SpaceX feiert Rekordstart an der Nasdaq
SpaceX (NASDAQ, Kürzel SPCX) ist seit Freitag, dem 12. Juni 2026, ein börsennotiertes Unternehmen. Der Raumfahrtkonzern von Elon Musk sammelte beim Börsengang rund 75 Milliarden Dollar ein. Das ist der größte IPO der Geschichte, noch vor Saudi Aramco aus dem Jahr 2019. Der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar je Aktie, die Bewertung bei etwa 1,77 Billionen Dollar.
Der erste Handelstag lief stürmisch. Die Aktie eröffnete an der Nasdaq bei 150 Dollar, kletterte bis auf 176,52 Dollar und schloss bei rund 161 Dollar. Ein Plus von gut 19 Prozent über dem Ausgabepreis. Schon am Abend des ersten Tages lag die Marktkapitalisierung über zwei Billionen Dollar.
Heute, am Montag, steht SpaceX in Deutschland bei 149,02 Euro. Das sind 7,90 Euro oder 5,60 Prozent mehr als am Freitag. Eröffnet hatte der Wert bei 145,10 Euro, der Vortagesschluss lag bei 141,12 Euro. SpaceX baut wiederverwendbare Raketen, betreibt das Satelliten-Internet Starlink und arbeitet am Riesensystem Starship. Genau diese Mischung treibt die Fantasie der Anleger.
Um 15.30 Uhr fällt der echte Kurs
Für Anleger in Deutschland gibt es eine Uhrzeit, die bei SpaceX wichtiger ist als jede andere. Um 15.30 Uhr deutscher Zeit öffnet die Nasdaq in New York. Erst dann beginnt der reguläre US-Handel. Davor bewegt sich die Aktie nur im dünnen Vorhandel deutscher Plätze.
Der Grund liegt in der Zeitverschiebung. Im Sommer trennen Deutschland und die US-Ostküste sechs Stunden. Die Nasdaq startet um 9.30 Uhr Ortszeit in New York. Bei uns ist es dann 15.30 Uhr.
Wer glaubt, die US-Börse öffne hierzulande schon um 14.30 Uhr, verwechselt das meist mit der Winterzeit. Auch im Winter bleibt der Abstand aber bei sechs Stunden. Die 15.30 Uhr gelten also fast das ganze Jahr. Nur in den wenigen Tagen, in denen die USA und Europa ihre Zeitumstellung versetzt vornehmen, verschiebt sich das kurz.
Vor der US-Eröffnung handeln deutsche Plätze wie Tradegate oder Lang & Schwarz die Aktie zwar schon. Diese Kurse beruhen aber auf wenigen Orders und Schätzungen. Sie sind dünn, die Spannen zwischen Kauf und Verkauf weit. Der Preis, der wirklich zählt, entsteht erst, wenn die Amerikaner handeln.
Der erste Kurs kommt oft später
An einem normalen Handelstag fällt der erste Kurs pünktlich um 15.30 Uhr. Bei einem Börsengang läuft das anders. Die Nasdaq muss eine Eröffnungsauktion abschließen, bevor der erste Preis steht. Je größer die Nachfrage, desto länger dauert dieser Prozess.
Bei SpaceX zeigte sich das deutlich. Eine Stunde nach dem offiziellen Start gab es noch keinen einzigen Trade. Erste Indikationen lagen bei rund 171 Dollar, ein echter Kurs fehlte aber. Das war kein Fehler im System, sondern Teil des Verfahrens.
Historisch ist das nichts Neues. Beim Börsengang von Alibaba dauerte es mehr als zwei Stunden bis zum ersten Preis. Wer den Start live verfolgt, sollte deshalb Geduld mitbringen. Die 15.30 Uhr markieren den frühestmöglichen Zeitpunkt, nicht den garantierten.
Graumarkt und Gap-Risiko im Blick
Schon vor der Erstnotiz konnten Anleger eine ungefähre Richtung erkennen. Im sogenannten Graumarkt, also dem inoffiziellen Vorhandel, notierte SpaceX am 11. Juni bei Lang & Schwarz zwischen 180 und 183 Euro. Das waren reine Schätzungen, kein offizieller Preis. Am ersten echten Handelstag eröffnete die Aktie spürbar tiefer.
Genau hier lauert das Gap-Risiko. Ein Gap ist eine Kurslücke zwischen zwei Handelsphasen. Wer am Morgen im deutschen Vorhandel zu einem hohen Schätzpreis kauft, kann nach der US-Eröffnung schnell im Minus liegen. Der Kurs springt dann auf das Niveau, das die Nasdaq vorgibt. Auch der heutige Vormittagskurs von 149,02 Euro entstand vor der US-Eröffnung und kann sich nach 15.30 Uhr noch verschieben.
Auch die Kennzahlen in der Broker-App brauchen Einordnung. Trade Republic zeigt für SpaceX eine 52-Wochen-Spanne von 134,60 bis 152,52 Euro. Die Aktie ist aber erst wenige Tage alt. Diese Spanne deckt also nur die kurze Zeit seit dem Graumarkt ab, nicht ein volles Jahr. Mehr Aussagekraft hat die Tagesspanne von 144,60 bis 149,02 Euro.
Was das Timing für dich als Anleger bedeutet
Wir glauben, dass bei einer frischen Aktie wie SpaceX die Handelszeit eine größere Rolle spielt als bei etablierten Werten. Der Streubesitz ist klein. SpaceX hat nur rund vier Prozent seiner Anteile verkauft. Wenige frei handelbare Aktien bedeuten heftige Ausschläge.
Vor und nach den US-Handelszeiten sind die Spannen zwischen An- und Verkauf oft breiter. Das verteuert jede Order. Viele erfahrene Anleger nutzen deshalb Limit-Orders statt Market-Orders. Eine Limit-Order führt nur zu einem vorher festgelegten Höchst- oder Mindestpreis aus. So vermeidet man, im dünnen Vorhandel zu einem schlechten Kurs erwischt zu werden.
Der zweite große Punkt bleibt die Bewertung. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 100 zählt SpaceX zu den teuersten großen Aktien überhaupt. Diese Kennzahl setzt den Börsenwert ins Verhältnis zum Jahresumsatz. Bei vielen Software-Konzernen liegt sie im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich. Das Analysehaus Morningstar sieht den fairen Wert bei rund 780 Milliarden Dollar, also weit unter dem aktuellen Niveau. SpaceX schrieb 2025 bei 18,67 Milliarden Dollar Umsatz einen Verlust von 4,94 Milliarden Dollar. Wer hier einsteigt, kauft viel Zukunft und wenig aktuellen Gewinn.
Die nächsten Termine im Blick
In den kommenden Wochen dürfte SpaceX rasch in den Nasdaq 100 aufgenommen werden. Geänderte Aufnahmeregeln machen das möglich. Später könnten Indizes wie der S&P 500 und der MSCI World folgen. Dann wären viele Anleger über ETFs ganz automatisch investiert.
Daneben sorgt die Politik für Spannung. Senatorin Elizabeth Warren hatte vor dem Start einen Brief an die US-Börsenaufsicht SEC geschickt und eine Verzögerung gefordert. Auch die KI-Tochter xAI bleibt ein Streitpunkt, denn sie verbrennt Milliarden. Das erste Quartalsergebnis als börsennotiertes Unternehmen wird zeigen, ob Starlink die Verluste auffangen kann. Bis dahin lohnt sich für SpaceX-Anleger vor allem ein Blick auf die Uhr, jeden Tag um 15.30 Uhr.

