Overview
RENK blickt auf eine lange Industriegeschichte zurück. Das Augsburger Unternehmen war bereits von 1923 bis 2020 an der Börse notiert und gehörte über Jahrzehnte zum MAN-Konzern und damit später zu Volkswagen. 2020 verkaufte Volkswagen die Tochter an den Finanzinvestor Triton, Anfang 2021 folgte der Rückzug von der Börse.
Der Kern des Geschäfts blieb dabei unverändert. RENK entwickelt und fertigt Antriebstechnik für Anwendungen, bei denen ein Ausfall nicht infrage kommt. Dazu zählen Getriebe für Kampfpanzer, Antriebe für Marineschiffe und zivile Spezialschiffe sowie Gleitlager und Prüfsysteme für industrielle Anlagen.
Der Sitz liegt in Augsburg. Nach dem Börsengang stieg RENK im März 2025 in den MDAX auf, den Index der mittelgroßen deutschen Werte. Das machte die Aktie für institutionelle Anleger zusätzlich interessant.
Management
Seit 2024 führt Alexander Sagel das Unternehmen als Vorstandsvorsitzender und richtete es konsequent auf Verteidigungstechnologien aus. Unter seiner Führung erreichte RENK Rekordwerte bei Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand. Der Aufsichtsrat verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2032, was auf Kontinuität in der Strategie hindeutet.
Finanzdaten
Branche
RENK operiert im Markt für militärische Antriebstechnik, der seit dem russischen Angriff auf die Ukraine eine grundlegende Wende erlebt. Europäische Staaten erhöhten ihre Verteidigungsbudgets erheblich, Beschaffungsprogramme für Panzer, Schiffe und Fahrzeuge liefen an.
Die Wettbewerbsposition ist dabei ungewöhnlich stark. Getriebe für Kampfpanzer sind hochspezialisierte Produkte mit langen Entwicklungszyklen und wenigen Anbietern weltweit, was die Eintrittshürden für Neulinge sehr hoch macht. Zum Ankeraktionär wurde mit dem Panzerbauer KNDS zudem ein direkter Kunde.
Belastend wirkt das zivile Geschäft. Industrieanwendungen entwickelten sich zuletzt schwach, dazu kamen US-Zölle, Exportbeschränkungen und Währungseffekte, die das Wachstum bremsten.
Produkte und Services
Das Portfolio umfasst Getriebe, Fahrzeugantriebe, Powerpacks, Hybridantriebe, Federungssysteme, Gleitlager, Kupplungen und Prüfsysteme. Bedient werden vier Bereiche, nämlich Militärfahrzeuge, Marine, zivile Schifffahrt und energienahe Industrieanwendungen.
Das Wachstum kommt klar aus dem Verteidigungsgeschäft. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Konzernumsatz um 19,8 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro, nach 1,14 Milliarden Euro im Jahr davor. Der Auftragseingang erreichte mit 1,57 Milliarden Euro einen Höchstwert, der Auftragsbestand kletterte auf 6,68 Milliarden Euro nach 4,96 Milliarden Euro.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der Fahrzeugantriebe. Im ersten Quartal 2025 wuchs dessen Umsatz um 28,1 Prozent auf 172 Millionen Euro. Der Auftragseingang der Gruppe stieg im selben Zeitraum um 163,5 Prozent auf 549 Millionen Euro.
