Overview
Aura Minerals entstand in seiner heutigen Form 2006, als der frühere Yamana-Gold-CEO Victor Bradley ein kanadisches Vorgängerunternehmen umstrukturierte und unter dem Namen Aura Gold an die Toronto Stock Exchange brachte. Der Fokus lag von Beginn an auf Goldprojekten in Brasilien. In den folgenden Jahren erweiterte das Unternehmen sein Portfolio um Minen in Honduras und Mexiko, geriet aber zwischen 2013 und 2015 durch fallende Goldpreise und operative Probleme in Schwierigkeiten.
Ein Wendepunkt kam 2016. Der brasilianische Unternehmer Paulo Carlos de Brito übernahm den Vorsitz des Verwaltungsrats und verlegte den operativen Hauptsitz von Toronto nach Miami. Der juristische Sitz wurde auf die Britischen Jungferninseln verlagert, was steuerliche und administrative Vorteile bringen sollte. Anfang 2017 wurde Rodrigo Barbosa zum CEO ernannt. Unter der neuen Führung verdoppelte Aura die Goldproduktion zwischen 2018 und 2024 und brachte mehrere neue Minen in Betrieb, darunter Almas in Tocantins und Borborema in Rio Grande do Norte.
Aura betreibt sechs aktive Minen in Brasilien, Mexiko und Honduras sowie mehrere Entwicklungsprojekte. Dazu zählen Era Dorada in Guatemala, Matupá in Mato Grosso und das Kupferprojekt Carajás. Mit dem Börsengang an der NASDAQ im Juli 2025 verlagerte das Unternehmen seinen Haupthandelsplatz in die USA.
Management
Rodrigo Barbosa führt Aura Minerals seit Januar 2017 als President und CEO. Der gebürtige Brasilianer ist studierter Maschinenbauingenieur, machte einen MBA an der University of Southern California und war zuvor CEO des Textilkonzerns Tavex/Santista, den er strategisch und finanziell sanierte. Davor arbeitete er als Investmentbanker bei Itaú und war Finanzvorstand der Camargo-Corrêa-Gruppe. Barbosa wird zugeschrieben, das Unternehmen aus einer operativen Krise geführt und auf einen Wachstumspfad gebracht zu haben.
Vorsitzender des Verwaltungsrats ist seit Mai 2016 der brasilianische Unternehmer Paulo Carlos de Brito. Er verfügt über mehr als 45 Jahre Erfahrung in den Bereichen Bergbau, Energie und Agrar und gründete unter anderem Mineração Santa Elina, einen brasilianischen Bergbaubetreiber. Brito prägt die strategische Ausrichtung des Unternehmens seit der Neuausrichtung 2016. Das Finanzressort verantwortet João Kleber Cardoso als CFO, das operative Geschäft Glauber Luvizotto als COO.
Finanzdaten
Branche
Aura operiert im weltweiten Goldbergbau, einem Markt mit einem geschätzten Volumen von rund 200 bis 260 Milliarden Dollar pro Jahr. Die globale Minenproduktion liegt bei etwa 3.200 bis 3.500 Tonnen Gold jährlich. Die größte Nachfrage entfällt traditionell auf Schmuck, gefolgt von Investmentprodukten wie Barren, Münzen und ETFs sowie industriellen Anwendungen in Elektronik und Zahnmedizin. Beim Kupfer profitiert die Branche von der Energiewende und der wachsenden Nachfrage durch Stromnetze, Elektromobilität und erneuerbare Energien.
Der Markt wird von Großkonzernen wie Newmont, Barrick Gold, Agnico Eagle und AngloGold Ashanti dominiert, die jährlich Millionen Unzen Gold fördern. Aura ist ein sogenannter Mid-Tier-Produzent, also ein mittelgroßes Bergbauunternehmen mit einer Jahresproduktion im Bereich von rund 270.000 bis 300.000 Goldäquivalenz-Unzen. Direkte Wettbewerber in dieser Größenordnung sind Unternehmen wie B2Gold, Alamos Gold, Equinox Gold oder Hochschild Mining. Mid-Tier-Produzenten verbinden in der Regel höhere Wachstumsraten mit einer geringeren geografischen Diversifikation als die Großen der Branche.
Aura ist geografisch auf Lateinamerika fokussiert und besitzt nach eigenen Angaben Mineralrechte auf über 560.000 Hektar. Die Konzentration auf die Region bringt Vorteile wie geringere Förderkosten und etablierte Genehmigungsprozesse, gleichzeitig aber Länderrisiken in Form von politischen Veränderungen, Genehmigungsverzögerungen oder Konflikten mit lokalen Gemeinden. Im Vergleich zu den großen Produzenten ist das Portfolio kleiner und konzentrierter, was höhere Klumpenrisiken bei einzelnen Minen bedeutet.
Produkte und Services
Aura erzielt seine Umsätze durch den Verkauf von Gold, Kupfer und in geringerem Umfang Silber. Gold steht für rund 70 Prozent, Kupfer für etwa 30 Prozent des Geschäfts. Die Produktion wird häufig in Goldäquivalenz-Unzen ausgedrückt, einer Kennzahl, die Silber- und Kupferförderung über aktuelle Marktpreise auf Goldwerte umrechnet. Im Jahr 2024 erreichte Aura eine Gesamtproduktion von rund 267.000 Goldäquivalenz-Unzen.
Das operative Geschäft verteilt sich auf sechs aktive Minen. Aranzazu in Zacatecas (Mexiko) ist die einzige Kupfermine im Portfolio und produziert zusätzlich Gold und Silber als Nebenprodukte. Die brasilianischen Standorte Apoena in Mato Grosso und Almas in Tocantins sind Goldminen, ebenso die Mine Minosa in San Andrés (Honduras). 2025 kamen die neue Mine Borborema in Rio Grande do Norte sowie die zugekaufte Mine Mineração Serra Grande in Goiás dazu. Die Förderung erfolgt überwiegend im Tagebau mit angeschlossener Aufbereitung über Cyanidlaugung.
Neben den aktiven Minen verfügt Aura über mehrere Entwicklungsprojekte. Dazu zählen Era Dorada in Guatemala, das durch die Übernahme von Bluestone Resources Anfang 2025 ins Portfolio kam, sowie Matupá in Mato Grosso. Das Kupferprojekt Carajás in der gleichnamigen brasilianischen Bergbauregion gehört zu den langfristigen Wachstumsoptionen. Die Erlöse generiert Aura über Spotverkäufe und langfristige Lieferverträge mit Banken, Raffinerien und industriellen Abnehmern.
