GlobalFoundries entstand 2009 aus einer strategischen Entscheidung von Advanced Micro Devices (AMD), das eigene Chipfertigungsgeschäft auszulagern. AMD wollte sich auf das Design von Halbleitern konzentrieren und nicht länger kapitalintensive Fabriken betreiben. Die Abu Dhabi-Investmentgesellschaft Mubadala, vertreten durch ihre Technologietochter ATIC, übernahm die Fertigungsanlagen und gründete gemeinsam mit AMD im März 2009 GlobalFoundries. Mubadala sicherte sich dabei die Mehrheitskontrolle und investierte mehrere Milliarden Dollar in den Aufbau des Unternehmens.
Schon im ersten Jahr wuchs GlobalFoundries durch eine bedeutende Akquisition. 2010 übernahm das Unternehmen Chartered Semiconductor aus Singapur, damals eine der weltweit führenden Auftragsfabriken. Diese Fusion verdreifachte die Kundenzahl und brachte Fertigungsstandorte in Singapur hinzu. 2014 folgte ein weiterer Schritt: GlobalFoundries übernahm das Halbleiterfertigungsgeschäft von IBM in Essex Junction, Vermont, und East Fishkill, New York. IBM zahlte dafür sogar 1,5 Milliarden Dollar an GlobalFoundries, um die verlustreichen Anlagen loszuwerden. Mit diesen Akquisitionen hatte GlobalFoundries innerhalb weniger Jahre eine globale Fertigungspräsenz aufgebaut.
Den Fokus des Unternehmens legte das Management 2018 neu. Statt dem teuren und wettbewerbsintensiven Rennen um die kleinsten Chipknoten mitzumachen, spezialisierte sich GlobalFoundries auf sogenannte Feature-Rich-Halbleiter, also Chips mit speziellen Eigenschaften für Anwendungen in Automobilen, Mobilfunk, Verteidigung und Industrieelektronik. Diese Neuausrichtung machte das Unternehmen unabhängiger vom Preiskampf an der technologischen Spitze und positionierte es in Märkten mit stabilerer Nachfrage.
Seit April 2025 führt Tim Breen GlobalFoundries als CEO. Breen ist seit 2018 im Unternehmen, zunächst in verschiedenen Führungsrollen in Strategie, Unternehmenstransformation und Finanzen, zuletzt als Chief Operating Officer. Vor seinem Eintritt bei GlobalFoundries gehörte er dem Senior-Management-Team von Mubadala Investment Company an und war davor Partner bei McKinsey in Abu Dhabi. Die Ernennung Breens folgte einem mehrjährigen Nachfolgeplanungsprozess.
Sein Vorgänger Thomas Caulfield, der GlobalFoundries von 2018 bis April 2025 als CEO führte, wechselte in die Rolle des Executive Chairman. Caulfield hatte das Unternehmen in dieser Zeit strategisch neu ausgerichtet und den Börsengang 2021 verantwortet. Präsident und COO ist seit April 2025 Niels Anderskouv, der zuvor als Chief Business Officer bei GlobalFoundries tätig war und zuvor Führungspositionen bei Texas Instruments innehatte.
GlobalFoundries operiert im Markt für Auftragshalbleiterfertigung, auch bekannt als Foundry-Markt. Dieser Markt war 2024 rund 120 Milliarden Dollar schwer und wächst durch steigende Nachfrage nach spezialisierten Chips für Automobil, Verteidigung, 5G-Infrastruktur und das Internet der Dinge. Im Gegensatz zu führenden Fabriken wie TSMC oder Samsung, die sich auf die kleinsten und leistungsfähigsten Chipknoten konzentrieren, fokussiert GlobalFoundries auf reife Prozesstechnologien ab 14 Nanometern aufwärts. Diese Nische bedient Kunden, die keine Cutting-Edge-Chips brauchen, aber auf spezialisierte Eigenschaften wie Hochfrequenzverhalten, niedrigen Stromverbrauch oder Hochtemperaturbeständigkeit angewiesen sind.
TSMC dominiert den globalen Foundry-Markt mit einem Anteil von rund 60 bis 67 Prozent, je nach Betrachtungszeitraum. Samsung Foundry folgt mit deutlichem Abstand, danach kommen SMIC aus China, UMC aus Taiwan und GlobalFoundries auf dem fünften Platz mit einem Anteil von rund vier bis fünf Prozent. Im Segment der Spezialhalbleiter auf reifen Knoten sind die direkten Wettbewerber jedoch enger: UMC, Tower Semiconductor und X-Fab Silicon Foundries konkurrieren im gleichen Marktsegment.
Der Wachstumstreiber im Foundry-Markt sind langfristig KI-Chips und High-Performance-Computing, die allerdings fast ausschließlich bei TSMC gefertigt werden. GlobalFoundries profitiert stattdessen von der steigenden Halbleiterdichte in Automobilen, wachsenden Verteidigungsausgaben in westlichen Ländern und dem Ausbau der 5G- und künftig 6G-Infrastruktur. Die geopolitische Debatte über sichere Halbleiterlieferketten und die Verlagerung von Produktion in westliche Länder kommt GlobalFoundries als US-Produzent direkt zugute.
GlobalFoundries stellt Halbleiter auf Basis von Kundenplänen her und bietet dabei kein eigenes Chipdesign an. Das Kerngeschäft sind sogenannte Wafer-Fabrikationsservices, also die Herstellung von Siliziumscheiben mit aufgebrachten Schaltkreisen, die Kunden anschließend zu fertigen Chips verarbeiten lassen. Das Unternehmen betreibt Fabs in Malta, New York, Essex Junction, Vermont, Dresden in Deutschland und Singapur, was eine geografische Streuung der Produktion und Kundennähe in mehreren Weltregionen ermöglicht.
Technologisch hat sich GlobalFoundries auf mehrere spezialisierte Plattformen konzentriert. Die 22FDX-Plattform kombiniert niedrigen Energieverbrauch mit hoher Leistung und eignet sich besonders für Automobil- und IoT-Anwendungen. Im Bereich Hochfrequenzchips, die für 5G-Modems und Radaranwendungen benötigt werden, setzt GlobalFoundries auf Siliziumgermanium-Technologie (SiGe BiCMOS) und RF-SOI-Prozesse. Kunden wie Qualcomm, NXP Semiconductors, Broadcom und AMD beziehen Chips über GlobalFoundries. Automotive-Kunden wie Bosch nutzen die Plattformen für Radarsensoren und Fahrassistenzsysteme.
Ein wachsendes Geschäftsfeld ist die Galliumnitrid-Technologie (GaN), die für Hochfrequenz- und Hochspannungsanwendungen in 5G-Infrastruktur, Elektrofahrzeugen und Verteidigungssystemen eingesetzt wird. GlobalFoundries baut seine GaN-Kapazitäten in Vermont aus und sieht darin einen langfristigen Wachstumstreiber. Über die Trusted-Foundry-Akkreditierung des US-Verteidigungsministeriums darf GlobalFoundries zudem Chips für sicherheitskritische Regierungsanwendungen produzieren, was das Unternehmen von rein kommerziellen Wettbewerbern abgrenzt.