Overview
Safe Pro Group verbindet zwei Geschäfte, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Die Softwaresparte entwickelt Bilderkennung für Drohnenaufnahmen, die Landminen und nicht explodierte Munition automatisch erkennt. Daneben gehört ein Hersteller von Schutzausrüstung zur Gruppe, der Westen, Helme und Bombenschutzanzüge fertigt.
Der Bedarf ist bedrückend groß. Nach Angaben von Hilfsorganisationen sind weltweit über 60 Millionen Menschen in Dutzenden Ländern von Minen bedroht. Die klassische Räumung erfolgt Quadratmeter für Quadratmeter mit Metallsuchgeräten, was langsam und gefährlich ist.
Genau dort setzt die Technik an. Drohnen fliegen die Fläche ab, die Software spürt verdächtige Objekte auf und markiert sie auf einer Karte. Nach Firmenangaben umfassen die Datensätze über 1,78 Millionen ausgewertete Drohnenbilder und über 31.600 identifizierte Gefahrenpunkte allein in der Ukraine.
Management
Seit den Anfängen führt Dan Erdberg das Unternehmen als Chairman und CEO. Der Manager verfügt über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Technologiebranche und begleitete zuvor mehrere Börsengänge in den Bereichen Drohnen, Mobilfunk und Satellitenkommunikation. Die wissenschaftliche Arbeit verantworten Fachleute für Fernerkundung und Minendetektion.
Finanzdaten
Branche
Safe Pro operiert an der Schnittstelle von humanitärer Räumung und Verteidigungstechnik. Der Krieg in der Ukraine machte die Minenräumung zu einem drängenden Thema. Gleichzeitig verschieben westliche Streitkräfte ihre Beschaffung Richtung kleiner Drohnen und automatisierter Aufklärung.
Der Markt hat allerdings eine Besonderheit. Humanitäre Räumprojekte hängen an Geldern von Regierungen und Hilfsorganisationen, deren Vergabezyklen lang und schwer planbar sind. Verteidigungsaufträge bieten größere Volumina, erfordern aber Zulassungen und den Weg über etablierte Generalunternehmer.
Der Wettbewerb reicht von spezialisierten Räumfirmen bis zu großen Rüstungskonzernen, die eigene Aufklärungssysteme entwickeln. Für ein Unternehmen dieser Größe zählt vor allem, Referenzprojekte und Verträge im Verteidigungsbereich zu gewinnen.
Produkte und Services
Das Herzstück ist die Bildanalyse. Nach Firmenangaben erkennt die Software über 150 Typen von Landminen und Munitionsresten in Sekundenbruchteilen je Bild. Die Auswertung läuft vor Ort auf einem Gerät oder über die Cloud. Bis Mai 2026 zählte das Unternehmen über 50.000 erkannte Objekte.
Die zweite Sparte liefert Schutzausrüstung für Polizei, Militär und Hilfsorganisationen, dazu kommen Drohnendienstleistungen. Der Verkauf läuft überwiegend über Behörden, Hilfsorganisationen und Generalunternehmer der Rüstungsindustrie.
Die Zahlen sind winzig und volatil. 2025 fiel der Umsatz um 72 Prozent auf rund 607.000 Dollar, der Verlust weitete sich auf 14,3 Millionen Dollar aus. 2026 folgten mehrere Aufträge, darunter ein Unterauftrag der US-Armee über 1,3 Millionen Dollar und ein Forschungsvertrag der Luftwaffe.
