Overview
Eleving entstand 2012 in Lettland unter dem Namen Mogo und begann mit Krediten für gebrauchte Autos. Die Zielgruppe waren Menschen mit geringen Chancen auf einen Bankkredit. Sie beziehen etwa unregelmäßige Einkommen oder können keine lange Kredithistorie vorweisen.
Aus dem baltischen Anbieter wurde die international tätige Eleving Group. Das Geschäft weitete sich auf Osteuropa, Zentralasien und Afrika aus, dazu kamen Motorradfinanzierungen, Mietkaufmodelle und Verbraucherkredite. Der rechtliche Sitz liegt in Luxemburg, operativ bleibt Riga das Zentrum.
Bekannt war das Unternehmen an den Kapitalmärkten schon vor dem Börsengang. Über Anleihen mit zweistelligen Zinskupons finanzierte sich die Gruppe seit Jahren, unter anderem an der Frankfurter Börse. Der Aktiengang 2024 ergänzte diese Finanzierung um Eigenkapital.
Management
Seit Jahren führt Modestas Sudnius das Unternehmen als CEO und stellte die Gruppe gemeinsam mit Finanzchef Maris Kreics beim Börsengang vor. Beide prägen die Ausrichtung auf datenbasierte Kreditvergabe und die Expansion in Schwellenländer. Die Gründer blieben nach dem Börsengang als Großaktionäre an Bord.
Finanzdaten
Branche
Eleving operiert im Markt für Kredite an Menschen mit schwachem oder fehlendem Bankzugang. In vielen Zielländern besitzen große Teile der Bevölkerung kein Bankkonto oder keine verwertbare Kredithistorie, gleichzeitig ist ein Fahrzeug oft Voraussetzung für den Beruf.
Das Geschäft ist entsprechend margenstark und riskant zugleich. Die Zinsen liegen deutlich über denen klassischer Banken, dafür sind Ausfälle häufiger, und die Refinanzierung über Anleihen ist teuer. Die Gruppe zahlte für ihre Anleihen zeitweise Kupons von 13 Prozent.
Regulierung ist der zweite große Faktor. Behörden in mehreren Ländern greifen bei Verbraucherkrediten regelmäßig in Zinsobergrenzen und Vergabepraktiken ein, was Geschäftsmodelle über Nacht verändern kann.
Produkte und Services
Angeboten werden Fahrzeugfinanzierungen für Autos und Motorräder, Mietkaufmodelle sowie klassische Verbraucherkredite. Die Vergabe läuft digital, die Bonitätsprüfung stützt sich auf eigene Datenmodelle statt auf klassische Bankunterlagen. In afrikanischen Märkten finanziert die Gruppe unter anderem Motorräder für Fahrdienstfahrer.
Die Zahlen zeigten vor dem Börsengang kräftiges Wachstum. Im ersten Halbjahr 2024 stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 102 Millionen Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis wuchs um 28 Prozent auf 43,6 Millionen Euro, der Nettogewinn um 26 Prozent auf 15,4 Millionen Euro. Das Nettoportfolio wuchs um 21 Prozent auf 342,5 Millionen Euro.
Für Anleger interessant ist die Ausschüttungspolitik. Halbjährliche Dividenden sind vorgesehen. Die Quote hängt von der Eigenkapitalausstattung ab und reicht von 30 bis 50 Prozent.
