Overview
Horatio Lonsdale-Hands und Bernard Lucien Nussbaumer gründeten Buda Juice im Oktober 2013 in Dallas. Die beiden waren zusammen in Lausanne aufgewachsen, der Brite Lonsdale-Hands und der Schweizer Nussbaumer, und trafen sich Jahre später in Texas wieder. Den Anstoß für das Unternehmen gab eine persönliche Geschichte. Der älteste Sohn von Lonsdale-Hands litt unter Lebensmittelallergien und brauchte eine möglichst saubere, organische Ernährung. Aus Experimenten in der Küche eines der Gründer und informellen Verkostungen mit Familie und Freunden entstand die erste Produktlinie. 2014 eröffnete Buda Juice seinen ersten Kiosk in einem Coffeeshop in Plano, Texas.
In den folgenden Jahren betrieb das Unternehmen eigene Einzelhandelsgeschäfte in der Region Dallas. Die Gründer erkannten jedoch schnell, dass eine breitere Wirkung nur über etablierte Supermarktketten möglich war. Sie zogen sich aus dem direkten Retail zurück und konzentrierten sich auf Produktion und Belieferung von Grocery-Retailern. Parallel entwickelte Buda Juice eine eigene Kühlkette vom Feld bis ins Supermarktregal, die Zitrusfrüchte durchgehend bei 35 Grad Fahrenheit verarbeitet. Dieses Konzept nennt das Unternehmen UltraFresh und versteht es als eigenständige Kategorie neben haltbar gemachten Säften und In-Store-Juicing.
Der Hauptsitz liegt in einem Dallas Industriegebiet, wo das Unternehmen eine rund 3.500 Quadratmeter große Produktionsanlage betreibt. Buda Juice beschäftigt rund 40 Mitarbeiter in Vollzeit und beliefert nach eigenen Angaben zwischen 350 und 400 Supermärkte, größtenteils in Texas. Bis zum Börsengang im Januar 2026 hatte das Unternehmen keine größere Finanzierungsrunde von Venture-Capital-Investoren aufgenommen und finanzierte sein Wachstum weitgehend aus dem operativen Cashflow.
Management
Horatio Lonsdale-Hands führt Buda Juice seit der Gründung 2013 als CEO und Mitgründer. Vor Buda Juice co-gründete er den mexikanischen Restaurantbetreiber ZuZu Handmade Mexican Food und das VoIP-Unternehmen Advance Global Communications. Seine Ausbildung absolvierte er an der Schule Harrow in Großbritannien und über Executive-Programme von Intercontinental Hotels und Trust House Forte. In den 1980er Jahren arbeitete er als Deal-Maker bei den damaligen US-Investmentbanken Bear Stearns und Drexel Burnham Lambert, was ihm einen Finanzhintergrund gibt, den er beim Aufbau von Buda Juice nutzt. Mitgründer Bernard Lucien Nussbaumer sitzt im Board of Directors und war vor Buda Juice auch als Fotograf und Filmproduzent tätig.
Mit Vorbereitung des Börsengangs im Jahr 2025 wurde das Team um öffentliche Marktkompetenz erweitert. Bryan Herr fungiert als Executive Chairman und hält nach dem IPO etwa 19 Prozent der Aktien. Herr co-gründete den regionalen Frischwarenanbieter Country Fresh und bringt jahrzehntelange Erfahrung in Frischelogistik und nationaler Retail-Distribution mit. Seit 2025 verantwortet Clint Bowers als CFO die Finanzen. Er arbeitete zuvor als VP und Corporate Controller beim Milchverarbeiter Borden Dairy und ist zertifizierter CPA.
Finanzdaten
Branche
Buda Juice operiert im Segment der kalt gepressten und frischen Säfte, das in Nordamerika zuletzt ein Marktvolumen von rund 900 Millionen Dollar erreichte und bis 2030 auf geschätzt 2,4 Milliarden Dollar wachsen soll. Die übergeordneten Treiber sind ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein, die Abkehr von Softdrinks und die steigende Nachfrage nach Clean-Label-Produkten ohne Konservierungs- und Zusatzstoffe. Innerhalb der Kategorie Frischesäfte unterscheidet die Branche zwischen haltbaren Säften, HPP-behandelten Produkten (High Pressure Processing, eine Hochdruckbehandlung zur Keimabtötung) und echten kalt gepressten Varianten ohne Hitze- oder Druckstufe.
Die Konkurrenz im nordamerikanischen Markt ist durch wenige große Marken geprägt. Suja gehört zu Coca-Cola, Evolution Fresh ist Teil von Starbucks und Bolthouse Farms wurde in den vergangenen Jahren mehrfach weiterverkauft. PepsiCo hält mit Naked Juice eine der bekanntesten Marken im Segment. Kleinere spezialisierte Anbieter wie Pressed Juicery oder Daily Harvest setzen auf eigene Stores oder Direct-to-Consumer-Modelle. Buda Juice positioniert sich abseits dieser Markenorientierung über seine Lieferkette und beliefert Supermärkte sowohl unter eigener Marke als auch als White-Label-Produzent.
Der Unterschied zu vielen Wettbewerbern liegt in der Ablehnung gängiger Haltbarkeitsverfahren. Weder Pasteurisierung noch HPP oder UV-Behandlung kommen zum Einsatz, die Ware hält sich stattdessen 8 bis 12 Tage. Das setzt eine lückenlose Kühlkette voraus, die Buda Juice vom Feld bis in die Regale der Supermärkte durchzieht. Für Einzelhändler bedeutet das einen kalkulierbaren Lieferweg ohne eigene Juicing-Infrastruktur im Laden, was bei Wettbewerbern mit In-Store-Juicing oft zu operativen Problemen und höheren Kosten führt.
Produkte und Services
Das Produktportfolio gliedert sich in drei Bereiche. Die Marke Buda Juice umfasst USDA-zertifizierte organische Zitrus- und Gemüsesäfte sowie sogenannte Wellness-Shots in kleinen Glasflaschen. Diese Shots kombinieren Ingwer, Kurkuma, Maca oder Blaualgen mit Zitrus und zielen auf gesundheitsbewusste Käufer im Premiumsegment. Die zweite Linie Buda Fresh besteht aus frischen Limonaden, Limettensäften und Zitronensäften, die sich auch als Zutat für Cocktails, Dressings oder Marinaden eignen. Alle Produkte werden in Glasflaschen abgefüllt, was das Unternehmen bewusst gegenüber Kunststoffverpackungen positioniert.
Der größte und am schnellsten wachsende Umsatzhebel liegt im White-Label-Geschäft. Hier produziert Buda Juice Säfte unter der Eigenmarke von Supermarktketten, die damit frische, nicht pasteurisierte Produkte in der Obst- und Gemüseabteilung anbieten können, ohne eine eigene Produktionslinie aufzubauen. Der texanische Einzelhändler H-E-B ist mit Abstand der wichtigste Abnehmer und stand laut Geschäftsbericht 2025 für rund 97 Prozent der Umsätze. Weitere Kunden in der Region sind Kroger und Costco, der Anteil dieser Accounts ist allerdings noch klein.
Die Umsätze stiegen von rund 5,6 Millionen Dollar im Jahr 2022 über 11,3 Millionen im Jahr 2024 auf etwa 12,5 Millionen im Geschäftsjahr 2025. Die Bruttomarge lag in den Jahren nach der Skalierung zwischen 42 und 46 Prozent, der GAAP-Nettogewinn im Geschäftsjahr 2025 bei rund 3,5 Millionen Dollar. Buda Juice arbeitet profitabel und war vor dem Börsengang schuldenfrei. Das Management kommt nach eigenen Angaben weitgehend ohne klassische Marketingausgaben aus, da der Vertrieb fast vollständig über die Regale der Supermarktpartner läuft.
