RENK Group Aktie – Industrie-Börsengang 2024

RENK Group Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

07.02.2024

Volumen

404 Mio. $

Emissionspreis

15,00 $

Seit Emission

+221.3%

Erstpreis

17,50 $

Seit Erstpreis

+175.4%

Kurs (EOD)

48,20 $

Schlusskurs v. 27.08.2026

Overview

RENK blickt auf eine lange Industriegeschichte zurück. Das Augsburger Unternehmen war bereits von 1923 bis 2020 an der Börse notiert und gehörte über Jahrzehnte zum MAN-Konzern und damit später zu Volkswagen. 2020 verkaufte Volkswagen die Tochter an den Finanzinvestor Triton, Anfang 2021 folgte der Rückzug von der Börse.

Der Kern des Geschäfts blieb dabei unverändert. RENK entwickelt und fertigt Antriebstechnik für Anwendungen, bei denen ein Ausfall nicht infrage kommt. Dazu zählen Getriebe für Kampfpanzer, Antriebe für Marineschiffe und zivile Spezialschiffe sowie Gleitlager und Prüfsysteme für industrielle Anlagen.

Der Sitz liegt in Augsburg. Nach dem Börsengang stieg RENK im März 2025 in den MDAX auf, den Index der mittelgroßen deutschen Werte. Das machte die Aktie für institutionelle Anleger zusätzlich interessant.

Management

Seit 2024 führt Alexander Sagel das Unternehmen als Vorstandsvorsitzender und richtete es konsequent auf Verteidigungstechnologien aus. Unter seiner Führung erreichte RENK Rekordwerte bei Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand. Der Aufsichtsrat verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2032, was auf Kontinuität in der Strategie hindeutet.

Finanzdaten

Branche

RENK operiert im Markt für militärische Antriebstechnik, der seit dem russischen Angriff auf die Ukraine eine grundlegende Wende erlebt. Europäische Staaten erhöhten ihre Verteidigungsbudgets erheblich, Beschaffungsprogramme für Panzer, Schiffe und Fahrzeuge liefen an.

Die Wettbewerbsposition ist dabei ungewöhnlich stark. Getriebe für Kampfpanzer sind hochspezialisierte Produkte mit langen Entwicklungszyklen und wenigen Anbietern weltweit, was die Eintrittshürden für Neulinge sehr hoch macht. Zum Ankeraktionär wurde mit dem Panzerbauer KNDS zudem ein direkter Kunde.

Belastend wirkt das zivile Geschäft. Industrieanwendungen entwickelten sich zuletzt schwach, dazu kamen US-Zölle, Exportbeschränkungen und Währungseffekte, die das Wachstum bremsten.

Produkte und Services

Das Portfolio umfasst Getriebe, Fahrzeugantriebe, Powerpacks, Hybridantriebe, Federungssysteme, Gleitlager, Kupplungen und Prüfsysteme. Bedient werden vier Bereiche, nämlich Militärfahrzeuge, Marine, zivile Schifffahrt und energienahe Industrieanwendungen.

Das Wachstum kommt klar aus dem Verteidigungsgeschäft. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Konzernumsatz um 19,8 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro, nach 1,14 Milliarden Euro im Jahr davor. Der Auftragseingang erreichte mit 1,57 Milliarden Euro einen Höchstwert, der Auftragsbestand kletterte auf 6,68 Milliarden Euro nach 4,96 Milliarden Euro.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der Fahrzeugantriebe. Im ersten Quartal 2025 wuchs dessen Umsatz um 28,1 Prozent auf 172 Millionen Euro. Der Auftragseingang der Gruppe stieg im selben Zeitraum um 163,5 Prozent auf 549 Millionen Euro.

Technische Analyse

Details zum IPO

RENK schaffte den Sprung am 7. Februar 2024 in den Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Im zweiten Anlauf klappte es, nachdem das Unternehmen im Oktober 2023 einen geplanten Börsengang wegen des schwierigen Marktumfelds abgesagt hatte. Statt eines öffentlichen Angebots wählte Triton diesmal eine Privatplatzierung bei institutionellen Investoren.

Der Preis lag bei 15 Euro je Aktie, platziert wurden 33.333.333 Aktien nach einer Aufstockung von zunächst 30 Millionen. Der Bruttoerlös betrug rund 450 Millionen Euro und floss vollständig an Triton, das Mehrheitsaktionär blieb. Als Ankerinvestoren zeichneten der Panzerbauer KNDS für 100 Millionen Euro und die Vermögensverwaltung Wellington für 50 Millionen Euro. Federführend begleiteten Deutsche Bank, Citigroup und J.P. Morgan die Transaktion.

Der Start gelang eindrucksvoll. Der erste Kurs lag bei 17,50 Euro und damit 16,7 Prozent über dem Ausgabepreis, zum Handelsschluss stand die Aktie bei 19,65 Euro. Es war der erste Börsengang des Jahres 2024 in Frankfurt.

Outlook

Für 2026 stellte das Management einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes Betriebsergebnis zwischen 255 und 285 Millionen Euro in Aussicht. Der Auftragsbestand von 6,68 Milliarden Euro verschafft dabei eine Planungssicherheit, von der die meisten Industrieunternehmen nur träumen können.

Die Risiken liegen in der Umsetzung. Verschobene Aufträge im Wert von rund 200 Millionen Euro, Exportbeschränkungen und Lieferengpässe können den Zeitplan verzögern. Zudem hängt das Geschäft stark an politischen Entscheidungen über Verteidigungsbudgets, die sich mit Regierungswechseln ändern können.

Bewertungskriterien

+

Auftragsbestand von 6,68 Milliarden Euro sichert die Auslastung

+

Umsatz stieg 2025 um 19,8 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro

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Aufstieg in den MDAX im März 2025

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Sehr hohe Eintrittshürden bei Panzergetrieben

Schwaches Industriegeschäft bremst das Gesamtwachstum

US-Zölle und Exportbeschränkungen belasten die Lieferfähigkeit

Verschobene Aufträge verzögern die Umsatzrealisierung

Abhängigkeit von politisch gesetzten Verteidigungsbudgets