Rocket Lab USA Aktie

Marktkapitalisierung

39.33 Mrd. $

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

$-0.37

Dividende

-

52W Hoch / Tief

99,58 $ / 16,73 $

IPO-Typ

SPAC

Handelsstart

25.08.2020

Volumen

-

Emissionspreis

-

Seit Emission

-

Erstpreis

11,58 $

Seit Erstpreis

+496.5%

Aktueller Kurs

69,08 $

Overview

Peter Beck wuchs im neuseeländischen Invercargill auf und bastelte schon als Teenager Turbolader in alte Autos und Raketen aus Wasserantrieb. Eine Universität besuchte er nie. Stattdessen begann er eine Ausbildung zum Werkzeugmacher bei Fisher & Paykel und nutzte die Werkstatt nach Feierabend, um Raketenantriebe zu testen. 2006 gründete er Rocket Lab in Neuseeland mit dem Ziel, kleine Satelliten günstig und zuverlässig in den Orbit zu bringen. Drei Jahre später schickte Rocket Lab mit der Ātea-1 als erstes privates Unternehmen der Südhalbkugel eine Rakete ins All.

Die Anfangsjahre waren geprägt von Geldnot. In Silicon Valley hielt Beck Investoren für verrückt, die nicht einmal fünf Millionen Dollar in ein Raketen-Startup aus Neuseeland stecken wollten. 2013 sicherte sich das Unternehmen schließlich Wagniskapital von Khosla Ventures und Bessemer Venture Partners, verlegte den Firmensitz in die USA und begann mit der Entwicklung der Electron-Rakete. Der erste erfolgreiche Orbitalflug gelang im Januar 2018. Seitdem hat sich Electron zur nach der Falcon 9 am häufigsten gestarteten US-Orbitalrakete entwickelt.

Seit etwa 2020 verfolgt Rocket Lab eine konsequente Diversifizierungsstrategie. Durch eine Serie von Übernahmen, darunter der Satellitenkomponenten-Hersteller Sinclair Interplanetary (2020), der Separationssystem-Anbieter Planetary Systems Corporation (2021), der Flugsoftware-Entwickler Advanced Solutions (2021) und der Solarzellen-Produzent SolAero (2022), hat sich das Unternehmen vom reinen Raketenstarter zum vertikal integrierten Raumfahrtanbieter gewandelt. Der Hauptsitz liegt in Long Beach, Kalifornien, mit weiteren Standorten in Neuseeland, Colorado, New Mexico und Kanada.

Management

Sir Peter Beck führt Rocket Lab seit der Gründung 2006 als CEO und übernahm 2021 zusätzlich den Vorsitz des Board of Directors. Beck wurde 2024 von der neuseeländischen Regierung zum Knight Companion des New Zealand Order of Merit ernannt. Sein Führungsstil ist stark technisch geprägt. Er ist weiterhin in die Entwicklung neuer Systeme involviert und verbringt nach eigener Aussage einen Großteil seiner Zeit in den Fabriken und Testanlagen.

Adam Spice fungiert seit Mai 2018 als CFO. Spice bringt Erfahrung aus der Halbleiterindustrie mit. Er war zuvor CFO beim Chipdesigner MaxLinear und hielt Führungspositionen bei Broadcom und Intel. Bei Rocket Lab verantwortet er neben den Finanzen auch die M&A-Strategie, die das Unternehmen seit dem Börsengang mit mehreren Übernahmen vorangetrieben hat. Arjun Kampani dient als General Counsel und Secretary. Die Führungsebene ist seit dem Börsengang 2021 weitgehend stabil geblieben.

Finanzdaten
Branche

Rocket Lab bewegt sich in zwei Märkten gleichzeitig: dem Raketenstartmarkt und dem breiteren Markt für Weltraumsysteme. Der globale Markt für Raketenstarts wächst durch den Boom bei Satellitenkonstellationen für Kommunikation, Erdbeobachtung und nationale Sicherheit. Branchenprognosen beziffern den gesamten adressierbaren Raumfahrtmarkt bis 2030 auf über eine Billion Dollar. Besonders die Nachfrage nach kleinen und mittelgroßen Trägern nimmt zu, weil Betreiber von Satellitenkonstellationen dedizierte Starts zu spezifischen Orbits brauchen, statt sich einen Platz auf einer großen Rakete zu teilen.

Im Bereich Kleinraketen hat Rocket Lab mit der Electron eine Monopolstellung unter den westlichen Anbietern aufgebaut. Kein anderes kommerzielles Unternehmen außer SpaceX startet regelmäßiger in den Orbit. Wettbewerber wie das europäische Isar Aerospace oder Relativity Space in den USA befinden sich noch in der Entwicklungsphase oder haben bisher keine vergleichbare Startfrequenz erreicht. Mit der in Entwicklung befindlichen Neutron-Rakete zielt Rocket Lab auf den Markt für mittelgroße Nutzlasten, wo SpaceX mit der Falcon 9, Blue Origin mit der New Glenn und United Launch Alliance mit der Vulcan Centaur bereits vertreten sind.

Im Bereich Weltraumsysteme konkurriert Rocket Lab mit etablierten Rüstungs- und Raumfahrtkonzernen wie Northrop Grumman, L3Harris und Lockheed Martin. Rocket Labs Vorteil liegt in der vertikalen Integration: Das Unternehmen kann Rakete, Satellitenbus, Solarzellen, Reaktionsräder, Sternsensoren und Flugsoftware aus einer Hand liefern. Für größere Auftraggeber wie die US Space Development Agency (SDA) wird diese Fähigkeit zunehmend attraktiv.

Produkte und Services

Rocket Labs Geschäft gliedert sich in zwei Segmente: Launch Services und Space Systems. Die Electron-Rakete bildet das Rückgrat des Startsegments. Die 18 Meter hohe, kohlefaserbasierte Trägerrakete kann bis zu 300 Kilogramm in einen niedrigen Erdorbit befördern. Angetrieben wird sie von neun Rutherford-Triebwerken, die per 3D-Druck gefertigt werden und als erste Raketentriebwerke der Welt über einen elektrischen Turbopumpenantrieb verfügen. Rocket Lab startete 2024 insgesamt 16 Electron-Missionen von zwei Startplätzen: dem privaten Launch Complex 1 auf der Māhia-Halbinsel in Neuseeland und dem Launch Complex 2 auf Wallops Island in Virginia.

Das Space-Systems-Segment umfasst Satellitenherstellung, Satellitenkomponenten und zugehörige Dienstleistungen. Durch die Übernahmen von Sinclair Interplanetary, SolAero, Planetary Systems Corporation und Advanced Solutions produziert Rocket Lab heute Reaktionsräder, Sternsensoren, Solarzellen, Separationssysteme und Flugsoftware. Auf Basis des eigenen Photon-Satellitenbus baut das Unternehmen komplette Raumfahrzeuge, etwa für NASA-Missionen zum Mond und Mars. 2025 übernahm Rocket Lab zusätzlich den Sensor-Spezialisten Geost für 275 Millionen Dollar und steht kurz vor der Übernahme des Münchener Laserkommunikations-Herstellers Mynaric. Beide Übernahmen stärken die Position als Auftragnehmer für US-Militärsatelliten.

In Entwicklung befindet sich die Neutron-Rakete, ein teilweise wiederverwendbarer Mittelklasse-Träger mit bis zu 13.000 Kilogramm Nutzlastkapazität. Neutron soll speziell für den Aufbau großer Satellitenkonstellationen, Missionen im Regierungsauftrag und perspektivisch auch bemannte Raumfahrt ausgelegt sein. Der Erststart wird frühestens für das vierte Quartal 2026 erwartet.

Technische Analyse
Details zum IPO

Rocket Lab ging am 25. August 2021 über einen SPAC-Merger (Special Purpose Acquisition Company) an die Nasdaq. Bei einem SPAC-Merger verschmilzt ein bereits börsennotiertes Mantelunternehmen ohne eigenes operatives Geschäft mit einem privaten Unternehmen. In diesem Fall war der SPAC-Partner Vector Acquisition Corporation, eine von Technologie-Investor Alex Slusky geführte Zweckgesellschaft. Rocket Lab übernahm den Börsenplatz von Vector und handelt seitdem unter dem Ticker RKLB.

Die Transaktion bewertete Rocket Lab mit 4,1 Milliarden Dollar Unternehmenswert. Bruttomittelzuflüsse beliefen sich auf rund 777 Millionen Dollar, zusammengesetzt aus dem Treuhandkonto der SPAC und einer begleitenden PIPE-Finanzierung (Private Investment in Public Equity) durch institutionelle Investoren wie BlackRock. Die bestehenden Rocket-Lab-Aktionäre behielten rund 82 Prozent der Anteile am kombinierten Unternehmen.

Die Aktie eröffnete am ersten Handelstag bei 11,58 Dollar, schloss aber leicht im Minus bei 10,45 Dollar. In den folgenden Jahren schwankte der Kurs erheblich. Im Laufe des Bärenmarkts 2022 und Anfang 2024 fiel die Aktie zeitweise unter 4 Dollar, bevor sie sich getrieben durch steigende Startzahlen, neue Aufträge und die allgemeine Space-Begeisterung massiv erholte.

Outlook

Rocket Labs Strategie zielt darauf ab, das Unternehmen als einzigen vollständig vertikal integrierten Raumfahrtanbieter neben SpaceX zu positionieren. Der entscheidende nächste Schritt ist der erfolgreiche Erststart der Neutron-Rakete. Neutron soll Rocket Lab den Zugang zum deutlich größeren Markt für mittelgroße Nutzlasten eröffnen und ist bereits für das National Security Space Launch-Programm des US-Militärs vorgesehen, ein Rahmenvertrag mit einem Volumen von 5,6 Milliarden Dollar.

Parallel baut Rocket Lab das Satellitengeschäft als zweites Standbein konsequent aus. Mit über 1,3 Milliarden Dollar an Verträgen für die US Space Development Agency und den Übernahmen von Geost und Mynaric positioniert sich das Unternehmen als ernstzunehmender Auftragnehmer im US-Verteidigungssektor. Mittelfristig steht auch eine eigene Satellitenkonstellation im Raum, für die Rocket Lab 2025 die neue Satellitenbaureihe Flatellite vorgestellt hat. Ob der Sprung vom Komponentenlieferanten und Raketenbetreiber zum Betreiber eigener Konstellationen gelingt, wird eine der zentralen Fragen der nächsten Jahre sein.

Bewertungskriterien
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Bewährte Startinfrastruktur mit der höchsten Startfrequenz aller westlichen Anbieter außer SpaceX

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Konsequente vertikale Integration von Rakete über Satellitenbus bis zu Einzelkomponenten

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Wachsendes Auftragsvolumen im US-Verteidigungssektor mit langfristigen Regierungsverträgen

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Neutron-Rakete adressiert den deutlich größeren Markt für mittelgroße Nutzlasten

Neutron-Entwicklung bereits mehrfach verschoben und teurer als ursprünglich geplant

Unternehmen ist trotz starkem Umsatzwachstum noch nicht profitabel

Hohe Abhängigkeit vom Erfolg der Neutron-Rakete für das langfristige Wachstumsprofil

Wettbewerb im Mittelklasse-Segment mit ressourcenstärkeren Konkurrenten wie SpaceX, Blue Origin und ULA