Delisted– Diese Aktie wird nicht mehr an der Börse gehandelt. Die angezeigten IPO-Daten sind historisch.

Exscientia Aktie

Delisted

Marktkapitalisierung

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KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

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52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

01.10.2021

Volumen

306 Mio. $

Emissionspreis

22,00 $

Seit Emission

-

Erstpreis

27,03 $

Seit Erstpreis

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Kurs (EOD)

-

Schlusskurs

Overview

Andrew Hopkins gründete Exscientia 2012 als Spin-off der University of Dundee. Hopkins, zuvor zehn Jahre bei Pfizer und danach Professor für Medizinische Informatik in Dundee, hatte erkannt, dass die riesigen Datenmengen aus Patenten, Studien und internen Screenings nicht annähernd systematisch genutzt wurden. Sein Ziel war eine Plattform, die dieses Wissen bündelt und daraus eigenständig neue Wirkstoffkandidaten entwirft. Der Name Exscientia leitet sich vom lateinischen Begriff für "aus Wissen" ab und beschreibt den Kerngedanken: Aus vorhandenen Daten bessere Medikamente erzeugen.

In den ersten Jahren arbeitete Exscientia vor allem über Kooperationen mit Pharmakonzernen. Das Unternehmen lieferte KI-entwickelte Moleküle gegen eine Kombination aus Upfront-Zahlungen und Meilensteinboni. 2020 gelang ein wichtiger Nachweis: Exscientia brachte mit einem Partner die ersten beiden KI-entworfenen Moleküle weltweit in klinische Phase-1-Studien, eines gegen Zwangsstörungen (OCD) in Zusammenarbeit mit Sumitomo Pharma und eines im Bereich Onkologie. Parallel dazu baute das Unternehmen eine eigene interne Pipeline auf, schwerpunktmäßig im Bereich Onkologie. Bis zum Börsengang 2021 hatte Exscientia mehr als 25 Projekte in verschiedenen Entwicklungsstadien sowie Kooperationen mit einigen der größten Pharmakonzerne der Welt.

Der Hauptsitz liegt in Oxford, wo Exscientia einen großen Teil seiner Forschungsinfrastruktur aufgebaut hat. Weitere Standorte bestanden in Dundee, Wien und Boston.

Management

Andrew Hopkins leitete Exscientia von der Gründung 2012 bis Februar 2024 als CEO. Der Chemiker und Biophysiker hatte zuvor ein Jahrzehnt bei Pfizer verbracht und gehörte zu den meistzitierten Autoren der modernen Wirkstoffforschung. 2023 wurde Hopkins sowohl Fellow der Royal Society als auch Fellow der Academy of Medical Sciences. Im Februar 2024 beendete das Board of Directors die Zusammenarbeit mit Hopkins aus persönlichen Gründen ohne Bezug zur operativen oder finanziellen Entwicklung des Unternehmens.

Nach Hopkins übernahm ab Februar 2024 David Hallett als Interims-CEO die Führung. Hallett war seit Januar 2020 bei Exscientia tätig, zunächst als Chief Operating Officer, ab Februar 2023 als Chief Scientific Officer. Er brachte mehr als 20 Jahre Industrieerfahrung mit, unter anderem aus leitenden Positionen bei Evotec und Merck & Co. Nach der Übernahme durch Recursion Pharmaceuticals im November 2024 wechselte Hallett in die Rolle des Chief Scientific Officer der kombinierten Gesellschaft.

Branche

Exscientia operierte im Markt für KI-gestützte Wirkstoffforschung und -entwicklung, der zu Beginn der 2020er Jahre noch in einem frühen Wachstumsstadium war. Der klassische Prozess der Medikamentenentwicklung gilt als langsam und kapitalintensiv: Von der ersten Identifikation eines vielversprechenden Moleküls bis zur Marktzulassung vergehen im Schnitt mehr als zehn Jahre, und die Mehrzahl der Kandidaten scheitert in klinischen Studien. KI-Plattformen versprechen, diesen Prozess durch schnellere und präzisere Kandidatenauswahl zu verbessern.

Die Konkurrenz in diesem Bereich ist breit aufgestellt. Direkte Mitbewerber wie Recursion Pharmaceuticals, Schrödinger und Relay Therapeutics verfolgen ähnliche Ansätze, unterscheiden sich aber in der Gewichtung von computergestütztem Design und eigener Laborinfrastruktur. Traditionelle Pharmakonzerne wie Roche, AstraZeneca und Pfizer bauen ebenfalls eigene KI-Kapazitäten auf und konkurrieren indirekt. Exscientia differenzierte sich durch einen End-to-End-Ansatz, der KI-Design mit automatisierter Laborarbeit und Patientendaten verknüpfte.

Langfristig hängt der Erfolg von KI-Pharmaunternehmen davon ab, ob die höhere Trefferquote bei Wirkstoffkandidaten auch zu besseren klinischen Ergebnissen führt. Diese Frage war zum Zeitpunkt des Börsengangs noch weitgehend offen, da die Mehrzahl der Kandidaten noch in frühen Studienphasen steckte.

Produkte und Services

Exscientia bot zwei Arten von Leistungen an. Im Partnerschaftsgeschäft stellte das Unternehmen seine KI-Plattform Pharmakonzernen zur Verfügung, die damit neue Wirkstoffkandidaten für eigene therapeutische Zielstrukturen entwickeln wollten. Das Unternehmen übernahm dabei die Aufgabe der Moleküloptimierung und lieferte fertige Kandidaten an den Partner, der dann die weitere Entwicklung und Zulassung übernahm. Diese Partnerschaften brachten Upfront-Zahlungen sowie gestaffelte Meilensteinboni.

Parallel dazu baute Exscientia eine interne Pipeline aus vollständig eigenen Projekten auf, schwerpunktmäßig im Bereich Onkologie. Hier trug das Unternehmen alle Entwicklungskosten selbst, behielt aber auch alle potenziellen Erlöse. Kernbestandteil der Plattform war die Verbindung von KI-generiertem Moleküldesign mit automatisierten Laborabläufen, die eine schnelle Rückkopplung zwischen Entwurf und experimentellen Ergebnissen ermöglichte. Hinzu kam eine Funktionalität für Präzisionsmedizin: Durch die Analyse von Patientengewebedaten sollte die Plattform voraussagen können, welche Patienten auf einen bestimmten Wirkstoff ansprechen.

Die Einnahmen setzten sich entsprechend aus Forschungsgebühren und Meilensteinzahlungen aus Kooperationen zusammen. Eigenentwicklungen trugen bis zum Börsengang noch kaum zu Erlösen bei, galten aber als der wertvollere langfristige Geschäftsbereich.

Details zum IPO

Exscientia ging am 1. Oktober 2021 an die Nasdaq Global Select Market, handelbar unter dem Ticker EXAI. Das Unternehmen emittierte American Depositary Shares (ADS), wobei jeder ADS einer Stammaktie entsprach. Der Emissionspreis lag bei 22 Dollar je ADS. Die Nachfrage übertraf die ursprünglichen Erwartungen deutlich: Das Angebot wurde mehrfach erhöht und schließlich zu einem Preis am oberen Ende der ursprünglichen Preisspanne abgeschlossen. Nach vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption durch die Underwriter erzielte Exscientia aus dem öffentlichen Angebot Bruttoerlöse von rund 350 Millionen Dollar. Gleichzeitig platzierten SoftBank und die Bill & Melinda Gates Foundation im Rahmen privater Zeichnungen zusätzlich 160 Millionen Dollar. Damit beliefen sich die Gesamterlöse aus Börsengang und Privatplatzierungen auf rund 510 Millionen Dollar, was Exscientia zum damals größten Börsengang eines europäischen Biotechnologieunternehmens machte.

Als Joint Book-Running Manager fungierten Goldman Sachs, Morgan Stanley, BofA Securities und Barclays Capital. Zum Emissionspreis ergab sich eine Bewertung von rund 2,9 Milliarden Dollar. Die Aktie entwickelte sich nach dem Börsengang volatil. In den folgenden Quartalen geriet der Kurs unter Druck, als sich abzeichnete, dass der Weg von frühen klinischen Ergebnissen zu kommerziell erfolgreichen Produkten länger dauern würde als von vielen Investoren erhofft. Im August 2024 einigte sich Exscientia auf eine Übernahme durch Recursion Pharmaceuticals. Die Transaktion wurde im November 2024 abgeschlossen, woraufhin die EXAI-ADS von der Nasdaq genommen wurden.

Outlook

Exscientia als eigenständige börsennotierte Gesellschaft existiert nicht mehr. Nach der Übernahme durch Recursion Pharmaceuticals im November 2024 ist das Unternehmen eine vollständig integrierte Tochtergesellschaft von Recursion (Nasdaq: RXRX). Die Technologieplattform und Schlüsselpersonen wurden in das kombinierte Unternehmen überführt. Exscientias Expertise im KI-gestützten Moleküldesign und in der automatisierten Synthese ergänzt Recursions umfangreiche biologische Datenbasis. Der kombinierte Konzern verfügt über mehr als zehn klinische und vorklinische Programme sowie Kooperationen mit Sanofi, Roche/Genentech, Bayer und Merck KGaA.

Für Investoren, die den ursprünglichen EXAI-Börsengang beurteilen wollen, bleibt das Kapitel Exscientia damit abgeschlossen. Die strategische Wette auf KI-gestützte Wirkstoffforschung haben die Gründer zwar letztlich nicht als eigenständiges Unternehmen eingelöst. Ob und wie sich der Ansatz im Verbund mit Recursion bewährt, wird die weitere Entwicklung zeigen.

Bewertungskriterien
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Erste KI-entworfene Wirkstoffe überhaupt in Phase-1-Studien, was das Konzept als Pionierleistung untermauerte

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Breites Portfolio an Partnerschaften mit namhaften Pharmakonzernen und gesicherter Meilensteinlogik

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Großes Kapitalpolster nach dem Börsengang, das mehrere Jahre Runway sicherte

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Attraktive Positionierung in einem wachsenden Markt mit hohem Bedarf nach schnellerer Wirkstoffforschung

Keine eigenen Produkterlöse und hohe laufende Betriebsverluste zum Zeitpunkt des Börsengangs

Klinischer Proof-of-Concept für KI-entwickelte Medikamente fehlte noch weitgehend

Kursrückgang nach dem Börsengang durch enttäuschte Wachstumserwartungen und breite Biotech-Schwäche

Abrupter CEO-Wechsel im Februar 2024 erzeugte Unsicherheit über Strategie und Führung

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