Circle Internet Aktie – Krypto-Börsengang 2025

Circle Internet Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

5.6.2025

Volumen

1.1 Mrd. $

Emissionspreis

31,00 $

Seit Emission

+264.9%

Erstpreis

83,23 $

Seit Erstpreis

+35.9%

Kurs (EOD)

113,12 $

Schlusskurs

Overview

Jeremy Allaire und Sean Neville gründeten Circle im Oktober 2013 in Boston mit einer großen Vision. Sie wollten Bitcoin und die Blockchain für den Massenmarkt zugänglich machen und Geldtransfers so einfach gestalten wie das Versenden einer E-Mail. Allaire kannte den Aufbau von Internetunternehmen aus erster Hand. Er hatte zuvor die Online-Video-Plattform Brightcove gegründet, war CTO von Macromedia und hatte mit der Allaire Corporation bereits einen Internet-Pionier mit Börsengang aufgebaut.

Das ursprüngliche Geschäftsmodell mit der Wallet-App Circle Pay setzte sich im Wettbewerb mit etablierten Bezahldiensten nicht durch. 2018 wechselte das Unternehmen den Fokus radikal und brachte gemeinsam mit Coinbase über das Centre Consortium den Stablecoin USDC auf den Markt. USDC ist eine digitale Variante des US-Dollars, vollständig durch Bargeld und kurzlaufende US-Staatsanleihen gedeckt und jederzeit 1:1 in Dollar einlösbar. Das Modell traf auf wachsende Nachfrage bei Krypto-Börsen, im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) und bei Zahlungsdienstleistern, die einen verlässlichen digitalen Dollar suchten.

Ein erster Anlauf an die Börse 2021 über eine SPAC-Fusion mit Concord Acquisition zu einer Bewertung von 9 Milliarden Dollar scheiterte Ende 2022 an verschärfter Regulierung und dem Schock nach der FTX-Pleite. Circle nutzte die folgenden Jahre, um die Lizenzlandschaft in den USA, Europa und Asien aufzubauen, das Centre Consortium 2023 vollständig zu übernehmen und die globale USDC-Adoption voranzutreiben. Der Hauptsitz wurde von Boston nach New York verlegt. Bis zum Börsengang 2025 wuchs USDC zum zweitgrößten Stablecoin der Welt nach Marktkapitalisierung.

Management

Jeremy Allaire führt Circle seit der Gründung 2013 als CEO und ist seit dem Ausscheiden von Mitgründer Sean Neville aus der operativen Rolle 2019 alleiniger Vorstandschef. Allaire ist ein Serien-Internetunternehmer mit über drei Jahrzehnten Erfahrung. Er studierte Politikwissenschaft und Philosophie am Macalester College und sagte mehrfach vor dem US-Senat zu Themen rund um digitale Vermögenswerte und Geldpolitik aus. Mitgründer Sean Neville sitzt weiterhin im Verwaltungsrat.

Seit Mai 2021 verantwortet Jeremy Fox-Geen als CFO die Finanzen. Er war zuvor CFO bei iStar und Safehold sowie CFO von McKinsey & Company in Nordamerika und bringt Stationen bei PwC und Citigroup mit. Heath Tarbert übernahm 2025 die Rolle des Präsidenten und verantwortet Recht, Compliance, Risiko und internationale Expansion. Tarbert war zuvor Chairman der CFTC, der US-Aufsichtsbehörde für Derivate, sowie Assistant Secretary im US-Finanzministerium. Mit Tarbert holte sich Circle bewusst regulatorische Schwergewichte an Bord.

Finanzdaten

Branche

Circle operiert im Markt für Stablecoins, einer speziellen Form von Kryptowährung mit fester Bindung an eine Fiatwährung wie den US-Dollar. Der globale Stablecoin-Markt wuchs bis Ende 2025 auf eine Marktkapitalisierung von rund 300 Milliarden Dollar und entwickelte sich zu einer der am schnellsten wachsenden Nischen im Krypto-Sektor. Stablecoins werden längst nicht mehr nur für den Krypto-Handel verwendet. Sie dienen als Zahlungsmittel für grenzüberschreitende Überweisungen, als Dollar-Zugang in Schwellenländern mit Inflationsproblemen und als Settlement-Schicht für die Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte.

Der Markt wird von zwei Anbietern dominiert. Der größte Konkurrent Tether mit dem Stablecoin USDT hält rund 55 bis 60 Prozent Marktanteil. Circles USDC liegt mit etwa 25 Prozent auf Platz zwei. Gemeinsam vereinen beide rund 80 bis 90 Prozent der Marktkapitalisierung auf sich. Wachsende Konkurrenz kommt von PayPal mit PYUSD, von Paxos mit dem Robinhood-gestützten USDG und von Banken, die nach der GENIUS-Act-Verabschiedung eigene Stablecoins planen.

Der entscheidende Wendepunkt für die Branche war das im Juli 2025 von Präsident Trump unterzeichnete Stablecoin-Gesetz GENIUS Act. Es schafft erstmals einen US-Bundesrahmen für Stablecoins, schreibt eine 100-prozentige Deckung mit liquiden Mitteln wie kurzlaufenden Staatsanleihen vor und verbietet den Emittenten, Inhabern direkt Zinsen zu zahlen. Für Circle als am stärksten regulierten Anbieter ist das Gesetz strategisch günstig. Gleichzeitig droht es das mit Coinbase geteilte Erlösmodell juristisch unter Druck zu setzen.

Produkte und Services

Das Geschäftsmodell von Circle ist im Kern eine Wette auf die Größe der USDC-Reserven. Für jeden Dollar im Umlauf hält Circle einen Dollar in Bargeld und kurzlaufenden US-Staatsanleihen, verwaltet im sogenannten Circle Reserve Fund unter Mandat von BlackRock. Die Zinserträge auf diese Reserven bilden den weitaus größten Anteil der Einnahmen. 2024 entfielen auf die Reserveerträge rund 1,7 Milliarden Dollar Gesamtumsatz, 2025 wuchs der Wert auf rund 2,7 Milliarden Dollar.

Diesen Erträgen stehen erhebliche Distributionskosten gegenüber. Mit Coinbase teilt Circle die Reserveerträge nach einer komplexen Vereinbarung. Auf USDC, der direkt auf der Coinbase-Plattform liegt, gehen 100 Prozent der Erträge an die Krypto-Börse, auf USDC außerhalb der Plattform werden die Erträge zu je 50 Prozent geteilt. Ähnliche Vereinbarungen bestehen mit Binance und Bybit. Im Ergebnis fließt mehr als die Hälfte der Bruttoreserveerträge an Distributionspartner.

Über das Stablecoin-Geschäft hinaus baut Circle eine breitere Plattform für programmierbare Finanzinfrastruktur auf. Dazu gehören das Circle Payments Network für Banken und Zahlungsdienstleister, der Euro-Stablecoin EURC, der tokenisierte Geldmarktfonds USYC sowie Entwickler-Schnittstellen für Unternehmen, die Stablecoin-Funktionen in eigene Produkte integrieren wollen. Mit der Arc-Blockchain plant Circle zudem ein eigenes Layer-1-Netzwerk speziell für Stablecoin-Anwendungen.

Technische Analyse

Details zum IPO

Circle ging am 5. Juni 2025 an die New York Stock Exchange unter dem Tickersymbol CRCL. Der Börsengang war für Circle der zweite Anlauf nach dem 2022 abgesagten SPAC-Deal mit Concord Acquisition. Die Nachfrage übertraf die Erwartungen deutlich. Die ursprüngliche Preisspanne von 24 bis 26 Dollar wurde zunächst auf 27 bis 28 Dollar angehoben und schließlich auf 31 Dollar finalisiert. Auch das Volumen wurde von 24 Millionen auf 34 Millionen Aktien aufgestockt.

Insgesamt platzierte Circle 14,8 Millionen neue Aktien, weitere 19,2 Millionen verkauften bestehende Aktionäre, darunter Mitgründer Jeremy Allaire und mehrere Venture-Capital-Firmen. Brutto wurden rund 1,05 Milliarden Dollar erlöst. Nach Abzug der Underwriter-Gebühren flossen etwa 434 Millionen Dollar in die Kasse von Circle, der Restbetrag von rund 562 Millionen Dollar ging direkt an die abgebenden Altaktionäre. Lead-Underwriter waren JP Morgan, Citigroup und Goldman Sachs.

Der Handelsstart zählte zu den spektakulärsten IPO-Debüts des Jahres. Die Aktie schloss am ersten Tag bei rund 83 Dollar, ein Plus von 168 Prozent gegenüber dem Emissionspreis. Bis Ende Juni 2025 schoss der Kurs auf knapp 300 Dollar hoch, getrieben von der Verabschiedung des GENIUS Act. Anschließend setzte eine deutliche Korrektur ein. Im Januar 2026 platzierte Circle eine Folgeplatzierung über 10 Millionen weitere Aktien zum Preis von 130 Dollar.

Outlook

Strategisch setzt Circle auf drei Wachstumstreiber. Das Unternehmen will mit USDC weiter Marktanteile vom Branchenführer Tether gewinnen, insbesondere bei institutionellen Anwendern und in Märkten mit strengen regulatorischen Anforderungen. Parallel baut Circle das Plattform-Geschäft jenseits der reinen Stablecoin-Emission aus, etwa über das Circle Payments Network und die geplante Arc-Blockchain. Hinzu kommt die internationale Expansion in Schwellenländer wie Indien und Argentinien sowie über Partnerschaften mit Banken in Europa und Asien.

Die größten Risiken liegen in einem Zinsumfeld mit fallenden Renditen, das die Reserveerträge unmittelbar belasten würde, sowie in der Abhängigkeit vom Coinbase-Distributionsvertrag, der mehr als die Hälfte der Bruttoerträge bindet. Hinzu kommen mögliche Auslegungen des GENIUS Act, die die bestehenden Erlösteilungs-Strukturen mit Krypto-Börsen in Frage stellen könnten. Auch die Konkurrenz durch eigene Stablecoins großer Banken wie JP Morgan oder von Wertpapierhäusern bleibt eine offene Front.

Bewertungskriterien

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USDC ist mit rund 75 Milliarden Dollar Umlauf der zweitgrößte Stablecoin der Welt und der größte unter regulierter US-Aufsicht

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Strukturelle Rückenwinde durch das US-Stablecoin-Gesetz GENIUS Act, das Circles Compliance-Vorsprung gegenüber Tether legitimiert

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Direkte Beteiligung am Wachstum der digitalen Dollar-Nutzung in Zahlungsverkehr, DeFi und Tokenisierung

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Etabliertes Partnernetzwerk mit Visa, BlackRock, Coinbase, Binance und großen Banken weltweit

Coinbase erhält über die Distributionsvereinbarung mehr als 50 Prozent der Bruttoreserveerträge, was die Marge erheblich drückt

Hohe Abhängigkeit vom US-Zinsniveau, da der Großteil der Einnahmen aus Treasury-Renditen stammt

Tether bleibt mit rund 60 Prozent Marktanteil dominant und wird besonders in Schwellenländern bevorzugt

Wachsende Konkurrenz durch Stablecoins von Banken, PayPal, Robinhood und Krypto-nativen Projekten