Figma Aktie

Marktkapitalisierung

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KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

31.7.2025

Volumen

1.2 Mrd. $

Emissionspreis

33,00 $

Seit Emission

-37.4%

Erstpreis

115,50 $

Seit Erstpreis

-82.1%

Kurs (EOD)

20,66 $

Schlusskurs

Overview

Dylan Field und Evan Wallace lernten sich Anfang der 2010er Jahre an der Brown University kennen, wo Field Informatik studierte und Wallace als Tutor in derselben Fakultät arbeitete. Beide teilten die Begeisterung für WebGL, eine Browser-Technologie zur Darstellung interaktiver Grafiken auf der Grafikkarte. Daraus entstand die Idee, professionelle Designsoftware komplett im Browser laufen zu lassen, statt sie wie damals üblich als Desktop-Programm zu installieren. Field bewarb sich 2012 erfolgreich für ein Thiel-Stipendium, das jungen Gründern 100.000 Dollar zahlt, wenn sie das Studium für ihre Firma abbrechen. Mit dem Geld zogen die beiden nach San Francisco und gründeten Figma.

Drei Jahre arbeiteten sie weitgehend im Verborgenen am ersten Produkt. Die technische Hürde war erheblich, denn ein leistungsfähiger Vektor-Editor mit Echtzeit-Kollaboration im Browser galt damals als kaum machbar. Im September 2016 launchte Figma öffentlich. Der Echtzeit-Modus, in dem mehrere Personen gleichzeitig an derselben Datei arbeiten konnten, setzte sich schnell als neuer Standard im UI-Design durch. Konkurrenten wie Sketch oder Adobe XD verloren in den folgenden Jahren spürbar Marktanteile.

Den größten öffentlichen Auftritt vor dem Börsengang hatte Figma 2022, als Adobe eine Übernahme für 20 Milliarden Dollar ankündigte. Wettbewerbsbehörden in der EU und Großbritannien blockierten den Deal, der im Dezember 2023 schließlich abgesagt wurde. Adobe zahlte Figma eine vertraglich vereinbarte Abfindung von einer Milliarde Dollar. Co-Gründer Wallace verließ das Unternehmen bereits 2021, Field führt Figma weiterhin als CEO. Der Hauptsitz liegt in San Francisco, dazu kommen Büros in New York, London, Berlin, Paris, Tokio, Singapur und Sydney.

Management

Dylan Field führt Figma seit der Gründung 2012 als CEO. Sein Hintergrund ist ungewöhnlich für einen Tech-CEO. Field arbeitete als Kind in TV-Werbungen, etwa für eToys.com und Windows XP, entdeckte aber früh sein Interesse für Mathematik und Informatik. An der Brown University belegte er Kurse in Informatik und Mathematik, bevor er das Studium für die Firmengründung abbrach. Nach dem IPO kontrolliert Field rund 73,6 Prozent der Stimmrechte über eine mehrklassige Aktienstruktur, was ihm langfristige Kontrolle über die strategische Ausrichtung sichert.

Praveer Melwani ist seit März 2022 Chief Financial Officer und übernahm im Februar 2024 zusätzlich die Funktion des Treasurers. Er kam 2017 als Head of Business Operations and Finance zu Figma und war zuvor in vergleichbaren Positionen bei Dropbox, NerdWallet und der Investmentbank Union Square Advisors tätig. Yuhki Yamashita verantwortet als Chief Product Officer die Produktstrategie und prägte die Plattform-Erweiterungen der vergangenen Jahre. Im Board sitzen mit Mamoon Hamid (Kleiner Perkins), Andrew Reed (Sequoia Capital) und Danny Rimer (Index Ventures) drei der frühen Investoren, was die Kontinuität der Eigentümerstruktur unterstreicht.

Finanzdaten

Branche

Figma ist im Markt für UI- und UX-Designsoftware aktiv. Das Marktvolumen wird je nach Definition unterschiedlich eingeschätzt. Marktforscher wie Mordor Intelligence taxieren den engeren Bereich der UI/UX-Tools auf rund 3 Milliarden Dollar mit zweistelligen Wachstumsraten, breitere Definitionen einschließlich UX-Services kommen auf zweistellige Milliardenbeträge. Innerhalb dieses Marktes hat Figma einen Anteil von rund 40 Prozent bei den Designtools.

Der wichtigste Wettbewerber ist Adobe mit dem Designtool XD und der breiteren Creative Cloud, zu der Photoshop und Illustrator gehören. Sketch dominierte das UI-Design vor dem Aufstieg von Figma und ist nur auf macOS verfügbar, was die Reichweite limitiert. Canva spricht mit deutlich einfacheren Tools eine breitere Zielgruppe von Marketingteams und Selbstständigen an. Im Bereich KI-gestützter Code-Generierung kommen mit Lovable, Vercel v0 und Replit jüngere Anbieter hinzu, die direkt vom Text-Prompt zum lauffähigen Code generieren wollen.

Treibende Kräfte im Markt sind die zunehmende Bedeutung digitaler Produkte und die Verlagerung kreativer Arbeit in den Browser. Hinzu kommt der Trend zu KI-gestützten Designwerkzeugen, der einerseits neue Anwendungsbereiche eröffnet, andererseits die Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber senkt. Figma profitiert von einem starken Netzwerkeffekt, da Designer und Entwicklungsteams nur dann effizient zusammenarbeiten können, wenn alle Beteiligten dasselbe Werkzeug nutzen.

Produkte und Services

Den Kern der Plattform bildet Figma Design, ein browserbasiertes Vektor-Werkzeug, in dem Teams Layouts, Prototypen und Designsysteme aufbauen. Die Echtzeit-Kollaboration ist das technische Alleinstellungsmerkmal. Mehrere Nutzer können gleichzeitig in derselben Datei arbeiten, ohne dass Versionen abgeglichen oder Dateien hin- und hergeschickt werden müssen. Ergänzt wird das Hauptprodukt durch FigJam, ein Online-Whiteboard für Brainstorming und Workshops, sowie Dev Mode, der Entwicklern den Zugriff auf Designdaten und den Export von Code erleichtert.

Auf der Konferenz Config 2025 stellte Figma vier neue Produkte vor und erweiterte die Plattform deutlich. Figma Make ist ein KI-gestütztes Werkzeug, das aus einem Text-Prompt funktionierende App-Prototypen erzeugt. Figma Sites erlaubt das direkte Veröffentlichen responsiver Webseiten aus Designdateien heraus. Figma Buzz richtet sich an Marketingteams, die Markenassets in großen Stückzahlen erstellen wollen. Figma Draw ergänzt das Designwerkzeug um erweiterte Funktionen für Vektor-Illustration. Hinzu kommt Figma Slides für Präsentationen, das bereits 2024 gestartet wurde.

Der Umsatz stammt überwiegend aus Abonnements. Figma verkauft verschiedene Sitz-Lizenzen, die sich nach Funktionsumfang und Nutzergruppe unterscheiden. Die Preise reichen von kostenlosen Starter-Plänen bis zu Enterprise-Verträgen mit dedizierter Sicherheit, Single Sign-On und Verwaltungsfunktionen. Rund 1.400 Organisationen geben mehr als 100.000 Dollar pro Jahr für die Plattform aus, davon mehr als 60 über eine Million Dollar. Die Net Dollar Retention liegt bei 136 Prozent, was bedeutet, dass bestehende Kunden ihre Ausgaben Jahr für Jahr deutlich ausweiten.

Technische Analyse

Details zum IPO

Figma ging am 31. Juli 2025 an die New York Stock Exchange unter dem Ticker FIG. Der Emissionspreis lag bei 33 Dollar pro Aktie und damit oberhalb der zuletzt angehobenen Preisspanne von 30 bis 32 Dollar. Insgesamt wurden rund 37 Millionen Class-A-Aktien platziert, davon etwa 12,5 Millionen aus einer Kapitalerhöhung von Figma selbst und rund 24,5 Millionen aus den Beständen früherer Investoren und Mitarbeiter. Die Lead Underwriter waren Morgan Stanley, Goldman Sachs, Allen & Company und J.P. Morgan, ergänzt durch BofA Securities, Wells Fargo, RBC, William Blair und die Wolfe/Nomura Alliance.

Der erste Handelstag verlief spektakulär. Die Aktie schloss bei 115,50 Dollar, ein Plus von 250 Prozent gegenüber dem Emissionspreis. Damit war Figma der größte erste Handelstag eines Tech-IPOs mit Milliarden-Bewertung in den USA seit Jahren und der größte VC-finanzierte Tech-IPO seit vier Jahren. Die voll verwässerte Marktkapitalisierung lag am Ende des ersten Handelstags bei knapp 48 Milliarden Dollar, mehr als das Doppelte der gescheiterten Adobe-Übernahme von 2022.

In den Monaten nach dem Börsengang folgte eine deutliche Korrektur. Treiber waren Gewinnmitnahmen, mehrere gestaffelte Lockup-Expirations und eine moderate Verlangsamung des Wachstums von rund 46 Prozent im ersten Quartal 2025 auf um die 38 Prozent gegen Jahresende. Die Aktienstruktur ist mehrklassig. Class-A-Aktien tragen eine Stimme, Class-B-Aktien fünfzehn Stimmen. Über diese Konstruktion hält CEO Dylan Field nach dem IPO die Stimmenmehrheit von rund 73,6 Prozent.

Outlook

Die strategische Priorität liegt auf der Erweiterung der Plattform über das klassische Design hinaus. Mit Figma Make, Figma Sites, Figma Buzz und Figma Draw will das Unternehmen weitere Phasen des Produktentwicklungsprozesses abdecken und so den adressierbaren Markt vergrößern. Gleichzeitig dient die KI-Integration als Antwort auf die wachsende Konkurrenz durch reine Prompt-zu-Code-Anbieter. Eine zentrale Stellschraube ist die internationale Monetarisierung. Rund 85 Prozent der wöchentlich aktiven Nutzer sitzen außerhalb der USA, doch nur etwa die Hälfte des Umsatzes wird dort erzielt. Lokalisierungen für Brasilien, Japan, Korea und Spanien sowie ein neuer Standort in Bengaluru sollen diese Lücke verkleinern.

Die wichtigsten Herausforderungen sind die hohe Bewertung nach dem IPO, der zunehmende Wettbewerb durch KI-First-Anbieter wie Lovable oder Vercel v0 und die Frage, wie nachhaltig sich neue Produkte wie Figma Make in zusätzlichen Umsatz übersetzen lassen. Hinzu kommt die Belastung der GAAP-Ergebnisse durch hohe aktienbasierte Vergütungen. Die Übernahme der Open-Source-CMS-Plattform Payload und des KI-Spezialisten Weavy zeigt, dass Figma die Plattform sowohl technisch als auch über Akquisitionen weiter verbreitern will.

Bewertungskriterien

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Marktführer im UI/UX-Design mit rund 40 Prozent Marktanteil und 95 Prozent der Fortune-500-Unternehmen als Kunden

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Hohe Net Dollar Retention von 136 Prozent zeigt starke Cross-Selling- und Upgrade-Dynamik im Bestandskundengeschäft

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Solide Cashposition aus IPO-Erlösen und der Adobe-Abfindung von einer Milliarde Dollar bietet Spielraum für Investitionen und Akquisitionen

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Breit aufgestellte Produktplattform deckt mit Make, Sites, Buzz und Draw zunehmend den gesamten Produktentwicklungs-Workflow ab

Hohe Bewertung mit zweistelligem Umsatz-Multiple lässt wenig Spielraum für Wachstumsenttäuschungen

Wachsender Wettbewerb durch KI-First-Anbieter wie Lovable, Vercel v0 oder Replit, die direkt aus Prompts lauffähigen Code erzeugen

Hohe aktienbasierte Vergütung belastet GAAP-Gewinne und führt zu spürbarer Verwässerung der Anteile

Gestaffelte Lockup-Expirations können wiederholt Verkaufsdruck auf die Aktie erzeugen, weil ein Großteil der Aktien bei Frühinvestoren und Mitarbeitern liegt