Overview
Jaguar Uranium geht auf die 2022 in Ontario unter dem Namen Latam Battery Metals gegründete Explorationsgesellschaft zurück. Das Unternehmen positionierte sich ursprünglich auf Batterierohstoffe. Bis 2024 orientierte es sich strategisch auf Uran um und wurde in Jaguar Uranium umbenannt. Im April 2024 übernahm Jaguar das Berlin-Projekt in Kolumbien von Green Shift Commodities, einem kanadischen Junior-Miner. Im Juli 2024 kamen zwei argentinische Uran-Projekte hinzu, die das Unternehmen von der börsennotierten IsoEnergy Ltd. erwarb.
Der Zusammenschluss von drei ehemals unabhängigen Liegenschaften brachte Jaguar in eine ungewöhnliche Startposition als Junior-Explorer mit Fokus auf Südamerika. Alle drei Projekte liegen in sogenannten Brownfield-Arealen. Das sind Regionen mit historischer Uran-Aktivität und bereits vorhandenen Bohrdaten. Kolumbien und Argentinien gelten als bergbaufreundlich, wurden in der westlichen Uran-Investorenwelt aber bislang wenig beachtet. Der Börsengang im Februar 2026 soll Jaguar für rund zwei Jahre Explorationsarbeit finanzieren.
Vor dem Börsengang prägten zwei strategische Aktionäre die Kapitalstruktur. Green Shift Commodities erhielt 5,18 Millionen Aktien als Gegenleistung für das Berlin-Projekt. Consolidated Uranium bekam rund eine Million Aktien aus der Argentinien-Transaktion. IsoEnergy Ltd. zählt ebenfalls zu den langfristig orientierten institutionellen Investoren. Das Unternehmen beschäftigt ein sehr kleines Kernteam und lagert operative Explorationsarbeit an lokale Spezialdienstleister aus.
Management
CEO Steven Gold führt Jaguar Uranium seit Mai 2024. Gold ist CFA-Charterholder und bringt 25 Jahre Erfahrung aus dem Rohstoffsektor mit. Frühere Stationen umfassen Führungspositionen bei Pinetree Capital, Energold Drilling Corp und Collective Mining Ltd. Executive Chairman Luis Ducassi verantwortete zuvor Bergbauthemen im peruanischen Energie- und Bergbauministerium und hat als Berater bei der Weltbank gearbeitet. Ducassi war auch der erste CEO von Jaguar in der privaten Phase des Unternehmens.
Die Finanzen verantwortet Will Avery als CFO. Avery ist zugelassener Wirtschaftsprüfer nach kanadischen und US-amerikanischen Standards und war zuvor Partner bei der kanadischen Beratungsgesellschaft MNP LLP. Die Explorationsarbeit leitet Andres Caceres als Vice President Exploration. Caceres hatte in früheren Rollen bei Mega Uranium und U308 Corp bereits am Berlin-Projekt mitgewirkt. Er kennt die kolumbianische Geologie aus jahrelanger Praxis. Zum Verwaltungsrat zählen der frühere Goldman-Sachs-Rohstoffspezialist Max Leclerc und Trumbull Fisher, zugleich CEO des Großaktionärs Green Shift Commodities.
Finanzdaten
Branche
Jaguar operiert im Markt für Uran-Bergbau, der sich seit 2020 in einem strukturellen Aufwärtszyklus befindet. Nach dem Fukushima-Unfall 2011 hatten die Preise lange nachgegeben, und die Exploration kam weltweit fast zum Erliegen. Anfang 2024 erreichte der Spotpreis für Yellowcake mit rund 106 Dollar je Pfund ein 17-Jahres-Hoch, ausgelöst durch eine strukturelle Angebotslücke. Die Hauptförderländer Kasachstan, Kanada und Namibia decken rund drei Viertel der weltweiten Minenproduktion ab. Russland-bezogene Sanktionen, geopolitische Spannungen und ein zurückgehendes Sekundärangebot haben westliche Versorgungssicherheit zu einem strategischen Thema gemacht.
Auf der Nachfrageseite kommen mehrere Treiber zusammen. Bestehende Kernkraftwerke verlängern ihre Laufzeiten, und neue Großreaktoren vom Typ AP1000 stehen auf staatlichen Agenden. Small Modular Reactors werden zudem als Stromquelle für Rechenzentren und KI-Cluster vermarktet. Die USA und Japan kündigten 2025 ein Rahmenprogramm über 550 Milliarden Dollar an, das unter anderem die Energieinfrastruktur für KI-Anwendungen umfasst. Uran wurde zudem 2025 auf die US-Liste kritischer Mineralien gesetzt.
Jaguar konkurriert als Junior-Explorer mit Gesellschaften wie Skyharbour Resources oder Uranium Energy Corp. Das obere Ende des Sektors besetzen etablierte Produzenten wie Cameco, NexGen Energy und Denison Mines. Der Standortvorteil von Jaguar liegt in der Nähe zu möglichen zukünftigen US-Rohstoff-Partnerschaften mit Südamerika. Gleichzeitig tragen Argentinien und Kolumbien ein vergleichsweise höheres politisches Risiko als klassische Uran-Jurisdiktionen wie Kanada oder Australien.
Produkte und Services
Jaguar erzielt keinen Umsatz und hat bislang keine nachgewiesenen Mineralreserven nach den SEC-Offenlegungsregeln S-K 1300 ausgewiesen. Der Unternehmenswert beruht ausschließlich auf dem Potenzial der drei Explorationsprojekte in Südamerika. Jaguar plant, durch Feldarbeit und Bohrungen erste S-K-1300-konforme Ressourcen zu definieren.
Das kolumbianische Berlin-Projekt im Bundesland Caldas ist das Flaggschiff des Portfolios. Es umfasst rund 9.000 Hektar und gilt als polymetallisches Sediment-System. Historisch dokumentierte Mineralisierungen umfassen Uran, Vanadium, Phosphat, Nickel, Seltene Erden, Molybdän, Rhenium und Zink. Das Projekt liegt etwa 12 Kilometer von einem Wasserkraftwerk und 65 Kilometer von einem Flusshafen mit Anbindung an die Karibikküste entfernt. Im März 2026 startete Jaguar zusätzlich ein Bewertungsprogramm für Seltene Erden am Berlin-Projekt.
In Argentinien betreibt Jaguar zwei weitere Projekte. Laguna Salada in der Provinz Chubut ist mit rund 230.000 Hektar eines der größten Uran-Explorationspakete Argentiniens. Die Mineralisierung liegt oberflächennah in nur wenigen Metern Tiefe. Im März 2026 erhielt die Konzession Guanaco die Umweltverträglichkeitsgenehmigung, womit die ersten Feldarbeiten beginnen konnten. Das Huemul-Projekt in der Provinz Mendoza umfasst 27.700 Hektar rund um die historische Huemul-Mine. Diese war Argentiniens erste Uran-Mine und wurde von 1955 bis 1975 von der staatlichen Comisión Nacional de Energía Atómica betrieben.
