Similarweb Aktie – Technologie-Börsengang 2021

Similarweb Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

12.05.2021

Volumen

176 Mio. $

Emissionspreis

22,00 $

Seit Emission

-80.1%

Erstpreis

21,15 $

Seit Erstpreis

-79.3%

Kurs (EOD)

4,38 $

Schlusskurs

Overview

Or Offer gründete Similarweb 2007 in Tel Aviv, als 23-Jähriger ohne technischen Hintergrund und ohne Mitgründer. Er hatte zuvor versucht, den Online-Verkauf von Schmuck seiner Eltern aufzubauen, und dabei gemerkt, wie schwer es war zu verstehen, was Nutzer im Netz wirklich tun. Aus dieser Erfahrung entstand die Idee zu einem Tool, das Webtraffic transparent macht. Die ersten Jahre waren geprägt von Experimenten. Erst 2011 fand das Unternehmen seine heutige Ausrichtung als Plattform für digitale Marktanalyse.

Seitdem hat sich Similarweb vom israelischen Startup zum global aufgestellten Datenanbieter entwickelt. Das Unternehmen durchlief mehrere Finanzierungsrunden, in denen es unter anderem den südafrikanischen Medienkonzern Naspers als Investor gewann, und wuchs die Belegschaft zwischen 2019 und 2021 um mehr als 100 Prozent. Mit dem Börsengang im Mai 2021 wurde Similarweb zur börsengeführten Gesellschaft. Der Hauptsitz liegt nach wie vor in Tel Aviv, daneben betreibt das Unternehmen Büros in New York, London, Tokio und weiteren Städten.

Management

Or Offer führt Similarweb seit der Gründung 2007 als CEO. Offer ist eine Ausnahmeerscheinung unter israelischen Tech-Unternehmern: Er hat keinen Abschluss in Informatik, durchlief keine renommierte Militäreinheit und gründete das Unternehmen allein. Sein Anteil am Unternehmen blieb über viele Finanzierungsrunden hinweg vergleichsweise hoch, was für Alleinerfinder eher ungewöhnlich ist. Beim IPO verkaufte Offer 500.000 Aktien aus seinem eigenen Bestand, was im Prospekt als außerordentlicher Umstand ausgewiesen wurde.

Seit 2025 verantwortet Ran Vered als CFO die Finanzen des Unternehmens. Vered bringt über 20 Jahre Erfahrung als Finanzvorstand bei börsennotierten Technologieunternehmen mit, darunter Stationen als CFO bei der SaaS-Plattform Lusha (2022 bis 2025) sowie bei Ceragon und Radcom. Susan Dunn leitet als Chief Revenue Officer den globalen Vertrieb und war zuvor drei Jahrzehnte bei NielsenIQ tätig, zuletzt als CRO.

Finanzdaten

Branche

Similarweb bewegt sich im Markt für digitale Marktintelligenz und Web-Analytics, der von der wachsenden Bedeutung datengestützter Entscheidungen im Marketing, im Investmentbereich und im Unternehmensvertrieb getrieben wird. Unternehmen, die verstehen wollen, wie sich Nutzer im Internet verhalten, welche Seiten ihre Wettbewerber besuchen und woher Traffic kommt, sind auf externe Datenquellen angewiesen, da sie keinen Zugriff auf die Systeme ihrer Konkurrenten haben.

Zu den direkten Wettbewerbern gehören Semrush, Comscore und Ahrefs. Semrush und Similarweb überschneiden sich dabei im SEO- und Wettbewerbsanalyse-Segment, unterscheiden sich aber im Fokus: Semrush richtet sich stärker an SEO-Spezialisten, Similarweb positioniert sich als breiter aufgestellte Marktintelligenz-Plattform für Analysten, Investoren und Unternehmensstrategien. Comscore adressiert vor allem Medienunternehmen und Werbekunden mit Publikumsmessung. Im Investor-Intelligence-Bereich trifft Similarweb auf spezialisierte Alternative-Data-Anbieter.

Ein struktureller Rückenwind kommt aus der Digitalisierung des Wettbewerbs selbst. Je mehr Märkte online stattfinden, desto wertvoller werden Daten über digitales Verhalten. Gleichzeitig setzen verschärfte Datenschutzvorgaben wie die DSGVO Grenzen, wie und welche Daten erhoben werden dürfen, was die Datenerhebungsmethoden von Anbietern wie Similarweb laufend unter Druck setzt.

Produkte und Services

Das Kernprodukt von Similarweb ist die Digital-Intelligence-Plattform, die Daten zu Website-Traffic, Nutzerverhalten, Keyword-Performance und Wettbewerbspositionierung liefert. Die Plattform aggregiert Signale aus hunderten Quellen, kombiniert Clickstream-Daten mit Panel-Analysen und maschinellem Lernen und stellt die Ergebnisse über ein webbasiertes Dashboard sowie über eine API bereit. Kunden wie Walmart, Airbnb, Adidas und DHL nutzen die Plattform, um ihre digitale Marktposition zu verstehen und Strategieentscheidungen zu treffen.

Neben der Kernplattform betreibt Similarweb zwei weitere Geschäftsbereiche. Sales Intelligence richtet sich an Vertriebsteams, die potenzielle Kunden identifizieren und qualifizieren wollen: Das Tool durchsucht eine Datenbank von über 100 Millionen Websites und liefert Kontaktdaten, Traffic-Signale und Kaufintentionen. Investor Intelligence wiederum versorgt Hedgefonds, Vermögensverwalter und Analysten mit alternativen Daten zu börsennotierten und privaten Unternehmen, etwa um Umsatzentwicklungen frühzeitig zu antizipieren. Das Umsatzmodell basiert durchgehend auf jährlichen Abonnements.

Technische Analyse

Details zum IPO

Similarweb ging am 12. Mai 2021 über einen klassischen IPO an die New York Stock Exchange unter dem Ticker SMWB. Der Emissionspreis lag bei 22 Dollar je Aktie, oberhalb der ursprünglich angestrebten Preisspanne von 19 bis 21 Dollar. Insgesamt wurden 8 Millionen Aktien platziert, davon 7,5 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 500.000 Aktien aus dem Bestand von CEO Or Offer. Der Bruttoerlös aus dem Börsengang betrug rund 176 Millionen Dollar, wovon Similarweb selbst rund 153 Millionen Dollar erhielt. Die Bewertung lag beim IPO bei rund 1,6 Milliarden Dollar.

Als Lead Underwriter fungierten J.P. Morgan und Citigroup, begleitet von Barclays und Jefferies als Joint Book-Running Managern sowie JMP Securities, Oppenheimer & Co. und William Blair als Co-Managern. Das israelische Unternehmen trat damit unter dem Status eines "Foreign Private Issuer" an die NYSE, was bestimmte Erleichterungen bei den US-amerikanischen Berichtspflichten mit sich brachte. Die Erlöse sollten nach Unternehmensangaben in Vertrieb, Produktentwicklung und mögliche Akquisitionen fließen.

Outlook

Similarweb investiert verstärkt in KI-gestützte Funktionen, um die Plattform über reine Datenlieferung hinaus zu entwickeln. Mit dem 2023 eingeführten KI-Assistenten SimilarAsk können Nutzer Datenbankabfragen in natürlicher Sprache stellen, ohne selbst Analysen konfigurieren zu müssen. Das reduziert die Einstiegshürde für neue Nutzer und soll den Einsatz in größeren Organisationen ausweiten. Parallel dazu entwickelt das Unternehmen Tools, um zu messen, welche Sichtbarkeit Marken in KI-Chatbots wie ChatGPT und Gemini erzielen, was einen neuen Kanal für Marktintelligenz erschließt.

Das Wachstum hängt maßgeblich davon ab, ob Similarweb seine Großkundenstruktur weiter ausbauen kann. Kunden mit einem Jahresabonnement von über 100.000 Dollar tragen rund 63 Prozent des wiederkehrenden Umsatzes, obwohl sie weniger als acht Prozent der Gesamtkundenzahl ausmachen. Gelingt die internationale Expansion außerhalb des US-Markts, bietet sich erhebliches Wachstumspotenzial. Risiken bleiben die Abhängigkeit von Drittdatenquellen, wachsender Wettbewerb durch etablierte Plattformen und der anhaltende Druck durch schärfere Datenschutzregulierung.

Bewertungskriterien

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Abonnementbasiertes Geschäftsmodell mit hoher Umsatzvisibilität und stabiler Kundenbasis

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Starke Positionierung bei Enterprise-Kunden mit hohem Jahresvolumen und gutem Expansionspotenzial pro Kund

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Breites Produktportfolio adressiert unterschiedliche Käufergruppen (Marketing, Sales, Investoren)

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Konsequente Entwicklung in Richtung non-GAAP-Profitabilität seit 2023

Anhaltende GAAP-Verluste trotz wachsendem Umsatz

Starke Abhängigkeit von wenigen Großkunden, die den Großteil des ARR ausmachen

Internationales Wachstum bleibt hinter dem US-Segment zurück

Datenschutzregulierung (DSGVO, CCPA) schränkt Datenerhebungsmethoden ein und schafft regulatorische Unsicherheit