PLANOPTIK Aktie – Industrie-Börsengang 2025

PLANOPTIK Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

Uplisting

Handelsstart

23.05.2025

Volumen

-

Emissionspreis

-

Seit Emission

-

Erstpreis

4,08 $

Seit Erstpreis

+77.9%

Kurs (EOD)

7,26 $

Schlusskurs v. 28.08.2026

Overview

Planoptik entstand 2005 als Aktiengesellschaft im rheinland-pfälzischen Elsoff im Westerwald. Das Unternehmen besetzt eine Nische der Mikrosystemtechnik, die von außen kaum sichtbar ist. Es fertigt strukturierte Wafer, also runde Scheiben aus Glas, Quarz oder Glas-Silizium-Verbunden, die anschließend zu Sensoren, Testchips oder Halbleitergehäusen weiterverarbeitet werden.

Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Glaslieferanten liegt in der Bearbeitung. Planoptik bringt Löcher, Kavitäten und Kanäle in die Scheiben ein, dünnt sie, beschichtet und metallisiert sie und verbindet sie mit Silizium. Aus dem Rohmaterial wird so ein aktives Bauelement. Die Durchmesser reichen bis 300 Millimeter, also bis zum Format der modernen Halbleiterfertigung.

Die Abnehmer verteilen sich über mehrere Branchen. Die Produkte stecken in mikroelektromechanischen Sensoren, kurz MEMS, wie sie in Autos und Smartphones verbaut sind, in mikrofluidischen Diagnostikgeräten für die Medizin und zunehmend in fortgeschrittenen Verpackungsstrukturen für Halbleiter. Beliefert werden Kunden in über 40 Ländern. Im Jahr 2025 ordnete das Unternehmen sich neu, verkaufte im Dezember die Tochter Airtune, bündelte alle Aktivitäten unter der Marke Planoptik und wechselte im September in den regulierten Markt.

Management

Michael Schilling führt Planoptik als Vorstand und verantwortet die Neuausrichtung. Er dämpfte im Jahresverlauf 2025 die Erwartungen und stellte statt eines steigenden Gewinns ein Ergebnis vor Steuern höchstens auf Vorjahresniveau in Aussicht. Auch die zuvor genannte Umsatzspanne von 12 bis 13 Millionen Euro bezeichnete er als eher am unteren Rand erreichbar.

Der Aufsichtsrat wurde 2025 erweitert, unter anderem zog Anne de Boer in das Gremium ein. Bei einer Organisation mit rund 97 Beschäftigten hängt viel an wenigen Personen, was für Anleger ein Klumpenrisiko darstellt.

Finanzdaten

Branche

Planoptik bewegt sich in der Zulieferkette der Mikrosystemtechnik und Halbleiterfertigung. Der Markt für MEMS-Sensoren durchlief schwierige Jahre. Nach dem Boom während der Pandemie bauten Kunden Lagerbestände ab, 2023 schrumpfte das Marktvolumen sogar. Erst danach setzte eine Erholung ein, die sich in den Auftragsbüchern der Zulieferer verzögert niederschlägt.

Deutlich dynamischer entwickelt sich das fortgeschrittene Halbleiter-Packaging. Weil sich die Strukturen auf Chips kaum noch verkleinern lassen, verlagert sich der Fortschritt in die Verbindung und Verpackung mehrerer Chips. Glas rückt dabei als Trägermaterial in den Fokus, weil es sich präziser bearbeiten lässt als organische Substrate und thermisch stabiler ist. Konzerne wie Intel, Samsung und TSMC arbeiten an Glassubstraten für KI-Chips.

Planoptik ist in dieser Entwicklung ein kleiner Zulieferer in einer angrenzenden Schicht. Das Unternehmen konkurriert nicht mit den Substratplänen der Großkonzerne, könnte aber vom wachsenden Interesse an Glas als Werkstoff profitieren. Wettbewerber sind spezialisierte Waferhersteller sowie Glaskonzerne wie Corning und Schott mit eigenen Aktivitäten.

Produkte und Services

Das Angebot umfasst Wafer und Bauteile in mehreren Ausführungen. Dazu gehören Borosilikat-, Quarz- und Kieselglaswafer, alkalifreie Varianten sowie Verbunde aus Glas und Silizium. Ergänzend liefert Planoptik Trägerwafer für die Fertigung, Verpackungswafer mit Durchgangslöchern und Kavitäten sowie Zwischenlagen und metallisierte Glassubstrate.

Ein zweiter Bereich sind mikrofluidische Komponenten. Dazu zählen Mikroreaktoren, Fluidikchips, Phasentrenner, Pumpen und Druckaufnehmer, wie sie in Chemie, Pharmaindustrie und Medizintechnik eingesetzt werden. Zusätzlich bietet das Unternehmen Fertigungsdienstleistungen an, von mechanischer Bearbeitung über Strukturierung, Dünnung und Beschichtung bis zu Bonden und dreidimensionaler Integration.

Die Größenordnung bleibt klein. Für 2024 wies das Unternehmen ein operatives Ergebnis von 1,02 Millionen Euro aus, nach 2,32 Millionen Euro im Vorjahr, das Ergebnis vor Steuern lag bei 1,09 Millionen Euro. Für 2025 rechnete der Vorstand bestenfalls mit einem Ergebnis auf Vorjahreshöhe.

Technische Analyse

Details zum IPO

Der Schritt an die Börse war weder ein Erstbörsengang noch eine Kapitalerhöhung, sondern ein Segmentwechsel. Die Aktie notierte bereits seit Jahren im Freiverkehr, konkret im Basic Board des Open Market. Am 4. September 2025 nahm sie den Handel im General Standard des regulierten Marktes auf, die Deutsche Börse führt den Wechsel zum 9. September 2025. Begleitet wurde das Uplisting von der Kanzlei Heuking und der BankM.

Frisches Kapital floss dem Unternehmen dabei nicht zu, es wurden keine neuen Aktien ausgegeben. Der Nutzen liegt woanders. Der General Standard verpflichtet zu höheren Transparenzstandards bei der Berichterstattung und öffnet die Aktie für institutionelle Investoren, denen Engagements im Freiverkehr aus regulatorischen Gründen häufig verwehrt sind.

Angekündigt hatte Planoptik den Wechsel bereits im Juli 2024, die Umsetzung zog sich also über ein Jahr. Für Bestandsaktionäre änderte sich unmittelbar nichts, mittelbar verbessert sich aber die Sichtbarkeit und potenziell die Handelbarkeit.

Outlook

Der Vorstand richtete das Unternehmen 2025 auf das Kerngeschäft aus. Nicht zum Kern zählende Aktivitäten wurden abgestoßen, alle Bereiche laufen unter einer Marke, und die frei gewordenen Mittel flossen in den Vertrieb, unter anderem in zusätzliche Messeauftritte. Mehrere Kunden bereiteten laut Unternehmen die Markteinführung neuer Produkte mit Planoptik-Komponenten vor, woraus sich ab 2026 Impulse ergeben sollen.

Ob daraus tragfähiges Wachstum wird, ist offen. Bei einem Umsatz im niedrigen zweistelligen Millionenbereich genügen wenige Serienaufträge, um die Zahlen deutlich zu verändern, in beide Richtungen. Der langfristige Trend zu Glas in der Halbleiterverpackung spricht für das Unternehmen, der Zeitpunkt und das Ausmaß eines möglichen Hochlaufs bleiben aber ungewiss.

Bewertungskriterien

+

Spezialisierte Technologie für strukturierte Glas- und Quarzwafer bis 300 Millimeter

+

Kundenbasis in über 40 Ländern und mehreren Branchen von Automobil bis Medizintechnik

+

Möglicher Rückenwind durch den Trend zu Glassubstraten in der Halbleiterverpackung

+

Wechsel in den General Standard erhöht Transparenz und öffnet institutionelle Investoren

Sehr kleines Unternehmen mit rund 97 Beschäftigten und Umsatz im zweistelligen Millionenbereich

Operatives Ergebnis 2024 von 2,32 auf 1,02 Millionen Euro gesunken

Der Segmentwechsel brachte kein frisches Kapital für Investitionen

Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Sensorenmarkt und von wenigen Serienaufträgen