Overview
Tamboran entstand 2009 mit einem Ziel, das lange als aussichtslos galt. Im Beetaloo-Becken südlich von Darwin liegt in über 1.800 Metern Tiefe eine Schieferformation. Nach Analysen des Unternehmens ähnelt sie geologisch dem Marcellus-Schiefer im Osten der USA, einem der ergiebigsten Gasvorkommen der Welt.
Fünfzehn Jahre lang bohrten verschiedene Firmen in der Region ohne kommerziellen Durchbruch. Tamboran sammelte die Flächen ein und hält mit Partnern Erkundungsrechte über rund 4,7 Millionen Bruttoacres. Davon entfallen etwa 1,9 Millionen auf das Unternehmen selbst. Damit ist es der größte Flächenhalter im Becken.
Bemerkenswert ist die Aktionärsstruktur. Zu den Geldgebern zählen prominente Vertreter der amerikanischen Schiefergasbranche, darunter Beteiligungsvehikel der Familie Sheffield und der Fördertechnik-Dienstleister Liberty Energy. Die Aktie war zuvor an der australischen Börse notiert.
Management
Seit Jahren führt Joel Riddle das Unternehmen als Managing Director und CEO. Der Amerikaner bringt Erfahrung aus internationalen Erdgasprojekten mit und treibt vor allem die Erprobung längerer Bohrstrecken voran. Rückhalt erhält er von Großaktionären aus der US-Schiefergasbranche, die das Modell aus Nordamerika nach Australien übertragen wollen.
Finanzdaten
Branche
Tamboran operiert in einem Markt mit klarem Bedarf. Australiens Ostküste steht vor Versorgungslücken, weil bestehende Felder auslaufen, gleichzeitig exportiert das Land große Mengen Flüssigerdgas nach Asien. Neue heimische Quellen könnten beide Seiten bedienen.
Die Umstände unterscheiden sich jedoch grundlegend von den USA. Dort traf der Schiefergas-Boom auf ein dichtes Pipelinenetz und Kraftwerke, die von Kohle auf Gas umstellten. Im dünn besiedelten Norden Australiens fehlt diese Infrastruktur weitgehend, entsprechend teuer wird die Erschließung.
Dazu kommen Widerstände. Umweltverbände und Teile der lokalen Bevölkerung kritisieren die Fördermethode und den Eingriff in die Region, was Genehmigungen verzögern kann. Immerhin wirbt Tamboran mit einem sehr niedrigen Kohlendioxidgehalt des Gases von rund vier Prozent.
Produkte und Services
Verkauft wird bislang nichts. Das Unternehmen befindet sich in der Erprobungsphase und rechnete zum Zeitpunkt des Börsengangs frühestens ab 2026 mit nennenswerten Erlösen aus der Produktion.
Die technischen Ergebnisse machten Hoffnung. Die Bohrung Shenandoah South 1H lieferte über 90 Tage im Schnitt 2,9 Millionen Kubikfuß Gas pro Tag. Die waagerechte Strecke war dabei nur rund 500 Meter lang und wurde in zehn Stufen stimuliert. Hochgerechnet auf eine Strecke von 10.000 Fuß entspräche der Anfangswert etwa 19,5 Millionen Kubikfuß täglich.
Der nächste Schritt sollte diese Rechnung überprüfen. Mit dem Erlös des Börsengangs finanzierte Tamboran zwei weitere Bohrungen mit rund 3.000 Metern Länge und der sechsfachen Zahl an Stimulationsstufen. Parallel sicherte sich das Unternehmen einen langfristigen Gasliefervertrag mit der Regierung des Northern Territory und arbeitete an Vorplanungen für eine Verflüssigungsanlage.
