Informatica Aktie

Marktkapitalisierung

7.54 Mrd. $

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

27,88 $ / 15,65 $

IPO-Typ

Re-IPO

Handelsstart

27.10.2021

Volumen

841 Mio. $

Emissionspreis

29,00 $

Seit Emission

-14.5%

Erstpreis

27,55 $

Seit Erstpreis

-10.0%

Aktueller Kurs

24,79 $

Overview

Gaurav Dhillon und Diaz Nesamoney gründeten Informatica 1993 im Silicon Valley mit einer einfachen Idee: Unternehmen sollten Daten zwischen verschiedenen Systemen nicht mehr manuell übertragen, sondern mit grafischen Werkzeugen automatisieren können. Schon mit dem ersten Produkt, der Datenintegrationssoftware PowerMart, traf das Unternehmen einen Nerv bei großen Konzernen, die damals mit der Flut aus Datenbanken, Mainframes und frühen Client-Server-Systemen kämpften. Im April 1999 ging Informatica erstmals an die Börse, auf dem NASDAQ unter dem Ticker INFA.

Nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten als börsennotiertes Unternehmen wurde Informatica 2015 für rund 5,3 Milliarden Dollar von den Finanzinvestoren Permira und dem Canada Pension Plan Investment Board von der Börse genommen. In der Zeit als privates Unternehmen trieb Informatica den Umbau zum Cloud-Abo-Modell voran und investierte intensiv in KI-Fähigkeiten. Das Kernprodukt wurde zur Intelligent Data Management Cloud (IDMC) weiterentwickelt, einer einheitlichen Plattform, die Datenintegration, Datenqualität, Stammdatenmanagement und Governance unter einem Dach zusammenfasst.

2021 kehrte Informatica an den öffentlichen Kapitalmarkt zurück. Die zweite Börsennotierung, diesmal an der New York Stock Exchange, markierte den Abschluss eines umfangreichen Transformationsprozesses. Inzwischen ist Informatica Teil von Salesforce: Im November 2025 schloss Salesforce die Übernahme für rund 8 Milliarden Dollar ab und delistete die INFA-Aktie von der NYSE.

Management

Amit Walia leitet Informatica seit Januar 2020 als CEO. Er kam bereits 2013 zu Informatica und führte zunächst als Chief Product Officer und später als President die Produktorganisation. Walia verantwortete in dieser Zeit unter anderem die Einführung der KI-Engine CLAIRE und den Umbau zur Cloud-Plattform IDMC. Vor seiner Zeit bei Informatica arbeitete er in Führungspositionen bei Symantec, Intuit und McKinsey sowie zu Beginn seiner Karriere beim Tata-Konzern und Infosys in Indien. Walia hat einen MBA von der Kellogg School of Management und einen Ingenieurabschluss vom Indian Institute of Technology in Varanasi.

CFO war zum Zeitpunkt des Börsengangs und in den Folgejahren Mike McLaughlin, der das Finanzressort als Executive Vice President verantwortete. Das restliche Führungsteam umfasst Schlüsselpositionen für Produkt, Vertrieb, Kundenerfolg und Technik. Die Eigentümerseite war nach dem Börsengang weiterhin von den Private-Equity-Investoren Permira und dem Canada Pension Plan Investment Board geprägt, die als Mehrheitsaktionäre erheblichen Einfluss auf das Unternehmen behielten.

Finanzdaten
Branche

Informatica operierte im Markt für Enterprise-Datenmanagement, der branchenübergreifend zu einem zentralen Investitionsfeld geworden ist. Je mehr Unternehmen KI-Modelle einsetzen wollen, desto wichtiger wird die Qualität und Konsistenz ihrer Datenbasis. Schlecht gepflegte, fragmentierte oder inkonsistente Daten untergraben den Nutzen jeder KI-Anwendung. Dieses strukturelle Problem treibt die Nachfrage nach Plattformen, die Daten bereinigen, vereinheitlichen und nachvollziehbar machen.

Der Wettbewerb kommt aus mehreren Richtungen. Auf der Seite der Datenintegration und ETL-Werkzeuge konkurrierte Informatica mit Talend, MuleSoft (inzwischen ebenfalls zu Salesforce gehörend), Dell Boomi und IBM. Im Bereich Datenkatalog und Governance standen Alation, Collibra und Atlan im Wettbewerb. Zusätzlich brachten die großen Cloud-Anbieter Microsoft (Purview), Google (Dataplex) und AWS (Glue, Lake Formation) eigene Lösungen auf den Markt, die direkt in ihre jeweiligen Infrastrukturplattformen eingebettet sind. Informaticas Stärke lag im plattformagnostischen Ansatz: Die IDMC lief über alle großen Clouds hinweg und war damit für Unternehmen mit gemischten Multi-Cloud-Umgebungen attraktiver als die an eine einzelne Cloud gebundenen Alternativen.

Gartner listete Informatica über viele Jahre als Leader in mehreren relevanten Magic Quadrants, darunter Datenintegration, Stammdatenmanagement und Metadaten-Management. Diese Marktpositionierung war ein wesentliches Verkaufsargument gegenüber Unternehmenskunden, die Investitionssicherheit priorisierten.

Produkte und Services

Das Kernprodukt ist die Intelligent Data Management Cloud (IDMC), eine einheitliche Plattform, die verschiedene Disziplinen des Datenmanagements zusammenführt. Datenintegration und Data Engineering bilden den ursprünglichen Kern: Unternehmen nutzen diese Funktion, um Daten aus verschiedenen Quellsystemen zu extrahieren, zu transformieren und in Zielsysteme zu laden. Ergänzt wird das durch Werkzeuge für die Integration von Anwendungen und APIs, mit denen Softwaresysteme miteinander verbunden werden können.

Stammdatenmanagement (Master Data Management, MDM) ist ein weiteres zentrales Modul. Dabei geht es darum, eine verlässliche, einheitliche Sicht auf wichtige Geschäftsobjekte herzustellen, typischerweise Kunden, Produkte, Lieferanten oder Mitarbeiter. Wenn derselbe Kunde in zehn verschiedenen Systemen mit zehn leicht unterschiedlichen Schreibweisen gespeichert ist, löst MDM dieses Problem durch Abgleich und Bereinigung. Hinzu kommen Module für Datenkatalog, Datenqualität, Governance, Datenschutz und Datensicherheit.

Die KI-Engine CLAIRE ist in alle Module integriert und automatisiert Tausende von Datenmanagementaufgaben: Sie empfiehlt Datenmappings, erkennt Qualitätsprobleme und hilft beim Aufbau von Datenpipelines. Informatica monetarisiert die Plattform über ein abonnementbasiertes Modell, bei dem Kunden sogenannte Informatica Processing Units (IPUs) kaufen, die sie flexibel für alle Plattformfunktionen einsetzen können. Dieses Verbrauchsmodell erlaubt es Kunden, schrittweise zu skalieren, und erzeugt bei Informatica planbare Einnahmen über wiederkehrende Abonnements.

Technische Analyse
Details zum IPO

Informatica preizte seinen Börsengang am 26. Oktober 2021 und wurde am 27. Oktober 2021 an der New York Stock Exchange unter dem Ticker INFA zum Handel zugelassen. Das Unternehmen verkaufte 29 Millionen Aktien der Klasse A zu je 29 Dollar und lag damit am unteren Ende der ursprünglich ausgegebenen Preisspanne von 29 bis 32 Dollar. Die Erlöse aus dem IPO beliefen sich auf rund 841 Millionen Dollar. Einen wesentlichen Teil davon verwendete Informatica zur Tilgung von Schulden, die aus der Privatisierung 2015 stammten.

Lead Underwriter des Börsengangs waren Goldman Sachs, J.P. Morgan, BofA Securities und Citigroup. Als kontrolliertes Unternehmen im Sinne der NYSE-Vorschriften blieben Permira und der Canada Pension Plan Investment Board nach dem IPO die dominierenden Aktionäre. Informatica emittierte drei Aktienklassen: Klasse A für neue Investoren am öffentlichen Markt sowie die Klassen B-1 und B-2 für die Altaktionäre. Klasse B-1 war der Klasse A wirtschaftlich gleichgestellt, verzichtete aber auf das Stimmrecht zur Wahl von Direktoren.

Die Aktie entwickelte sich nach dem IPO zunächst seitwärts und notierte lange Zeit nahe dem Ausgabepreis. Das Unternehmen war bei seiner zweiten Börsennotierung mit rund 7,9 Milliarden Dollar bewertet. Im Mai 2025 kündigte Salesforce die Übernahme für rund 8 Milliarden Dollar an, zu einem Preis von 25 Dollar je Aktie in bar. Aktionäre, die zum Ausgabepreis eingestiegen waren, realisierten damit einen Verlust von rund 14 Prozent. Die Aktie wurde im November 2025 nach Abschluss der Transaktion von der NYSE dekotiert.

Outlook

Mit der Übernahme durch Salesforce endete Informaticas eigenständige Geschichte als börsennotiertes Unternehmen. Für Salesforce stellte die Akquisition eine strategische Investition in die Datenschicht dar. Agentische KI-Systeme, also KI-Agenten, die autonom Aufgaben erledigen, funktionieren nur zuverlässig, wenn sie auf qualitativ hochwertige, konsistente Unternehmensdaten zugreifen können. Informaticas IDMC-Plattform mit ihren Fähigkeiten in Datenintegration, Governance und MDM soll diese Grundlage für Salesforces Agentforce-Plattform liefern.

Für bestehende Informatica-Kunden bedeutet die Übernahme eine engere Verzahnung mit dem Salesforce-Ökosystem. Das bringt Chancen, schafft aber auch neue Abhängigkeiten. Die plattformagnostische Positionierung, also die Fähigkeit, über alle Clouds und Systeme hinweg zu arbeiten, war ein zentrales Kaufargument für viele Unternehmenskunden. Ob und wie Salesforce dieses Alleinstellungsmerkmal bewahrt, bleibt eine offene Frage für die Kundenbasis.

Bewertungskriterien
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Starkes Wachstum im Cloud-Abo-Segment mit Cloud-ARR-Wachstumsraten von rund 35 Prozent im Jahr 2023 und 2024

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Breite Plattform über mehrere Disziplinen des Datenmanagements hinweg mit hoher Kundenbindung

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Anerkannte Marktführerschaft in mehreren Gartner Magic Quadrants, was Vertrauen bei Unternehmenskunden erzeugt

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Konsumbasiertes Preismodell mit planbaren wiederkehrenden Einnahmen

Ausgabepreis von 29 Dollar, Übernahmepreis durch Salesforce nur 25 Dollar, damit Verlust für IPO-Investoren

Kontrollstruktur nach dem Börsengang begrenzte Einfluss der öffentlichen Aktionäre

Übergang von On-Premises zu Cloud-Abos drückte kurzfristig auf den Gesamtumsatz

Wachstumsrate des Gesamtumsatzes mit rund 6 Prozent deutlich niedriger als die der Cloud-Komponente