Overview
Serve entstand 2017 als Abteilung innerhalb des Lieferdienstes Postmates. Die Idee war, die teure letzte Meile zu automatisieren. Kleine Lieferroboter rollen dabei über den Gehweg statt Autos oder Kuriere über die Straße. 2020 startete die erste Flotte in Los Angeles und lieferte noch im selben Jahr über 10.000 kommerzielle Bestellungen aus.
Der Konzernwechsel folgte kurz darauf. Uber übernahm Postmates im Jahr 2020, ein Jahr später wurde Serve als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. Uber blieb über Postmates Großaktionär und zugleich wichtigster Geschäftspartner.
Der Sitz liegt in Kalifornien. Die Roboter fahren autonom mit Sensoren und Kameras, im Hintergrund unterstützen menschliche Aufpasser aus der Ferne. Das erklärte Ziel war zunächst der Aufbau einer Flotte von 2.000 Robotern für die Plattform Uber Eats.
Management
Seit der Ausgliederung im Januar 2021 führt Mitgründer Ali Kashani das Unternehmen als CEO. Der promovierte Robotikforscher verantwortete zuvor als Vizepräsident die Innovationseinheit von Postmates und gründete davor ein Technologieunternehmen für vernetzte Haustechnik. Das Tagesgeschäft steuert Touraj Parang, seit 2021 Betriebschef und seit 2022 zusätzlich President.
Finanzdaten
Branche
Serve operiert in einem Markt, der wirtschaftlich unter Druck steht. Lieferdienste verdienen an einzelnen Bestellungen wenig, weil Kurierkosten den größten Anteil ausmachen. Automatisierte Zustellung verspricht hier den entscheidenden Hebel, wenn sie im großen Maßstab funktioniert.
Der Wettbewerb ist vielfältig. Neben anderen Gehwegrobotern konkurrieren Drohnenzustellung, autonome Fahrzeuge und schlicht der klassische Kurier auf dem Rad. Städte regulieren zudem, welche Geräte auf Gehwegen fahren dürfen, was die Ausbreitung verlangsamt.
Der Vorteil von Serve liegt in der Verankerung. Über die Verbindung zu Uber besteht Zugang zu einer der größten Lieferplattformen, was Auslastung und Bestellvolumen sichert, ohne dass eigene Kundenbeziehungen aufgebaut werden müssen.
Produkte und Services
Verdient wird an ausgeführten Lieferungen. Restaurants und Plattformen zahlen für die Zustellung, dazu kamen Erlöse aus Werbeflächen auf den Robotern und aus Softwaredienstleistungen. Das Geschäft skaliert über die Zahl der aktiven Roboter und die Stunden, die diese täglich im Einsatz sind.
Die Kennzahlen zeigten früh Fortschritte. Im ersten Quartal 2024 stiegen die täglichen Einsatzstunden um 97 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der täglich aktiven Roboter wuchs um 70 Prozent, die Kosten je Lieferung blieben stabil.
Die Mittel aus der Platzierung flossen in die Serienfertigung. Nach eigenen Angaben ermöglichten sie verbindliche Bestellungen bei Zulieferern, den Abschluss der Fertigungsplanung und weitere Tests vor dem Start der Großserie.
