Eleving Group Aktie – Finanz-Börsengang 2024

Eleving Group Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

16.10.2024

Volumen

27 Mio. $

Emissionspreis

1,70 $

Seit Emission

-

Erstpreis

1,75 $

Seit Erstpreis

-

Kurs (EOD)

-

Schlusskurs

Overview

Eleving entstand 2012 in Lettland unter dem Namen Mogo und begann mit Krediten für gebrauchte Autos. Die Zielgruppe waren Menschen mit geringen Chancen auf einen Bankkredit. Sie beziehen etwa unregelmäßige Einkommen oder können keine lange Kredithistorie vorweisen.

Aus dem baltischen Anbieter wurde die international tätige Eleving Group. Das Geschäft weitete sich auf Osteuropa, Zentralasien und Afrika aus, dazu kamen Motorradfinanzierungen, Mietkaufmodelle und Verbraucherkredite. Der rechtliche Sitz liegt in Luxemburg, operativ bleibt Riga das Zentrum.

Bekannt war das Unternehmen an den Kapitalmärkten schon vor dem Börsengang. Über Anleihen mit zweistelligen Zinskupons finanzierte sich die Gruppe seit Jahren, unter anderem an der Frankfurter Börse. Der Aktiengang 2024 ergänzte diese Finanzierung um Eigenkapital.

Management

Seit Jahren führt Modestas Sudnius das Unternehmen als CEO und stellte die Gruppe gemeinsam mit Finanzchef Maris Kreics beim Börsengang vor. Beide prägen die Ausrichtung auf datenbasierte Kreditvergabe und die Expansion in Schwellenländer. Die Gründer blieben nach dem Börsengang als Großaktionäre an Bord.

Finanzdaten

Branche

Eleving operiert im Markt für Kredite an Menschen mit schwachem oder fehlendem Bankzugang. In vielen Zielländern besitzen große Teile der Bevölkerung kein Bankkonto oder keine verwertbare Kredithistorie, gleichzeitig ist ein Fahrzeug oft Voraussetzung für den Beruf.

Das Geschäft ist entsprechend margenstark und riskant zugleich. Die Zinsen liegen deutlich über denen klassischer Banken, dafür sind Ausfälle häufiger, und die Refinanzierung über Anleihen ist teuer. Die Gruppe zahlte für ihre Anleihen zeitweise Kupons von 13 Prozent.

Regulierung ist der zweite große Faktor. Behörden in mehreren Ländern greifen bei Verbraucherkrediten regelmäßig in Zinsobergrenzen und Vergabepraktiken ein, was Geschäftsmodelle über Nacht verändern kann.

Produkte und Services

Angeboten werden Fahrzeugfinanzierungen für Autos und Motorräder, Mietkaufmodelle sowie klassische Verbraucherkredite. Die Vergabe läuft digital, die Bonitätsprüfung stützt sich auf eigene Datenmodelle statt auf klassische Bankunterlagen. In afrikanischen Märkten finanziert die Gruppe unter anderem Motorräder für Fahrdienstfahrer.

Die Zahlen zeigten vor dem Börsengang kräftiges Wachstum. Im ersten Halbjahr 2024 stieg der Umsatz um 21 Prozent auf 102 Millionen Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis wuchs um 28 Prozent auf 43,6 Millionen Euro, der Nettogewinn um 26 Prozent auf 15,4 Millionen Euro. Das Nettoportfolio wuchs um 21 Prozent auf 342,5 Millionen Euro.

Für Anleger interessant ist die Ausschüttungspolitik. Halbjährliche Dividenden sind vorgesehen. Die Quote hängt von der Eigenkapitalausstattung ab und reicht von 30 bis 50 Prozent.

Technische Analyse

Details zum IPO

Eleving startete am 16. Oktober 2024 gleichzeitig an zwei Börsenplätzen, an der Nasdaq Riga und im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Der Ausgabepreis lag bei 1,70 Euro innerhalb der Spanne von 1,60 bis 1,85 Euro. Angeboten wurden bis zu 24,5 Millionen Aktien einschließlich aller Optionen.

Das Gesamtvolumen erreichte rund 33 Millionen Euro, davon flossen etwa 29 Millionen Euro als frisches Kapital an das Unternehmen. Das Basisangebot war 1,2-fach überzeichnet. Die Konsortialführung übernahm LHV Pank, unterstützt von Signet Bank, M.M. Warburg und Auerbach Grayson.

Der Kurs bewegte sich anschließend nahe am Ausgabepreis. Zeitweise notierte die Aktie knapp darunter, der Börsenwert lag bei rund 192 Millionen Euro. Die Mittel sollten in neue Produkte, neue Märkte und den Abbau teurer Verbindlichkeiten fließen.

Outlook

Das Unternehmen setzt auf zwei Hebel. Das Kreditportfolio in bestehenden Märkten soll weiter wachsen, dazu kommt die Erschließung neuer Länder. Afrika und Zentralasien gelten dabei als besonders wachstumsstark. Günstigere Refinanzierung durch die gestärkte Eigenkapitalbasis würde die Margen zusätzlich stützen.

Für Anleger bleibt es ein Papier mit klarem Renditeversprechen und ebenso klaren Risiken. Die Dividendenpolitik ist attraktiv, gleichzeitig hängt das Geschäft an Kreditausfällen, Währungsschwankungen in Schwellenländern und regulatorischen Eingriffen.

Bewertungskriterien

+

Umsatz und Gewinn wuchsen vor dem Börsengang zweistellig

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Halbjährliche Dividenden mit Ausschüttungsquote von bis zu 50 Prozent

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Breite Streuung über 16 Länder auf drei Kontinenten

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Doppelnotierung in Riga und Frankfurt erweitert den Anlegerkreis

Hohe Refinanzierungskosten mit Anleihekupons um 13 Prozent

Kreditausfälle sind im Zielsegment strukturell höher

Regulatorische Eingriffe bei Verbraucherkrediten möglich

Währungsrisiken in Schwellenländern belasten die Ergebnisse