IPO – Rent the Runway Aktie

Rent the Runway Aktie

Marktkapitalisierung

22.63 Mio. $

KGV (P/E)

2.9

Gewinn/Aktie

$1.78

Dividende

-

52W Hoch / Tief

10,13 $ / 3,69 $

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

27.10.2021

Volumen

357 Mio. $

Emissionspreis

21,00 $

Seit Emission

-75.1%

Erstpreis

23,00 $

Seit Erstpreis

-77.3%

Aktueller Kurs

5,22 $

Overview

Jennifer Hyman hatte die Idee zu Rent the Runway über Thanksgiving 2008, als ihre Schwester für eine Hochzeit ein teures Designerkleid kaufte, das sie nur einmal tragen würde. Zurück an der Harvard Business School teilte sie die Idee mit ihrer Kommilitonin Jennifer Fleiss. Die beiden erkannten eine strukturelle Marktlücke: Frauen wollen modisch auftreten, aber selten das gleiche Outfit zweimal auf Social Media zeigen, und können oder wollen sich dafür keine ganzen Garderoben kaufen. 2009 gründeten sie Rent the Runway in New York und schufen damit eine neue Kategorie im amerikanischen Modemarkt.

Das Unternehmen startete mit dem Verleih von Abendrobe für besondere Anlässe und baute das Angebot ab 2016 mit einem Abo-Modell für Alltagskleidung deutlich aus. Seither können Kundinnen gegen eine monatliche Gebühr beliebig viele Teile aus einem Sortiment von Millionen von Artikeln ausleihen, tragen und zurückschicken. Das Unternehmen kooperiert mit mehr als 750 Designermarken und ergänzt sein Angebot mit einem Resale-Bereich, über den gebrauchte Stücke aus dem eigenen Bestand verkauft werden. 2019 erreichte Rent the Runway mit einer neuen Finanzierungsrunde den Unicorn-Status mit einer Bewertung von einer Milliarde Dollar.

Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Brooklyn, New York, und betreibt ein eigenes Logistik- und Reinigungsnetzwerk, das für den Betrieb eines Modeverleih im großen Maßstab notwendig ist. Seit der Gründung hat Rent the Runway mehr als 400 Millionen Dollar an Risikokapital eingesammelt, unter anderem von Fidelity, Bain Capital Ventures, TCV und American Express.

Management

Jennifer Hyman führt Rent the Runway seit der Gründung 2009 als CEO. Hyman studierte Sozialwissenschaften an der Harvard University und schloss einen MBA an der Harvard Business School ab. Vor der Gründung arbeitete sie als Director of Business Development bei IMG und leitete ein Team im Bereich Online-Werbung bei WeddingChannel.com. Mit dem Börsengang 2021 war Rent the Runway eines der ersten US-Unternehmen, das mit einer Frau als Gründerin und CEO an die Börse ging. Co-Gründerin Jennifer Fleiss verließ das operative Geschäft 2017, um ein eigenes Startup zu gründen, blieb aber im Board of Directors.

Seit Mai 2023 verantwortet Siddharth Thacker als CFO die Finanzen des Unternehmens. Thacker wechselte nach einer mehr als zwanzigjährigen Karriere als Investor an der Wall Street zu Rent the Runway, unter anderem als Investment Partner bei Coalition Investment Partners und CEO zweier eigener Investmentfirmen. Seine Kapitalmarkterfahrung soll helfen, das Unternehmen auf einen nachhaltigeren Finanzpfad zu bringen. Das Führungsduo Hyman und Thacker ist seit dem Stand Oktober 2025 im Amt.

Finanzdaten
Branche

Rent the Runway operiert im noch jungen Markt für Online-Kleidungsverleih, der laut verschiedenen Marktforschungseinschätzungen auf mehrere Milliarden Dollar Volumen angewachsen ist und weiter wächst. Die Nachfrage wird von zwei Seiten befeuert: zum einen durch kostenbewusste Konsumentinnen, die Zugang zu Designermode wollen, ohne Hunderte oder Tausende Dollar pro Stück auszugeben; zum anderen durch ein wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit, da das Ausleihen von Kleidung weniger Ressourcen verbraucht als ständig neue Stücke zu kaufen.

Der wichtigste direkte Wettbewerber in den USA ist Nuuly, der Abo-Dienst von Urban Outfitters, der auf Marken aus dem URBN-Portfolio setzt und ein günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet. Daneben operieren kleinere Anbieter wie Le Tote, Armoire und FashionPass. Indirekter Wettbewerb kommt aus dem Secondhand-Segment, wo Plattformen wie ThredUp, The RealReal und Poshmark ähnliche Konsumbedürfnisse ansprechen, aber mit Kauf statt Miete. Fast Fashion-Anbieter wie Shein oder Zara setzen auf den entgegengesetzten Ansatz: günstiger Neukauf statt Ausleihe.

Rent the Runway ist der mit Abstand bekannteste und umsatzstärkste Anbieter in der Nische und hat einen erheblichen Markennamen- und Bestandsvorteil gegenüber jüngeren Konkurrenten. Das Unternehmen kooperiert mit mehr Marken und hat ein größeres Inventar als jeder direkte Wettbewerber in den USA. Die Herausforderung liegt darin, ein kapitalintensives Modell profitabel zu machen, denn das Vorhalten, Reinigen und Verwalten großer Kleidungsbestände verursacht erhebliche Fixkosten.

Produkte und Services

Das Kernprodukt von Rent the Runway ist ein Abonnement-Modell: Kundinnen zahlen eine monatliche Gebühr und können dafür eine feste Anzahl an Kleidungsstücken und Accessoires aus dem Sortiment auswählen, tragen und zurückschicken. Der Dienst richtet sich vor allem an Frauen zwischen 25 und 45 Jahren mit Interesse an Markenmode. Das Sortiment umfasst Abendkleidung, Business-Outfits, Freizeitmode, Umstandskleidung, Taschen, Schmuck und Accessoires von mehr als 750 Designermarken. Über 80 Prozent des Umsatzes entfällt auf Abo-Erlöse.

Ergänzend bietet Rent the Runway einzelne Mietbuchungen ohne Abo an, sogenannte Reserve-Buchungen. Damit können Kundinnen gezielt für besondere Anlässe ein einzelnes Stück für eine begrenzte Zeit ausleihen, ohne ein laufendes Abo abzuschließen. Dieses Segment ist kleiner als das Abo-Geschäft, aber wichtig für die Kundengewinnung.

Ein wachsendes Segment ist der Resale-Bereich: Rent the Runway verkauft ausgemusterte Bestände aus dem eigenen Fundus an Kundinnen zu reduzierten Preisen. Das verbessert die Kapitaleffizienz des Unternehmens, weil Kleidungsbestände, die aus der Rotation fallen, nicht abgeschrieben werden müssen, sondern noch Erlöse generieren. Der Resale-Bereich hat sich zu einem relevanteren Umsatzbeitrag entwickelt und profitiert vom allgemeinen Trend zu gebrauchter Designermode.

Technische Analyse
Details zum IPO

Rent the Runway ging am 27. Oktober 2021 per klassischem Börsengang an die Nasdaq unter dem Ticker RENT. Das Unternehmen emittierte 17 Millionen Aktien der Klasse A zu einem Preis von 21 Dollar pro Aktie, nachdem die ursprünglich geplante Anzahl von 15 Millionen Aktien aufgestockt und der Emissionspreis an der oberen Grenze der vermarkteten Spanne von 18 bis 21 Dollar festgesetzt wurde. Der Erlös aus dem Börsengang betrug rund 357 Millionen Dollar. Goldman Sachs, Morgan Stanley und Barclays fungierten als Lead Underwriter.

Die Erstnotiz startete bei 23 Dollar und damit rund 10 Prozent über dem Emissionspreis, was dem Unternehmen eine vollständig verwässerte Bewertung von über 1,7 Milliarden Dollar bescherte. Der erste Handelstag verlief jedoch enttäuschend: Die Aktie schloss bei 19,29 Dollar, also unter dem Ausgabepreis. In den Folgemonaten setzte sich der Abwärtstrend fort. Bis Ende 2022 war der Kurs auf unter 2 Dollar gefallen, da das Unternehmen anhaltende Verluste auswies und das Wachstum stagnierte.

Der Zeitpunkt des Börsengangs fiel in eine Phase, in der viele trendbewusste, verlustschreibende Startups an die Börse drängten und Investoren deren Wachstumspotenzial hochpreisten. Rent the Runway hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen Jahresgewinn erzielt. Erschwerend kam hinzu, dass die Covid-19-Pandemie das Geschäftsmodell stark getroffen hatte: Weniger Anlässe bedeuteten weniger Nachfrage nach Mietmode. Die folgende Zinserhöhungsphase und nachlassende Risikobereitschaft der Investoren belasteten die Aktie zusätzlich.

Outlook

Rent the Runway befindet sich seit 2024 in einer tiefgreifenden finanziellen Transformation. Im Oktober 2025 schloss das Unternehmen eine Rekapitalisierung ab, bei der rund 220 Millionen Dollar Schulden in Eigenkapital umgewandelt wurden. Die verbleibende Schuldenlast wurde auf 120 Millionen Dollar reduziert und die Fälligkeit bis 2029 verlängert. Neue Investoren, darunter STORY3 Capital Partners und Nexus Capital Management, brachten zusätzlich 20 Millionen Dollar frisches Kapital ein. Diese Maßnahmen verschaffen dem Unternehmen finanziellen Spielraum, den es zuvor nicht hatte.

Strategisch setzt Rent the Runway auf eine deutliche Ausweitung und Verjüngung des Inventars, da die Qualität und Aktualität des Sortiments als wichtigster Hebel für Abonnentengewinnung und -bindung gilt. Das Unternehmen setzt dabei auf kapitalleichtere Wege der Bestandsbeschaffung, etwa Konsignationsmodelle mit Designerpartnern. Das zentrale Risiko bleibt, ob das Unternehmen seine erhebliche Kostenbasis aus Logistik, Reinigung und Technologie langfristig durch Abo-Erlöse übersteigen kann, oder ob die strukturellen Margen des Modells zu dünn sind, um nachhaltige Profitabilität zu erreichen.

Bewertungskriterien
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Pionierstellung und größte Markenbekanntheit im US-Kleidungsverleih-Segment

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Hoher Anteil wiederkehrender Abo-Erlöse mit stabiler Kundenbindung

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Rekapitalisierung 2025 hat Schuldenlast massiv reduziert und finanziellen Druck verringert

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Wachsender Resale-Bereich verbessert Kapitaleffizienz des Bestandsmodells

Seit dem IPO deutlich gefallener Aktienkurs signalisiert anhaltende Vertrauensprobleme bei Investoren

Hohe operative Kosten durch Logistik, Reinigung und Lagerhaltung belasten die Margen strukturell

Noch keine nachgewiesene nachhaltige Profitabilität trotz mehrerer Jahre als börsennotiertes Unternehmen

Wachsender Wettbewerb durch Nuuly (Urban Outfitters) und kleinere Anbieter mit schlankerer Kostenstruktur