Overview
Lumexa Imaging entstand 2018 als gemeinsames Vorhaben einer traditionsreichen Radiologengruppe und eines spezialisierten Healthcare-Investors. Die Praxis Charlotte Radiology arbeitet seit über fünfzig Jahren im Südosten der USA. Gemeinsam mit der New Yorker Private-Equity-Firma Welsh, Carson, Anderson & Stowe bündelte sie ihre Kräfte für eine Plattform, die ambulante Bildgebung im großen Stil anbieten sollte. Charlotte Radiology brachte klinische Substanz und über hundert Radiologen ein. WCAS steuerte Kapital und Erfahrung im Aufbau skalierbarer Gesundheitsplattformen bei. Den ursprünglichen Firmennamen US Radiology Specialists prägte das Unternehmen sieben Jahre lang. Erster CEO wurde John Perkins, ein Branchenmanager mit Erfahrung in der Plasmaproteinindustrie.
Zwischen 2018 und 2025 wuchs das Netzwerk durch eine Kombination aus Übernahmen und Neugründungen. Insgesamt 21 Akquisitionen und 44 neu eröffnete Zentren brachten die Plattform von einer Handvoll Standorten auf über 180 Einrichtungen in 13 Bundesstaaten. Eine prägende Transaktion war 2022 die Übernahme der beiden New-Jersey-Praxen South Jersey Radiology Associates und Larchmont Imaging, finanziert über eine 450 Millionen Dollar schwere Schuldenrunde. Im Juli 2025 firmierte das Unternehmen zu Lumexa Imaging um. Die Umbenennung sollte die neue Identität als breit aufgestelltes nationales Imaging-Unternehmen unterstreichen und zugleich Distanz zur ursprünglichen Joint-Venture-Konstruktion schaffen.
Heute beschäftigt Lumexa rund 5.000 Mitarbeiter, betreibt mehr als 185 Zentren und führt jährlich rund vier Millionen ambulante Untersuchungen durch. Etwa 85 Standorte werden über Joint Ventures mit Krankenhausketten betrieben, was das Modell von rein eigenbetriebenen Wettbewerbern abhebt. Der Hauptsitz liegt in Raleigh, North Carolina.
Management
Seit Januar 2025 führt Caitlin Zulla das Unternehmen als CEO. Sie verantwortete zuvor das Geschäft von Optum Health East, dem Versorgungssegment des UnitedHealth-Konzerns, und leitete davor die ambulanten Operationszentren von SCA Health mit über 320 Standorten und mehr als 13.000 angeschlossenen Ärzten. Zulla hält Abschlüsse von Princeton, Columbia und Dartmouth. Ihr Vorgänger Lee Cooper führte das Unternehmen seit 2023 und übernahm nach dem Wechsel den Vorsitz des Boards.
Den Finanzbereich leitet J. Anthony Martin als CFO. Martin kam von US Acute Care Solutions, einem Anbieter ambulanter Akutmedizin, und war davor langjähriger Chief Accounting Officer bei United Surgical Partners International. Im Board sitzt mit Brian Regan ein langjähriger General Partner von WCAS, der bereits an der Gründung 2018 beteiligt war. Mitgründer Robert Mittl, ein praktizierender Neuroradiologe und früherer Vorsitzender von Charlotte Radiology, übernahm 2024 zusätzlich die Rolle des Chief Quality Officer.
Finanzdaten
Branche
Lumexa operiert im Markt für ambulante diagnostische Bildgebung in den USA. Branchenanalysten schätzen das Volumen je nach Abgrenzung auf 26 bis über 150 Milliarden Dollar. Der Sektor ist stark fragmentiert. Rund 6.900 Einrichtungen teilen sich den Markt, wobei die größten Anbieter zusammen nur etwa ein Fünftel des Volumens auf sich vereinen. RadNet ist mit knapp 400 Zentren der größte Player und das einzige rein börsennotierte Bildgebungsnetzwerk in den USA.
Zu den weiteren Wettbewerbern zählen Akumin, RAYUS Radiology, SimonMed und Touchstone Medical Imaging. Lumexa positioniert sich nach eigenen Angaben als zweitgrößter ambulanter Bildgebungsanbieter des Landes und unterscheidet sich durch sein Joint-Venture-Modell mit Krankenhausketten. Über 80 Krankenhäuser werden vom hauseigenen Radiologennetzwerk versorgt.
Mehrere strukturelle Trends treiben den Markt. Krankenkassen und Patienten bevorzugen zunehmend ambulante Settings, weil dieselbe Untersuchung dort laut UnitedHealth Group rund 60 Prozent günstiger ist als im Krankenhaus. Hinzu kommen Lockerungen sogenannter Certificate-of-Need-Gesetze in einzelnen Bundesstaaten, die den Bau neuer Zentren erleichtern. North Carolina hat 2026 etwa die CON-Pflicht für MRT-Geräte abgeschafft. KI-gestützte Befundungssysteme verbessern parallel die Effizienz der Auswertung und werden bei Lumexa bislang von Drittanbietern bezogen.
Produkte und Services
Lumexa betreibt ambulante Bildgebungszentren mit einem klassischen Spektrum diagnostischer Verfahren. Magnetresonanztomographie und Computertomographie machen den größten Anteil am Umsatz aus. Auf diese sogenannten Advanced-Modalitäten entfielen 2025 rund 52 Prozent der konsolidierten Umsätze. Hinzu kommen Positronenemissionstomographie, Röntgenaufnahmen, Ultraschall und Mammographie. Patienten kommen entweder per Überweisung durch niedergelassene Ärzte oder direkt zu Vorsorgeuntersuchungen.
Das Geschäft gliedert sich in zwei Segmente. Im Bereich Outpatient Imaging Centers betreibt Lumexa die Zentren selbst oder über Joint Ventures, führt die Untersuchungen durch und stellt die radiologische Befundung sicher. Das kleinere Segment Professional Services umfasst die reine Befundungsleistung des Radiologennetzwerks für externe Krankenhäuser. Innerhalb dieses Bereichs arbeitet die Teleradiologieplattform Connexia, über die Befundungen standortunabhängig erbracht werden.
Erlöse stammen überwiegend aus Erstattungen privater Versicherungen, von Medicare und Medicaid sowie aus Selbstzahlerleistungen. Die Joint Ventures mit Krankenhäusern liefern Lumexa zusätzlich Patientenströme und gemeinsame Investitionen in Standorte. Mit rund vier Millionen Untersuchungen pro Jahr erreicht das Unternehmen eine Umsatzgrößenordnung im einstelligen Milliardenbereich.
