Delisted– Diese Aktie wird nicht mehr an der Börse gehandelt. Die angezeigten IPO-Daten sind historisch.

Zevia PBC Aktie

Delisted

Marktkapitalisierung

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KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

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52W Hoch / Tief

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IPO-Typ

IPO

Handelsstart

22.07.2021

Volumen

150 Mio. $

Emissionspreis

14,00 $

Seit Emission

-

Erstpreis

12,16 $

Seit Erstpreis

-

Kurs (EOD)

-

Schlusskurs

Overview

Ian Reynolds und Jessica Reynolds gründeten Zevia 2007 in Los Angeles mit einer einfachen Prämisse: Limonaden sollten ohne Zucker und ohne synthetische Süßstoffe auskommen. Zu einer Zeit, als Diet-Coke und Aspartam die einzige Alternative zu Zucker-Cola waren, setzten sie auf Stevia, einen Pflanzenextrakt, der seit Jahrhunderten als Süßungsmittel bekannt ist. Die frühen Jahre waren geprägt von begrenzter Distribution und einer Nischenpositionierung in Naturkostläden.

Den entscheidenden Schub brachte 2010 die Übernahme durch Paddy Spence, einen erfahrenen Unternehmer aus der Konsumgüterbranche. Spence übernahm die Kontrolle über das Unternehmen, professionalisierte die Unternehmensführung und trieb die nationale Distribution voran. Unter seiner Leitung wuchs Zevia von einem kleinen Naturkost-Label zu einer Marke mit Präsenz in den großen Supermarktketten des Landes. 2021 ging Zevia als Public Benefit Corporation an die Börse. Die Rechtsform einer PBC verpflichtet das Unternehmen per Satzung, neben dem Aktionärsinteresse auch gesellschaftliche Ziele zu verfolgen. Gleichzeitig trägt Zevia das Zertifizierungssiegel der B Corp, das unabhängige Nachhaltigkeitsstandards in Bereichen wie Unternehmensführung, Mitarbeiterbehandlung und Umwelt bewertet.

Management

Amy Taylor übernahm im August 2022 den CEO-Posten bei Zevia. Taylor bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung aus der Getränkeindustrie mit, davon einen Großteil bei Red Bull North America, wo sie zuletzt als Präsidentin und Chief Marketing Officer tätig war. Sie kam 2021 zunächst als Präsidentin zu Zevia und übernahm mit dem CEO-Amt auch die operative Gesamtverantwortung. Gründer und langjähriger CEO Paddy Spence zog sich Ende 2024 aus dem operativen Tagesgeschäft zurück.

Als CFO fungiert seit Februar 2024 Girish Satya, der zuvor unter anderem als Principal bei der auf Konsumgüter spezialisierten Private-Equity-Gesellschaft TSG Consumer Partners tätig war. Satya bringt Erfahrung aus der Unternehmensfinanzierung und dem operativen Management mehrerer wachstumsstarker Konsumgüterunternehmen mit. Seit Juli 2024 verantwortet Alfred Guarino als Chief Commercial Officer Vertrieb und Distributionsstrategie.

Branche

Zevia operiert im Segment zuckerfreier und kalorienarmer Erfrischungsgetränke. Diesen Markt treiben zwei strukturelle Kräfte: Erstens der gesellschaftliche Druck auf Zuckerkonsum, der durch staatliche Regulierung in verschiedenen Ländern, steigende Gesundheitsbewusstsein und Aufklärung über die Folgen von Diabetes und Übergewicht befeuert wird. Zweitens die wachsende Nachfrage nach Produkten mit lesbaren Zutatenlisten ohne synthetische Zusatzstoffe. Der globale Markt für zuckerfreie Getränke wurde 2022 auf rund 21 Milliarden Dollar geschätzt und soll bis 2027 auf knapp 35 Milliarden Dollar wachsen.

Zevias direkter Wettbewerb kommt aus mehreren Richtungen. Coca-Cola und PepsiCo dominieren das Segment mit Zero-Varianten ihrer klassischen Marken und setzen teils ebenfalls auf Stevia-Mixturen. Im wachsenden Better-for-You-Bereich konkurrieren Marken wie Olipop und Poppi, die auf prebiotische Inhaltsstoffe setzen und eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Celsius konkurriert im Bereich Energie-Getränke. Gegenüber den Großkonzernen setzt Zevia auf seine konsequent saubere Zutatenliste ohne jegliche künstliche Süßungsmittel. Gegenüber den neueren Nischenmarken spielt Zevia seine breitere Distribution und die langjährige Markenbekanntheit aus. Die Frage, wie sich diese Positionierung in einem zunehmend überfüllten Segment auf Dauer behauptet, bleibt eine der zentralen Herausforderungen für das Unternehmen.

Produkte und Services

Zevia verkauft ausschließlich Getränke unter der eigenen Marke. Das Kernsortiment bilden die Sodas, die in rund 18 Geschmacksrichtungen erhältlich sind, von Cola über Ginger Root Beer bis zu fruchtigen Varianten. Alle Produkte werden mit Stevia gesüßt und enthalten weder Zucker noch Aspartam, Saccharin oder andere synthetische Süßstoffe. Sie sind Non-GMO-zertifiziert, glutenfrei, koscher und vegan.

Neben den Sodas vertreibt Zevia Energy Drinks in verschiedenen Geschmacksrichtungen sowie Organic Tea, ein kalorienfreies Fertiggetränk auf Teebasis. Ergänzt wird das Sortiment durch Mixers für alkoholische Getränke und eine Kinderlinie unter dem Namen Kidz. Das Umsatzmodell ist klassischer Konsumgütervertrieb: Zevia produziert seine Getränke bei Auftragsherstellern und vertreibt sie über ein Netz aus Groß- und Einzelhändlern. Zu den Vertriebspartnern zählen große Lebensmittelketten, Drogeriemärkte, Warehouse-Clubs wie Costco sowie E-Commerce-Kanäle. Der Großteil des Umsatzes entfällt auf den amerikanischen Markt, der kanadische Anteil ist vergleichsweise klein.

Details zum IPO

Zevia ging am 22. Juli 2021 an der New York Stock Exchange unter dem Ticker ZVIA an die Börse. Das Unternehmen bot 10,7 Millionen Aktien der Klasse A zum Preis von 14 Dollar pro Stück an, was einem Emissionsvolumen von rund 150 Millionen Dollar entspricht. Die Underwriter hatten zusätzlich eine 30-Tage-Option auf weitere 1,6 Millionen Aktien. Lead Bookrunner waren Goldman Sachs, BofA Securities und Morgan Stanley, weitere Bookrunner waren Stephens, BMO Capital Markets und Wells Fargo Securities.

Beim IPO war Zevia zum Zeitpunkt der Erstnotiz mit rund 470 Millionen Dollar bewertet, bezogen auf den Emissionspreis. Bereits wenige Wochen nach dem Börsengang erreichte die Aktie im September 2021 ihr bisheriges Allzeithoch von knapp 17 Dollar. Danach folgte ein langer Kursverfall. Die Kombination aus ausbleibendem Gewinn, steigenden Zinsen und nachlassendem Anlegerinteresse an Wachstumstiteln drückte die Aktie in den Folgejahren deutlich nach unten. Zevia ging als Public Benefit Corporation an die Börse, eine Rechtsform, die das Unternehmen satzungsmäßig auf gemeinnützige Ziele verpflichtet und es von rein auf Rendite ausgerichteten Übernahmen teilweise schützt.

Outlook

Zevias strategische Priorität liegt auf dem Ausbau der Markenbekanntheit jenseits der bisherigen Kernzielgruppe aus überzeugten Naturkostkäufern. Unter CEO Amy Taylor hat das Unternehmen begonnen, Marketing-Investitionen zu erhöhen und die Marke stärker in den Mainstream zu tragen. Ein zentraler Hebel dabei ist die Ausweitung der Distribution in Massenmarkt-Kanälen wie Walmart, wo Zevia seine Präsenz in den vergangenen Jahren bereits deutlich vergrößert hat.

Strukturell profitiert Zevia vom anhaltenden Rückgang des Pro-Kopf-Zuckerkonsums in Nordamerika und der Skepsis vieler Verbraucher gegenüber künstlichen Süßstoffen wie Aspartam. Zevia ist eines der wenigen Unternehmen, das diese Lücke mit einem etablierten Markennamen besetzt. Die mittelfristige Herausforderung ist die Profitabilität. Zevia schreibt seit dem Börsengang operative Verluste, arbeitet aber an einer Verbesserung der EBITDA-Marge durch Kostendisziplin und höhere Skaleneffekte. Gelingt der Schritt in die Gewinnzone, könnte das Unternehmen auch als Übernahmekandidat für größere Getränkekonzerne interessant werden.

Bewertungskriterien
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Klare Marktpositionierung als einzige große Marke mit rein natürlicher Süßung ohne synthetische Alternativen

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Wachsende strukturelle Nachfrage nach zuckerfreien, clean-label Getränken in Nordamerika

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Breite Distribution in über 34.000 Standorten als Eintrittshürde für neue Wettbewerber

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PBC- und B-Corp-Status als Differenzierungsmerkmal bei nachhaltigkeitsorientierten Konsumenten und Investoren

Bislang kein operativer Gewinn trotz mehrjähriger Börsennotiz

Preispositionierung deutlich über konventionellen Limonaden, was die Zielgruppe einschränkt

Starke Abhängigkeit vom US-Markt, internationales Geschäft kaum ausgebaut

Wettbewerb durch funktionale Getränkemarken wie Olipop und Poppi, die jüngere Zielgruppen ansprechen