Oatly Group AB Aktie

Marktkapitalisierung

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KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

20.05.2021

Volumen

1.4 Mrd. $

Emissionspreis

17,00 $

Seit Emission

-38.8%

Erstpreis

21,52 $

Seit Erstpreis

-51.6%

Kurs (EOD)

10,41 $

Schlusskurs

Overview

Rickard Öste, Lebensmittelwissenschaftler an der Universität Lund, beschäftigte sich in den 1980er Jahren mit einer damals wenig glamourösen Frage: Wie kann man Menschen mit Laktoseintoleranz eine schmackhafte Alternative zu Kuhmilch anbieten? Nach jahrelanger Laborarbeit gelang ihm und seinem Team 1993 der Durchbruch. Ein patentiertes Enzymverfahren verwandelt Haferstärke in eine cremige Flüssigkeit, die die Ballaststoffe des Hafers erhält und sich ähnlich wie Milch verhält. 1994 gründeten Rickard und sein Bruder Björn Öste die Firma Ceba AB in Lund, aus der später Oatly hervorgehen sollte. Erste Abnehmer waren schwedische Krankenhäuser und Schulen. Den Konsumenten blieb die Marke Oatly bis 2001 unbekannt.

Das änderte sich mit der Berufung von Toni Petersson als CEO im Jahr 2012. Petersson krempelte Marke und Auftreten von Grund auf um. Aus dem klinisch wirkenden Gesundheitsprodukt wurde ein selbstironisches Lifestyle-Getränk mit frechen Verpackungstexten und provokanten Werbekampagnen, die Milchkonventionen offen herausforderten. 2016 betrat Oatly den US-Markt mit einer gezielten Barista-Strategie: Statt im Supermarkt zu starten, belieferte das Unternehmen zuerst Spezialitätencafés, wo Baristas die Qualität des Haferdrinks vor Ort demonstrierten. Der Zug nach Amerika wurde von einer außergewöhnlichen Investorenrunde begleitet: 2020 stieg Blackstone mit einem Konsortium ein, dem unter anderem Oprah Winfrey, Natalie Portman und der frühere Starbucks-Chef Howard Schultz angehörten.

Heute vertreibt Oatly Haferdrinks und eine wachsende Palette aus Hafer-Alternativen für Küche und Genuss in mehr als 20 Ländern. Der Hauptsitz liegt in Malmö, Schweden. Produktion und Vertrieb sind auf drei Segmente aufgeteilt: Europa & International, Nordamerika und Greater China.

Management

Seit Juni 2023 führt Jean-Christophe Flatin das Unternehmen als CEO. Flatin brachte mehr als 30 Jahre Erfahrung aus dem Mars-Konzern mit, wo er unter anderem das Royal-Canin-Tiernahrungsgeschäft als globaler CEO leitete und die globale Schokoladen-Sparte von Mars führte. Er kam 2022 zunächst als Global President zu Oatly und übernahm nach dem Abgang von Gründungs-CEO Toni Petersson die Unternehmensführung. Petersson, der Oatly von 2012 bis 2023 geführt und die internationale Expansion maßgeblich geprägt hatte, wechselte in die Rolle des Co-Chairman des Board of Directors.

CFO ist seit Oktober 2023 Marie-José David. Sie verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im Finanzbereich internationaler Konsumgüterunternehmen, darunter L'Oréal, Pandora und Mars Veterinary Health International. Als COO verantwortet Daniel Ordoñez das operative Geschäft; Ordoñez kam ebenfalls 2022 aus der Konsumgüterbranche zu Oatly und bringt knapp 30 Jahre Erfahrung bei Danone und Unilever mit.

Finanzdaten

Branche

Oatly operiert im Markt für pflanzliche Milchalternativen, einem Segment, das von steigendem Gesundheitsbewusstsein und wachsendem Interesse an tierfreier Ernährung getragen wird. Hafermilch hat sich innerhalb des breiten Feldes aus Hafer-, Mandel-, Soja- und Kokosmilch als besonders beliebt erwiesen: sie überzeugt durch einen neutralen Geschmack, gute Aufschäumbarkeit und einen vergleichsweise niedrigen ökologischen Fußabdruck. Der globale Markt für Hafermilch wurde zuletzt auf rund zwei Milliarden Dollar geschätzt und wächst laut verschiedenen Marktforschungsinstituten mit zweistelligen Wachstumsraten pro Jahr.

Der Wettbewerb ist vielschichtig. Auf der einen Seite stehen spezialisierte Marken wie Califia Farms, Alpro (Danone), Chobani und Planet Oat, die eigene Hafer- und Nussdrinks anbieten. Auf der anderen Seite drängen Eigenmarken der großen Handelsketten mit niedrigeren Preisen in das Regal. Oatly unterscheidet sich durch die Herkunft aus der eigenen Forschung, die patentierte Enzymtechnologie und eine starke Markenidentität, die weit über das Produkt selbst hinausgeht.

Herausfordernd ist, dass das Wachstum der Kategorie nicht gleichmäßig verläuft. In Nordamerika und Europa wächst der Markt stabil, während das Asiengeschäft, insbesondere China, zuletzt unter strukturellen Problemen litt. Gleichzeitig bringt der Erfolg der Kategorie neue Wettbewerber auf den Plan, darunter regionale Anbieter mit Kostenvorteil in lokalen Märkten.

Produkte und Services

Das Kernprodukt von Oatly ist das Hafergetränk in verschiedenen Varianten, allen voran die Barista Edition. Diese enthält einen höheren Fettanteil als die Basisversion und ist speziell darauf ausgelegt, sich beim Aufschäumen wie Vollmilch zu verhalten. Damit ist sie in Tausenden von Cafés weltweit im Einsatz, darunter in Starbucks-Filialen in den USA und anderen großen Kaffeeketten. Der Einstieg über Cafés und das Barista-Handwerk war lange Zeit die strategische Kernroute, um Konsumenten von der Qualität zu überzeugen, bevor sie das Produkt im Supermarkt kaufen.

Neben dem klassischen Haferdrink hat Oatly das Sortiment auf weitere Produktgruppen ausgeweitet. Dazu zählen Kochcreme, Schlagsahne, Crème fraîche und Vanillecreme für den Küchenbereich sowie Hafereiscrème, Joghurtalternativen und trinkfertige Kaffeegetränke wie Cold Brew Latte oder Matcha Latte. Der Anteil dieser Nebenprodukte am Gesamtumsatz ist kleiner als der des Kernprodukts, wächst aber mit der zunehmenden Markenbekanntheit. Oatly verdient sein Geld primär über den Direktverkauf an Einzelhändler und Gastronomiebetriebe, ohne wesentliche Lizenz- oder Plattformerlöse.

Technische Analyse

Details zum IPO

Oatly ging am 20. Mai 2021 per klassischem Börsengang an die Nasdaq Global Select Market unter dem Ticker OTLY. Das Unternehmen emittierte American Depositary Shares (ADS), also hinterlegte Zertifikate, die je eine Stammaktie repräsentieren. Dieser Weg ist für ausländische Unternehmen, die in den USA Kapital aufnehmen wollen, gängige Praxis. Der Emissionspreis lag bei 17,00 Dollar pro ADS, am oberen Ende der ursprünglichen Preisspanne von 15 bis 17 Dollar. Beim ersten Handel eröffnete die Aktie bei 22,12 Dollar.

Insgesamt wurden rund 84,4 Millionen ADS platziert, davon knapp 64,7 Millionen neue Anteile durch das Unternehmen selbst. Der Bruttoerlös aus dem IPO betrug rund 1,43 Milliarden Dollar, wovon Oatly nach Abzug von Underwriting-Gebühren und IPO-Kosten netto rund 1,04 Milliarden Dollar erhielt. Beim Börsengang wurde Oatly mit rund 10 Milliarden Dollar bewertet. Lead Underwriter waren Morgan Stanley, J.P. Morgan und Credit Suisse, begleitet von Barclays, Jefferies, BNP Paribas, BofA Securities, Piper Sandler und RBC Capital Markets.

Die Monate nach dem Börsengang verliefen turbulent. Im Juli 2021 veröffentlichte der Leerverkäufer Spruce Point Capital einen kritischen Bericht, der Fragen zur Unternehmensführung und den Nachhaltigkeitsversprechen aufwarf. Die Aktie fiel in der Folge zeitweise unter den Emissionspreis. Nachdem das Unternehmen über Jahre hinweg Verluste schrieb und seine Produktionsinfrastruktur reorganisieren musste, gab es erst ab 2024 deutlichere Zeichen einer Erholung. Für 2025 stellte die Unternehmensführung erstmals profitables Wachstum als öffentlich gelistetes Unternehmen in Aussicht.

Outlook

Oatly hat die Unternehmensstruktur seit 2022 grundlegend umgebaut. Die Produktion wurde von einem Eigenfertigungsmodell auf ein schlankeres Modell mit Co-Produzenten umgestellt, was den Kapitalbedarf senkt und die operative Flexibilität erhöht. Nordamerika und Europa bleiben die Wachstumsmärkte, während das Chinageschäft nach einem strategischen Rückzug aus unprofitablen Kanälen selektiv neu aufgestellt wird. Die Barista Edition bleibt der Anker im Foodservice-Kanal, während Retail und neue Produktkategorien wie Kochcreme und Kaffeegetränke den Umsatzmix verbreitern sollen.

Strukturell profitiert Oatly davon, dass pflanzliche Lebensmittel in vielen westlichen Märkten wachsende Regallängen und zunehmende Listungsbereitschaft im Einzelhandel erfahren. Dem steht ein zunehmendes Preisdruckumfeld durch Eigenmarken gegenüber, das Oatlys Positionierung als Premiummarke auf Dauer herausfordert. Die entscheidende Frage für die nächsten Jahre ist, ob es dem Unternehmen gelingt, Wachstum und Profitabilität dauerhaft zu kombinieren, nachdem die frühen Börsenjahre von hohen Verlusten geprägt waren.

Bewertungskriterien

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Starke Markenidentität mit hohem Wiedererkennungswert im Premiumsegment

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Pionierrolle in der Hafermilchkategorie mit patentierter Enzymtechnologie als technologischem Fundament

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Breite internationale Präsenz in mehr als 20 Ländern mit Wachstum in Nordamerika und Europa

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Strategischer Zugang zum Foodservice-Kanal über Kaffeeketten wie Starbucks

Hohe Verluste seit dem Börsengang 2021 und bisher kein nachhaltiger Jahresgewinn als börsennotiertes Unternehmen

Starker Rückgang im China-Segment und strukturelle Herausforderungen in Asien

Wachsender Preisdruck durch Eigenmarken im Hafergetränke-Segment

Abhängigkeit von der Barista Edition als Kernprodukt; Diversifizierung des Portfolios dauert länger als erwartet

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