-Modell, das die Altgesellschafter steuerlich begünstigt. Es gibt drei Aktienklassen: Class A (eine Stimme pro Aktie, geht an die neuen Anleger), Class B (eine Stimme, ohne wirtschaftliche Rechte) und Class C (zehn Stimmen pro Aktie). Die Co-Founder behalten über die Class-C-Aktien die Stimmrechtsmehrheit. Damit wird Black Rock nach Nasdaq-Definition zu einem "Controlled Company" und kann bestimmte Corporate-Governance-Standards umgehen. Zusätzlich vereinbart das Unternehmen ein Tax Receivable Agreement, durch das ein Großteil künftiger Steuervorteile in Form von Cash-Zahlungen an die Altgesellschafter zurückfließt.

Sponsor des IPOs ist The Cynosure Group, der zusammen mit den Co-Foundern und einigen Direktoren Teil der Tax-Receivable-Agreement-Parteien ist. Das genaue Datum des Börsengangs steht noch nicht fest.

Bewertungskriterien

+

158 Filialen in sieben Bundesstaaten, rund 20 Prozent jährliches Filialwachstum seit 2020

+

Starke Unit Economics: 1,2 Mio. Dollar AUV, 29 Prozent Store-Level-Marge, 40 Prozent Cash-on-Cash-Rendite als Zielwert

+

Engagiertes Loyalty-Programm mit 1,8 Mio. Mitgliedern, die 64 Prozent aller Transaktionen ausmachen

+

Eigenes Energy-Drink-Standbein "Fuel" mit 23,8 Prozent Umsatzanteil im ersten Halbjahr 2025

Co-Founder behalten über Class-C-Aktien mit zehnfachem Stimmrecht die Kontrolle ("Controlled Company")

Komplexe Up-C-Struktur mit Tax Receivable Agreement zugunsten der Altgesellschafter

Hohe geografische Konzentration auf nur sieben US-Bundesstaaten

Teil des IPO-Erlöses fließt in Schuldenrückzahlung und Ablösung von Vorzugsanteilen, nicht ins operative Geschäft