Overview
Die Wurzeln von Auna reichen bis 1989 zurück, als in Lima der Anbieter Oncosalud entstand. Die Idee war für Peru neu, Menschen zahlten monatlich einen festen Betrag und erhielten dafür Vorsorge und im Ernstfall die komplette Krebsbehandlung. Weil das Land damals kaum flächendeckende Versorgung bot, traf das Angebot einen Nerv.
Aus dem Versicherungsanbieter wuchs einer der größten Klinikkonzerne Lateinamerikas. Auna baute eigene Krankenhäuser, um die versprochene Behandlung selbst zu erbringen, und expandierte später nach Kolumbien und Mexiko. Der Zukauf des mexikanischen Klinikbetreibers OCA in Monterrey im Jahr 2022 machte das Land zum zweiten Standbein, finanziert allerdings mit viel Fremdkapital.
Die Holding sitzt aus rechtlichen Gründen in Luxemburg, operativ liegt der Schwerpunkt in Lima und Monterrey. Das Netz umfasst über 30 Einrichtungen mit rund 2.300 Betten, dazu kommen über eine Million Gesundheitspläne.
Management
Seit Jahren prägt Suso Zamora das Unternehmen, seit dem Börsengang als Executive Chairman und President. Er trieb den Aufbau des Netzes und die Expansion nach Mexiko voran. Nach dem schwachen Verlauf des Mexiko-Geschäfts setzte Auna 2025 ein neues Führungsteam für das Land ein, das die Erlöse und Margen stabilisieren soll.
Finanzdaten
Branche
Auna operiert in einem Markt mit strukturellem Rückenwind. Die private Gesundheitsversorgung im spanischsprachigen Lateinamerika wurde zum Börsengang auf rund 313 Milliarden Dollar geschätzt, mit Aussicht auf 469 Milliarden bis 2028. Staatliche Systeme sind in vielen Ländern überlastet, wer es sich leisten kann, weicht auf private Anbieter aus.
Das Geschäftsmodell hat dabei eine Besonderheit. Weil Auna sowohl die Versicherung als auch die Behandlung anbietet, verdient der Konzern daran, Kosten im eigenen System zu steuern. Die entscheidende Kennzahl ist die Schadenquote in der Onkologie, die bis 2025 auf einen Rekordtiefstand von 48,5 Prozent sank.
Die Risiken sind ebenso landesspezifisch. In Kolumbien übernahm die Aufsicht 2024 die Kontrolle über mehrere Krankenversicherer, was Zahlungsströme gefährdete. In Mexiko brachen 2025 Erlöse weg, weil Beziehungen zu Ärzten und Zulieferern nach der Übernahme länger brauchten als erwartet.
Produkte und Services
Das Geschäft ruht auf drei Säulen. In Peru liefert Oncosalud vorab bezahlte Onkologiepläne und betreibt die zugehörigen Kliniken. In Kolumbien und Mexiko stehen Krankenhäuser und ambulante Zentren im Mittelpunkt, dazu kommt der Versicherer Auna Seguros.
Die Zahlen des Jahres 2025 zeigten ein geteiltes Bild. Der Umsatz lag mit 4,385 Milliarden Soles auf Vorjahresniveau, währungsbereinigt ein Plus von vier Prozent. Der bereinigte Betriebsgewinn gab um acht Prozent auf 917 Millionen Soles nach. Peru und Kolumbien wuchsen im lokalen Vergleich um neun beziehungsweise fünf Prozent, Mexiko schrumpfte um vier Prozent.
Der freie Mittelzufluss legte dagegen um 35 Prozent zu, der bereinigte Nettogewinn stieg von 146 auf 336 Millionen Soles. Eine Refinanzierung über rund 825 Millionen Dollar senkte die Zinslast spürbar, die Verschuldung lag beim 3,6-fachen des Betriebsgewinns.
















