Overview
NANO Nuclear verfolgt eine Idee, die lange als Nischenthema galt. Statt großer Kraftwerke sollen transportable Mini Reaktoren Strom dort erzeugen, wo Netze fehlen oder nicht ausreichen. Zielkunden sind Minen in abgelegenen Regionen, Militärstützpunkte, Inselgemeinden und zunehmend auch Rechenzentren mit hohem Strombedarf.
Das Unternehmen versteht sich als vertikal integriert und verfolgt vier Geschäftsfelder. Neben den Reaktoren selbst sind das die Herstellung von schwach angereichertem Uran mit erhöhtem Spaltstoffanteil, der Transport dieses Brennstoffs sowie Beratungsleistungen für die Nuklearindustrie.
Der Sitz liegt in New York. Die Entwicklung umfasst mehrere Bauarten, darunter eine Anlage mit Hochtemperatur-Gaskühlung, ein kompakter Reaktor für abgelegene Standorte sowie Konzepte mit Feststoffkern und Salzkühlung. Erlöse aus dem Reaktorgeschäft gibt es noch nicht.
Management
Seit 2022 führt James Walker das Unternehmen als CEO und verantwortet zugleich die Reaktorentwicklung. Der Ingenieur leitete zuvor für das britische Verteidigungsministerium den Bau einer nuklearchemischen Anlage von Rolls-Royce. Davor arbeitete er als technischer Projektleiter beim Bau britischer Fertigungsanlagen für Reaktorkerne. Ergänzt wird die Führung um Nuklearingenieure und Fachkräfte aus Forschungseinrichtungen.
Finanzdaten
Branche
NANO Nuclear operiert in einem Feld, das seit 2023 einen Stimmungswandel erlebt. Der Strombedarf für künstliche Intelligenz, Ziele zur Emissionsminderung und die Suche nach unabhängiger Energieversorgung rückten die Kernkraft zurück in den Fokus. Kleinreaktoren gelten dabei als schneller baubar als klassische Großkraftwerke.
Die Konkurrenz ist prominent besetzt. Unternehmen wie Oklo, NuScale und X-energy verfolgen ähnliche Ansätze, dazu kommen etablierte Anbieter wie Westinghouse und staatlich geförderte Programme in mehreren Ländern. Keiner dieser Anbieter erzielt bislang nennenswerte Umsätze aus tatsächlich laufenden Kleinreaktoren.
Der entscheidende Engpass ist die Genehmigung. Die US-Aufsichtsbehörde prüft Reaktorentwürfe über Jahre, erst danach folgt der Bau. Wer diesen Prozess als erster durchläuft, gewinnt einen erheblichen Vorsprung.
Produkte und Services
Im Mittelpunkt stehen mehrere Reaktorentwürfe. Die Anlage mit Hochtemperatur-Gaskühlung ist am weitesten fortgeschritten und wurde von der Aufsichtsbehörde zur Prüfung angenommen, ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zur Genehmigung. Ein kompakter Reaktor richtet sich an abgelegene Standorte, zwei weitere Konzepte befinden sich in früheren Entwicklungsstadien.
Die Reaktoren sollen laut Unternehmen jeweils eine Leistung im Bereich von ein bis zwei Megawatt liefern und dabei entweder Wärme abgeben oder Strom erzeugen. Parallel arbeitet NANO Nuclear an einer inländischen Aufbereitung für den benötigten Brennstoff sowie an Transportbehältern, wofür eine exklusive Lizenz besteht.
Zahlen liefert vor allem die Bilanz. Im dritten Geschäftsquartal 2026 wies das Unternehmen einen Nettoverlust von 10,1 Millionen Dollar aus, gleichzeitig stieg die Liquidität auf rund 580 Millionen Dollar. Die Projektpipeline beziffert das Management auf etwa ein Gigawatt.
