Delisted– Diese Aktie wird nicht mehr an der Börse gehandelt. Die angezeigten IPO-Daten sind historisch.

Weber Aktie

Delisted

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

Carve-Out

Handelsstart

05.08.2021

Volumen

251 Mio. $

Emissionspreis

14,00 $

Seit Emission

-

Erstpreis

15,95 $

Seit Erstpreis

-

Kurs (EOD)

-

Schlusskurs

Overview

George Stephen Sr. erfand 1951 in Chicago den Kugelgrill aus einer halbierten Metallboje, die er in seiner Metallwerkstatt herstellte. Das Ergebnis war der Weber Kettle, der erste Holzkohlegrill mit Deckel und Lüftungsklappen. Stephen erkannte früh, dass der Deckel das Grillergebnis fundamental verbesserte, weil er Hitze und Rauch kontrolliert im Inneren hält. Aus dieser Erfindung heraus gründete er die Firma Weber-Stephen Products, die 1958 offiziell eingetragen wurde.

Jahrzehntelang blieb Weber ein reines Familienunternehmen. Jim Stephen, Sohn des Gründers, führte das Unternehmen von den frühen 1990er-Jahren bis 2013. Danach übernahm externe Führung das Ruder. 2010 erwarb die Investmentgesellschaft BDT Capital Partners aus Chicago die Mehrheit der Anteile von der Gründerfamilie. Unter BDT-Ägide modernisierte Weber das Produktportfolio, trieb die Internationalisierung voran und baute das Direktvertriebsgeschäft aus. Mit dem Börsengang 2021 ging BDT als Mehrheitsaktionär an die Öffentlichkeit, behielt aber die Kontrolle durch eine Dual-Class-Aktienstruktur.

Der Hauptsitz liegt in Palatine, Illinois, im Großraum Chicago. Weber verkaufte seine Produkte zuletzt in mehr als 70 Ländern, wobei die USA rund 58 Prozent des Umsatzes ausmachten. Das Unternehmen fertigte an mehreren Standorten in den USA sowie international und unterhielt weltweit rund 190 Weber-eigene Retail-Stores und Grill Academy-Standorte.

Management

Zum Zeitpunkt des Börsengangs im August 2021 stand Chris Scherzinger als CEO an der Spitze von Weber. Scherzinger war seit April 2018 in dieser Funktion tätig und kam von Newell Brands, wo er zuvor als President und CEO der Sparte Appliances & Cookware gearbeitet hatte. Bereits im Juli 2022 gab Weber bekannt, dass Scherzinger das Unternehmen verlässt. Alan Matula, bis dahin Chief Technology Officer, übernahm ab Juli 2022 den Posten des Interim-CEO. Matula war seit 2015 bei Weber tätig, zunächst als Chief Information Officer. Vor seiner Zeit bei Weber war er CIO bei Royal Dutch Shell.

CFO zum Zeitpunkt des Börsengangs war Bill Horton. Im Board of Directors saß unter anderem Byron Trott, Gründer und Managing Partner von BDT Capital Partners. Trott ist in der US-Finanzbranche bekannt als langjähriger Berater von Warren Buffett.

Branche

Weber operiert im globalen Markt für Außengrills und Outdoor-Cooking-Zubehör. Der Gesamtmarkt umfasst Holzkohle-, Gas-, Elektro- und Pelletgrills sowie Zubehör, Saucen und Dienstleistungen rund ums Grillen. Laut Prognosen diverser Marktforschungsinstitute bewegt sich der globale Markt in einer Größenordnung von mehreren Milliarden Dollar, mit einem erwarteten jährlichen Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Weber schätzte seinen adressierbaren Gesamtmarkt zum Zeitpunkt des IPOs auf rund 49 Milliarden Dollar weltweit und 9 Milliarden Dollar allein in den USA.

Der Wettbewerb ist fragmentiert. Zu den wichtigsten direkten Konkurrenten zählte Weber im S-1-Filing selbst: Traeger, Big Green Egg, Char-Broil, Napoleon, Nexgrill, Pit Boss sowie europäische Anbieter wie Campingaz und Broil King. Traeger, ebenfalls 2021 an die NYSE gegangen, gilt als wichtigster Herausforderer insbesondere im wachstumsstarken Pelletgrill-Segment. Big Green Egg besetzt das Hochpreissegment mit Keramikgrills und verfügt über eine treue Fangemeinde. Char-Broil bedient das Marktsegment unterhalb von Weber mit günstigeren Gas- und Holzkohlemodellen.

Weber differenziert sich durch seine Markenbekanntheit, die globale Vertriebsreichweite und die Breite des Produktportfolios. Nach eigenen Angaben und Frost-&-Sullivan-Daten hielt Weber weltweit einen Marktanteil von rund 24 Prozent und in den USA von rund 23 Prozent. Das Unternehmen war damit klarer Marktführer, musste sich jedoch gegen zunehmend innovative Wettbewerber im Premiumsegment behaupten.

Produkte und Services

Weber gliederte seinen Umsatz in zwei Hauptkategorien. Den größten Teil machten die Grills selbst aus, also Gas-, Holzkohle-, Elektro-, Pellet- und Smoker-Modelle. Das Produktportfolio reichte von Einsteigermodellen für unter 100 Dollar bis zu Premiumgeräten im vierstelligen Preisbereich. Bekannte Produktlinien sind der klassische Weber Kettle, die Gasgrills der Spirit- und Genesis-Serie sowie der Summit, Webers Flaggschiff im Hochpreissegment. Mit dem SmokeFire und späteren Modellen stieg Weber auch in das Pelletgrill-Segment ein, das lange von Traeger dominiert wurde.

Die zweite Umsatzkategorie umfasste Zubehör, Verbrauchsmaterialien und Dienstleistungen. Darunter fallen Grillwerkzeug, Abdeckhauben, Gewürze und Saucen sowie Webers Grill Academy, ein weltweites Netz aus Grillkursen. Einen wachsenden Stellenwert hatte die Weber Connect-Technologie, eine smarte Grill-Plattform die Temperatursensoren, App-Steuerung und Rezeptführung verbindet. Weber Connect ermöglicht es Nutzern, den Garprozess per Smartphone zu überwachen. 2021 übernahm Weber das Startup June Life, um die Entwicklung dieser digitalen Produkte zu beschleunigen.

Der Vertrieb lief über drei Kanäle. Im Großhandel arbeitete Weber mit über 4.700 Einzelhändlern und rund 31.700 stationären Verkaufspunkten zusammen, darunter The Home Depot, Lowe's, Costco und Walmart in den USA sowie Bauhaus und OBI in Europa. Daneben betrieb Weber knapp 200 eigene Stores und Grill Academy-Standorte sowie einen wachsenden E-Commerce-Kanal über die eigene Website und Plattformen wie Amazon.

Details zum IPO

Weber Inc. ging am 5. August 2021 an der New York Stock Exchange unter dem Ticker WEBR an die Börse. Der Emissionspreis lag bei 14 Dollar pro Aktie, unterhalb der ursprünglich geplanten Preisspanne von 15 bis 17 Dollar. Insgesamt brachte Weber im Rahmen des Börsengangs rund 17,9 Millionen Aktien an den Markt und erzielte ein Emissionsvolumen von knapp 250 Millionen Dollar. Ursprünglich hatte das Unternehmen fast 47 Millionen Aktien platzieren und bis zu 797 Millionen Dollar einsammeln wollen. Die deutliche Verkleinerung des IPO-Volumens im Vorfeld des Börsengangs wurde von Beobachtern als schwaches Marktsignal gewertet. Zum Emissionspreis bewerteten Investoren Weber mit rund vier Milliarden Dollar.

Am ersten Handelstag eröffnete die Aktie bei 17 Dollar und schloss bei 16,50 Dollar, damit rund 18 Prozent über dem Ausgabepreis. Lead Underwriter des Börsengangs waren Goldman Sachs, Citigroup, UBS, Bank of America, Wells Fargo, J.P. Morgan und KeyBanc Capital Markets. Weber nutzte eine Dual-Class-Aktienstruktur mit zwei Aktiengattungen unterschiedlicher Stimmrechte. Dadurch behielt BDT Capital Partners auch nach dem Börsengang rund 70 Prozent der Stimmrechte, was öffentliche Aktionäre faktisch von wesentlichem Einfluss auf Unternehmensentscheidungen ausschloss.

Die Börsennotierung endete bereits im Februar 2023. Im Dezember 2022 hatte BDT ein Übernahmeangebot für alle ausstehenden Stammaktien zu einem Preis von 8,05 Dollar je Aktie unterbreitet, was einem Gesamtunternehmenswert von 3,7 Milliarden Dollar entsprach und einer Prämie von 60 Prozent auf den Kurs vor Bekanntgabe des Angebots. Nach Abschluss der Transaktion wurde WEBR im Februar 2023 von der NYSE dekotiert. Weber war damit weniger als zwei Jahre öffentlich gehandelt.

Outlook

Nach dem Rückzug von der Börse konzentriert sich Weber als privates Unternehmen unter der Kontrolle von BDT Capital Partners auf seine langfristige Strategie. Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt die Digitalisierung des Grillens. Weber Connect und die zugehörige App-Infrastruktur sollen das Unternehmen von einem reinen Gerätehersteller zu einem Anbieter vernetzter Outdoor-Cooking-Erlebnisse weiterentwickeln. Smarte Grills mit App-Integration, Temperatursensoren und automatischer Rezeptführung gewinnen im Premiumsegment an Bedeutung.

Eine weitere strategische Säule ist die weitere Internationalisierung. Das Europageschäft, das bereits rund 37 Prozent des Umsatzes ausmachte, bietet Potenzial für weiteres Wachstum, besonders in Märkten mit wachsender Outdoor-Lebenskultur. Ende 2024 gab Weber bekannt, mit Blackstone Products, dem US-Marktführer für Outdoor-Griddles, zu fusionieren. Das kombinierte Unternehmen soll Weberpunkte im Bereich klassischer Grills und Blackstones Stärke im Griddle-Segment zusammenführen. Die Transaktion wurde für Anfang 2025 erwartet.

Bewertungskriterien
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Starke und global bekannte Marke mit jahrzehntelanger Kundenbindung

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Marktführer mit rund 24 Prozent Weltmarktanteil und breitem Produktportfolio

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Wachsendes Direktvertriebsgeschäft über eigene Stores und E-Commerce

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Globale Vertriebsreichweite mit über 30.000 stationären Verkaufspunkten weltweit

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