Aevex Aktie – Raumfahrt-Börsengang 2026

Aevex Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

17.04.2026

Volumen

320 Mio. $

Emissionspreis

20,00 $

Seit Emission

+34.1%

Erstpreis

23,01 $

Seit Erstpreis

+16.6%

Kurs (EOD)

26,82 $

Schlusskurs

Overview

Brian Raduenz gründete AEVEX 2017 unter dem Dach des Private-Equity-Investors Trive Capital. Das Unternehmen entstand aus der Fusion der Defense-Spezialisten Merlin Global Services, CSG Solutions und Special Operations Solutions. Raduenz selbst hatte zuvor 20 Jahre in der US Air Force gedient. Im Pentagon verantwortete er nach dem 11. September die Aufsicht über die Drohnenprogramme. Der Sitz des neuen Unternehmens wurde Solana Beach in Kalifornien. Das Geschäft konzentrierte sich anfangs auf flugzeugbasierte Aufklärung für US-Geheimdienste, Spezialeinheiten und das Verteidigungsministerium.

2020 übernahmen die Private-Equity-Gesellschaften Madison Dearborn Partners und CoVant Management die Mehrheit. Unter den neuen Eigentümern verlagerte AEVEX den Schwerpunkt von klassischen Aufklärungsdienstleistungen hin zu eigenen unbemannten Systemen. Übernahmen wie IKHANA Aircraft Services und Geodetics 2020 erweiterten die Fertigungs- und Wartungskapazitäten. Mit der Akquisition von Veth Research Associates kam Technologie für Navigation in GPS-gestörten Umgebungen hinzu.

Den Durchbruch brachte die Phoenix-Ghost-Drohnenfamilie. Ursprünglich für die US Air Force entwickelt, wurde die Plattform ab April 2022 in großen Stückzahlen an die Ukraine geliefert. AEVEX beschäftigt rund 700 Mitarbeiter an Standorten in Kalifornien, Florida, Ohio, North Carolina, Virginia und Massachusetts. Bis Ende 2025 hat das Unternehmen über 6.200 unbemannte Systeme ausgeliefert.

Management

Roger Wells führt AEVEX seit November 2025 als CEO. Wells war zuvor COO und Executive Vice President bei Mercury Systems. Dort verantwortete er ein Defense-Electronics-Portfolio mit knapp einer Milliarde Dollar Jahresumsatz. Davor hatte er Führungspositionen bei FLIR Systems, ICX Technologies und Northrop Grumman inne. Er war im April 2025 zunächst als President zu AEVEX gekommen, um die schrittweise Übernahme der CEO-Rolle vorzubereiten.

Gründer Brian Raduenz fungiert seit November 2025 als Executive Chairman. In dieser Rolle konzentriert er sich auf strategische Übernahmen, Partnerschaften und das internationale Wachstum. CFO ist seit Oktober 2025 Todd Booth, der zuvor CFO bei Teledyne FLIR war. Brett Hush leitet seit September 2025 die Tactical-Systems-Sparte. Er baute zuvor als Executive Vice President bei AeroVironment die Switchblade-Loitering-Munition-Sparte auf. Madison Dearborn Partners stellt mit Matt Norton, Brandon Levitan und Ben Spacapan zentrale Vertreter im Board of Directors.

Finanzdaten

Branche

AEVEX operiert im Markt für unbemannte Systeme und militärische Aufklärungstechnologie. Durch den Krieg in der Ukraine und den verstärkten Wettbewerb zwischen Großmächten hat dieser Markt massiv an Bedeutung gewonnen. Die weltweiten Verteidigungsausgaben sind seit 2024 um etwa neun Prozent gestiegen, der höchste Zuwachs seit dem Ende des Kalten Krieges. Im Haushaltsentwurf des Pentagons für das Geschäftsjahr 2027 sind über 50 Milliarden Dollar für unbemannte autonome Systeme vorgesehen. AEVEX schätzt den adressierbaren Markt für Kerntechnologien bei unbemannten Systemen auf rund elf Milliarden Dollar in den USA. Weltweit beziffert das Unternehmen die jährliche Opportunität bis 2030 auf rund 26 Milliarden Dollar.

Der Wettbewerb ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Mit AeroVironment (Hersteller der Switchblade-Loitering-Munitions) und Kratos Defense steht AEVEX zwei börsennotierten US-Konkurrenten gegenüber. Größer und finanzkräftiger sind die privaten Spezialisten Anduril Industries und Shield AI. Beide adressieren ähnliche Produktkategorien und haben in den letzten Finanzierungsrunden Milliardenbewertungen erreicht. Im Bereich Aufklärungstechnologie konkurriert AEVEX zudem mit etablierten Konzernen wie General Dynamics, L3Harris und Elbit Systems.

AEVEX positioniert sich über kampferprobte Plattformen und eine vertikal integrierte Fertigung mit rund 100.000 Quadratfuß Produktionsfläche. Hinzu kommt eigene Software für Navigation in GPS-gestörten Umgebungen. Der Krieg in der Ukraine hat die Nachfrage nach kostengünstigen, in Massen produzierbaren Drohnen verschoben. Allein 2025 wurden in der Ukraine schätzungsweise vier Millionen Drohnen gefertigt. AEVEX setzt darauf, sich mit dem proprietären CompassX-Navigationssystem und einem modularen Plattformansatz vom Wettbewerb abzugrenzen.

Produkte und Services

AEVEX gliedert sein Geschäft in zwei Segmente. Tactical Systems steht für rund drei Viertel des Umsatzes und umfasst die Entwicklung und Produktion autonomer unbemannter Systeme. Hierzu gehört die Phoenix-Ghost-Familie aus Loitering Munitions. Das sind unbemannte Flugkörper, die über einem Zielgebiet kreisen und sich auf Befehl gegen ein Ziel stürzen. Zur Produktpalette zählen Atlas, Disruptor und Dominator. Atlas ist eine Gruppe-2-Drohne mit rund 120 Kilometern Reichweite. Disruptor und Dominator sind größere Gruppe-3-Systeme mit Reichweiten zwischen 600 und 1.300 Kilometern. Daneben fertigt AEVEX unbemannte Wasserfahrzeuge und sogenannte Threat Replicators, die im Training oder bei Tests gegnerische Drohnen simulieren.

Das zweite Segment Global Solutions trägt rund ein Viertel zum Umsatz bei. Hier bündelt AEVEX klassische Aufklärungsdienstleistungen, Modifikationen bemannter und unbemannter Flugzeuge sowie Sensorintegration und Mission Support. Diese Sparte stammt im Kern aus den Vorgängerunternehmen. Sie liefert wiederkehrende Umsätze über mehrjährige Wartungs- und Betriebsverträge mit US-Behörden und Spezialeinheiten.

Eine Schlüsseltechnologie über beide Segmente hinweg ist die hauseigene CompassX-Plattform. Sie verbindet künstliche Intelligenz mit Sensorfusion und visueller Navigation. So bleiben Drohnen auch dann einsatzfähig, wenn GPS gestört oder unterdrückt wird. Diese Fähigkeit ist auf Schlachtfeldern wie der Ukraine zentral geworden, weil russische Streitkräfte mit elektronischer Kriegsführung GPS-Signale großflächig stören. Bis Ende 2025 hatte AEVEX mehr als 6.200 unbemannte Systeme ausgeliefert, weitere knapp 4.000 sind für 2026 verbindlich beauftragt.

Technische Analyse

Details zum IPO

AEVEX ging am 17. April 2026 an die New York Stock Exchange unter dem Ticker AVEX. Das Unternehmen platzierte 16 Millionen Aktien zu einem Emissionspreis von 20 Dollar je Aktie. Daraus flossen rund 320 Millionen Dollar in die Kassen. Die Preisspanne hatte zuvor bei 18 bis 21 Dollar gelegen, der Emissionspreis lag also am oberen Ende. Bei einem ersten Handelskurs von 23,01 Dollar belief sich die Bewertung des Unternehmens auf etwa 2,57 Milliarden Dollar.

Goldman Sachs, BofA Securities und Jefferies leiteten als Joint Bookrunner das Konsortium an. Hinzu kamen J.P. Morgan, RBC Capital Markets und Baird sowie weitere kleinere Häuser. Die Emission war nach Angaben aus Bankenkreisen mehrfach überzeichnet. Im ersten Handelstag legte die Aktie rund 15 Prozent zu, in den ersten zwei Handelstagen verdoppelte sich der Kurs zeitweise.

Eine Besonderheit ist die Aktionärsstruktur. Madison Dearborn Partners hält nach dem IPO weiterhin 79,1 Prozent der Stimmrechte über Class-B-Aktien. Neue öffentliche Investoren erhalten ausschließlich Class-A-Aktien mit eingeschränktem Einfluss. Der Emissionserlös fließt überwiegend in die Tilgung von rund 258 Millionen Dollar Kreditverbindlichkeiten und allgemeine Unternehmenszwecke. Damit handelt es sich faktisch um einen Liquiditätsausstieg für den PE-Investor und eine Bilanzentlastung. Eine klassische Kapitalerhöhung zur Finanzierung neuer Produkte ist es nicht.

Outlook

AEVEX setzt strategisch darauf, von der wachsenden US-Nachfrage nach unbemannten Systemen zu profitieren und gleichzeitig das internationale Geschäft auszubauen. Im US-Verteidigungshaushalt für das Geschäftsjahr 2027 sind über 50 Milliarden Dollar für unbemannte autonome Systeme vorgesehen. CEO Roger Wells hat dieses Segment als Kerngeschäftsfeld bezeichnet. Der Auftragsbestand wuchs 2025 um rund 180 Prozent auf 503 Millionen Dollar. Die Pipeline an identifizierten Wachstumsopportunitäten verdoppelte sich auf rund 8,1 Milliarden Dollar. Die Auswahl der Atlas-Drohne durch die US Army für das Programm "Launched Effects" Ende 2025 öffnet zusätzlich den Zugang zu allen aktiven Heeresdivisionen. Die geplante Expansion zielt vor allem auf Kunden im Indo-Pazifik-Raum sowie auf europäische NATO-Partner.

Die größten Herausforderungen liegen in der Abhängigkeit von US-Regierungsbudgets und in der schnellen Verschiebung der Drohnentechnologie. Das Geschäft mit der Ukraine war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Wachstumstreiber. Diese Umsatzquelle verliert tendenziell an Bedeutung, weil die Ukraine eine eigene Drohnenindustrie aufgebaut hat. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb durch private Anbieter wie Anduril und Shield AI, die mit hohen Bewertungen frisches Kapital einwerben können. Die zentrale strategische Frage ist, wie schnell AEVEX den Übergang vom auftragsgetriebenen Programmgeschäft schafft. Ziel ist eine breitere Produktplattform mit international diversifizierten Kunden.

Bewertungskriterien

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Stark wachsende Pipeline (8,1 Milliarden Dollar) und 181 Prozent Auftragsbestandwachstum 2025 als Indikator für Umsatzdynamik

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Etablierte Position bei US-Spezialeinheiten und Auswahl der Atlas-Drohne im US-Heeresprogramm "Launched Effects"

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Strukturelle Rückenwinde durch DoD-Budgetpriorität (über 50 Milliarden Dollar für unbemannte Systeme im FY2027-Entwurf)

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Kampferprobte Plattformen (Phoenix Ghost, Atlas, Disruptor) als Differenzierungsmerkmal in einem stark wachsenden Markt

Madison Dearborn Partners kontrolliert 79,1 Prozent der Stimmrechte über Class-B-Aktien, Public Shareholder ohne nennenswerten Einfluss

78 Prozent Erlösanteil vom US-Staat schafft Abhängigkeit von Pentagon-Budgetzyklen und Haushaltsstreitigkeiten

IPO-Erlös fließt überwiegend in Schuldentilgung statt in Wachstumsinvestitionen

2025 noch Nettoverlust von rund 17 Millionen Dollar und stark negativer freier Cashflow