Andy Paul gründete Corsair 1994 gemeinsam mit Don Lieberman und John Beekley im Silicon Valley. Ursprünglich hieß das Unternehmen Corsair Microsystems und stellte Cache-Module für PC-Hersteller her. Als Intel den L2-Cache in seine Prozessoren integrierte, schwenkte Corsair auf DRAM-Speichermodule um. Ab 2002 richtete sich das Unternehmen gezielt an PC-Enthusiasten, die ihre Hardware übertakten wollten, und baute sich in der Szene einen Namen für zuverlässige Hochleistungsmodule auf.
Von dort aus wuchs das Sortiment Schritt für Schritt. Corsair ergänzte Netzteile, Gehäuse, Kühllösungen und Peripheriegeräte wie Tastaturen, Mäuse und Headsets. 2017 übernahm die Private-Equity-Gesellschaft EagleTree Capital eine Mehrheitsbeteiligung in einer Transaktion mit einem Volumen von 525 Millionen Dollar. Unter der neuen Eigentümerstruktur beschleunigte Corsair seine Akquisitionsstrategie. 2018 kam das Streaming-Equipment von Elgato dazu, 2019 folgten der Custom-PC-Hersteller Origin PC und der Controller-Spezialist SCUF Gaming. 2024 übernahm Corsair die Sim-Racing-Marke Fanatec aus der Insolvenz der deutschen Endor AG.
Der Hauptsitz liegt in Milpitas, Kalifornien. Corsair vertreibt seine Produkte in über 75 Ländern und beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter weltweit.
Seit Juli 2025 führt Thi La Corsair als CEO. La kam 2010 ins Unternehmen und leitete zunächst als Senior Vice President die Sparte für Gaming-PC-Komponenten. Ab 2013 verantwortete sie als COO das operative Geschäft, 2021 wurde sie zusätzlich zur President ernannt. Vor ihrer Zeit bei Corsair war La unter anderem bei Hewlett-Packard für das nordamerikanische Consumer-PC-Geschäft mit über 3 Milliarden Dollar Umsatz verantwortlich. Sie übernahm die Führung im Rahmen eines geplanten Generationswechsels von Gründer Andy Paul, der nach 31 Jahren an der Spitze in den Ruhestand ging.
Als CFO fungiert seit Dezember 2025 Gordon Mattingly. Mattingly bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Finanzführung börsennotierter Technologieunternehmen mit. Zuvor war er CFO bei Arlo Technologies, wo er den Spin-off von Netgear, den Börsengang und die Umstellung auf ein Abo-Modell begleitete. EagleTree Capital hält weiterhin eine Mehrheitsbeteiligung von rund 53 Prozent und besetzt den Posten des Chairman im Board of Directors.
Corsair bewegt sich im Markt für Gaming-Peripherie und PC-Komponenten. Analysten schätzen das globale Marktvolumen für Gaming-Zubehör auf rund 13 Milliarden Dollar (2025) mit einer erwarteten jährlichen Wachstumsrate von etwa 10 Prozent bis 2030. Treiber sind die wachsende Zahl an PC-Spielern weltweit, der Aufstieg von E-Sport als Zuschauersport und die zunehmende Verbreitung von Content Creation und Livestreaming.
Die Wettbewerbslandschaft ist fragmentiert. Im Bereich Peripherie konkurriert Corsair vor allem mit Logitech G, Razer und SteelSeries. Bei PC-Komponenten wie Netzteilen, Gehäusen und Kühlung trifft Corsair auf NZXT, Cooler Master und be quiet!. Im Streaming-Segment steht die Tochtermarke Elgato im Wettbewerb mit Anbietern wie AVerMedia und Rode. Logitech und Razer setzen auf breite Produktpaletten und starke Markenbindung über Software-Ökosysteme. Corsair differenziert sich über die Tiefe seines Sortiments und die Verbindung von Komponenten, Peripherie und Streaming-Ausrüstung unter einem Dach.
Der Markt ist zyklisch und eng an GPU- und CPU-Neuerscheinungen gekoppelt. Neue Grafikkartengenerationen von Nvidia oder AMD lösen regelmäßig Upgrade-Wellen aus, von denen Komponentenhersteller wie Corsair überproportional profitieren. Gleichzeitig sorgen diese Zyklen für Umsatzschwankungen zwischen den Produktgenerationen.
Corsair gliedert sein Geschäft in zwei Segmente. Das Segment Gaming Components and Systems umfasst DRAM-Speichermodule, Netzteile, CPU- und GPU-Kühlung, PC-Gehäuse sowie Komplettsysteme der Marke Origin PC. Dieses Segment erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 rund 844 Millionen Dollar Umsatz und bildet weiterhin die umsatzstärkere Sparte, auch wenn es stärker von Hardware-Zyklen abhängt.
Das Segment Gamer and Creator Peripherals wächst schneller und liefert höhere Margen. Hierzu zählen Tastaturen, Mäuse, Headsets und Mauspads der Marke Corsair, Streaming-Equipment wie Capture Cards, Stream Decks und Mikrofone der Marke Elgato, Custom-Controller von SCUF Gaming, Community-orientierte mechanische Tastaturen von Drop sowie seit 2024 das Sim-Racing-Sortiment von Fanatec mit Lenkrädern, Pedalen und Schaltungen. Dieses Segment erzielte 2024 rund 473 Millionen Dollar Umsatz, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Software-Plattform iCUE verbindet Corsairs Hardware-Produkte und ermöglicht zentrale Steuerung von RGB-Beleuchtung, Lüftergeschwindigkeiten und Makro-Belegungen. Elgatos Streaming-Suite bietet eine vergleichbare Integration für Content Creator. Beide Plattformen stärken die Kundenbindung und schaffen Anreize, im Corsair-Ökosystem zu bleiben.