Ingram Micro Holding Aktie – Technologie-Börsengang 2024

Ingram Micro Holding Aktie

Marktkapitalisierung

-

KGV (P/E)

-

Gewinn/Aktie

-

Dividende

-

52W Hoch / Tief

-

IPO-Typ

IPO

Handelsstart

24.10.2024

Volumen

409 Mio. $

Emissionspreis

22,00 $

Seit Emission

+31.9%

Erstpreis

25,28 $

Seit Erstpreis

+14.8%

Kurs (EOD)

29,02 $

Schlusskurs v. 25.08.2026

Overview

Zwei Lehrer standen am Anfang von Ingram Micro. Lorraine Mecca und Geza Czige gründeten 1979 im Süden Kaliforniens das Unternehmen Micro D. Sie verkauften Software für die damals neuen Mikrocomputer. Im ersten Geschäftsjahr setzte die Firma rund 3,5 Millionen Dollar um. Ingram Industries, ein breit aufgestellter Mischkonzern, kaufte über Jahre Anteile und übernahm Micro D 1989 vollständig. Der Konzern verschmolz das Geschäft mit seiner eigenen Vertriebseinheit Ingram Computer und formte daraus Ingram Micro D. Das D fiel 1991 weg, seither firmiert das Unternehmen als Ingram Micro.

Den ersten Börsengang wagte Ingram Micro 1996 an der New York Stock Exchange. Die Aktie notierte damals unter dem Kürzel IM. Zwanzig Jahre lang blieb das Unternehmen börsennotiert. 2016 übernahm der chinesische Mischkonzern HNA Group die Firma für rund sechs Milliarden Dollar und nahm sie von der Börse. HNA geriet in finanzielle Schieflage und verkaufte Ingram Micro 2021 an die US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity. Der Kaufpreis lag bei etwa 7,2 Milliarden Dollar. Unter Platinum trieb das Management den digitalen Umbau voran und baute die Plattform Xvantage auf. Das Logistikgeschäft verkaufte Ingram Micro an CEVA Logistics.

Der Hauptsitz liegt in Irvine, Kalifornien. Ingram Micro ist in mehr als 60 Ländern aktiv und beschäftigt über 22.000 Menschen. Im Geschäftsjahr 2024 lag der Umsatz bei rund 48 Milliarden Dollar. Nach einer Auswertung des Marktforschers Canalys rangiert Ingram Micro unter den drei größten Technologiedistributoren weltweit. Mit der Rückkehr an die Börse im Jahr 2024 schloss sich für das Unternehmen ein Kreis.

Management

Seit Januar 2022 führt Paul Bay Ingram Micro als CEO. Bay arbeitet seit 1995 für das Unternehmen und durchlief zahlreiche Führungspositionen, zuletzt als Präsident des weltweiten Technologiegeschäfts. Er folgte auf Alain Monié, der das Unternehmen ein Jahrzehnt lang geleitet hatte und seither dem Verwaltungsrat vorsitzt. Als Finanzchef fungiert Mike Zilis, der 2006 zu Ingram Micro kam und den Posten seit August 2016 innehat. Zuvor arbeitete Zilis beim Elektronikdistributor Avnet und begann seine Laufbahn bei der Wirtschaftsprüfung Arthur Andersen.

Eine Schlüsselrolle spielt Sanjib Sahoo, seit Juni 2021 Chief Digital Officer. Er verantwortet die Plattform Xvantage, die Bay als prägendes Projekt seiner Amtszeit bezeichnet.

Finanzdaten

Branche

Ingram Micro bewegt sich im Geschäft mit der Distribution von Technologie. Distributoren kaufen Hardware, Software und Cloud-Dienste bei Herstellern ein und verkaufen sie an Reseller, IT-Dienstleister und Systemhäuser weiter. Der Marktforscher Canalys bezifferte das weltweite Volumen dieses Marktes für 2024 auf rund 463 Milliarden Dollar. Der Markt ist stark konzentriert. Die fünfzehn größten Distributoren vereinen nach den Canalys-Zahlen über 60 Prozent des Umsatzes auf sich.

An der Spitze der Branche steht TD Synnex, dessen Bruttoumsatz 2024 bei über 80 Milliarden Dollar lag. Ingram Micro und der Elektronikdistributor Arrow Electronics folgen auf den Plätzen. Gemeinsam kamen diese drei Konzerne 2024 auf Bruttoumsätze von fast 170 Milliarden Dollar. Weitere Wettbewerber sind spezialisierte Anbieter wie ScanSource sowie regionale Größen wie die europäische ALSO Holding. Hinzu kommt Avnet, das vor allem im Geschäft mit elektronischen Bauteilen stark ist.

Die Branche verschiebt sich weg vom reinen Handel mit Geräten hin zu Cloud-Diensten und Dienstleistungen mit höheren Margen. Digitale Plattformen prägen den Wandel und lassen Reseller ihre Bestellungen selbst abwickeln. Ingram Micro setzt hier auf Xvantage, TD Synnex auf StreamOne und Arrow auf ArrowSphere. Eine Gefahr für das Geschäftsmodell geht von den großen Cloud-Anbietern aus. Über Marktplätze von Amazon, Microsoft oder Google können Hersteller Software zunehmend direkt an Kunden verkaufen und die Distributoren umgehen.

Produkte und Services

Das Kerngeschäft von Ingram Micro ist der Großhandel mit Technologie. Das Unternehmen führt Produkte von Herstellern wie Apple, Microsoft, Cisco, HP und Samsung im Sortiment. Verkauft werden sie an gewerbliche Wiederverkäufer. Grob lassen sich zwei Produktbereiche unterscheiden. Der Bereich Client and Endpoint Solutions umfasst Geräte wie Notebooks und wirft eher niedrige Margen ab. Der Bereich Advanced Solutions bündelt Rechenzentrumstechnik und Software und erzielt höhere Margen.

Ein wachsendes Standbein ist das Cloud-Geschäft. Über eine Marktplatz-Plattform vermittelt Ingram Micro Abonnements für Cloud-Software und rechnet sie für die Reseller ab. Herzstück der Strategie ist Xvantage, eine digitale Plattform mit KI-Funktionen. Kunden bestellen darüber Produkte, sehen Preise und Verfügbarkeiten in Echtzeit und erhalten automatisierte Empfehlungen. Der Aufbau begann um 2021. Ingram Micro stellte Xvantage 2022 vor und rollte die Plattform anschließend weltweit aus.

Geld verdient Ingram Micro an der Spanne zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis. Diese Spanne ist dünn, die Bruttomarge liegt bei rund sieben Prozent. Das Geschäft ist kapitalintensiv, weil das Unternehmen Ware auf eigene Rechnung lagert und vorfinanziert. Zusätzlich verdient Ingram Micro an Finanzierungs- und Kreditdienstleistungen für seine Kunden. Höhermargige Cloud- und Servicegeschäfte sollen den Ertrag über die Zeit stützen.

Technische Analyse

Details zum IPO

Ingram Micro kehrte am 24. Oktober 2024 an die New York Stock Exchange zurück. Die Aktie handelt dort unter dem Kürzel INGM. Der Schritt markierte den zweiten Börsengang der Firmengeschichte nach dem Debüt von 1996. Der Ausgabepreis lag bei 22 Dollar je Aktie. Damit traf er die Mitte der angepeilten Spanne von 20 bis 23 Dollar. Platziert wurden 18,6 Millionen Aktien. Davon stammten 11,6 Millionen vom Unternehmen selbst, die übrigen 7 Millionen verkaufte der Eigentümer Platinum Equity.

Aus dem Verkauf eigener Aktien flossen Ingram Micro netto rund 233 Millionen Dollar zu. Dieses Geld nutzte das Unternehmen, um einen Teil seiner Bankschulden zu tilgen. Aus dem Verkauf der Aktien von Platinum Equity erhielt Ingram Micro dagegen kein Geld. Als Konsortialführer, die den Börsengang organisierten, traten Morgan Stanley, Goldman Sachs und J.P. Morgan auf. Nach dem Börsengang hielt Platinum Equity weiterhin rund 90 Prozent der Stimmrechte. Nach den Regeln der NYSE gilt Ingram Micro deshalb als kontrolliertes Unternehmen. Ein einzelner Eigentümer bestimmt dann über die Mehrheit der Stimmen und kann Entscheidungen weitgehend allein treffen.

Zum Börsengang wurde Ingram Micro mit rund fünf Milliarden Dollar bewertet. Am ersten Handelstag legte die Aktie um etwa 15 Prozent zu. Auffällig ist der geringe Streubesitz. Weil Platinum Equity den Großteil der Anteile behielt, war nur ein kleiner Teil der Aktien frei handelbar.

Outlook

Ingram Micro will das Wachstum vor allem über die Plattform Xvantage und das margenstärkere Geschäft mit Cloud und Dienstleistungen treiben. Je mehr Bestellungen digital laufen, desto niedriger fallen die Vertriebskosten aus. Rückenwind verspricht sich das Unternehmen von der Nachfrage nach Technik für Künstliche Intelligenz und von Erneuerungszyklen bei Firmen-PCs. Auch das Cloud-Geschäft soll weiter zulegen.

Die größte Herausforderung bleibt die dünne Marge des Distributionsgeschäfts. Schon kleine Schwankungen bei Preisen oder Nachfrage schlagen auf den Gewinn durch. Zusätzlich drückt die Konkurrenz der Cloud-Anbieter, die Hersteller und Kunden direkt zusammenbringen. Auch die Rolle von Platinum Equity wirkt nach. Solange die Beteiligungsgesellschaft die Mehrheit hält, richten sich viele Entscheidungen nach ihren Interessen. Ein späterer Verkauf weiterer Aktien kann zudem den Kurs belasten.

Bewertungskriterien

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Etablierte Position unter den drei größten Technologiedistributoren mit globaler Reichweite und breitem Herstellerportfolio

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Digitale Plattform Xvantage senkt Kosten und bindet Reseller enger an das Unternehmen

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Wachsendes und margenstärkeres Geschäft mit Cloud-Diensten verbessert den Ertragsmix

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Erfahrenes Management mit langjähriger Branchen- und Unternehmenskenntnis

Sehr dünne Bruttomarge von rund sieben Prozent macht den Gewinn anfällig für Schwankungen

Platinum Equity kontrolliert nach dem IPO rund 90 Prozent der Stimmrechte, Minderheitsaktionäre haben wenig Einfluss

Geringer Streubesitz und mögliche spätere Aktienverkäufe von Platinum können den Kurs belasten

Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google bedrohen das Distributionsmodell durch Direktvertrieb