Overview
XCharge entstand 2015 in Peking und richtete sich früh auf den Export aus. Das Unternehmen entwickelt Gleichstrom-Schnelllader für Elektroautos, also die leistungsstarken Säulen, die Fahrzeuge in Minuten statt Stunden laden. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit verlagerte sich über die Jahre nach Europa, die Zentrale sitzt heute in Hamburg, dazu kam ein Standort in Texas.
Die Besonderheit liegt in der Kombination mit Speichern. Viele Standorte verfügen über zu schwache Netzanschlüsse für schnelles Laden, weshalb XCharge Ladesäulen mit eingebautem Akku anbietet. Dieser puffert Strom und gibt ihn beim Ladevorgang schnell ab, was teure Netzausbauten erspart.
Verkauft wird an Ladepunktbetreiber, Energieversorger und Autohersteller. Seit 2026 erweitert das Unternehmen sein Angebot über das Laden hinaus in Richtung Batteriespeicher für Gewerbe und Industrie.
Management
Seit Juni 2026 führt Albina Iljasov das Unternehmen als Co-Geschäftsführerin und steht damit an der Spitze der auf Europa ausgerichteten Struktur. Die Doppelspitze spiegelt die geografische Aufteilung zwischen den europäischen und den asiatischen Wurzeln des Unternehmens wider. Operativ liegt der Schwerpunkt auf den Standorten Hamburg und Austin.
Finanzdaten
Branche
XCharge operiert in einem Markt mit hohem Bedarf und harten Bedingungen. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur hinkt in vielen Ländern hinter dem Hochlauf der Elektromobilität her. Gleichzeitig drücken chinesische Hersteller mit sehr günstigen Geräten in den europäischen Markt.
Der Wettbewerb ist entsprechend scharf. Etablierte Anbieter wie ABB, Alpitronic und Kempower konkurrieren um dieselben Kunden, dazu kommen Ladepunktbetreiber, die eigene Hardware entwickeln lassen. Preisdruck und sinkende Margen prägen das Geschäft.
Die Verbindung von Laden und Speichern gilt dabei als naheliegender Ausweg. Wer Netzengpässe umgeht und zusätzlich mit gespeichertem Strom handelt, erschließt Erlösquellen, die über den reinen Hardwareverkauf hinausgehen.
Produkte und Services
Das Kernangebot umfasst zwei Baureihen von Schnellladern sowie eine Serie mit eingebautem Batteriespeicher. Die jüngste Generation erreicht nach Firmenangaben bis zu 480 Kilowatt Ladeleistung und deckt damit auch Nutzfahrzeuge ab. Ergänzt wird die Hardware durch Software und Servicedienstleistungen.
Der Umsatz lag in den zwölf Monaten bis März 2024 bei rund 42 Millionen Dollar, verteilt auf Europa, Nordamerika und Asien. Zum Kundenkreis zählen Ladepunktbetreiber, Energiekonzerne und Fahrzeughersteller.
Seit 2026 baut XCharge das Geschäft aus. Auf einer Fachmesse in München stellte das Unternehmen ein Speichersystem für Photovoltaikanlagen vor, das Lastspitzen kappt und die Kombination von Solarstrom und Ladeinfrastruktur ermöglicht. Damit rückt das Unternehmen näher an Industrie- und Gewerbekunden.
