Overview
Metagenomi entstand 2016 mit einer Idee aus der Umweltforschung. Statt die bekannte Genschere CRISPR-Cas9 weiterzuentwickeln, durchsucht das Unternehmen Erbgut aus natürlichen Proben nach bislang unbekannten Werkzeugen. Bakterien haben über Milliarden Jahre eine enorme Vielfalt solcher Systeme hervorgebracht.
Die Ausbeute ist beachtlich. Nach Firmenangaben analysierte Metagenomi über 460 Billionen Basenpaare und sagte dabei mehr als 7,4 Milliarden Proteine voraus. Über 322 Millionen davon haben Bezug zu Genscheren. Aus diesem Werkzeugkasten wählt das Unternehmen für jede Anwendung das passende System aus. Die Palette reicht von schneidenden Enzymen über Basenveränderer bis zum Einfügen ganzer Genabschnitte.
Der Sitz liegt in Emeryville bei San Francisco. Alle Kandidaten befanden sich zum Börsengang noch im vorklinischen Stadium, Erlöse stammten aus Kooperationen mit Pharmapartnern.
Management
Seit November 2025 führt Jian Irish das Unternehmen als President und CEO und setzte die Neuausrichtung um. Gründer Brian Thomas, ein promovierter Wissenschaftler, hatte Metagenomi zuvor von der Gründung durch den Börsengang geführt und blieb dem Verwaltungsrat erhalten. Anfang 2026 benannte sich das Unternehmen in Metagenomi Therapeutics um.
Finanzdaten
Branche
Metagenomi operiert in der Genom-Editierung, einem Feld mit hohen Erwartungen und harter Realität. Nach den ersten Zulassungen von Therapien auf CRISPR-Basis zeigte sich, wie aufwendig Herstellung, Zulassung und Erstattung solcher Behandlungen sind. Das belastete den Sektor an der Börse.
Der Wettbewerb ist entsprechend hart. Unternehmen wie Intellia, Beam Therapeutics und Editas verfolgen ähnliche Ziele, dazu kommen große Pharmakonzerne mit eigenen Programmen. Für ein Unternehmen ohne klinische Kandidaten ist die Finanzierung dabei die größte Hürde.
Der Fokus auf Bluterkrankheit ist deshalb strategisch. Bei Hämophilie A fehlt ein Gerinnungsfaktor, bisherige Gentherapien verloren ihre Wirkung über die Jahre, weshalb ein Verfahren mit dauerhafter Wirkung erheblichen Wert hätte.
Produkte und Services
Der wichtigste Kandidat heißt MGX-001 und zielt auf Hämophilie A. Statt eine Genkopie lose in die Zelle einzuschleusen, fügt das Verfahren sie gezielt an einer bestimmten Stelle im Erbgut ein. In Versuchen mit Affen hielt die Produktion des fehlenden Gerinnungsfaktors über zwölf Monate auf einem Niveau an, das nach Firmenangaben einer Heilung entspräche.
Der Zeitplan verschob sich mehrfach. Der Antrag auf die erste Studie am Menschen ist für das Schlussquartal 2026 vorgesehen, die ersten Patienten sollen 2027 behandelt werden. Daneben laufen Programme zu weiteren Eiweißmangel-Erkrankungen sowie eine Zusammenarbeit mit Ionis zu Herz- und Stoffwechselerkrankungen.
Die Finanzlage prägt der Sparkurs. Nach dem Verlust der Moderna-Kooperation folgte im November 2025 eine Neuausrichtung mit 25 Prozent Stellenabbau. Die Kasse reicht seither nach Firmenangaben bis Ende 2027. Zum Halbjahr 2026 lagen noch 120,7 Millionen Dollar an liquiden Mitteln vor, nach 248,3 Millionen Ende 2024.
