Snowflake Aktie

Marktkapitalisierung

41.87 Mrd. $

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

$-3.95

Dividende

-

52W Hoch / Tief

280,67 $ / 118,30 $

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

16.09.2020

Volumen

3.4 Mrd. $

Emissionspreis

120,00 $

Seit Emission

+0.9%

Erstpreis

245,00 $

Seit Erstpreis

-50.6%

Aktueller Kurs

121,11 $

Overview

Benoit Dageville und Thierry Cruanes, zwei ehemalige Datenarchitekten bei Oracle, gründeten Snowflake im Juli 2012 zusammen mit Marcin Zukowski, dem Mitgründer des niederländischen Datenbank-Startups Vectorwise. Alle drei kannten die Schwächen klassischer Data-Warehouse-Systeme aus eigener Erfahrung und wollten eine Plattform von Grund auf für die Cloud bauen. Die Frühfinanzierung kam von Sutter Hill Ventures, deren Partner Mike Speiser zunächst als erster CEO fungierte.

Snowflake blieb zwei Jahre im Stealth-Modus und kam 2014 mit seinem Cloud Data Warehouse auf den Markt. Ab 2018 war die Plattform neben Amazon Web Services auch auf Microsoft Azure verfügbar, 2019 folgte die Google Cloud Platform. Dieser Multi-Cloud-Ansatz wurde zum zentralen Verkaufsargument, weil Kunden ihre Daten über verschiedene Cloud-Anbieter hinweg nutzen können, ohne sich auf einen einzigen Anbieter festzulegen. In den Jahren vor dem Börsengang wuchs der Umsatz jeweils dreistellig, und Warren Buffetts Berkshire Hathaway sowie Salesforce investierten zum IPO-Zeitpunkt jeweils 250 Millionen Dollar in das Unternehmen.

Snowflake hat seinen offiziellen Firmensitz seit 2021 in Bozeman, Montana, nachdem das Unternehmen auf ein standortunabhängiges Modell umgestellt hat. Die Plattform wird von Konzernen aus Finanzwesen, Gesundheit, Einzelhandel, Technologie und dem öffentlichen Sektor eingesetzt.

Management

Seit Februar 2024 leitet Sridhar Ramaswamy Snowflake als CEO. Ramaswamy kam 2023 über die Übernahme der von ihm mitgegründeten KI-Suchmaschine Neeva zu Snowflake und verantwortete dort zunächst als Senior Vice President die KI-Strategie. Vor Neeva leitete er 15 Jahre lang Googles gesamtes Werbegeschäft und war maßgeblich am Wachstum von Google Ads von 1,5 auf über 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz beteiligt.

Ramaswamy löste Frank Slootman ab, der Snowflake seit 2019 als CEO geführt und durch den Börsengang gesteuert hatte. Slootman bleibt als Chairman im Board of Directors. Als CFO übernahm Brian Robins im September 2025 von Mike Scarpelli, der Snowflake seit dem IPO in dieser Rolle begleitet hatte und zuvor CFO bei ServiceNow war. Die Gründer Dageville und Cruanes sind nicht mehr in operativen Führungsrollen tätig, prägen aber weiterhin die technologische Ausrichtung des Unternehmens.

Finanzdaten
Branche

Snowflake bewegt sich im Markt für Cloud-Datenplattformen und Datenanalyse. Der gesamte Markt für Enterprise-Datenmanagement und Analytics wird auf mehrere hundert Milliarden Dollar geschätzt und wächst durch die zunehmende Verlagerung von Dateninfrastruktur in die Cloud sowie die steigende Nachfrage nach KI-fähigen Datenplattformen.

Die Wettbewerbslandschaft ist vielschichtig. Im Bereich Cloud Data Warehousing konkurriert Snowflake mit Amazon Redshift, Google BigQuery und Microsoft Azure Synapse Analytics, also den hauseigenen Diensten der großen Cloud-Anbieter. Databricks, ursprünglich auf Datenverarbeitung mit Apache Spark spezialisiert, hat sich zum wohl direktesten Wettbewerber entwickelt und adressiert mit seiner Lakehouse-Architektur einen ähnlichen Kundenkreis. Hinzu kommen etablierte Anbieter wie Oracle, SAP und Teradata, die ihre On-Premise-Kunden in die Cloud migrieren wollen.

Snowflake unterscheidet sich durch seinen Multi-Cloud-Ansatz, der es Kunden ermöglicht, dieselbe Plattform auf AWS, Azure und Google Cloud zu nutzen, ohne an einen einzigen Infrastrukturanbieter gebunden zu sein. Die zentrale Frage für den Markt bleibt, ob unabhängige Plattformen wie Snowflake gegen die Bündelstrategien der Hyperscaler langfristig bestehen können, oder ob gerade die Anbieterunabhängigkeit zum entscheidenden Vorteil wird.

Produkte und Services

Snowflakes Kernprodukt ist eine cloudbasierte Datenplattform, die Speicherung, Verarbeitung und Analyse von Daten in einer einzigen Umgebung vereint. Die Architektur trennt Rechenleistung und Speicher voneinander, sodass Kunden beides unabhängig skalieren können. Unternehmen zahlen nach Verbrauch, was Snowflake von lizenzbasierten Modellen traditioneller Anbieter unterscheidet. Dieses verbrauchsbasierte Modell (Consumption-based Pricing) bedeutet, dass der Umsatz direkt davon abhängt, wie intensiv Kunden die Plattform nutzen.

Der Snowflake Marketplace ermöglicht es Unternehmen, Datensätze von Drittanbietern direkt in ihre Snowflake-Umgebung zu laden und dort zu analysieren. Datenanbieter aus Bereichen wie Finanzen, Gesundheit und Geografie stellen dort kommerzielle und kostenlose Datensätze bereit. Über Data Sharing können Kunden ihre eigenen Daten kontrolliert mit Partnern oder anderen Snowflake-Nutzern teilen, ohne sie kopieren oder exportieren zu müssen.

Seit 2024 baut Snowflake seine KI-Funktionen unter dem Namen Cortex AI massiv aus. Cortex ermöglicht es Nutzern, KI-Modelle direkt auf ihren Unternehmensdaten laufen zu lassen, ohne dass die Daten die Snowflake-Umgebung verlassen. Snowflake Intelligence, ein KI-gestützter Assistent, erlaubt es auch nicht-technischen Mitarbeitern, per natürlicher Sprache Fragen an Unternehmensdaten zu stellen. Cortex Code wiederum automatisiert Entwicklungsaufgaben rund um Datenpipelines und KI-Anwendungen.

Technische Analyse
Details zum IPO

Snowflake ging am 16. September 2020 per klassischem IPO an die New York Stock Exchange unter dem Ticker SNOW. Der Emissionspreis lag bei 120 Dollar pro Aktie, nachdem die ursprüngliche Preisspanne von 75 bis 85 Dollar zweimal angehoben worden war. Insgesamt wurden 32,2 Millionen Aktien platziert, einschließlich der vollständigen Ausübung der Mehrzuteilungsoption durch die Underwriter. Snowflake nahm damit rund 3,4 Milliarden Dollar ein, was den Börsengang zum größten Software-IPO der Geschichte machte.

Goldman Sachs und Morgan Stanley führten das Konsortium als Lead Book-Runner an, unterstützt von J.P. Morgan, Allen & Company und Citigroup. Parallel zum Börsengang investierten Berkshire Hathaway und Salesforce Ventures jeweils 250 Millionen Dollar in einer privaten Platzierung zum IPO-Preis. Die Beteiligung von Warren Buffett war bemerkenswert, weil Berkshire Hathaway bis dahin kaum in IPOs investiert hatte.

Am ersten Handelstag eröffnete die Aktie bei 245 Dollar und schloss bei knapp 254 Dollar, mehr als doppelt so hoch wie der Emissionspreis. Die Bewertung lag damit zeitweise bei über 70 Milliarden Dollar, obwohl Snowflake zu diesem Zeitpunkt weniger als 500 Millionen Dollar Jahresumsatz erzielte und noch keinen Gewinn erwirtschaftete. In den Folgejahren schwankte der Kurs erheblich, beeinflusst durch die Neubewertung von Wachstumsaktien im Zuge steigender Zinsen ab 2022 und die spätere KI-Euphorie.

Outlook

Snowflakes strategische Priorität liegt auf dem Ausbau der KI-Plattform Cortex AI. Das Unternehmen positioniert sich als zentrale Dateninfrastruktur, auf der Kunden KI-Modelle, Agenten und Anwendungen betreiben können, ohne ihre Daten in externe Systeme exportieren zu müssen. Die Einführung von Snowflake Intelligence und Cortex Code soll die Plattform für ein breiteres Nutzerspektrum zugänglich machen, vom Datenanalysten bis zum Fachanwender ohne Programmierkenntnisse.

Das Wachstum hängt wesentlich davon ab, ob Bestandskunden ihren Verbrauch auf der Plattform steigern und ob Snowflake neue Unternehmenskunden gewinnen kann. Die Net Revenue Retention Rate, die misst wie viel bestehende Kunden im Vergleich zum Vorjahr ausgeben, lag zuletzt bei rund 125 Prozent und signalisiert eine stabile Expansion innerhalb des Kundenstamms. Die größte Herausforderung bleibt der Wettbewerb mit den Hyperscalern, die ihre Cloud-Dienste zunehmend mit eigenen KI-Funktionen bündeln und über massive Vertriebs- und Preisvorteile verfügen.

Bewertungskriterien
+

Verbrauchsbasiertes Geschäftsmodell mit hoher Kundenbindung und stabiler Net Revenue Retention

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Multi-Cloud-Strategie macht Snowflake unabhängig von einzelnen Infrastrukturanbietern

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Schnell wachsender KI-Bereich durch Cortex AI mit direktem Zugang zu Unternehmensdaten

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Breiter Kundenstamm mit über 750 Forbes-Global-2000-Unternehmen

Hohe Bewertung relativ zu Umsatz und Gewinn, trotz starkem Wachstum

Direkte Konkurrenz durch die Hyperscaler (AWS, Azure, Google Cloud), die Datenplattformen mit ihren Cloud-Diensten bündeln

Verbrauchsbasiertes Modell macht den Umsatz anfällig für Sparmaßnahmen bei Kunden

Noch keine durchgehende GAAP-Profitabilität seit dem Börsengang erreicht