Overview
Pentixapharm entstand aus der Forschung an der Universität Würzburg rund um den Zellrezeptor CXCR4. Dieses Eiweiß sitzt auf der Oberfläche vieler Krebszellen, besonders bei Blutkrebsarten, und lässt sich gezielt ansteuern. Koppelt man ein passendes Molekül mit einem radioaktiven Isotop, wird der Tumor im Bildgebungsverfahren sichtbar. Mit einem stärker strahlenden Isotop lässt sich derselbe Weg zur Behandlung nutzen.
Lange gehörte das Unternehmen zum Berliner Isotopenspezialisten Eckert & Ziegler. Weil sich die Geschäftsmodelle grundlegend unterscheiden, beschloss dessen Hauptversammlung im Juni 2024 die Abspaltung. Während die Mutter Isotope und Anlagen herstellt und verkauft, entwickelt Pentixapharm eigene Arzneimittel bis zur Zulassung.
Der Sitz der operativen Gesellschaft liegt in Würzburg. Zum Zeitpunkt der Abspaltung konnte das Unternehmen auf Daten von über 20 akademischen Partnern zurückgreifen, die den Rezeptor in eigenen Studien untersucht hatten.
Management
Seit Oktober 2024 führt Dirk Pleimes das Unternehmen als CEO und verantwortet zugleich als medizinischer Vorstand das klinische Programm. Er folgte auf Gründer Hakim Bouterfa, der kurz nach dem Börsengang in den Aufsichtsrat wechselte und im November 2024 aus gesundheitlichen Gründen ausschied. Seit März 2025 leiten Pleimes und Henner Kollenberg gemeinsam sowohl die Holding als auch die operative Gesellschaft.
Finanzdaten
Branche
Pentixapharm operiert in der Radiopharmazie, einem der heißesten Felder der Pharmabranche. Bei sogenannten Theranostika wird derselbe molekulare Ansatz erst zur Diagnose und dann zur Therapie genutzt, was eine sehr gezielte Behandlung ermöglicht.
Der Markt zog erhebliches Kapital an. Novartis, Eli Lilly, AstraZeneca und Bristol Myers Squibb kauften in den Jahren vor dem Börsengang kleinere Spezialisten für Milliardenbeträge. Damit rückt auch Pentixapharm als mögliches Übernahmeziel in den Blick.
Die Hürden sind gleichwohl hoch. Radiopharmaka erfordern eine besondere Logistik, weil die radioaktiven Bestandteile schnell zerfallen, dazu kommen aufwendige Zulassungsverfahren und der Wettbewerb mit finanzstarken Konzernen.
Produkte und Services
Im Mittelpunkt steht der Kandidat PentixaTher zur Behandlung. Eine erste kleine Untersuchung an der Universität Würzburg berichtete 2022 von Ergebnissen bei Patienten mit schwer behandelbaren T-Zell-Lymphomen, bei denen Standardtherapien versagt hatten. Diese Beobachtungen soll das Unternehmen nun in kontrollierten Studien bestätigen.
Ergänzt wird der Ansatz durch das diagnostische Gegenstück, mit dem sich vor der Behandlung prüfen lässt, ob ein Tumor überhaupt genügend Rezeptoren trägt. Für einige der angestrebten Anwendungen wären die Kandidaten nach Firmenangaben die ersten ihrer Art.
Umsätze aus Produkten erzielt Pentixapharm nicht. Der Börsengang diente ausdrücklich der kurz- und mittelfristigen Finanzierung der Entwicklung, weitere Kapitalmaßnahmen dürften über die Jahre nötig werden.
