innoscripta Aktie – Technologie-Börsengang 2025

innoscripta Aktie

Marktkapitalisierung

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KGV (P/E)

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Gewinn/Aktie

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Dividende

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52W Hoch / Tief

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IPO-Typ

IPO

Handelsstart

23.05.2025

Volumen

190 Mio. $

Emissionspreis

120,00 $

Seit Emission

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Erstpreis

120,00 $

Seit Erstpreis

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Kurs (EOD)

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Schlusskurs

Overview

Michael Hohenester gründete Innoscripta mit dem Ziel, ein sperriges Stück deutscher Steuerbürokratie handhabbar zu machen. Seit 2020 können Unternehmen in Deutschland über das Forschungszulagengesetz einen Teil ihrer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung steuerlich geltend machen. Der Anspruch besteht, doch der Nachweis ist aufwendig. Projekte müssen fachlich beschrieben, Arbeitszeiten zugeordnet und Belege in einer Form aufbereitet werden, die einer Prüfung standhält. Viele Firmen verzichten deshalb auf Geld, das ihnen zusteht.

Innoscripta baute dafür eine Softwarelösung, die als Dienst über das Internet bereitgestellt wird. Sie digitalisiert die Arbeitsabläufe rund um Forschungsprojekte, dokumentiert sie fortlaufend und erzeugt die Unterlagen für die Bescheinigungsstelle und das Finanzamt. Aus der Antragshilfe wurde über die Jahre eine breitere Plattform für das Management von Forschungs- und Entwicklungsprojekten.

Das Wachstum verlief steil. Von gut neun Millionen Euro Umsatz im Jahr 2022 kletterte das Unternehmen auf gut 37 Millionen Euro im Jahr 2024, der Gewinn nach Steuern stieg im selben Zeitraum von sechs auf 25 Millionen Euro. Mehr als 1.700 Firmen aus über zwanzig Branchen nutzen die Software, die Abwanderungsrate lag nach Unternehmensangaben drei Jahre in Folge unter zwei Prozent. Der Sitz liegt in München, die Erstnotiz erfolgte im Mai 2025.

Management

Gründer Michael Hohenester führte Innoscripta zum Börsengang als CEO. Er begründete den Schritt an die Börse vor allem mit Markenbekanntheit und dem Gesamtprofil des Unternehmens, weniger mit Kapitalbedarf. Bis zum Börsengang war Innoscripta ohne Finanzinvestoren gewachsen, was für ein Softwareunternehmen dieser Größe ungewöhnlich ist.

Alexander Meyer gehört ebenfalls zum Vorstand und verantwortet als Finanzvorstand und Co-Vorstandschef die Zahlen und den Kapitalmarktauftritt. Hohenester und Meyer waren zugleich die verkaufenden Aktionäre beim Börsengang. Im Jahr 2025 rückte Sebastian Schwertlein als Chief Operating Officer in den Vorstand auf, er arbeitete seit 2019 im Unternehmen.

Finanzdaten

Branche

Innoscripta bewegt sich an der Schnittstelle von Steuerberatung, Fördermittelberatung und Unternehmenssoftware. Der Markt entstand mit dem Forschungszulagengesetz von 2020 praktisch neu und wuchs durch spätere Ausweitungen der Förderhöhe. Anspruchsberechtigt ist im Prinzip jedes forschende Unternehmen in Deutschland, vom Mittelständler bis zum Konzern, was den adressierbaren Kundenkreis groß macht.

Der Wettbewerb kommt aus zwei Richtungen. Klassische Steuer- und Förderberatungen betreuen Anträge als Dienstleistung, oft gegen Erfolgshonorar. Daneben stehen Softwareanbieter für Projekt- und Zeiterfassung, die den Nachweis als Zusatzfunktion abbilden. Innoscripta kombiniert beides und verkauft die Lösung als Software statt als Beratungsprojekt, was höhere Margen und bessere Skalierbarkeit ermöglicht.

Das Geschäftsmodell hängt allerdings eng an einer politischen Entscheidung. Würde die Forschungszulage eingeschränkt, verändert oder durch ein anderes Instrument ersetzt, träfe das den Kern des Angebots. Eine Ausweitung der Förderung wirkt umgekehrt als Wachstumstreiber.

Produkte und Services

Kern des Angebots ist eine Software, die den gesamten Weg von der Projekterfassung bis zum Antrag abbildet. Mitarbeiter dokumentieren ihre Forschungstätigkeit, das System ordnet Zeiten und Kosten den Projekten zu und erzeugt daraus die rechtskonformen Unterlagen für die steuerliche Förderung. Kunden zahlen dafür laufende Gebühren, was wiederkehrende Erlöse erzeugt.

Über den reinen Förderantrag hinaus positioniert sich Innoscripta als Plattform für das Management von Forschung und Entwicklung. Dazu gehören Projektsteuerung, Auswertungen und die Vorbereitung weiterer Förderprogramme. Die Profitabilität ist für ein Softwareunternehmen dieser Größe bemerkenswert, die Nettoumsatzrendite lag 2024 bei 38,8 Prozent.

Das Tempo hielt auch nach der Erstnotiz an. In den ersten neun Monaten 2025 stieg der Umsatz um gut 80 Prozent auf 70,7 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 96 Prozent zu, der Überschuss erreichte 27,9 Millionen Euro.

Technische Analyse

Details zum IPO

Die Erstnotiz erfolgte am 23. Mai 2025 im Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Kürzel 1INN. Scale ist ein Wachstumssegment im Freiverkehr für kleine und mittlere Unternehmen. Die Zeichnungsfrist lief vom 16. bis 21. Mai, die Preisspanne lag bei 110 bis 140 Euro. Festgesetzt wurde der Ausgabepreis am 21. Mai bei 120 Euro, also im unteren Drittel der Spanne. Berenberg begleitete die Emission als alleiniger Global Coordinator und Joint Bookrunner, Hauck Aufhäuser und M.M. Warburg fungierten als weitere Joint Bookrunner.

Für Anleger entscheidend ist die Struktur des Angebots. Platziert wurden 1,82 Millionen Aktien mit einem Volumen von 218 Millionen Euro. Der gesamte Erlös floss an die Gründer und Vorstände Michael Hohenester und Alexander Meyer. Dem Unternehmen selbst kam kein frisches Kapital zu. Die Bewertung lag zum Ausgabepreis bei rund 1,2 Milliarden Euro.

Das Debüt enttäuschte. Der erste Kurs entsprach dem Ausgabepreis von 120 Euro, danach geriet die Aktie unter Druck und schloss den ersten Handelstag bei 109,16 Euro, ein Minus von rund 13 Prozent. Im weiteren Jahresverlauf 2025 rutschte der Kurs deutlicher unter den Ausgabepreis, obwohl die Geschäftszahlen kräftig wuchsen.

Outlook

Innoscripta will die Plattform über den deutschen Forschungszulagen-Markt hinaus verbreitern und das Produktangebot rund um Forschungs- und Entwicklungsmanagement ausbauen. Dazu kommt der Ausbau der Präsenz in weiteren deutschen Wirtschaftsregionen. Das Unternehmen zahlte für 2025 eine Dividende von 4 Euro je Aktie, was für ein Wachstumsunternehmen ungewöhnlich ist und die hohe Ertragskraft unterstreicht.

Die Kernfrage bleibt die Abhängigkeit vom deutschen Fördersystem. Ein Wachstumsmodell, das an einem einzigen Gesetz hängt, ist verwundbar. Ob die Internationalisierung oder die Verbreiterung des Produktangebots diese Abhängigkeit spürbar verringern, entscheidet über die langfristige Entwicklung.

Bewertungskriterien

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Sehr hohe Profitabilität mit einer Nettoumsatzrendite von 38,8 Prozent im Jahr 2024

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Starkes Wachstum, Umsatz von gut 9 Millionen Euro 2022 auf gut 37 Millionen Euro 2024

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Über 1.700 Kunden aus mehr als zwanzig Branchen mit sehr niedriger Abwanderungsrate

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Wiederkehrende Erlöse durch Softwaremodell statt projektbezogener Beratung

Geschäftsmodell hängt eng am deutschen Forschungszulagengesetz und dessen Ausgestaltung

Der gesamte Emissionserlös floss an die Gründer, dem Unternehmen kam kein Kapital zu

Schwacher Börsenstart mit einem Minus von rund 13 Prozent am ersten Handelstag

Notierung im Freiverkehrssegment Scale mit geringeren Transparenzpflichten als im Prime Standard