Odysight.AI Aktie – Technologie-Börsengang 2025

Odysight.AI Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

Uplisting

Handelsstart

11.2.2025

Volumen

21 Mio. $

Emissionspreis

6,50 $

Seit Emission

-43.5%

Erstpreis

6,50 $

Seit Erstpreis

-43.5%

Kurs (EOD)

3,67 $

Schlusskurs v. 31.08.2026

Overview

Die Ursprünge liegen in der Medizintechnik. Der israelische Urologe und Seriengründer Benad Goldwasser erkannte das Potenzial der Miniaturkameras, die das Unternehmen Medigus für minimalinvasive Eingriffe entwickelt hatte. Er übernahm diese Aktivitäten und gründete daraus 2013 ScoutCam, zunächst mit Fokus auf medizinische Anwendungen im Magen-Darm-Bereich.

Der entscheidende Schwenk kam später. Was für Eingriffe im Körper taugt, funktioniert auch in Maschinen. Eine Kamera mit wenigen Millimetern Durchmesser lässt sich dort platzieren, wo weder Auge noch Hand hinkommen, etwa im Inneren eines Triebwerks oder Getriebes. Kombiniert mit Bildanalyse durch künstliche Intelligenz entsteht daraus ein System, das Verschleiß und Anomalien fortlaufend erkennt, statt auf festgelegte Wartungsintervalle zu warten. Diese Ausrichtung führte 2023 zur Umbenennung in Odysight.ai.

Ein früher Referenzauftrag kam von der NASA. Für die Robotic Refueling Mission 3 benötigte die Raumfahrtbehörde eine widerstandsfähige Kamera, die in ein Betankungsrohr mit vier Millimetern Durchmesser passt. Weitere Kunden sind die israelische Luftwaffe, das israelische Verteidigungsministerium, der Triebwerkshersteller Safran Aircraft Engines und ein US-Gesundheitskonzern aus der Fortune-500-Liste. Der Sitz liegt in Omer bei Beerscheba im Süden Israels. Der Auftragsbestand wuchs von rund 2,6 Millionen Dollar Ende 2023 auf etwa 15 Millionen Dollar Ende 2024.

Management

Seit 2022 führt Yehu Ofer das Unternehmen als CEO. Sein Werdegang passt zum Kundenkreis. Ofer war Kommandeur des Militärflugplatzes Sde Dov und bekleidete danach leitende Positionen beim israelischen Rüstungskonzern Elbit Systems. Damit bringt er sowohl militärische Erfahrung als auch Kenntnis der Verteidigungsindustrie mit.

Der bestimmende Aktionär ist der israelische Unternehmer Mori Arkin, der vor dem Nasdaq-Wechsel 51,1 Prozent hielt und dessen Anteil danach auf rund 44,6 Prozent sinken sollte. Gründer Benad Goldwasser hielt rund 5,5 Prozent, Ofer selbst 2,5 Prozent. Dazu kommen israelische Institutionelle wie Phoenix Finance, Meitav und Mor. Nach Angaben von IVC Research sammelte das Unternehmen über mehrere Runden rund 60,3 Millionen Dollar ein.

Finanzdaten

Branche

Odysight.ai bewegt sich im Markt für vorausschauende Wartung, im Fachjargon Predictive Maintenance genannt. Der Gedanke dahinter ist simpel. Statt Bauteile nach festen Intervallen zu tauschen oder erst nach einem Ausfall zu reagieren, überwacht man ihren Zustand fortlaufend und greift ein, wenn sich ein Problem abzeichnet. Das spart Kosten, verlängert Standzeiten und erhöht die Sicherheit.

Der Bedarf wächst aus mehreren Richtungen. Luftfahrt und Verteidigung stehen unter Druck, Flotten länger im Einsatz zu halten. In der Industrie treiben Personalmangel und steigende Ausfallkosten die Nachfrage. Hinzu kommt Infrastruktur wie Schienennetze, wo Odysight.ai seit 2025 mit der israelischen Eisenbahn an einem System zur Verhinderung von Entgleisungen arbeitet.

Der Wettbewerb ist breit gefächert. Große Industriekonzerne bieten eigene Überwachungslösungen an, meist auf Basis von Schwingungs- und Temperatursensoren. Odysight.ai setzt stattdessen auf visuelle Erfassung, also auf das Bild selbst. Der Vorteil liegt in der Anschaulichkeit und in Anwendungen, wo andere Sensoren nichts liefern. Der Nachteil ist die Größe des Unternehmens, das gegen weit finanzstärkere Anbieter antritt.

Produkte und Services

Verkauft werden komplette Überwachungssysteme aus Hardware und Software. Die Hardware besteht aus Miniaturkameras und Sensoren, die dauerhaft in Maschinen verbaut werden. Die Software verarbeitet die Bilddaten, erkennt Abweichungen und meldet Anomalien in Echtzeit. Zielbranchen sind Luftfahrt, Verteidigung, Industrie, Schienenverkehr und Medizintechnik.

Konkrete Anwendungen zeigen die Bandbreite. Für unbemannte Luftfahrzeuge lieferte das Unternehmen ein Überwachungssystem im Rahmen eines Programms mit dem israelischen Verteidigungsministerium und der Luftwaffe. In Europa gewann Odysight.ai einen ersten Auftrag für industrielle Zustandsüberwachung. Dazu kommen Kooperationsvereinbarungen mit Technologiekonzernen für Pilotprojekte auf mehreren Plattformen.

Die Erlösbasis bleibt schmal. Das Unternehmen erzielt Umsätze im niedrigen einstelligen Millionenbereich und schreibt Verluste. Bis Ende 2024 hatte sich ein aufgelaufener Fehlbetrag von rund 46 Millionen Dollar angesammelt. Der Auftragsbestand deutet allerdings auf deutlich steigende Erlöse hin.

Technische Analyse

Details zum IPO

Der Schritt an die Nasdaq war ein Uplisting mit Kapitalerhöhung, kein Erstbörsengang. Die Aktie handelte zuvor im US-Freiverkehr OTCQB unter demselben Kürzel ODYS. Im Februar 2025 wechselte sie an den Nasdaq Capital Market. Für den israelischen Markt war das die erste Notierung eines heimischen Technologieunternehmens an der Nasdaq in diesem Jahr.

Begleitend platzierte Odysight.ai Aktien mit einem Bruttoerlös von rund 21,5 Millionen Dollar. Der Prospekt nannte einen Preis von 8,50 Dollar je Aktie, die Bewertung lag damit bei rund 129 Millionen Dollar. Zuvor war das Unternehmen im Freiverkehr mit rund 111 Millionen Dollar bewertet worden. The Benchmark Company führte die Emission als Lead Underwriter an. Einschließlich einer möglichen Mehrzuteilung hätte sich der Erlös um weitere 3,2 Millionen Dollar erhöhen können.

Nach eigenen Angaben summierte sich das im Zuge des Wechsels aufgenommene Kapital auf rund 23,7 Millionen Dollar, der Kassenbestand lag danach bei etwa 26 Millionen Dollar. Gemessen an großen Börsengängen ist das eine sehr kleine Transaktion, entsprechend gering blieb die Handelsliquidität.

Outlook

Der Wachstumspfad führt über die Umwandlung von Pilotprojekten in Serienaufträge. Der Auftragsbestand von rund 15 Millionen Dollar zum Jahresende 2024 zeigt, dass namhafte Kunden bereit sind, in die Technologie zu investieren. Strategisch will Odysight.ai über Verteidigung und Luftfahrt hinaus in Industrie und Infrastruktur wachsen, wofür die europäischen Aufträge und das Bahnprojekt erste Belege liefern.

Die Risiken sind typisch für ein Unternehmen dieser Größe. Die Erlöse hängen an wenigen Großkunden, und der Übergang von Erprobung zu Serienlieferung verläuft in Verteidigung und Luftfahrt langsam. Zudem ist das Geschäft eng mit Israel verbunden, was politische und geografische Abhängigkeiten mit sich bringt. Ohne deutliches Umsatzwachstum bleibt weiterer Kapitalbedarf wahrscheinlich.

Bewertungskriterien

+

Auftragsbestand von rund 2,6 auf etwa 15 Millionen Dollar zwischen 2023 und 2024 gestiegen

+

Referenzkunden wie NASA, israelische Luftwaffe und Safran Aircraft Engines

+

Visuelle Überwachung erschließt Anwendungen, für die andere Sensoren nichts liefern

+

Rückenwind durch steigende Verteidigungsbudgets und Personalmangel in der Wartung

Umsatz im niedrigen einstelligen Millionenbereich bei anhaltenden Verlusten

Aufgelaufener Fehlbetrag von rund 46 Millionen Dollar bis Ende 2024

Starke Abhängigkeit von wenigen Großkunden aus Verteidigung und Luftfahrt

Micro Cap mit geringer Handelsliquidität und entsprechend hoher Volatilität