Overview
Roy Mann, Eran Zinman und Eran Kampf gründeten monday.com 2012 in Tel Aviv, damals noch unter dem Namen Dapulse. Der Ausgangspunkt war Manns Erfahrung als Technologiechef bei Wix.com: Wächst ein Unternehmen schnell, brechen Kommunikation und Projektkoordination zusammen. Die bestehenden Tools waren entweder zu starr oder zu komplex. Dapulse sollte das ändern, eine visuelle, anpassbare Plattform, auf der jedes Team seine eigenen Workflows bauen kann, ohne eine Zeile Code schreiben zu müssen. Das erste Produkt wurde 2014 offiziell gelauncht und fand schnell Abnehmer in kleinen und mittleren Unternehmen.
2017 kam der Wendepunkt. Das Unternehmen benannte sich in monday.com um, weil der alte Name, Dapulse, bei Unternehmenskunden auf Skepsis stieß. Die Umbenennung war auch eine strategische Neuausrichtung: weg vom Nischenanbieter, hin zu einer Marke mit globalem Anspruch. Das Wachstum beschleunigte sich. Zwischen 2017 und 2019 wuchs die Nutzerbasis nach Unternehmensangaben um mehr als 200 Prozent pro Jahr. Mit einer Series-D-Finanzierungsrunde von 150 Millionen Dollar im Jahr 2019 erreichte monday.com eine Bewertung von 1,9 Milliarden Dollar. Der Hauptsitz liegt bis heute in Tel Aviv, mit weiteren Büros in New York, London, Sydney und weiteren Städten weltweit.
Management
Roy Mann und Eran Zinman führen monday.com seit der Gründung im Jahr 2012 gemeinsam als Co-CEOs. Mann verantwortet traditionell die geschäftliche Entwicklung und die Unternehmenskultur, Zinman den technischen Bereich, bevor er 2020 ebenfalls in die CEO-Rolle wechselte. Beide sind als Gründer untrennbar mit der Identität des Unternehmens verbunden und halten nach dem Börsengang Sonderrechte über eine Founder-Aktie. Eliran Glazer ist seit mehreren Jahren CFO von monday.com und verantwortet Finanzstrategie, Investor Relations und den Weg des Unternehmens hin zur dauerhaften Profitabilität.
Finanzdaten
Branche
monday.com operiert im Markt für kollaborative Unternehmenssoftware, der Projektmanagement, Workflow-Automatisierung und zunehmend auch CRM- sowie Servicemanagement-Anwendungen umfasst. Der adressierbare Gesamtmarkt wird auf mehrere hundert Milliarden Dollar geschätzt und wächst durch steigende Nachfrage nach cloudbasierten Lösungen für verteilte Teams weiter. Der Einstieg von KI-Werkzeugen in die Branche verändert die Wettbewerbsdynamik: Anbieter, die KI tief in ihre Plattformen integrieren, können Workflows automatisieren und den Nutzernutzen erheblich steigern.
Die Konkurrenz ist breit aufgestellt. Im Kernbereich Projektmanagement und Arbeitsorganisation sind Asana, ClickUp und Atlassian (mit Jira und Confluence) die wichtigsten Mitbewerber. Im wachsenden CRM-Segment treffen Monday.com und HubSpot sowie Salesforce aufeinander. Microsoft stellt mit seinen integrierten Teams-, Planner- und Dynamics-Produkten eine strukturelle Herausforderung dar, da viele Unternehmen bereits in das Microsoft-Ökosystem eingebunden sind. monday.com unterscheidet sich durch seinen Low-Code-Plattformansatz, der es Nutzern ohne technischen Hintergrund ermöglicht, individuelle Workflows und sogar einfache Anwendungen zu bauen.
Der Markt ist überfüllt und der Preisdruck hoch, insbesondere im SMB-Segment. Gleichzeitig bieten größere Unternehmenskunden attraktivere Margen und langfristigere Vertragsbindungen, weshalb viele Anbieter inklusive monday.com strategisch in Richtung Enterprise verschieben.
Produkte und Services
Das Kernprodukt ist monday work management, die ursprüngliche Plattform für Projektkoordination, Aufgabenmanagement und Teamkommunikation. Nutzer können Boards mit individuell konfigurierten Spalten, Automatisierungen und Ansichten bauen, ob als Gantt-Diagramm, Kanban-Board, Kalender oder einfache Tabelle. Die Plattform richtet sich an Teams in nahezu allen Branchen, von Marketing und IT bis zu Produktion und Personalabteilungen. monday work management ist das umsatzstärkste Segment und bildet die Basis der Multi-Produkt-Strategie.
Seit 2023 und 2024 baut monday.com seine Produktfamilie systematisch aus. monday CRM richtet sich an Vertriebsteams und bietet Pipeline-Management, Kontaktverwaltung und Reporting. monday dev ist auf Softwareentwicklungsteams ausgerichtet und ermöglicht agile Planung und Bug-Tracking. monday service deckt IT- und Kundensupportprozesse ab. Mit monday vibe, einer Funktion zum Erstellen eigener Anwendungen auf Basis der Plattformdaten, adressiert das Unternehmen zusätzlich die wachsende Nachfrage nach Low-Code-Entwicklung.
Das Geschäftsmodell basiert auf einem abonnementbasierten SaaS-Modell mit verschiedenen Preisstufen. Grundpakete richten sich an kleine Teams, während Enterprise-Tarife erweiterte Sicherheitsfunktionen, Nutzerverwaltung und Integrationen bieten. Ein Freemium-Einstieg ermöglicht es Nutzern, die Plattform kostenlos auszuprobieren und organisch in zahlende Abonnements überzugehen. Dieser produktorientierte Wachstumsansatz war lange das zentrale Akquisitionswerkzeug, wird aber zunehmend durch einen direkten Vertrieb für Großkunden ergänzt.
