Aktis Oncology Aktie

Marktkapitalisierung

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KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

09.01.2026

Volumen

319 Mio. $

Emissionspreis

18,00 $

Seit Emission

+4.7%

Erstpreis

27,00 $

Seit Erstpreis

-30.2%

Kurs (EOD)

18,84 $

Schlusskurs

Overview

Die MPM Capital-Partner Brian Goodman, Patrick Baeuerle und Todd Foley gründeten das Unternehmen im August 2020 zunächst unter dem Namen HotKnot Therapeutics. Ihre Idee war, die Erfolge der Radiopharmaka, also Wirkstoffe die radioaktive Isotope gezielt an Tumore heranbringen, auf deutlich mehr Tumorarten auszuweiten. Matthew Roden übernahm bereits im September 2020 den CEO-Posten. Im April 2021 wurde das Unternehmen in Aktis Oncology umbenannt und trat mit einer 72 Millionen Dollar Series A aus dem Stealth-Modus an die Öffentlichkeit.

Die Finanzierungsrunden zogen schnell namhafte Pharmakonzerne an. Novartis und Bristol Myers Squibb beteiligten sich bereits an der Series A, 2022 kam Merck über seinen Fonds MRL Ventures dazu und stockte die Runde auf insgesamt 161 Millionen Dollar auf. Im Mai 2024 schloss Aktis eine strategische Forschungspartnerschaft mit Eli Lilly über 60 Millionen Dollar Vorauszahlung und bis zu 1,2 Milliarden Dollar an möglichen Meilensteinzahlungen. Im September 2024 folgte eine oversubscribed Series B über 175 Millionen Dollar unter Führung von RA Capital.

Der Hauptsitz liegt am 17 Drydock Avenue in Boston, Massachusetts. Aktis beschäftigt rund 75 Mitarbeiter und betreibt zusätzlich Laborkapazitäten im Research Triangle Park in North Carolina. Das Unternehmen ist klinisch-orientiert und hat noch keine zugelassenen Produkte auf dem Markt.

Management

Matthew Roden führt Aktis seit September 2020 als President und CEO. Er bringt eine ungewöhnliche Kombination aus Wissenschaft, Finanzen und Industrie mit. Roden promovierte am Albert Einstein College of Medicine und arbeitete zunächst als Biotech-Aktienanalyst bei J.P. Morgan, bevor er bei UBS den Bereich Biotech-Aktienresearch leitete. Zuletzt war er bei Bristol Myers Squibb Senior Vice President und Head of Enterprise Strategy, wo er nach der Celgene-Übernahme den strategischen Plan des Konzerns verantwortete. Seit August 2020 ist er zudem Executive Partner bei MPM BioImpact.

Seit November 2025 verantwortet Kyle Kuvalanka als CFO die Finanzen. Er hat nach eigenen Angaben in seiner Karriere über 700 Millionen Dollar an Kapital eingeworben und war zuvor in C-Level-Positionen bei ROME Therapeutics, Goldfinch Bio, Syros Pharmaceuticals und Blueprint Medicines tätig. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Chief Scientific Officer Paul L. Feldman, der vorher bei GlaxoSmithKline und Intarcia Therapeutics gearbeitet hat. Mitgründer Todd Foley, Managing Director bei MPM BioImpact, fungiert als Chairman of the Board.

Finanzdaten

Branche

Aktis operiert im Markt für zielgerichtete Radiopharmaka, der nach Schätzungen von MarketsandMarkets im Jahr 2025 ein Volumen von rund 3,15 Milliarden Dollar erreichte und bis 2035 auf über 10 Milliarden Dollar wachsen soll. Die Branche boomt seit dem Erfolg von Novartis mit Pluvicto, einer Radioligand-Therapie gegen metastasierten Prostatakrebs. Pluvicto erreichte im ersten vollen Verkaufsjahr rund eine Milliarde Dollar Umsatz und wird zusammen mit Lutathera von Novartis auf über zwei Milliarden Dollar Jahresumsatz geschätzt.

Die Konkurrenz ist breit aufgestellt und wird zunehmend von großen Pharmakonzernen dominiert. Neben Novartis ist Bayer mit dem Alpha-Strahler Xofigo im Prostatakrebs-Markt aktiv. AstraZeneca übernahm 2024 Fusion Pharmaceuticals für bis zu 2,4 Milliarden Dollar, Eli Lilly kaufte bereits 2023 Point Biopharma. Spezialisierte Biotechs wie Telix Pharmaceuticals, Lantheus, Convergent Therapeutics, ITM und Curium adressieren ebenfalls den Markt. Im speziellen Kampf um das Nectin-4-Target konkurriert Aktis indirekt mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Padcev von Pfizer und Astellas, das einen Jahresumsatz im Bereich von fast zwei Milliarden Dollar erreicht.

Aktis positioniert sich mit einem eigenen technologischen Ansatz. Statt auf klassische Peptide oder Antikörper setzt das Unternehmen auf sogenannte Miniproteine, also kleine gefaltete Aminosäureketten, die zwischen den beiden Formaten liegen. Diese Moleküle sollen tief in Tumore eindringen, dort lange verweilen und gleichzeitig schnell aus gesundem Gewebe verschwinden. Damit will Aktis Radiopharmaka auf Tumorarten ausweiten, die bislang kaum mit dieser Therapieform erreicht werden können.

Produkte und Services

Das wichtigste Aktiv von Aktis ist die hauseigene Miniprotein-Radioconjugate-Plattform. Sie ist nach Angaben des Unternehmens isotop-agnostisch und kann mit verschiedenen radioaktiven Nutzlasten wie Actinium-225 oder Bildgebungs-Isotopen kombiniert werden. Das erlaubt Ärzten, vor der eigentlichen Therapie per Bildgebung zu überprüfen, ob der Wirkstoff den Tumor wirklich erreicht. Dieser sogenannte theranostische Ansatz wird in der Branche als entscheidender Vorteil gesehen.

Der Leitkandidat AKY-1189 richtet das Alpha-Strahler-Isotop Actinium-225 gegen Nectin-4 exprimierende Tumore. In der laufenden Phase-1b-Studie NECTINIUM-2 wird die Substanz bei Patienten mit urothelialem Karzinom, Brustkrebs, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Darmkrebs und weiteren soliden Tumoren getestet. Im Februar 2026 erhielt AKY-1189 von der US-Behörde FDA den Fast-Track-Status für Blasenkrebs. Der zweite Kandidat AKY-2519 zielt auf das Target B7-H3 und soll 2026 in die klinische Entwicklung überführt werden.

Umsätze erwirtschaftet Aktis bislang fast ausschließlich über die Forschungskooperation mit Eli Lilly, die das Unternehmen im Mai 2024 abschloss. Lilly zahlte 60 Millionen Dollar Upfront und stellte bis zu 1,2 Milliarden Dollar an möglichen Meilensteinen in Aussicht. Für den eigenen Bedarf baut Aktis parallel eine interne Produktionsstätte nach cGMP-Standard auf, die im zweiten Halbjahr 2026 in Betrieb gehen soll. Die Versorgung mit Actinium-225 ist über Partnerschaften mit NorthStar Medical Technologies, TerraPower Isotopes und Niowave abgesichert.

Technische Analyse

Details zum IPO

Aktis Oncology ging am 9. Januar 2026 per klassischem IPO an der Nasdaq Global Select Market unter dem Ticker AKTS an die Börse. Der Emissionspreis lag bei 18 Dollar pro Aktie und damit am oberen Ende der angekündigten Spanne von 16 bis 18 Dollar. Das Unternehmen platzierte 17,65 Millionen Aktien. Ursprünglich waren nur 11,77 Millionen Aktien geplant, die Emission wurde aufgrund der starken Investorennachfrage um etwa die Hälfte aufgestockt. Das Bruttoemissionsvolumen betrug rund 318 Millionen Dollar, netto flossen dem Unternehmen etwa 291 Millionen Dollar zu. Zusätzlich hatte Eli Lilly eine Beteiligung von rund 100 Millionen Dollar zum Emissionspreis angekündigt. Die implizite Marktkapitalisierung lag am ersten Handelstag bei etwa 1,2 Milliarden Dollar.

Als Lead Underwriter fungierten J.P. Morgan, BofA Securities, Leerink Partners und TD Cowen. Die Aktie legte am ersten Handelstag um rund 27 Prozent zu. Damit handelte es sich um den ersten Biotech-IPO des Jahres 2026 und gleichzeitig um den größten Biotech-Börsengang seit Anfang 2024, übertroffen nur von den IPOs von Kyverna Therapeutics und CG Oncology.

Die Nettoerlöse sollen zwischen 140 und 150 Millionen Dollar in die laufende Phase-1b-Studie zu AKY-1189 fließen. Ein weiterer Teil ist für die klinische Weiterentwicklung von AKY-2519 sowie für allgemeine Betriebsmittel und die Kosten als börsennotiertes Unternehmen vorgesehen. Zum Ende des dritten Quartals 2025 verfügte Aktis bereits über Cash-Reserven von etwa 246 Millionen Dollar. Die kombinierten Mittel sollen die Finanzierung nach Unternehmensangaben bis etwa 2029 sichern.

Outlook

Das entscheidende Ereignis der kommenden Jahre ist der erste klinische Datenreadout von AKY-1189. Vorläufige Ergebnisse aus der Dosis-Eskalations-Phase der Studie NECTINIUM-2 sind für Anfang 2027 angekündigt. Fallen sie überzeugend aus, öffnet sich für Aktis ein Fenster mit mehreren potenziellen Indikationen über den Blasenkrebs hinaus. Parallel soll der zweite Wirkstoffkandidat AKY-2519 seinen eigenen Entwicklungsweg starten und die Plattform als mehrgleisige Quelle für Pipeline-Kandidaten etablieren.

Strategisch arbeitet Aktis an zwei großen Stellschrauben. Erstens an der eigenen Produktionskapazität für Radioisotope, da die Lieferketten für Actinium-225 weltweit angespannt sind und die operative Unabhängigkeit ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor ist. Zweitens an der breiteren Validierung der Miniprotein-Plattform durch die Lilly-Kooperation, aus der zusätzliche Kandidaten außerhalb der eigenen Pipeline entstehen können. Die größten Risiken liegen in der klinischen Wirksamkeit ohne belastbare Effizienz-Daten am Menschen, in der Konkurrenz durch finanziell deutlich stärker aufgestellte Big-Pharma-Konzerne und in der anhaltenden Kapitalintensität ohne absehbare Produktumsätze.

Bewertungskriterien

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First-in-class-Potenzial für das Radiopharmakon AKY-1189 mit breiter Indikationsmöglichkeit von Blasenkrebs bis Lungenkrebs

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Strategische Allianz mit Eli Lilly über 60 Millionen Dollar Upfront und bis zu 1,2 Milliarden Dollar an möglichen Meilensteinen

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Starke Investorenbasis mit MPM BioImpact, Vida Ventures, EcoR1, Blue Owl sowie Big-Pharma-Aktionären Eli Lilly, Bristol Myers Squibb und Novartis

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FDA-Fast-Track-Status für AKY-1189 seit Februar 2026 kann den Zulassungsprozess beschleunigen

Klinische Frühphase ohne belastbare Wirksamkeits- oder Sicherheitsdaten am Menschen

Erster Phase-1b-Readout erst für Anfang 2027 erwartet, kurzfristig kein Produktumsatz absehbar

Harter Wettbewerb durch Novartis, Bayer, AstraZeneca und Eli Lilly mit deutlich größeren Forschungs- und Produktionsbudgets

Mit Padcev von Pfizer und Astellas existiert bereits ein erfolgreicher Wirkstoff gegen Nectin-4 mit einem Jahresumsatz nahe zwei Milliarden Dollar