Overview
Der brasilianisch-amerikanische Unternehmer Marc Fogassa gründete das Unternehmen 2016, damals noch unter dem Namen Jupiter Gold als Goldexplorer. Mit dem wachsenden Interesse an kritischen Rohstoffen richtete Fogassa die Firma neu aus und benannte sie in Atlas Critical Minerals um. Der Fokus verschob sich von Gold auf Seltene Erden, Grafit und Uran, also auf Rohstoffe für Hochtechnologie, Energiewende und Rüstung.
Atlas Critical Minerals gehört zu einer Firmengruppe rund um Fogassa, zu der auch der Lithium-Entwickler Atlas Lithium zählt. Atlas Lithium hält rund 21 Prozent an Atlas Critical Minerals. Die Gesellschaft ist auf den Marshallinseln registriert, das operative Geschäft läuft komplett in Brasilien mit Sitz in Belo Horizonte im Bergbaustaat Minas Gerais. Über die Jahre baute das Unternehmen ein Portfolio von Mineralrechten über mehr als 218.000 Hektar auf, das nach eigenen Angaben zu den größten unter börsennotierten Firmen gehört.
Lange notierte die Aktie nur im wenig regulierten US-Freiverkehr. Im Januar 2026 gelang der Sprung an die Nasdaq, verbunden mit einer kleinen Kapitalerhöhung. Kurz zuvor, im November 2025, nahm das erste Eisenerzprojekt den Betrieb auf und liefert seither erste Einnahmen.
Management
Marc Fogassa führt Atlas Critical Minerals seit der Gründung 2016 als CEO und Chairman. Sein Lebenslauf ist ungewöhnlich für einen Bergbau-Manager. Fogassa schloss 1990 zwei Studiengänge am MIT ab, promovierte 1995 an der Harvard Medical School zum Mediziner und erwarb 1999 einen MBA der Harvard Business School. Vor seiner Bergbau-Karriere arbeitete er im Venture-Capital-Geschäft. Parallel leitet er seit 2012 den ebenfalls börsennotierten Lithium-Entwickler Atlas Lithium sowie weitere Rohstofffirmen.
Als Finanzchef fungiert seit April 2026 Virgilio Santiago. Das technische Team wird von Geologen und Ingenieuren mit Erfahrung aus brasilianischen Lithium- und Eisenerzprojekten getragen.
Finanzdaten
Branche
Atlas Critical Minerals bewegt sich im Markt für kritische Rohstoffe, also Materialien, die für Hochtechnologie und Verteidigung unverzichtbar sind und deren Lieferketten als verwundbar gelten. Seltene Erden stecken in Magneten für Elektromotoren, Windräder und Raketen. China dominiert Förderung und Verarbeitung dieser Metalle, weshalb westliche Staaten den Aufbau alternativer Quellen mit Nachdruck fördern. Brasilien verfügt nach China über die zweitgrößten bekannten Vorkommen an Seltenen Erden und rückt damit in den Blick von Investoren und Regierungen.
Der Wettbewerb reicht von etablierten Produzenten wie MP Materials in den USA und Lynas in Australien bis zu einer Vielzahl kleiner Explorationsfirmen. Atlas Critical Minerals steht am spekulativen Ende dieses Spektrums. Das Unternehmen besitzt aussichtsreiche Flächen, aber noch keine produzierende Mine für Seltene Erden, Grafit oder Uran. Bis zu einer möglichen Förderung vergehen typischerweise viele Jahre mit Bohrprogrammen, Studien und Genehmigungen.
Produkte und Services
Verkaufsfähige Produkte liefert bislang nur das Eisenerzgeschäft. Das Projekt Rio Piracicaba in Minas Gerais nahm im November 2025 den Betrieb auf und verschifft seither Erz, was laufende Einnahmen für die Exploration bringt. Alle übrigen Aktivitäten sind Explorationsprojekte ohne Umsatz.
Das wichtigste Zukunftsprojekt ist Alto do Paranaíba für Seltene Erden. Oberflächenproben zeigten dort laut Unternehmen Gehalte von bis zu 28.870 ppm an Seltenerdoxiden, erste Bohrungen bestätigten oberflächennahe Mineralisierung mit Abschnitten von 12 Metern bei durchschnittlich 5.961 ppm. Dazu kommen Grafitflächen in Minas Gerais, Uranrechte in sechs Bundesstaaten sowie Kupfer- und Nickelrechte in Goiás und Piauí. Erlöse sollen langfristig aus dem Verkauf von Konzentraten dieser Rohstoffe entstehen, sofern sich die Projekte als wirtschaftlich erweisen.
