SpaceX Aktie schwankt heftig in der ersten Handelswoche

Bild zeig eine startende Rakete bei Nacht symbolisch für den turbulenten und nicht ganz so guten Start der Space x Aktie an der Börse

SpaceX Aktie schwankt heftig in der ersten Handelswoche

Nordamerika🚀5 Min.20.06.2026

SpaceX (NASDAQ: SPCX) hat hinter sich, was wohl die spektakulaerste IPO-Woche des Jahres war. Am 12. Juni 2026 ging das Raumfahrt- und KI-Unternehmen von Elon Musk an die Nasdaq. Der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar je Aktie. Schon am ersten Tag eroeffnete die Aktie bei 150 Dollar und schloss bei 160,95 Dollar. Ein Plus von 19,2 Prozent zum Start.

Es blieb nicht dabei. In den folgenden Tagen drehte der Kurs voll auf. Am 16. Juni markierte SPCX ein Allzeithoch von 225,64 Dollar im Tagesverlauf. Vom Ausgabepreis aus gerechnet waren das in nur drei Handelssitzungen rund 67 Prozent Plus. Danach kam die Korrektur. Bis zum 19. Juni rutschte die Aktie wieder Richtung 185 Dollar.

Mit dem IPO sammelte SpaceX rund 75 Milliarden Dollar ein. Das ist der groesste Boersengang der Geschichte. Die Bewertung lag zum Start bei etwa 1,75 Billionen Dollar und kletterte in der ersten Woche zeitweise ueber 2 Billionen.

Vom Hoch bei 225 Dollar zurueck auf den Boden

Der Wochenverlauf liest sich wie eine Achterbahn. Nach dem Debuet am Freitag, dem 12. Juni, ging es zum Wochenstart weiter nach oben. Am 15. Juni notierte SPCX bei rund 172 Dollar. Einen Tag spaeter, am 16. Juni, schoss die Aktie bis auf 225,64 Dollar und schloss bei 201,80 Dollar.

Dieser Sprung hatte mehrere Treiber. Die Aufnahme in den MSCI-Index erfolgte bereits einen Tag nach dem Listing. Indexfonds mussten die Aktie kaufen, ganz unabhaengig vom Preis. Solche Kaeufe folgen keiner Bewertungslogik. Sie passieren mechanisch, weil die Fonds ihren Index abbilden muessen. Bei einem frei handelbaren Anteil von nur etwa vier Prozent traf diese Nachfrage auf ein extrem knappes Angebot.

Genau diese Knappheit erklaert die wilden Ausschlaege. SpaceX hat rund 13 Milliarden Aktien insgesamt. An die Boerse kamen aber nur etwa 555 Millionen neue Stuecke. Der Rest ist gesperrt. Wenn so wenige Aktien handelbar sind, reichen schon kleine Kauf- oder Verkaufswellen fuer grosse Kursbewegungen.

Nach dem Hoch kippte die Stimmung. CNBC rechnete am 18. Juni vor, dass der durchschnittliche Kaeufer nach dem IPO nach zwei Verlusttagen fast wieder bei null stand. Wer auf dem Hoch eingestiegen war, sass schnell im Minus. Bis zum Ende der Woche pendelte sich der Kurs um 185 Dollar ein.

Cathie Wood steigt mit 530 Millionen Dollar ein

Eine der bekanntesten Investorinnen der Wall Street griff sofort zu. Cathie Wood kaufte ueber ihre Fondsgesellschaft ARK Invest am IPO-Tag 3.291.184 SPCX-Aktien. Beim Schlusskurs von 160,95 Dollar war dieses Paket rund 529,7 Millionen Dollar wert. Auf dem Tageshoch lag der Wert sogar bei ueber 580 Millionen.

Wood verteilte die Kaeufe auf vier ihrer ETFs. Den groessten Brocken bekam der ARK Innovation ETF mit 1.690.839 Aktien. SpaceX machte damit 3,28 Prozent dieses Fonds aus. Der ARK Autonomous Technology and Robotics ETF kaufte 736.442 Aktien, der ARK Space Exploration and Innovation ETF 538.341 Stueck. Im Weltraumfonds ARKX wurde SPCX mit fast sieben Prozent Gewichtung zu einer der groessten Positionen.

Bemerkenswert war, was Wood gleichzeitig verkaufte. Um Platz fuer SpaceX zu schaffen, trennte sich ARK von Anteilen an Tesla, AMD, Rocket Lab und Roku. Schon in der Woche vor dem Listing hatte die Fondsgesellschaft Aktien im Wert von fast 280 Millionen Dollar abgestossen. Die Botschaft ist deutlich. ARK setzt frisches Risikokapital lieber auf Musks neuen Boersenstar als auf bestehende Positionen.

Wood traut SpaceX langfristig viel zu. Ein ARK-Modell sieht bis 2030 einen Unternehmenswert von 2,5 Billionen Dollar als Basisszenario, im optimistischen Fall sogar rund 3,1 Billionen. Das Argument dahinter sind die niedrigen Startkosten der Falcon-9-Raketen und das wachsende Satellitengeschaeft von Starlink.

SpaceX kauft die KI-Schmiede Cursor

Mitten in der ersten Handelswoche legte SpaceX nach. Das Unternehmen kuendigte die Uebernahme von Anysphere an, der Firma hinter dem KI-Programmierwerkzeug Cursor. Der Kaufpreis liegt bei 60 Milliarden Dollar, gezahlt komplett in eigenen Aktien. Der Abschluss wird fuer das dritte Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Behoerden.

Cursor ist ein Code-Editor, der Software-Entwicklung mit KI beschleunigt. Das Werkzeug umfasst einen Chatbot, automatische Code-Vervollstaendigung und KI-Agenten, die Programmieraufgaben selbststaendig erledigen. Gegruendet wurde Anysphere 2022 von vier MIT-Absolventen. Der annualisierte Umsatz erreichte Anfang Juni rund 4 Milliarden Dollar, nach 2 Milliarden im Februar. Das Wachstum ist enorm.

Der Deal passt in Musks Strategie. Im Februar 2026 fusionierte SpaceX bereits mit seiner KI-Firma xAI. Mit Cursor will der Konzern seine KI-Faehigkeiten weiter ausbauen und im lukrativen Markt fuer Unternehmenssoftware Fuss fassen. SpaceX und Cursor trainieren laut eigenen Angaben seit Monaten gemeinsam ein KI-Modell, das bald in beiden Produkten erscheinen soll.

Interessant ist die Vorgeschichte. SpaceX hatte sich die Option auf den Kauf schon im April gesichert. Microsoft pruefte eine Uebernahme, gab aber kein Gebot ab. Cursor lehnte zudem zwei Annaeherungen von OpenAI ab. Am Ende entschied sich der Konzern fuer den aggressiven Weg und zog die Kaufoption.

Was die Lockup-Termine fuer Anleger bedeuten

Ein Punkt sollte jedem klar sein, der die Aktie beobachtet. Der geringe frei handelbare Anteil ist kein Dauerzustand. SpaceX hat eine gestaffelte Sperrfrist gewaehlt, eine sogenannte Lockup-Periode. Waehrend dieser Zeit duerfen Insider und fruehe Investoren ihre Aktien nicht verkaufen. Bei SpaceX laeuft das in Stufen ab, nicht auf einen Schlag.

Die erste Stufe greift nach den Quartalszahlen. SpaceX legt diese voraussichtlich am 6. August 2026 vor. Rund 20 Prozent des gesperrten Pakets werden dann frei. Wenn die Aktie zu diesem Zeitpunkt mehr als 30 Prozent ueber dem Ausgabepreis von 135 Dollar liegt, also ueber 175,50 Dollar, kommen weitere 10 Prozent dazu. Danach folgen kleinere Tranchen im Wochenrhythmus.

Die groesste Einzelfreigabe steht nach den Zahlen zum dritten Quartal an, voraussichtlich im spaeten Oktober oder November. Dann werden rund 28 Prozent des Sperrpakets handelbar, in der Groessenordnung von 1,3 Milliarden Aktien. Der reguläre Hauptablauf der 180-Tage-Frist faellt auf den 8. Dezember 2026. Elon Musk selbst und einige Grossinvestoren bleiben noch laenger gesperrt, ihre Anteile werden erst um den 12. Juni 2027 frei.

Warum ist das wichtig? Jede Freigabe bringt zusaetzliches Angebot auf den Markt. Mehr verfuegbare Aktien koennen den Kurs unter Druck setzen, vor allem wenn viele Insider gleichzeitig verkaufen. Die Geschichte zeigt gemischte Muster. Bei Facebook lag die Aktie am Ende der Sperrfrist 2012 rund 40 Prozent unter dem Ausgabepreis, bevor sie sich erholte. Bei Rivian fiel der Kurs am 180-Tage-Termin an einem Tag um etwa 20 Prozent. Eine gestaffelte Freigabe soll genau diesen Effekt abmildern, garantiert aber keine ruhigen Kurse.

Die naechsten Wochen bringen den ersten echten Test

Der wichtigste Termin steht am 6. August im Kalender. Dann legt SpaceX zum ersten Mal als boersennotiertes Unternehmen Quartalszahlen vor. Bis dahin bewegt sich der Kurs ohne fundamentalen Anker, getrieben von Angebot, Nachfrage und Stimmung. Der Markt wird genau hinschauen, wie sich die drei Sparten Raumfahrt, Starlink und KI entwickeln.

Bewertungstechnisch bleibt SPCX umstritten. Morningstar setzt den fairen Wert deutlich unter dem aktuellen Kurs an, der Wall-Street-Konsens liegt im Schnitt bei rund 164 Dollar. Gleichzeitig schreibt SpaceX auf Konzernebene noch rote Zahlen, mit einem Nettoverlust von etwa 4,3 Milliarden Dollar im ersten Quartal. Wer die Aktie haelt, sollte die Lockup-Termine im August und Dezember fest im Blick behalten. Sie sind die naechsten grossen Katalysatoren fuer SPCX.