PFISTERER Holding Aktie – Industrie-Börsengang 2025

PFISTERER Holding Aktie

Marktkapitalisierung

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KGV (P/E)

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Gewinn/Aktie

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Dividende

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52W Hoch / Tief

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IPO-Typ

IPO

Handelsstart

14.05.2025

Volumen

167 Mio. $

Emissionspreis

27,00 $

Seit Emission

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Erstpreis

30,00 $

Seit Erstpreis

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Kurs (EOD)

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Schlusskurs

Overview

Die Wurzeln reichen bis 1921 zurück, als das Unternehmen in Winterbach östlich von Stuttgart gegründet wurde. Über vier Generationen blieb es im Besitz der Familie Pfisterer und spezialisierte sich auf eine Nische, die kaum jemand wahrnimmt, ohne die aber kein Stromnetz funktioniert. Überall dort, wo elektrische Leiter enden, abzweigen oder auf andere Komponenten treffen, entstehen Schnittstellen, die zuverlässig verbunden und isoliert werden müssen.

Genau diese Schnittstellen sind das Geschäft. Pfisterer entwickelt und fertigt Kabelendverschlüsse, Verbindungsmuffen, Transformatoranschlüsse, Isolatoren und Sicherheitstechnik für Arbeiten an Leitungen. Die Produkte kommen entlang der gesamten Kette zum Einsatz, von der Stromerzeugung über die Übertragung bis zur Verteilung, an Land, auf See und in der Luft. Kunden sind Netzbetreiber, Energieversorger, Hersteller von Windkraftanlagen und Bahnbetriebe.

Das Wachstum ist eng mit der Energiewende verknüpft. Der Ausbau der Übertragungsnetze, die Anbindung von Offshore-Windparks und die zunehmende Bedeutung von Hochspannungs-Gleichstromübertragung erhöhen den Bedarf an spezialisierter Verbindungstechnik. Der Umsatz erreichte 2024 gut 383 Millionen Euro. Im Mai 2025 folgte die Erstnotiz im Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse, der erste größere Börsengang des Jahres in Deutschland.

Management

Johannes Linden führte Pfisterer zum Börsengang als Vorstandssprecher und Co-Vorstandschef. Er begründete den Schritt damit, dass sich das Wachstum über klar identifizierte Investitionen beschleunigen lasse und die Unabhängigkeit als spezialisierter Anbieter gewahrt bleibe. Die Formulierung verweist auf ein Motiv, das bei Familienunternehmen häufig eine Rolle spielt, nämlich Kapital aufzunehmen, ohne die Kontrolle an einen Finanzinvestor abzugeben.

Die Gründerfamilie blieb nach dem Börsengang bestimmender Aktionär. Karl-Heinz Pfisterer und Anna Dorothee Stängel traten als Großaktionäre auf und gaben im Rahmen der Emission zu gleichen Teilen Aktien ab. Der angestrebte Streubesitz lag bei mindestens 25 Prozent, alle bestehenden Aktionäre verpflichteten sich zu üblichen Haltefristen.

Finanzdaten

Branche

Pfisterer bewegt sich im Markt für Komponenten der Energieinfrastruktur. Die Nachfrage wird von mehreren Entwicklungen gleichzeitig getragen. Der Umbau der Stromerzeugung hin zu erneuerbaren Quellen erfordert neue Leitungen, weil Wind- und Solarstrom dort entsteht, wo er nicht verbraucht wird. Elektromobilität, Wärmepumpen und Rechenzentren erhöhen den Verbrauch. Alternde Netze in Europa und Nordamerika müssen ohnehin erneuert werden.

Ein besonders dynamisches Feld ist die Hochspannungs-Gleichstromübertragung, im Fachjargon HVDC. Sie transportiert Strom über große Entfernungen mit geringeren Verlusten als Wechselstrom und ist deshalb für Offshore-Anbindungen und lange Trassen gesetzt. Pfisterer arbeitete an der Zulassung entsprechender Kabelsysteme und will in diesem Segment wachsen.

Der Wettbewerb umfasst große Konzerne wie Prysmian, Nexans, NKT und Hubbell sowie spezialisierte Mittelständler. Pfisterer positioniert sich als unabhängiger Spezialist, der nicht selbst Kabel herstellt und deshalb für Kabelhersteller kein direkter Konkurrent ist. Diese Neutralität ist ein Vertriebsargument gegenüber Kunden, die mehrere Lieferanten kombinieren.

Produkte und Services

Das Portfolio gliedert sich in mehrere Produktgruppen. Kabelgarnituren umfassen Endverschlüsse und Muffen, mit denen Hochspannungskabel abgeschlossen oder miteinander verbunden werden. Steckbare Systeme erlauben den Anschluss an Transformatoren und Schaltanlagen ohne aufwendige Montage vor Ort. Freileitungsarmaturen und Isolatoren decken den Bereich der Überlandleitungen ab.

Ein eigener Bereich ist die Sicherheitstechnik, etwa Erdungs- und Kurzschließvorrichtungen, mit denen Monteure Leitungen vor Arbeiten spannungsfrei sichern. Diese Produkte sind vergleichsweise unabhängig von Investitionszyklen, weil sie zur laufenden Wartung gehören.

Die Ertragslage ist für einen Industriezulieferer bemerkenswert. Die bereinigte Marge beim operativen Ergebnis vor Abschreibungen lag zuletzt bei annähernd 17 Prozent. Mittelfristig peilte das Management Umsätze zwischen 665 und 735 Millionen Euro an, bei weiter steigender Marge. Bis zu 30 Prozent des Jahresüberschusses sollen als Dividende ausgeschüttet werden.

Technische Analyse

Details zum IPO

Die Erstnotiz erfolgte am 14. Mai 2025 im Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Kürzel PFSE. Scale ist der Wachstumsmarkt für kleine und mittlere Unternehmen im Freiverkehr. Die Preisspanne lag bei 25 bis 29 Euro, festgesetzt wurde der Ausgabepreis am 12. Mai bei 27 Euro und damit in der Mitte. Platziert wurden rund 6,97 Millionen Aktien. Davon stammten 3,5 Millionen aus einer Kapitalerhöhung, rund 1,69 Millionen als Basisaktien aus dem Bestand bisheriger Aktionäre und eine weitere Million als Aufstockung zu gleichen Teilen von Karl-Heinz Pfisterer und Anna Dorothee Stängel.

Die Marktkapitalisierung zum Ausgabepreis lag bei rund 489 Millionen Euro. Dem Unternehmen selbst flossen brutto etwa 95 Millionen Euro aus der Kapitalerhöhung zu, deutlich mehr als bei manchem anderen Familienunternehmen an der Börse. Berenberg und die Commerzbank in Zusammenarbeit mit ODDO BHF agierten als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners, die LBBW als Co-Global Coordinator, die ICF Bank als Co-Manager.

Das Debüt gelang. Der erste Kurs wurde mit 30 Euro festgestellt, rund elf Prozent über dem Ausgabepreis. Für den deutschen Emissionsmarkt hatte der Börsengang Signalwirkung, weil er als Eisbrecher nach einer längeren Flaute galt. Später erhielt Pfisterer bei den IPO-Awards eine Auszeichnung für den herausragenden Börsengang des Jahres.

Outlook

Der Erlös aus der Kapitalerhöhung soll das Wachstum finanzieren. Geplant sind der Ausbau der Produktionskapazitäten in Deutschland und im Ausland, Investitionen in Maschinen und Betriebsmittel sowie die Erschließung des Gleichstrom-Marktes. Die mittelfristigen Umsatzziele unterstellen nahezu eine Verdopplung gegenüber 2024, getragen von Netzausbau und Offshore-Anbindungen.

Die Risiken liegen im Zyklus und in der Abhängigkeit von politischen Entscheidungen. Netzausbauprojekte werden von Regulierungsbehörden genehmigt und von Netzbetreibern finanziert, Verzögerungen schlagen unmittelbar auf die Auftragslage durch. Zudem ist Pfisterer im Vergleich zu Prysmian oder Nexans ein kleiner Anbieter, dessen Investitionsspielraum begrenzt bleibt.

Bewertungskriterien

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Direkter Profiteur von Netzausbau, Offshore-Wind und steigendem Strombedarf

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Über hundert Jahre Erfahrung in einer technisch anspruchsvollen Nische

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Hohe Profitabilität mit einer bereinigten Marge von annähernd 17 Prozent

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Rund 95 Millionen Euro frisches Kapital fließen direkt in Wachstumsinvestitionen

Deutlich kleiner als Wettbewerber wie Prysmian, Nexans oder NKT

Auftragslage hängt an Genehmigungen und Investitionsentscheidungen der Netzbetreiber

Notierung im Freiverkehrssegment Scale mit geringeren Transparenzpflichten als im Prime Standard

Gründerfamilie bleibt bestimmender Aktionär, der Streubesitz liegt bei etwa einem Viertel