Klarna Group Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

10.9.2025

Volumen

1.4 Mrd. $

Emissionspreis

40,00 $

Seit Emission

-63.7%

Erstpreis

42,74 $

Seit Erstpreis

-66.1%

Kurs (EOD)

14,50 $

Schlusskurs

Overview

Sebastian Siemiatkowski, Niklas Adalberth und Victor Jacobsson lernten sich an der Stockholm School of Economics kennen. 2005 gründeten sie gemeinsam das Unternehmen Kreditor, das später unter dem Namen Klarna bekannt werden sollte. Siemiatkowski hatte zuvor bei einem Factoring-Anbieter Kunden akquiriert und dabei beobachtet, wie umständlich der Online-Handel mit Bezahlvorgängen umging. Ihre Lösung war einfach. Ein Vermittler sollte den Händler sofort bezahlen und das Geld später vom Kunden eintreiben, der die Ware erst nach Erhalt begleichen muss. Bei einem Pitch-Wettbewerb der Hochschule belegte das Trio den letzten Platz, weil die Jury das Konzept für aussichtslos hielt. Die Gründer machten trotzdem weiter und wickelten im April 2005 ihre erste Transaktion mit einem Stockholmer Buchhändler ab.

2009 wurde Kreditor in Klarna umbenannt, ein Wortspiel auf das schwedische "klar". Mit der Übernahme des deutschen Anbieters SOFORT für rund 150 Millionen Dollar im Jahr 2014 öffnete sich die Tür zum DACH-Markt. 2017 erhielt das Unternehmen eine schwedische Banklizenz und entwickelte sich vom reinen Zahlungsanbieter zu einer breiter aufgestellten Finanzplattform. Während der Pandemie kletterte die Bewertung 2021 auf 45,6 Milliarden Dollar, brach im Sommer 2022 jedoch um 85 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar ein. Anschließend setzte Klarna konsequent auf Kosteneffizienz, Personalabbau und den frühen Einsatz generativer KI.

Klarna beschäftigt rund 3.400 Mitarbeiter, hauptsächlich am Hauptsitz in Stockholm. Der börsennotierte Konzern Klarna Group plc ist seit 2024 das Mutterunternehmen der Gruppe und über die schwedische Tochter Klarna Bank AB als Bank lizenziert. Über die Plattform laufen jährlich mehr als 100 Milliarden Dollar an Handelsvolumen, womit Klarna nach Volumen der größte BNPL-Anbieter weltweit ist, deutlich vor dem US-Konkurrenten Affirm.

Management

Sebastian Siemiatkowski führt Klarna seit der Gründung 2005 als CEO. Der Sohn polnischer Einwanderer wuchs in Uppsala auf und studierte an der Stockholm School of Economics. Während eines Sabbaticals beim Factoring-Unternehmen entwickelte er die Idee, die später zu Klarna wurde. Auch nach dem Börsengang ist Siemiatkowski der bestimmende Kopf des Unternehmens und hält weiterhin einen signifikanten Anteil. Die beiden Mitgründer Niklas Adalberth und Victor Jacobsson zogen sich 2015 beziehungsweise 2012 aus dem operativen Geschäft zurück.

Seit März 2021 verantwortet Niclas Neglén als CFO die Finanzen. Vor Klarna war er fünf Jahre lang COO und CFO EMEA bei HSBC Private Bank, davor CFO bei GE Capital UK. Yaron Shaer leitet als CTO die Technologie, David Sandström verantwortet das Marketing und David Sykes das kommerzielle Geschäft. Klarna setzt seit 2017 auf eine flache Organisation mit kleinen autonomen Teams nach dem Vorbild von Amazon, was die Innovationsgeschwindigkeit erhöht, gelegentlich aber zu Kommunikationsbrüchen geführt hat.

Finanzdaten

Branche

Klarna agiert im Markt für "Buy Now, Pay Later" (BNPL), also Ratenzahlung beim Online-Einkauf. Das globale BNPL-Handelsvolumen lag 2025 bei rund 560 Milliarden Dollar. Nach Schätzungen von Research and Markets wächst der Markt jährlich um etwa 13 Prozent. In den USA, dem für Klarna wichtigsten Wachstumsmarkt, lag das Marktvolumen 2025 bei rund 107 Milliarden Dollar. Treiber sind höhere Lebenshaltungskosten, hohe Kreditkartenzinsen und der anhaltende E-Commerce-Boom.

Wichtigster Wettbewerber im US-Markt ist Affirm. Das Unternehmen hielt lange Zeit Verträge mit Walmart, Amazon und Shopify und ist seit 2021 selbst börsennotiert. Auch Afterpay spielt eine wichtige Rolle und wurde 2021 von Block für 29 Milliarden Dollar übernommen. PayPal bietet mit "Pay in 4" und "Pay Monthly" eigene Ratenprodukte an, regional konkurrieren Anbieter wie Tabby im Nahen Osten oder Zip in Australien. Apple Pay hat ebenfalls Ratenzahlung integriert, teils in Kooperation mit Klarna selbst. Klassische Banken und Kreditkartenanbieter drängen mit eigenen Lösungen ebenfalls in den Markt.

Klarna ist nach Handelsvolumen der größte BNPL-Anbieter weltweit. Mit einem GMV von 105 Milliarden Dollar im Jahr 2024 lag das Unternehmen über dem Dreifachen von Affirm mit rund 31 Milliarden Dollar. Strukturell steht die Branche jedoch unter Druck. Steigende regulatorische Anforderungen in der EU, den USA und Großbritannien erhöhen die Compliance-Kosten und könnten dazu führen, dass BNPL-Produkte ähnlich strikt behandelt werden wie klassische Konsumkredite.

Produkte und Services

Den größten Umsatzanteil erwirtschaftet Klarna mit Händlergebühren. Pro Transaktion zahlen Händler einen variablen Anteil von rund drei bis sechs Prozent des Kaufpreises plus eine kleine Pauschale. Im Gegenzug erhalten sie höhere Konversionsraten und größere Warenkörbe. 75 Prozent des Transaktions- und Servicegeschäfts entfielen 2024 auf diese Händlergebühren, weitere 16 Prozent auf Erinnerungsgebühren bei verspäteter Zahlung und 8 Prozent auf Werbeerlöse aus der Klarna-App.

Das wichtigste Konsumentenprodukt ist die Ratenzahlung in vier oder drei gleichen Raten ohne Zinsen. Daneben bietet Klarna "Pay in 30 Days" sowie langfristige Finanzierungen unter der Marke "Fair Financing", bei denen Zinsen anfallen. Diese verzinslichen Kredite machten 2024 rund 24 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Klarna übernimmt das Ausfallrisiko und refinanziert sich über Kundeneinlagen sowie über die Veräußerung von Forderungen an institutionelle Investoren.

Seit 2024 baut Klarna das Bankgeschäft konsequent aus. Die Klarna Card ist eine Debitkarte mit optionalen Kreditfunktionen, die in den USA bereits mehrere Millionen Anmeldungen verzeichnet hat. Hinzu kommt das Abo-Modell Klarna Plus mit verschiedenen Mitgliedschaftsstufen sowie ein wachsendes Werbegeschäft, in dem Händler Anzeigen direkt in der Klarna-App schalten können. Über einen KI-gestützten Shopping Assistant bündelt Klarna Produktvergleich, Empfehlungen und Bezahlung in einer einzigen App.

Technische Analyse

Details zum IPO

Klarna ging am 10. September 2025 unter dem Ticker KLAR an die New York Stock Exchange. Der Emissionspreis lag bei 40 Dollar pro Aktie und damit oberhalb der ursprünglich geplanten Spanne von 35 bis 37 Dollar. Insgesamt wurden 34,3 Millionen Aktien platziert. Klarna selbst gab fünf Millionen neue Aktien aus und erhielt daraus rund 200 Millionen Dollar. Den größeren Teil von etwa 1,17 Milliarden Dollar nahmen Altaktionäre durch den Verkauf bestehender Aktien ein. Das Gesamtvolumen des IPO lag damit bei rund 1,37 Milliarden Dollar.

Lead Underwriter waren Goldman Sachs, J.P. Morgan und Morgan Stanley. Als weitere Bookrunner traten BofA Securities, Citigroup, Deutsche Bank, Société Générale und UBS auf. Bei einer Erstbewertung von rund 15 Milliarden Dollar lag Klarna deutlich unter dem privaten Höchststand von 45,6 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2021. Am Eröffnungstag stieg die Aktie auf 52 Dollar und schloss bei 45,82 Dollar, was einem Plus von rund 15 Prozent gegenüber dem Emissionspreis entsprach.

Der Börsengang war der bis dahin größte US-IPO des Jahres 2025. Klarna hatte den Schritt mehrfach verschoben, zuletzt im Frühjahr 2025 wegen Marktturbulenzen rund um neue US-Importzölle. Anders als der schwedische Vorgänger Spotify, der sich 2018 für ein Direct Listing entschied, wählte Klarna bewusst den klassischen IPO-Weg, um Kapital aufzunehmen und Altaktionären einen geordneten Exit zu ermöglichen.

Outlook

Strategisch verfolgt Klarna zwei Stoßrichtungen. Im US-Markt soll die Partnerschaft mit Walmart, die Klarna im März 2025 dem Wettbewerber Affirm abjagte, das Wachstum beschleunigen. Über die Walmart-eigene Fintech-App OnePay übernimmt Klarna die Bonitätsprüfung für Ratenkredite mit Laufzeiten zwischen drei und 36 Monaten. Parallel baut Klarna mit der Klarna Card, Tagesgeldkonten und einem Abo-Modell ein vollwertiges Bankgeschäft auf. Die KI-Strategie spielt dabei eine zentrale Rolle, der seit 2023 mit OpenAI entwickelte Assistent erledigt nach Unternehmensangaben zwei Drittel aller Kundenanfragen und sparte 2024 rund 39 Millionen Dollar Kosten ein.

Die größten Risiken liegen im US-Kreditgeschäft, wo höhere Ausfallraten die Profitabilität schnell auffressen können, und in der zunehmenden Regulierung. Die EU verschärft mit der Consumer Credit Directive die Auflagen für BNPL-Anbieter, ähnliche Schritte sind in den USA und Großbritannien geplant. Auch der Wettbewerbsdruck durch finanzkräftige Konkurrenten wie PayPal, große Geschäftsbanken und Apple bleibt hoch.

Bewertungskriterien

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Globaler Marktführer im BNPL nach Handelsvolumen mit über 110 Millionen aktiven Nutzern und rund 790.000 Händlern

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Rückkehr zur Profitabilität 2024 mit 21 Millionen Dollar Nettogewinn nach mehreren Verlustjahren

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Klarna Card und Bankgeschäft eröffnen neue Umsatzquellen jenseits von Händlergebühren

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Aggressive KI-Strategie senkt Kosten messbar (rund 39 Millionen Dollar Einsparung 2024) und steigert die Skalierbarkeit

Hohe Abhängigkeit von Händlergebühren als Hauptumsatzquelle (75 Prozent der Transaktions- und Servicerlöse)

Kreditgeschäft macht Klarna anfällig für Konjunkturzyklen und steigende Ausfallraten

IPO-Bewertung lag rund 70 Prozent unter dem privaten Höchststand von 2021

Zunehmende Regulierung in der EU, den USA und Großbritannien erhöht Compliance-Kosten