Overview
Eric Baker und Jeff Fluhr gründeten die ursprüngliche StubHub im Jahr 2000 als Studierende an der Stanford Graduate School of Business in San Francisco. Sie wollten einen Online-Marktplatz aufbauen, auf dem Privatleute und Profis Tickets für ausverkaufte Konzerte oder Sportevents weiterverkaufen können. 2004 kam es zum Zerwürfnis zwischen den Gründern. Baker verließ das Unternehmen, behielt aber einen Anteil von rund zehn Prozent. 2007 verkaufte sich StubHub für 310 Millionen Dollar an eBay.
Während eBay die US-Marke ausbaute, gründete Baker 2006 in London mit viagogo einen direkten europäischen Konkurrenten. Über die Jahre wuchsen beide Plattformen parallel, blieben aber strikt getrennt. Im Februar 2020 schloss sich der Kreis, als viagogo StubHub für 4,05 Milliarden Dollar von eBay zurückkaufte und beide Marken unter einem Dach zusammenführte. Eric Baker, ursprünglich Mitgründer und später aus dem Unternehmen gedrängt, übernahm als CEO die Leitung der vereinten Gruppe. 2021 wurde die Holding in StubHub Holdings, Inc. umbenannt.
Heute betreibt das Unternehmen mit StubHub in Nordamerika und viagogo international zwei Marken auf derselben technischen Plattform. Käufer aus über 200 Ländern handeln Tickets für Konzerte, Sportveranstaltungen, Theateraufführungen, Festivals und andere Live-Events. Der Hauptsitz liegt in New York, weitere Standorte unter anderem in Los Angeles, Atlanta, Irland und der Schweiz. Die Belegschaft umfasst rund 900 Mitarbeiter weltweit.
Management
Eric Baker führt StubHub Holdings seit der Wiedervereinigung von viagogo und StubHub im Februar 2020 als CEO. Baker studierte an der Harvard Law School und an der Stanford Graduate School of Business, wo er 2000 die ursprüngliche StubHub mitgründete. Nach seinem Ausscheiden 2004 baute er mit viagogo einen eigenen Anbieter in Europa auf, bevor er beide Marken 2020 wieder zusammenführte. Über eine Dual-Class-Struktur mit zehnfachen Stimmrechten der Klasse-B-Aktien kontrolliert Baker nach dem IPO rund 88 Prozent der Stimmrechte und damit faktisch alle wesentlichen Unternehmensentscheidungen.
Connie James verantwortet seit August 2023 als CFO die Finanzen der Gruppe. Davor war sie in derselben Funktion bei Light & Wonder tätig. Cris Miller fungiert als Chief Business Officer und steuert das operative Geschäft. Die Führungsstruktur ist stark auf Baker zugeschnitten, was Kritiker als Klumpenrisiko einstufen, das Unternehmen aber als Vorteil für strategische Konsistenz anführt.
Finanzdaten
Branche
StubHub Holdings operiert auf dem Sekundärmarkt für Live-Event-Tickets, einem Teilbereich der globalen Ticketing-Industrie. Im Gegensatz zum Primärmarkt, auf dem Veranstalter Tickets erstmals verkaufen, geht es im Sekundärmarkt um den Weiterverkauf bereits gekaufter Tickets. Schätzungen zur Marktgröße variieren stark, je nach Quelle und Definition. Klar ist, dass Konzerte, Sportevents und Festivals seit dem Ende der Pandemie eine Nachfrage erleben, die das Vor-Corona-Niveau übertrifft, was den Markt insgesamt antreibt.
Die Konkurrenz besteht aus mehreren großen Plattformen. Im Sekundärmarkt sind das vor allem Vivid Seats (NASDAQ: SEAT) und SeatGeek, dazu kleinere Anbieter wie TickPick. Im Primärmarkt dominiert Ticketmaster, das zur Live Nation Entertainment gehört und durch exklusive Verträge mit Veranstaltern und Venues eine deutlich stärkere Position hat als alle Sekundäranbieter zusammen. Live Nation und Ticketmaster sind zudem seit Jahren Ziel kartellrechtlicher Untersuchungen in den USA.
StubHub setzt sich von der Konkurrenz vor allem über die Größe des Inventars ab. Wer ein Ticket für ein ausverkauftes Event sucht, findet es laut eigenen Angaben am ehesten dort. Schätzungen zufolge liegt der Marktanteil im Sekundärmarkt zwischen 30 und 40 Prozent, wobei die Pandemie zwischenzeitlich zu deutlichen Marktanteilsverlusten geführt hatte. Eine zentrale Branchen-Herausforderung bleibt die Regulierung. Mehrere US-Bundesstaaten und die FTC haben in den vergangenen Jahren Regeln zu Gebühren-Transparenz und Weiterverkaufspraktiken verschärft.
Produkte und Services
StubHub Holdings betreibt zwei Marken auf einer gemeinsamen Plattform. Die Marke StubHub bedient den nordamerikanischen Markt, viagogo richtet sich an internationale Kunden. Die Plattformen vermitteln Tickets für Konzerte, Sportveranstaltungen, Theateraufführungen, Festivals und andere Live-Events. Die Verkäufer reichen von Privatleuten, die einzelne Tickets weitergeben, bis zu professionellen Wiederverkäufern und Brokern.
Das Geschäftsmodell folgt einer klassischen Marktplatz-Logik. StubHub kauft selbst keine Tickets ein, sondern verdient an den Gebühren auf jede Transaktion. Sowohl Käufer als auch Verkäufer zahlen einen prozentualen Anteil des Ticketpreises an die Plattform. Dadurch erreicht das Unternehmen Bruttomargen von rund 82 bis 83 Prozent. Das sogenannte Gross Merchandise Sales (GMS), also das gesamte über die Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen, lag 2024 deutlich höher als der ausgewiesene Umsatz. Im selben Jahr wurden rund 40 Millionen Tickets von etwa einer Million Verkäufern an Käufer aus über 200 Ländern vermittelt.
Ergänzend zur Vermittlung bietet StubHub eine Käufergarantie namens FanProtect an. Kunden bekommen ihr Geld zurück, wenn Tickets ungültig sind oder nicht geliefert werden. Diese Garantie ist ein zentrales Verkaufsargument, weil sie das größte Risiko des Sekundärmarkts adressiert, nämlich gefälschte oder doppelt verkaufte Tickets.
