Squarespace Aktie

Marktkapitalisierung

6.47 Mrd. $

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

46,69 $ / 26,70 $

IPO-Typ

Direktes Listing

Handelsstart

19.05.2021

Volumen

-

Emissionspreis

-

Seit Emission

-

Erstpreis

48,01 $

Seit Erstpreis

-3.0%

Aktueller Kurs

46,57 $

Overview

Anthony Casalena gründete Squarespace 2003 aus einem einfachen persönlichen Bedürfnis heraus: Als Student an der University of Maryland wollte er eine eigene Website erstellen, fand jedoch kein Werkzeug, das seinen gestalterischen Ansprüchen genügte. Er schrieb die erste Version der Software selbst und teilte sie mit Kommilitonen. Die Resonanz war so positiv, dass er aus dem Projekt ein Unternehmen machte. Sein Vater lieh ihm 30.000 Dollar, um Server anzuschaffen. Nach dem Abschluss zog Casalena nach New York und betrieb Squarespace jahrelang im Alleingang als Entwickler, Designer und Kundendienst in einer Person.

Bis 2010 bootstrappte Casalena das Unternehmen ohne externe Kapitalgeber. Erst dann holte er Investoren an Bord: Accel Partners und Index Ventures führten eine Finanzierungsrunde über 38,5 Millionen Dollar an. In den folgenden Jahren professionalisierte Squarespace die Organisation und baute die Plattform systematisch aus. 2012 stellte das Unternehmen mit Version 6 die gesamte technische Grundlage neu auf, um den Anforderungen moderner Browser und mobiler Geräte gerecht zu werden. Akquisitionen wie das Terminplanungstool Acuity Scheduling (2019) und die Restaurant-Reservierungsplattform Tock (2021) erweiterten das Angebot deutlich über reine Website-Erstellung hinaus.

Heute hat Squarespace seinen Hauptsitz in New York und unterhält Büros in Portland (Oregon) sowie Dublin (Irland). Die Plattform wird in mehr als 200 Ländern genutzt. Der Umsatz wuchs von 621 Millionen Dollar im Jahr 2020 auf über eine Milliarde Dollar in 2023.

Management

Anthony Casalena führt Squarespace seit der Gründung 2003 als CEO und hält als Chairman auch die Mehrheit der Stimmrechte. Sein Hintergrund als Informatiker der University of Maryland prägt bis heute die produktgetriebene Unternehmenskultur. Casalena ist bekannt dafür, technische und gestalterische Details persönlich zu verfolgen und in enger Zusammenarbeit mit den Produkt- und Ingenieurteams zu bleiben.

Seit Oktober 2022 ist Nathan Gooden als CFO für die globale Finanzfunktion des Unternehmens verantwortlich. Gooden kam von Amazon, wo er zuvor als CFO von Amazon Alexa Worldwide tätig war und hat mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in Führungspositionen im Technologiesektor, unter anderem in den Bereichen Payments und Consumer Electronics. Als Chief Product Officer verantwortet Paul Gubbay die Produktstrategie. Gubbay verbrachte zuvor 15 Jahre bei Adobe, zuletzt als VP of Design and Web, und kam 2020 zu Squarespace.

Finanzdaten
Branche

Squarespace operiert im Markt für Website-Baukastensysteme und digitale Präsenz-Tools, der laut verschiedenen Marktforschern in den 2020er Jahren stark gewachsen ist. Die steigende Zahl an Selbstständigen, Freiberuflern und kleinen Unternehmen treibt die Nachfrage nach einfach zu bedienenden All-in-one-Lösungen. Gleichzeitig erhöht der wachsende E-Commerce-Anteil den Bedarf an integrierten Shop- und Zahlungsfunktionen.

Der schärfste direkte Wettbewerber ist Wix, das nach Marktanteil weltweit führend ist und Squarespace in der Gesamtzahl der betriebenen Websites überholt hat. In den USA ist Squarespace jedoch weiterhin die meistgenutzte Plattform ihrer Kategorie. Shopify konkurriert im E-Commerce-Segment, richtet sich aber stärker an größere Händler. WordPress dominiert den breiteren CMS-Markt, erfordert jedoch deutlich mehr technisches Wissen. GoDaddy bietet einen eigenen Website-Baukasten als Teil seines Domain- und Hosting-Angebots an.

Squarespace positioniert sich als die designorientierte Premium-Alternative im Wettbewerbsfeld. Unter den meistbesuchten Websites weltweit erzielt die Plattform überproportional hohe Marktanteile, was auf eine qualitätsbewusste Kundenbasis hindeutet. Der Preiswettbewerb ist intensiv, und die zunehmende Integration von KI-Funktionen durch alle Wettbewerber erhöht den Druck, das Produktangebot kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Produkte und Services

Das Kernprodukt von Squarespace ist die gleichnamige Website-Plattform. Nutzer wählen aus einer Bibliothek von Designvorlagen und passen ihre Seite über eine visuelle Oberfläche an, ohne eine Zeile Code schreiben zu müssen. Das strukturierte Rastersystem sorgt dafür, dass Websites auf allen Geräten konsistent und professionell wirken. Squarespace unterscheidet intern zwischen zwei Umsatzsegmenten: Presence-Abonnements für einfache Websites und Commerce-Abonnements für Onlineshops. Presence macht den Großteil des Gesamtumsatzes aus, Commerce wächst jedoch schneller.

Über die Website-Erstellung hinaus bietet Squarespace eine Reihe von Zusatzdiensten an. Acuity Scheduling ermöglicht die Online-Terminbuchung und richtet sich besonders an Dienstleister wie Friseure, Trainer oder Berater. Tock bietet Reservierungssoftware für Restaurants und andere Gastronomiebetriebe. Das Social-Media-Tool Unfold hilft Nutzern beim Erstellen von Inhalten für Instagram und ähnliche Plattformen. Seit 2023 betreibt Squarespace nach der Übernahme von Google Domains zudem ein umfangreiches Domain-Registrierungsgeschäft.

Das Geschäftsmodell basiert nahezu vollständig auf wiederkehrenden Abonnementeinnahmen. Rund 92 Prozent der Umsätze stammen aus Abo-Gebühren, der Rest aus Transaktionsgebühren und Partnerleistungen. Nutzer zahlen jährlich oder monatlich, wobei Jahresabos mit einem Rabatt angeboten werden. Das sorgt für eine hohe Umsatzvorhersehbarkeit und stabilen Cashflow.

Technische Analyse
Details zum IPO

Squarespace ging am 19. Mai 2021 per Direct Listing an der New York Stock Exchange unter dem Ticker SQSP an die Börse. Bei einem Direct Listing werden keine neuen Aktien ausgegeben. Stattdessen können bestehende Aktionäre ihre Anteile direkt am Markt verkaufen. Das Unternehmen nimmt dabei kein frisches Kapital auf. Squarespace konnte sich diesen Weg leisten, weil das Unternehmen seit Jahren profitablen Cashflow erwirtschaftete und im März 2021 kurz vor dem Listing noch 305 Millionen Dollar in einer privaten Platzierung zu einem Preis von 68,42 Dollar je Aktie eingesammelt hatte. Die Berater Goldman Sachs, JPMorgan und Barclays begleiteten den Prozess, fungierten aber nicht als klassische Underwriter.

Die NYSE legte einen Referenzpreis von 50 Dollar je Aktie fest, was einer voll verwässerten Bewertung von rund 7,4 Milliarden Dollar entsprach. Das lag deutlich unter der Bewertung von 10 Milliarden Dollar aus der privaten Finanzierungsrunde nur wenige Monate zuvor. Die Aktie eröffnete bei 48 Dollar und schloss am ersten Handelstag bei 43,65 Dollar, was einem Rückgang von rund 9 Prozent gegenüber dem Referenzpreis entsprach. Squarespace war damit das erste von sieben großen Direct Listings, das seinen ersten Handelstag unter dem Referenzpreis beendete.

Nach dem Listing bewegte sich die Aktie volatil. Die technologiegetriebene Kurskorrektur im Jahr 2022 setzte auch SQSP stark unter Druck. Das Unternehmen erzielte 2021 einen Jahresumsatz von 784 Millionen Dollar, ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Commerce-Segment wuchs in diesem Jahr um 60 Prozent. Im Jahr 2024 wurde Squarespace schließlich durch den britischen Private-Equity-Investor Permira von der Börse genommen.

Outlook

Squarespace hat in den Jahren nach dem Börsengang konsequent an der Erweiterung seines Produktportfolios gearbeitet. Die Übernahme von Google Domains im Jahr 2023 brachte Millionen von Domain-Kunden in das Ökosystem und stärkt das Ziel, eine vollständige digitale Infrastruktur für kleine Unternehmen aus einer Hand anzubieten. Die Integration von KI-Funktionen wie dem Blueprint AI Builder und einem KI-gestützten SEO-Assistenten zeigt die strategische Richtung: Die Plattform soll auch für technisch wenig versierte Nutzer noch zugänglicher werden und gleichzeitig den Durchschnittsumsatz je Abonnent steigern.

Das internationale Geschäft bleibt eine strukturelle Wachstumsreserve. Rund 71 Prozent der Umsätze stammen aus den USA. Kein einzelnes Land außerhalb der Vereinigten Staaten trägt mehr als 10 Prozent der Abonnements bei. Die Plattform ist zwar in über 200 Ländern verfügbar, doch Lokalisierung, Zahlungsinfrastruktur und Markenbekanntheit außerhalb des englischsprachigen Raums erfordern gezielte Investitionen. Der intensivere Wettbewerb durch Wix und die zunehmende Einbindung von KI-Website-Baukästen stellen die wichtigsten Herausforderungen für die Marktpositionierung dar.

Bewertungskriterien
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Stabiles Abo-Modell mit über 90 Prozent wiederkehrenden Umsätzen sorgt für hohe Cashflow-Planbarkeit

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Starke Markenposition bei qualitätsbewussten Nutzern, überproportionaler Anteil unter hochfrequentierten Websites

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Diversifiziertes Ökosystem durch Akquisitionen (Acuity, Tock, Google Domains) reduziert Abhängigkeit vom Website-Baukasten

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Wachsendes Commerce-Segment mit höheren Durchschnittsumsätzen je Abonnement

Umsatzwachstum hat sich nach dem pandemiebedingten Schub deutlich abgeschwächt

Starke Konzentration auf den US-Markt; internationale Expansion langsam und kapitalintensiv

Intensiver Preiswettbewerb durch Wix, GoDaddy und zunehmend KI-gestützte Alternativen

Wachsende Schuldenposition durch Akquisitionen belastet die Bilanz